Stromverbrauch des Trockners: Kosten je Ladung

Inhalt7 Abschnitte
Der Stromverbrauch eines Trockners hängt vor allem von der Bauart ab: Ein Wärmepumpentrockner braucht für eine Ladung grob 1 bis 2,5 Kilowattstunden, ein Kondens- oder Ablufttrockner ohne Wärmepumpe etwa 3 bis 4,5. Bei angenommenen 35 Cent je Kilowattstunde kostet eine Ladung also zwischen rund 35 Cent und 1,60 Euro. Damit gehört der Trockner zu den Geräten, bei denen sich das Hinsehen lohnt – sowohl bei der Bauart als auch bei der Art, wie man ihn nutzt.
Was eine Ladung je Bauart verbraucht
Die Spannen in der Tabelle stammen aus Angaben des Öko-Instituts, aus Label-Werten in der EU-Produktdatenbank und aus Ratgebern von Energieversorgern. Sie gelten für eine volle Ladung Baumwolle, schranktrocken.
| Bauart | Strom je Ladung | So arbeitet das Gerät |
| Wärmepumpentrockner | etwa 1–2,5 kWh | geschlossener Kreislauf; die Wärme der feuchten Luft wird zurückgewonnen und wieder genutzt |
| Kondenstrockner ohne Wärmepumpe | etwa 3–4,5 kWh | Heizstab erwärmt die Luft, die Feuchte kondensiert an einem Wärmetauscher, die Wärme geht in den Raum |
| Ablufttrockner | etwa 3–4 kWh | Heizstab erwärmt die Luft, die feuchte Abluft geht durch einen Schlauch ins Freie |
Der Wärmepumpentrockner kommt also mit weniger als der Hälfte aus. Dafür trocknet er bei niedrigerer Temperatur und braucht länger, was die Wäsche schont. Die Verbraucherzentralen empfehlen diese Bauart; Kondenstrockner ohne Wärmepumpe und Ablufttrockner verbrauchen nach ihren Angaben erheblich mehr Strom, und Ablufttrockner entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik. Welche Bauart bei Ihnen steht, verrät das Typenschild oder die Anleitung. Ein Anhaltspunkt: Ein Gerät ohne Abluftschlauch, das im Betrieb nur lauwarm wird, ist in der Regel ein Wärmepumpentrockner.
Das Energielabel: kWh je 100 Trocknungen
Seit dem 1. Juli 2025 tragen Trockner im Handel das überarbeitete Label mit den Klassen A bis G. Die früheren Klassen A+ bis A+++ gibt es nicht mehr. Auch die Verbrauchsangabe hat sich geändert: Statt eines Jahreswerts, der auf 160 Trocknungen beruhte, steht dort nun der Stromverbrauch in kWh je 100 Trocknungen im Eco-Programm. Nach Angaben der Verbraucherzentrale entsprechen 100 Trocknungen etwa zwei Ladungen in der Woche über ein Jahr. Geteilt durch 100 ergibt sich der Verbrauch eines durchschnittlichen Durchgangs.
Was Sie beim Lesen wissen sollten:
- Der Wert ist ein Mittelwert aus voller und teilweiser Beladung. Eine volle Trommel braucht mehr als ein Hundertstel der Label-Angabe.
- Die meisten Geräte liegen in Klasse C, schreibt die Verbraucherzentrale; die Klasse A erreichen bisher nur wenige. Ein altes A+++-Gerät ist deshalb nicht schlechter als ein neues mit C – die Skala wurde verschoben.
- Vergleichen Sie Kilowattstunden bei gleicher Füllmenge. Als Beispiel: In der EU-Produktdatenbank findet sich ein Wärmepumpentrockner für 9 Kilogramm mit 105 kWh je 100 Trocknungen, also gut 1 kWh je Durchgang.
- Kondensationseffizienz. Bei Kondens- und Wärmepumpentrocknern nennt das Label zusätzlich, wie viel der Feuchte das Gerät auffängt, statt sie in den Raum abzugeben. In einem Raum ohne Fenster ist eine gute Klasse hier wichtig.
Außerdem stehen Füllmenge, Programmdauer und Lautstärke auf dem Label.
Eine Beispielrechnung
Der Rechenweg: Verbrauch je Ladung in kWh mal Zahl der Ladungen mal Strompreis. Kennen Sie nur die Leistung, rechnen Sie Watt mal Stunden geteilt durch 1.000; beim Trockner ist die gemessene Kilowattstundenzahl aber verlässlicher, weil Heizung oder Kompressor nicht durchgehend laufen.
Ein Beispiel mit offenen Annahmen: Sie trocknen drei Ladungen in der Woche, also rund 156 im Jahr, und zahlen 35 Cent je Kilowattstunde. Ihr alter Kondenstrockner braucht gemessen 3,5 kWh je Ladung.
- je Ladung: 3,5 kWh × 0,35 Euro = rund 1,23 Euro
- im Jahr: 156 × 3,5 kWh = 546 kWh
- Kosten: 546 kWh × 0,35 Euro = rund 191 Euro im Jahr
Ein Wärmepumpentrockner mit 1,5 kWh je Ladung käme bei derselben Nutzung auf 234 kWh und rund 82 Euro. Die Differenz von etwa 109 Euro im Jahr zeigt, warum sich der Tausch eines viel genutzten Altgeräts rechnen kann – und warum er sich bei einer Ladung im Monat nicht rechnet.
Schleudern: der größte Hebel vor dem Trocknen
Der Trockner muss Wasser verdampfen, und zwar jedes Gramm, das die Waschmaschine in der Wäsche gelassen hat. Je höher die Schleuderdrehzahl, desto weniger Restfeuchte bleibt. Die Verbraucherzentrale rät zu 1.400 oder 1.600 Umdrehungen in der Minute, wenn die Wäsche anschließend in den Trockner kommt. Das Schleudern selbst kostet kaum Strom; mechanisch Wasser herauszuschleudern ist um ein Vielfaches sparsamer, als es mit Wärme zu verdampfen. Empfindliche Textilien, die keine hohe Drehzahl vertragen, gehören meist ohnehin nicht in den Trockner – siehe Was darf nicht in den Trockner?.
Was den Verbrauch sonst noch senkt
Trommel füllen. Zwei halbe Ladungen brauchen mehr Strom als eine volle. Nutzen Sie die Füllmenge des Programms aus; bei Pflegeleicht und Feinwäsche ist sie kleiner als bei Baumwolle.
Ähnliches zusammen trocknen. Dünne Hemden sind lange vor den Frotteehandtüchern trocken. Läuft beides gemeinsam, wird ein Teil übertrocknet, während der andere noch feucht ist.
Feuchtesensor statt Zeitprogramm. Sensorprogramme beenden den Durchgang, wenn der gewählte Trockengrad erreicht ist. „Schranktrocken“ reicht fast immer; „extratrocken“ kostet zusätzlich Strom und strapaziert die Fasern. Was gebügelt wird, darf „bügelfeucht“ aus der Trommel.
Siebe und Wärmetauscher sauber halten. Das Flusensieb nach jeder Ladung leeren, den Wärmetauscher beziehungsweise dessen Filter nach Anleitung reinigen. Sitzen sie zu, strömt weniger Luft, und das Gerät läuft länger. Wie das geht, steht unter Trockner reinigen. Wird die Wäsche trotz langer Laufzeit nicht trocken, hilft der Beitrag Trockner trocknet nicht weiter.
Passender Aufstellort. Der Trockner braucht Luft um sich herum. In einer engen, warmen Kammer ohne Luftaustausch arbeitet vor allem die Wärmepumpe schlechter; den zulässigen Temperaturbereich nennt die Anleitung.
Nach dem Ende ausschalten. Knitterschutz und Bereitschaft verbrauchen wenig, aber über Tage summiert es sich; mehr dazu unter Stand-by-Stromverbrauch.
Leine oder Trockner?
Die Leine im Freien oder auf dem Balkon ist nicht zu schlagen: kein Strom, kein Verschleiß. In der Wohnung sieht die Rechnung anders aus. Eine Ladung Wäsche gibt mehrere Liter Wasser an die Raumluft ab. Wer dann nicht konsequent lüftet, riskiert Schimmel; wer im Winter viel lüftet, heizt die Feuchte gewissermaßen zum Fenster hinaus. Wie es trotzdem gelingt, beschreibt der Beitrag Wäsche in der Wohnung trocknen.
Ein vernünftiger Mittelweg: im Sommer und bei trockenem Wetter die Leine, im Winter und für Handtücher und Bettwäsche der Trockner. Schon das halbiert in vielen Haushalten die Zahl der Ladungen. Den Verbrauch Ihres eigenen Geräts ermitteln Sie mit einem Zwischenstecker über einen ganzen Durchgang, wie unter Stromverbrauch messen beschrieben. Was die Waschmaschine davor braucht, steht unter Stromverbrauch der Waschmaschine.
Häufige Fragen
Was kostet einmal Trocknen?
Mit einem Wärmepumpentrockner grob 35 bis 90 Cent, mit einem Kondens- oder Ablufttrockner ohne Wärmepumpe etwa 1 bis 1,60 Euro – gerechnet mit 35 Cent je Kilowattstunde und einer vollen Ladung.
Wie viel Watt hat ein Trockner?
Wärmepumpentrockner haben meist eine Anschlussleistung von unter 1.000 Watt, Geräte mit Heizstab liegen bei 2.000 bis 2.800 Watt. Die Leistung allein sagt wenig; entscheidend ist, wie viele Kilowattstunden ein Durchgang braucht.
Lohnt sich der Umstieg auf einen Wärmepumpentrockner?
Das hängt von der Zahl der Ladungen ab. Rechnen Sie die jährliche Ersparnis wie im Beispiel aus und stellen Sie sie dem Kaufpreis gegenüber. Bei mehreren Ladungen in der Woche geht die Rechnung oft in wenigen Jahren auf, bei seltener Nutzung nicht.
Verbraucht ein Waschtrockner mehr Strom?
In der Regel ja. Kombigeräte trocknen überwiegend mit Heizstab und kühlen die feuchte Luft häufig mit Leitungswasser, sodass auch beim Trocknen Wasser verbraucht wird. Außerdem fasst die Trommel beim Trocknen weniger als beim Waschen. Sie sind eine Lösung für wenig Platz, keine für wenig Verbrauch.
Sparen Trocknerbälle Strom?
Sie lockern die Wäsche auf, wodurch die Luft besser hindurchströmt. Wie viel Zeit und Strom das spart, hängt stark von Wäsche, Beladung und Gerät ab; Wunder bei der Stromrechnung sind nicht zu erwarten. Mehr dazu unter Trocknerbälle.



