Schmuck reinigen: Gold, Modeschmuck und Perlen

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Den meisten Schmuck aus Gold, Platin oder Edelstahl reinigen Sie am besten in einer Schale mit lauwarmem Wasser und einem Tropfen Spülmittel: kurz einweichen, mit einer weichen Zahnbürste vorsichtig bürsten, klar abspülen und trocken tupfen. Modeschmuck, Perlen und empfindliche Edelsteine vertragen dieses Bad nicht; sie werden nur mit einem feuchten Tuch abgewischt. Für Silber gibt es eigene Methoden, die im Beitrag Silber putzen stehen.
Woraus ist Ihr Schmuck?
Bevor Sie irgendetwas einweichen, lohnt ein Blick auf den Stempel, meist auf der Innenseite von Ringen oder am Verschluss von Ketten. 333, 585 und 750 stehen für Gold mit acht, 14 und 18 Karat, 925 für Sterlingsilber, 950 für Platin. Fehlt ein Stempel, handelt es sich oft um Modeschmuck aus unedlem Metall, das vergoldet, versilbert oder beschichtet ist. „316L“ steht für chirurgischen Edelstahl, der sich ähnlich pflegen lässt wie Besteck, siehe Edelstahl reinigen. Bei Steinen ist die Frage, ob sie gefasst oder geklebt sind: Klebstoff erkennen Sie an fehlenden Krappen und einer Fassung ohne sichtbare Halterung.
Was Sie brauchen
- eine kleine Schale, lauwarmes Wasser, mildes Spülmittel
- eine weiche Zahnbürste (Kinderzahnbürste) oder einen weichen Pinsel
- ein fusselfreies Baumwolltuch oder ein Brillenputztuch
- für Silber ein Silberputztuch
- ein Sieb oder einen Stöpsel für das Waschbecken – Ringe verschwinden erstaunlich schnell im Abfluss
Schritt für Schritt: Gold und Edelstahl reinigen
- Schale vorbereiten. Lauwarmes Wasser, nicht heiß, mit einem Tropfen Spülmittel. Nicht über dem offenen Abfluss arbeiten.
- Einweichen. Den Schmuck 10 bis 20 Minuten liegen lassen. Das löst Hautfett, Creme und Seifenreste, die Gold stumpf aussehen lassen.
- Bürsten. Mit der weichen Zahnbürste vor allem die Rückseite von Fassungen und die Glieder von Ketten reinigen; dort sammelt sich der meiste Schmutz.
- Abspülen. In einer zweiten Schale mit klarem Wasser oder unter dem Hahn bei geschlossenem Abfluss.
- Trocknen. Mit einem weichen Tuch trocken tupfen, Ketten ausgebreitet auf einem Handtuch nachtrocknen lassen.
- Kontrollieren. Dabei gleich prüfen, ob Steine wackeln oder Krappen abstehen. Das ist der Moment, das Stück zum Goldschmied zu bringen, bevor ein Stein verloren geht.
Diamanten, Saphire und Rubine sind hart und vertragen dieses Bad in der Regel gut. Diamanten ziehen Fett regelrecht an und verlieren schon durch einen Film aus Handcreme ihr Funkeln; regelmäßiges Bürsten wirkt hier Wunder.
Vergoldeter Schmuck und Weißgold
Vergoldeter Schmuck hat nur eine dünne Goldschicht über einem anderen Metall. Reinigen Sie ihn kurz in Spülmittelwasser und nur mit einem Pinsel, ohne kräftiges Bürsten und ohne Politur. Jede Politur trägt etwas von der Schicht ab, und irgendwann schimmert das Grundmetall durch. Weißgold ist oft zusätzlich rhodiniert, also mit einer hellen Schicht überzogen. Wirkt ein Weißgoldring nach Jahren gelblich, ist diese Schicht abgetragen; ein Goldschmied kann sie erneuern.
Modeschmuck: nicht einweichen
Modeschmuck verträgt kein Wasserbad. Die Steine sind häufig geklebt, der Kleber löst sich in warmem Wasser, und unter der Beschichtung liegt oft ein Metall, das bei Feuchtigkeit anläuft oder grün wird. Wischen Sie Modeschmuck deshalb nur mit einem leicht feuchten Tuch ab, bei Bedarf mit einem Hauch Spülmittel, und trocknen Sie ihn sofort. Für Zwischenräume nehmen Sie ein Wattestäbchen. Keine Silberbäder, keine Politur, kein Ultraschall.
Wer Modeschmuck lange schön halten möchte, legt ihn vor dem Duschen, Schwimmen, Sport und Eincremen ab und gibt Parfum und Haarspray vorher Zeit zum Trocknen. Aufbewahrt wird er trocken und getrennt, am besten in einzelnen Beuteln.
Perlen und empfindliche Edelsteine
Perlen bestehen aus Perlmutt, einem weichen, organischen Material, das Säure, Kosmetik, Hitze und Austrocknung schlecht verträgt. Wischen Sie Perlen nach dem Tragen mit einem weichen, leicht feuchten Tuch ab und lassen Sie sie liegend trocknen, nicht hängend, sonst dehnt sich der nasse Faden. Keine Reinigungsmittel, kein Ultraschall, kein Dampf, kein Tauchbad für Silber. Eine häufig getragene Perlenkette sollte alle paar Jahre beim Juwelier neu aufgezogen werden.
Ähnlich empfindlich sind mehrere Edelsteine:
- Opal enthält Wasser, verträgt keine Hitze und keine plötzlichen Temperaturwechsel und kann Risse bekommen.
- Türkis, Lapislazuli und Malachit sind porös und nehmen Öl, Seife und Farbstoffe auf.
- Bernstein und Koralle sind organisch und weich; Lösungsmittel, Parfum und Alkohol machen sie matt.
- Smaragd hat fast immer feine Einschlüsse, die mit Öl oder Harz gefüllt sind. Ultraschall und warmes Seifenwasser können diese Füllung herauslösen.
Für diese Steine gilt dieselbe Regel wie für Perlen: nur mit einem weichen, feuchten Tuch abwischen und sofort trocknen. Im Zweifel, auch bei Erbstücken und Stücken unbekannter Herkunft, fragen Sie einen Goldschmied.
Ultraschallreiniger: wann ja, wann nein
Ein Ultraschallgerät erzeugt im Wasser winzige Bläschen, die Schmutz aus Ritzen und Fassungen lösen. Für Ringe und Ketten aus massivem Gold, Platin oder Edelstahl ohne Steine oder mit Diamanten, Saphiren und Rubinen in fester Fassung funktioniert das gut. Gefährlich wird es bei gelockerten Fassungen, weil die Schwingungen Steine herausrütteln können, und bei allem, was oben als empfindlich genannt ist: Perlen, Opal, Türkis, Bernstein, Koralle, Smaragd, behandelte oder gefüllte Steine, geklebter Modeschmuck. Auch Uhren gehören nicht hinein. Wer robusten Schmuck häufig reinigt, für den kann sich ein Ultraschallreiniger für Schmuck lohnen; ähnliche Geräte gibt es als Brillenreinigungsgerät.
Hausmittel, die Schaden anrichten
Zahnpasta, Backpulver und Scheuermilch sind Schleifmittel. Gold ist weich und bekommt feine Kratzer, Beschichtungen werden abgetragen. Essig und Zitronensaft greifen Perlen, Kalkgesteine und unedle Metalle an. Chlor aus Schwimmbädern und Reinigern kann Goldlegierungen auf Dauer spröde machen, deshalb Ringe vor dem Putzen mit Chlorreinigern und vor dem Schwimmbad ablegen. Wie Messing- und Kupferschmuck gereinigt wird, lesen Sie unter Messing und Kupfer reinigen.
Schmuck richtig aufbewahren
Bewahren Sie Schmuckstücke getrennt auf, denn härtere Steine zerkratzen weicheres Metall und andere Steine. Ketten hängend oder einzeln in Beuteln, damit sie sich nicht verknoten. Silber luftdicht, Perlen dagegen nicht in Plastik, sondern in einem Stoffbeutel. Ein Tütchen Silikagel in der Schmuckschatulle hält die Luft trocken. Die Schatulle selbst sollte nicht im feuchten Bad stehen.
Häufige Fragen
Wie reinigt man Goldschmuck am besten?
In lauwarmem Wasser mit einem Tropfen Spülmittel 10 bis 20 Minuten einweichen, mit einer weichen Zahnbürste reinigen, klar abspülen und trocken tupfen. Keine Zahnpasta, keine Scheuermittel.
Wie reinigt man unechten Schmuck?
Nur mit einem leicht feuchten Tuch abwischen und sofort trocknen. Nicht einweichen, weil Kleber und Beschichtung darunter leiden.
Darf Edelstahlschmuck in den Ultraschallreiniger?
Ja, wenn er keine geklebten oder empfindlichen Steine hat. Edelstahl selbst ist robust und verträgt auch Spülmittelwasser gut.
Wie oft sollte man Schmuck reinigen?
Täglich getragene Ringe alle paar Wochen, anderen Schmuck bei Bedarf. Perlen nach jedem Tragen kurz mit einem feuchten Tuch abwischen. Einmal im Jahr lohnt ein Blick des Goldschmieds auf Fassungen und Verschlüsse.
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