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Waschmaschine entkalken

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Blick in die leere Edelstahltrommel einer Waschmaschine
Waschmittel enthalten meist schon Enthärter, gezieltes Entkalken ist selten nötig
Inhalt7 Abschnitte
  1. Wo Kalk in der Waschmaschine sitzt
  2. Kalkschutz durch richtige Dosierung
  3. Warum Essig in der Waschmaschine heikel ist
  4. Waschmaschine entkalken: Schritt für Schritt
  5. Entkalken ist nicht Reinigen
  6. Wann Sie den Fachmann brauchen
  7. Häufige Fragen

Eine Waschmaschine müssen Sie meist nicht regelmäßig entkalken. Moderne Waschmittel enthalten Enthärter, und wenn Sie sie nach dem Härtebereich Ihres Wassers dosieren, bildet sich am Heizstab kaum Kalk. Nur bei sehr hartem Wasser oder wenn die Maschine sichtbar verkalkt ist, lohnt ein Durchgang mit einem Waschmaschinen-Entkalker in der leeren Trommel. Essig ist dafür die schlechtere Wahl, weil er auf Dauer die Gummiteile angreifen kann.

Wo Kalk in der Waschmaschine sitzt

Kalk bildet sich dort, wo Wasser erhitzt wird: am Heizstab unter der Trommel. Eine dicke Schicht isoliert ihn, die Maschine braucht länger zum Aufheizen und mehr Strom, im schlimmsten Fall brennt der Heizstab durch. Außerdem setzen sich Kalk und Waschmittelreste in der Einspülkammer, an der Trommel und in der Türmanschette ab.

Sehen können Sie den Heizstab nicht, ohne die Maschine zu öffnen. Hinweise auf Kalk sind weiße Krusten in der Einspülkammer, graue Wäsche trotz richtiger Dosierung und hartes, kratziges Gewebe. Weiße Rückstände auf dunkler Wäsche sind dagegen meist ungelöstes Waschmittel und kein Kalk.

Kalkschutz durch richtige Dosierung

Das wirksamste Mittel gegen Kalk steht auf der Waschmittelpackung: die Dosiertabelle nach Härtebereich. Waschmittel enthalten Enthärter, die den Kalk im Wasser binden, damit er sich weder auf der Wäsche noch am Heizstab absetzt. Die Menge ist auf den Härtebereich abgestimmt – bei hartem Wasser brauchen Sie mehr Waschmittel als bei weichem.

  • Härtebereich kennen: Ihr Wasserversorger nennt ihn, meist auf seiner Internetseite. Weich heißt unter 8,4 °dH, mittel 8,4–14 °dH, hart über 14 °dH.
  • Nach Tabelle dosieren: Die Werte auf der Packung gelten für den jeweiligen Härtebereich und Verschmutzungsgrad.
  • Nicht überdosieren: Zu viel Waschmittel schützt nicht besser, sondern hinterlässt Rückstände und belastet das Abwasser.

Ein zusätzlicher Wasserenthärter ist nur bei sehr hartem Wasser sinnvoll, vor allem, wenn Sie ein Baukastensystem verwenden, bei dem Waschmittel und Enthärter getrennt dosiert werden. Dann spart der Enthärter Waschmittel. Wer ein normales Vollwaschmittel korrekt nach Härte dosiert, braucht meist keinen. Mehr zu Wasserhärte und Säuren erklärt unser Grundlagenbeitrag Entkalken.

Warum Essig in der Waschmaschine heikel ist

Essig löst Kalk und wird deshalb oft als Hausmittel empfohlen, auch als Weichspülerersatz. In der Waschmaschine trifft er aber auf viel Gummi: die Türmanschette, die Schläuche, die Dichtungen an Pumpe und Laugenbehälter. Säure kann Gummi bei häufiger oder langer Einwirkung aufquellen oder verspröden lassen. Einmalig und verdünnt richtet Essig kaum Schaden an, als Dauerlösung ist er riskant. Viele Hersteller raten in der Anleitung ausdrücklich davon ab.

Auch Zitronensäure ist nicht ideal, weil die Maschine die Lösung erhitzt und dabei schwer lösliches Calciumcitrat entstehen kann. Waschsoda und Natron entkalken gar nicht, sie sind basisch. Wozu Waschsoda taugt, steht in einem eigenen Beitrag.

Waschmaschine entkalken: Schritt für Schritt

Wenn Sie entkalken wollen oder müssen, nehmen Sie einen Entkalker, der ausdrücklich für Waschmaschinen gedacht ist. Manche Hersteller bieten eigene Pflegemittel an; dann haben die Vorrang.

  1. Maschine leeren. Keine Wäsche in der Trommel lassen. Fremdkörper aus der Türmanschette nehmen.
  2. Einspülkammer reinigen. Die Schublade herausziehen, meist mit einem Druck auf einen Hebel im Weichspülerfach, und unter warmem Wasser mit einer Bürste säubern. Auch den Schacht dahinter auswischen.
  3. Entkalker einfüllen. Das Mittel nach Packung in die Trommel oder die Einspülkammer geben, je nachdem, was dort steht.
  4. Programm starten. Das Programm und die Temperatur wählen, die auf der Packung angegeben sind. Hat Ihre Maschine ein Pflegeprogramm, prüfen Sie in der Anleitung, ob es dafür vorgesehen ist.
  5. Nachspülen. Nach dem Durchgang ein Spülprogramm oder einen kurzen Waschgang ohne Wäsche laufen lassen, damit keine Säure zurückbleibt.
  6. Offen trocknen lassen. Tür und Einspülkammer anlehnen, damit das Innere trocknet.

Chlorhaltige Maschinenreiniger oder Hygienespüler nie im selben Durchgang oder unmittelbar vor oder nach dem Entkalker verwenden. Säure und Chlor setzen giftiges Chlorgas frei.

Entkalken ist nicht Reinigen

Viele suchen nach „Waschmaschine reinigen und entkalken“ und meinen eigentlich einen muffigen Geruch. Der kommt nicht vom Kalk, sondern von Biofilm: Waschmittelreste, Fasern und Bakterien, die sich bei ständigen 30- und 40-Grad-Wäschen im Laugenbehälter und in der Türmanschette halten. Dagegen hilft:

  • Regelmäßig heiß waschen: Etwa einmal im Monat eine Ladung bei 60 °C mit einem Vollwaschmittel in Pulverform. Dessen Bleiche wirkt gegen den Belag.
  • Türmanschette auswischen: Nach dem Waschen die Falten der Gummimanschette trocken wischen.
  • Flusensieb reinigen: Hinter der Klappe unten an der Front. Vorher ein flaches Gefäß und ein Tuch unterlegen, es läuft Wasser aus.
  • Tür nach dem Waschen offen lassen, bis das Innere trocken ist.

Ein Entkalker löst diesen Belag nicht. Umgekehrt bringt ein Hygienespüler nichts gegen Kalk.

Wann Sie den Fachmann brauchen

Heizt die Maschine nicht mehr, zeigt sie einen Fehler zur Heizung an oder bleibt die Wäsche kalt, kann der Heizstab verkalkt oder defekt sein. Das Gehäuse öffnen und den Heizstab ausbauen sollten nur Fachleute – dahinter liegen Netzspannung und Wasseranschluss. Ein Kundendienst kann auch beurteilen, ob sich die Reparatur bei einem älteren Gerät noch lohnt. Wer eine Maschine neu aufstellt, findet Tipps unter Waschmaschine und Trockner übereinander stellen. Weitere Themen stehen in der Rubrik Wäsche.

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Häufige Fragen

Wie oft sollte man die Waschmaschine entkalken?

Bei richtiger Dosierung nach Wasserhärte meist gar nicht oder höchstens ein- bis zweimal im Jahr bei sehr hartem Wasser. Wichtiger ist die regelmäßige heiße Wäsche gegen Biofilm.

Kann ich die Waschmaschine mit Essig entkalken?

Einmalig und verdünnt schadet es selten, als Dauerlösung ist Essig ungeeignet, weil er Gummidichtungen und Schläuche angreifen kann. Viele Hersteller raten ab. Ein Waschmaschinen-Entkalker nach Packungsangabe ist die bessere Wahl.

Brauche ich zusätzlich einen Wasserenthärter?

In der Regel nicht, wenn Sie Ihr Waschmittel nach Härtebereich dosieren. Bei sehr hartem Wasser und beim Baukastensystem kann ein Enthärter Waschmittel sparen. Halten Sie sich an die Dosierangaben beider Produkte.

Hilft Zitronensäure in der Waschmaschine?

Sie löst Kalk, ist aber nicht ideal, weil die Maschine die Lösung erhitzt und dabei schwer lösliche Rückstände entstehen können. Wenn Sie sie trotzdem nehmen, dann nur nach Herstellerangaben der Maschine und mit kurzem Programm bei niedriger Temperatur.

Warum riecht meine Waschmaschine trotz Entkalken?

Weil der Geruch nicht vom Kalk kommt, sondern von Biofilm aus Waschmittelresten und Bakterien. Waschen Sie regelmäßig bei 60 °C mit Vollwaschmittel, reinigen Sie Flusensieb, Einspülkammer und Türmanschette und lassen Sie die Tür nach dem Waschen offen.