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Rußflecken entfernen: von Wand, Kleidung und Teppich

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Rauchender Docht einer gerade ausgeblasenen Kerze
Kerzen, Kamine und Öfen hinterlassen Ruß, der beim Wischen schmiert
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum Ruß so schmiert
  2. Erste Hilfe: was Sie sofort tun und lassen
  3. Welches Mittel für welches Material
  4. Rußflecken an Wand und Decke
  5. Ruß auf Kleidung und Gardinen
  6. Ruß auf Teppich und Polster
  7. Kerze, Kamin, Heizkörper – woher der Ruß kommt
  8. Nach einem Brand: wann Sie nicht selbst putzen sollten
  9. Was nicht funktioniert
  10. Häufige Fragen
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Rußflecken entfernen Sie immer zuerst trocken: lose Partikel berührungslos absaugen, den Rest mit einem Rußschwamm abnehmen und erst danach feucht nacharbeiten. Wer sofort mit dem nassen Lappen wischt oder bürstet, verschmiert den Ruß zu einem grauen Schleier, der kaum noch herausgeht. Das gilt für die Wand über der Kerze genauso wie für Pullover und Teppich. Großflächiger Ruß nach einem Brand ist dagegen ein Fall für Versicherung und Fachfirma.

Warum Ruß so schmiert

Ruß besteht aus winzigen Kohlenstoffteilchen, die bei unvollständiger Verbrennung entstehen, etwa an Kerzen, im Kamin, an Öllampen oder bei einem Brand. An ihnen haften ölige und teerige Verbrennungsrückstände. Die Teilchen sind so fein, dass sie in jede Pore von Putz, Tapete und Gewebe passen, und der fettige Anteil sorgt dafür, dass Wasser allein sie nicht löst. Druck und Feuchtigkeit sind deshalb die beiden Dinge, die einen Rußfleck verschlimmern: Der Druck presst die Teilchen in den Untergrund, das Wasser verteilt sie.

Daraus folgt die Reihenfolge für jede Oberfläche: erst berührungslos, dann trocken, dann feucht.

Erste Hilfe: was Sie sofort tun und lassen

  1. Nicht anfassen. Nicht mit der Hand darüberwischen, nicht pusten, nicht ausklopfen, solange das Teil im Raum ist.
  2. Lose Partikel absaugen. Das Saugrohr ohne Bürstenaufsatz knapp über die Fläche halten, ohne sie zu berühren. Ein Sauger mit gutem Feinstaubfilter ist dafür besser als ein altes Gerät, das den Staub hinten wieder ausbläst.
  3. Trocken abnehmen. Auf Wand und glatten Flächen mit einem Rußschwamm arbeiten (siehe unten), auf Textilien nur tupfen.
  4. Erst jetzt feucht reinigen. Mit einem fettlösenden Mittel wie Spülmittel, auf Textilien mit Gallseife.

Tragen Sie Haushaltshandschuhe, lüften Sie und legen Sie den Boden unter der Arbeitsstelle mit alten Laken oder Folie aus. Ruß, der herunterfällt, wird sonst in den Teppich getreten.

Welches Mittel für welches Material

Testen Sie jedes Mittel an einer verdeckten Stelle und beachten Sie bei Textilien das Pflegeetikett.

MaterialMittelVorgehen
Gestrichene Wand, Decke, TapeteStaubsauger, Rußschwamm, IsolierfarbeBerührungslos absaugen, trocken abziehen, Reste isolieren und überstreichen.
Baumwolle, Leinen, SynthetikGallseife, Spülmittel, VollwaschmittelDraußen ausschütteln, vorbehandeln, so warm waschen wie erlaubt.
Wolle und SeideWoll- oder Feinwaschmittel, ReinigungAusschütteln, nur tupfen; bei größeren Flecken in die Reinigung geben.
Teppich und PolsterStaubsauger, Speisestärke oder Natron, SpülmittellösungAbsaugen, Pulver aufstreuen und absaugen, Rest auftupfen.
Fliesen, Glas, lackierte FlächenSpülmittel, FettlöserTrocken abnehmen, dann mit warmem Wasser und Spülmittel wischen.

Rußflecken an Wand und Decke

Typisch sind dunkle Fahnen über Kerzen, Teelichtern, dem Kamin oder dem Toaster.

  1. Absaugen. Rohr ohne Aufsatz dicht an die Wand halten, nicht aufsetzen.
  2. Mit dem Rußschwamm abziehen. Den trockenen Schwamm in geraden, überlappenden Bahnen in eine Richtung über die Fläche führen, von oben nach unten und mit wenig Druck. Nicht hin und her reiben.
  3. Schwamm erneuern. Ist die Oberfläche schwarz, eine saubere Seite nehmen oder die verschmutzte Schicht mit einem Messer abschneiden.
  4. Feucht nacharbeiten, wenn der Untergrund es verträgt. Abwaschbare Anstriche wie Latexfarbe, Fliesen und lackierte Flächen mit warmem Wasser und Spülmittel abwischen, das Wasser häufig wechseln. Normale Dispersionsfarbe und Raufaser vertragen das nur begrenzt – hier lieber beim Trockenreinigen bleiben.
  5. Isolieren und streichen. Bleibt ein grauer oder gelblicher Schatten, hilft nur Farbe. Vor dem Anstrich eine Isolierfarbe oder einen Sperrgrund auftragen, wie man sie auch gegen Nikotin- und Wasserflecken verwendet. Normale Wandfarbe allein lässt den Ruß nach kurzer Zeit wieder durchscheinen.

Ein Rußschwamm, auch Trockenreinigungsschwamm genannt, besteht aus Naturkautschuk und nimmt Ruß in seine Poren auf, statt ihn zu verteilen. Er wird trocken benutzt.

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Schmutzradierer aus Melaminharz sind kein Ersatz: Sie wirken wie feinstes Schleifpapier und hinterlassen auf matten Wandfarben glänzende oder helle Stellen.

Ruß auf Kleidung und Gardinen

  1. Draußen ausschütteln. Das Teil an zwei Ecken halten und kräftig ausschlagen, mit dem Rücken zum Wind. Nicht mit der Hand abklopfen und nicht ausbürsten.
  2. Absaugen statt abwischen. Reste mit dem Saugrohr ohne Aufsatz aus kurzer Entfernung abnehmen.
  3. Vorbehandeln. Gallseife oder einen Tropfen Spülmittel auf den Fleck geben und vorsichtig eintupfen, zehn Minuten wirken lassen, kalt ausspülen.
  4. Waschen. So warm, wie das Etikett erlaubt, mit einem Vollwaschmittel. Stark verrußte Teile getrennt von anderer Wäsche waschen.
  5. Prüfen. Erst trocknen und bügeln, wenn der Fleck verschwunden ist; sonst die Vorbehandlung wiederholen.

Bei hellen, empfindlichen Stoffen und allem, was nicht gewaschen werden darf, ist die Reinigung die sichere Wahl. Gardinen, die über einer Heizung oder neben dem Kamin grau geworden sind, vertragen meist ein Einweichbad vor der Wäsche; Näheres unter Gardinen waschen.

Ruß auf Teppich und Polster

  1. Absaugen ohne Bürste. Nur mit dem Rohr, knapp über dem Flor. Die Bodendüse mit Bürstwalze würde den Ruß einarbeiten.
  2. Pulver aufstreuen. Speisestärke oder Natron dick auf den Fleck geben und etwa eine Stunde liegen lassen. Das Pulver bindet einen Teil der fettigen Rückstände.
  3. Absaugen. Wieder nur mit dem Rohr. Bei Bedarf wiederholen, solange sich das Pulver noch grau färbt.
  4. Auftupfen. Ein helles Tuch mit einer Lösung aus einem Teelöffel Spülmittel auf einen halben Liter Wasser anfeuchten und den Rest von außen nach innen abtupfen.
  5. Klar nachtupfen und trocknen lassen.

Bleibt ein Schatten, hilft bei unempfindlichen Teppichen etwas Waschbenzin oder Spiritus auf einem Tuch. Dabei gut lüften, keine Zündquellen in der Nähe und vorher an verdeckter Stelle testen. Weitere Wege stehen unter Teppichflecken entfernen.

Kerze, Kamin, Heizkörper – woher der Ruß kommt

Kerzen rußen vor allem bei Zugluft und zu langem Docht. Den Docht auf etwa einen Zentimeter kürzen und Kerzen nicht direkt unter Regalböden oder an der Wand abbrennen. Beim Kamin deutet eine schnell schwarz werdende Scheibe auf feuchtes Holz oder zu wenig Verbrennungsluft hin; wie Sie die Scheibe sauber bekommen, steht unter Kaminscheibe reinigen. Tritt Ruß aus Ofen oder Heizung in den Raum aus, ist das kein Putzproblem, sondern ein Fall für den Schornsteinfeger.

Dunkle Schleier über Heizkörpern, an Außenwandecken und Fensterrahmen, die in der Heizperiode scheinbar ohne Ursache entstehen, sind oft kein Ruß im engeren Sinn. Das Phänomen wird als Schwarzstaub oder Fogging bezeichnet und hängt nach heutigem Kenntnisstand mit ausdünstenden Stoffen aus Farben, Böden oder Möbeln und der Luftzirkulation zusammen. In einer Mietwohnung sollten Sie es dem Vermieter melden, bevor Sie überstreichen.

Nach einem Brand: wann Sie nicht selbst putzen sollten

Ein Fleck über der Kerze ist Hausarbeit. Der Rußbelag nach einem Zimmer-, Küchen- oder Fettbrand ist etwas anderes: Brandruß kann gesundheitsschädliche Stoffe enthalten, die an den Partikeln haften und beim Putzen aufgewirbelt, eingeatmet oder über die Hände aufgenommen werden.

  • Erst die Versicherung, dann der Lappen. Hausrat- und Wohngebäudeversicherung möglichst sofort informieren, Schäden fotografieren und vor größeren Aufräumarbeiten das Vorgehen absprechen. Mieter informieren zusätzlich den Vermieter.
  • Fachfirma bei größeren Schäden. Feuerwehren raten, die Reinigung nach größeren Bränden einem Brandschadensanierer zu überlassen. Kleine, eng begrenzte Schäden können Sie nach gründlichem Lüften selbst angehen – mit Handschuhen, Atemschutzmaske und ohne Ruß aufzuwirbeln.
  • Lebensmittel entsorgen. Offen gelagerte und verrußte Lebensmittel nicht mehr essen.
  • Kinder und Haustiere fernhalten, bis die Räume gereinigt sind.

Gegen den Geruch, der nach dem Putzen oft noch lange in Wänden und Polstern sitzt, hilft die Anleitung Brandgeruch entfernen.

Was nicht funktioniert

  • Nasser Lappen als erster Schritt. Aus einem Fleck wird eine graue Fläche.
  • Bürsten und Ausklopfen. Beides drückt die Partikel tiefer hinein.
  • Bodendüse mit rotierender Walze auf Teppich und Polster.
  • Einfach überstreichen. Ohne Isolieranstrich wandert der Ruß durch die neue Farbe.

Häufige Fragen

Kann ich Rußflecken einfach überstreichen?

Nicht mit normaler Wandfarbe. Losen Ruß erst absaugen und trocken abnehmen, dann eine Isolierfarbe oder einen Sperrgrund auftragen und danach wie gewohnt streichen.

Was ist ein Rußschwamm?

Ein trocken verwendeter Schwamm aus Naturkautschuk, der Ruß und Staub in seinen Poren festhält. Er wird in geraden Bahnen über die Fläche gezogen; die verschmutzte Schicht schneidet man ab.

Gehen Rußflecken aus Kleidung wieder raus?

Meist ja, wenn nicht gerieben wurde. Ausschütteln, mit Gallseife vorbehandeln und so warm waschen wie erlaubt. Eingeriebener Ruß auf hellen Stoffen braucht oft mehrere Durchgänge oder die Reinigung.

Darf ich Ruß mit dem normalen Staubsauger absaugen?

Kleine Mengen ja, mit Rohr ohne Bürste und einem Gerät mit intaktem Feinstaubfilter. Beutel danach wechseln. Für Brandruß in größerer Menge ist ein Haushaltssauger nicht gedacht, das übernimmt die Fachfirma mit geeigneten Geräten.

Zahlt die Versicherung die Reinigung nach einem Brand?

Reinigungskosten nach einem versicherten Brandschaden können über die Hausratversicherung (Einrichtung) oder die Wohngebäudeversicherung (Gebäude) abgedeckt sein. Was im Einzelfall gilt, steht im Vertrag – deshalb vor dem Beauftragen einer Firma mit dem Versicherer sprechen.

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