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Geschirr von Hand spülen: richtig, sparsam und hygienisch

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Gespülte Tassen und Gläser trocknen kopfüber auf einem Geschirrtuch
Abtropfen lassen ist hygienischer als Abtrocknen mit einem gebrauchten Geschirrtuch
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was Sie brauchen
  2. Vorbereitung: abkratzen, sortieren, einweichen
  3. Die richtige Reihenfolge – Schritt für Schritt
  4. Heißes Wasser, aber nicht unter dem Hahn
  5. Schwamm und Spültuch: die eigentliche Keimquelle
  6. Abtropfen oder abtrocknen?
  7. Was ohnehin von Hand gespült wird
  8. Hand oder Spülmaschine – was sparsamer ist
  9. Typische Fehler beim Handspülen
  10. Häufige Fragen

Geschirr von Hand spülen Sie am besten in einem Becken mit heißem Wasser und wenig Spülmittel, und zwar in fester Reihenfolge: zuerst Gläser, dann Besteck, dann Teller und Schüsseln, zum Schluss Töpfe und Pfannen. Grobe Reste kratzen Sie vorher in den Müll, Angetrocknetes weicht ein. Danach kurz mit klarem Wasser abspülen und auf einem Gestell abtropfen lassen. So wird das Geschirr sauber, das Wasser hält länger und Sie brauchen weniger davon.

Was Sie brauchen

  • Spülbecken mit Stopfen oder eine Spülschüssel, bei Doppelbecken das zweite zum Nachspülen
  • mildes Handspülmittel, sparsam dosiert
  • Spülbürste für Gläser und Teller, einen Schwamm mit weicher Seite für Beschichtetes
  • Topfschaber aus Kunststoff für Angebranntes
  • Abtropfgestell oder ein sauberes Tuch als Unterlage
  • Haushaltshandschuhe, wenn das Wasser richtig heiß sein soll

Vorbereitung: abkratzen, sortieren, einweichen

Bevor Wasser einläuft, kommen Speisereste mit einem Teigschaber oder einer Gabel in den Bio- oder Restmüll. Fett aus der Pfanne gehört auf Küchenpapier und in den Restmüll, nicht in den Ausguss, weil es in den Rohren erstarrt. Stapeln Sie das Geschirr dann nach Art neben der Spüle: Gläser, Besteck, Teller, Töpfe.

Alles, was eingetrocknet ist – Auflaufformen, Töpfe mit Milch- oder Reisresten, Teller mit Eigelb –, füllen Sie jetzt mit warmem Wasser und einem Tropfen Spülmittel. Bis Sie bei ihnen angekommen sind, hat sich der Belag meist gelöst. Eigelb und Stärke lassen sich übrigens mit kaltem bis lauwarmem Wasser leichter lösen, weil sie in heißem Wasser eher fest werden. Richtig Eingebranntes behandeln Sie nach der Anleitung Topf angebrannt.

Die richtige Reihenfolge – Schritt für Schritt

  1. Wasser einlassen. Becken etwa zur Hälfte mit heißem Wasser füllen, so heiß, wie es mit Handschuhen angenehm ist. Spülmittel nach Packungsangabe dosieren; meist genügt ein kleiner Spritzer für ein ganzes Becken.
  2. Gläser zuerst. Sie sind am wenigsten fettig und bekommen im noch sauberen Wasser keinen Schleier. Mit der Bürste innen und am Rand arbeiten, wo die Lippen waren. Stielgläser am Kelch halten, nicht am Stiel drehen.
  3. Besteck. Einzeln abbürsten, besonders zwischen den Gabelzinken. Scharfe Messer nicht ins Becken legen, wo man sie nicht sieht, sondern gleich einzeln in der Hand spülen.
  4. Teller, Schüsseln, Tassen. Vorder- und Rückseite, bei Tassen auch den Boden außen, der oft auf verschmierten Flächen stand.
  5. Töpfe, Pfannen, Backformen. Sie kommen zuletzt, weil ihr Fett das Wasser am stärksten verschmutzt. Beschichtete Pfannen nur mit der weichen Seite reinigen.
  6. Nachspülen. Kurz mit klarem Wasser abbrausen oder durch das zweite Becken ziehen, damit kein Spülmittelfilm bleibt.
  7. Abtropfen lassen. Gläser und Tassen mit der Öffnung nach unten, Teller hochkant ins Gestell.

Wird das Wasser trüb und kalt oder bildet sich ein Fettfilm auf der Oberfläche, lassen Sie es ab und nehmen frisches. Mit schmierigem Wasser verteilen Sie das Fett nur neu.

Heißes Wasser, aber nicht unter dem Hahn

Warmes bis heißes Wasser löst Fett deutlich besser als kaltes, das Spülmittel wirkt schneller. Mit Haushaltshandschuhen können Sie heißer spülen, als die Haut es sonst aushält, und die Hände trocknen weniger aus. Wer Kratzer im Handschuh hat, sollte ihn tauschen, sonst läuft heißes Wasser hinein.

Spülen Sie nicht unter laufendem Wasser. Aus dem Hahn fließen je nach Armatur mehrere Liter pro Minute, und das warme Wasser muss erst einmal erhitzt werden. Ein gefülltes Becken für das eigentliche Spülen und ein kurzes Abbrausen am Ende brauchen viel weniger. Wer ein Doppelbecken hat, füllt das zweite mit klarem Wasser zum Nachspülen.

Schwamm und Spültuch: die eigentliche Keimquelle

Das Geschirr ist nach dem Spülen sauber, der Schwamm dagegen bleibt feucht, warm und voller Speisereste – ideale Bedingungen für Bakterien. Spülen Sie ihn nach Gebrauch gründlich aus, drücken Sie ihn fest aus und legen Sie ihn so ab, dass er trocknen kann, nicht in eine Pfütze am Beckenrand. Spültücher lassen sich bei 60 °C in der Waschmaschine waschen, Bürsten trocknen schneller als Schwämme. Wie oft Sie tauschen sollten und was vom Erhitzen in der Mikrowelle zu halten ist, steht unter Spülschwamm reinigen.

Abtropfen oder abtrocknen?

Abtropfen lassen ist die hygienischere Variante, vorausgesetzt, das Gestell selbst ist sauber und steht nicht in stehendem Wasser. Ein Geschirrtuch, mit dem schon zwei Tage lang Hände, Arbeitsplatte und Teller getrocknet wurden, verteilt Keime eher, als dass es hilft. Wer abtrocknen möchte, etwa damit Gläser ohne Tropfenränder glänzen, nimmt ein frisches, trockenes Tuch und wäscht es häufig, am besten bei 60 °C. Für Gläser eignet sich ein fusselfreies Poliertuch. Bleiben trotzdem Kalkflecken, hilft der Beitrag Gläser trüb.

Was ohnehin von Hand gespült wird

Selbst mit Spülmaschine bleibt einiges für das Spülbecken:

  • Holz: Brettchen, Kochlöffel und Salatschüsseln quellen in der Maschine auf und reißen. Kurz mit warmem Wasser spülen, nicht einweichen, aufrecht trocknen lassen. Mehr unter Schneidebrett reinigen.
  • Gute Küchenmesser: Die Schneide leidet unter Stößen im Korb und aggressivem Reiniger, Griffe aus Holz sowieso.
  • Gusseisen und Eisenpfannen: Die Patina löst sich, die Pfanne rostet. Nur mit heißem Wasser und Bürste reinigen, sofort trocknen und dünn einölen, wie unter Pfanne einbrennen beschrieben.
  • Beschichtete Pfannen: Auch wenn sie als spülmaschinengeeignet verkauft werden, hält die Antihaftschicht von Hand länger.
  • Kristall, Goldrand, Handbemaltes, Aluminium und empfindliche Kunststoffe.

Hand oder Spülmaschine – was sparsamer ist

Eine moderne, voll beladene Spülmaschine braucht für einen Spülgang meist nur um die zehn Liter Wasser, manche noch weniger, und heizt dieses Wasser sehr effizient auf. Beim Handspülen kommt man selbst sparsam mit Becken und kurzem Nachspülen schnell auf eine ähnliche Menge – für deutlich weniger Geschirr. Wer unter laufendem Wasser spült, braucht leicht ein Vielfaches. Die Spülmaschine ist deshalb in den meisten Haushalten die sparsamere Wahl, vorausgesetzt, sie läuft voll und im Eco-Programm und das Geschirr wird nicht vorher abgespült. Wie Sie sie sinnvoll beladen, steht unter Spülmaschine einräumen. Für einen Single-Haushalt mit wenig Geschirr kann sauberes Handspülen im Becken trotzdem gut mithalten.

Typische Fehler beim Handspülen

  • Zu viel Spülmittel: Mehr Schaum heißt nicht mehr Reinigung, sondern mehr Nachspülen.
  • Töpfe zuerst: Dann schwimmt das Fett im Wasser, bevor die Gläser drin waren.
  • Messer im Schaum verstecken: Wer blind ins Becken greift, schneidet sich.
  • Scheuerseite auf Beschichtung und Gläsern: Das hinterlässt feine Kratzer, in denen sich später Schmutz hält.
  • Schwamm nie tauschen: Riecht er, ist er längst überfällig.

Häufige Fragen

Muss Geschirr nach dem Spülen mit klarem Wasser abgespült werden?

Empfehlenswert ist es. Handspülmittel ist für den Kontakt mit Geschirr gedacht, aber einen Rest davon schmeckt man bei Gläsern und Tassen, und ohne Nachspülen trocknen Schlieren an. Ein kurzes Abbrausen oder Durchziehen durch klares Wasser genügt.

Wie heiß sollte das Spülwasser sein?

So heiß, wie es mit Handschuhen angenehm ist, grob zwischen 40 und 50 °C. Heißer bringt beim Handspülen kaum mehr, keimfrei wird Geschirr bei diesen Temperaturen ohnehin nicht. Wichtiger sind sauberes Wasser, ein sauberer Schwamm und gutes Trocknen.

Kann man Geschirr über Nacht einweichen lassen?

Porzellan, Glas und Edelstahl ja, Holz, Messer mit Holzgriff und Gusseisen nein. Stehendes, lauwarmes Wasser mit Essensresten riecht aber schnell. Meist reichen 15 bis 30 Minuten, bis sich Eingetrocknetes löst.

Was hilft gegen raue, trockene Hände vom Spülen?

Handschuhe tragen, nicht heißer als nötig spülen und die Hände danach mit einer Handcreme pflegen. Wer auf Latex reagiert, nimmt latexfreie Handschuhe, etwa aus Nitril.