Zum Inhalt springen
haushalt&wohnen

Messing und Kupfer reinigen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Glänzender Kupfertopf auf einem Gasherd in einer modernen Küche
Zitronensaft und Salz hellen angelaufenes Kupfer und Messing wieder auf
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum Messing und Kupfer anlaufen
  2. Erst prüfen: lackiert, massiv oder beschichtet?
  3. Was Sie brauchen
  4. Anleitung: Messing und Kupfer mit Zitrone und Salz
  5. Grünspan entfernen
  6. Metallpolitur: wann sie sich lohnt
  7. Patina bei alten Stücken
  8. Glanz länger erhalten
  9. Häufige Fragen

Messing und Kupfer werden mit milder Säure wieder hell: Zitronensaft mit Salz, verdünnter Essig oder eine fertige Metallpolitur lösen die braune Oxidschicht. Wichtig ist, danach gründlich abzuspülen und trocken zu reiben, sonst läuft das Metall umso schneller wieder an. Vorher klären Sie aber zwei Dinge: Ist das Stück lackiert, und ist es nur vermessingt? In beiden Fällen ist Säure die falsche Wahl.

Warum Messing und Kupfer anlaufen

Kupfer reagiert an der Luft mit Sauerstoff und bildet zuerst ein rötliches, dann braunes Oxid. Messing ist eine Legierung aus Kupfer und Zink; es läuft ähnlich an, nur mit etwas gelblicherem Ton. Mit Schwefelverbindungen, Feuchtigkeit und Fingerabdrücken geht das schneller. Diese Schicht ist harmlos und schützt das Metall sogar ein wenig.

Grünspan ist etwas anderes. So nennt man die grünen bis blaugrünen Beläge aus Kupfersalzen, die bei Feuchtigkeit und im Kontakt mit Säuren oder Salzen entstehen, etwa an Wasserhähnen, Gießkannen, Blumentöpfen oder an Kochgeschirr, in dem saure Speisen standen. Kupfersalze sind in größeren Mengen gesundheitsschädlich. An Deko ist Grünspan ein optisches Problem, an allem, was mit Lebensmitteln in Berührung kommt, muss er weg.

Erst prüfen: lackiert, massiv oder beschichtet?

  • Lackiert: Viele moderne Lampen, Türklinken und Deko-Artikel aus Messing tragen einen klaren Schutzlack. Sie glänzen gleichmäßig und laufen jahrelang nicht an. Säure und Politur beschädigen den Lack, danach wird er fleckig. Diese Stücke reinigen Sie nur mit einem feuchten Tuch und etwas Spülmittel. Zeigen sich unter dem Lack dunkle Flecken, ist er stellenweise beschädigt; dann hilft nur, ihn fachgerecht zu entfernen und neu zu lackieren.
  • Vermessingt oder verkupfert: Ein Magnettest hilft. Messing und Kupfer sind nicht magnetisch. Haftet ein Magnet, ist das Stück aus Stahl mit dünner Beschichtung. Hier nur sehr sanft und selten polieren, sonst schimmert das Grundmetall durch.
  • Massiv und unlackiert: Dafür sind die folgenden Methoden gedacht.

Was Sie brauchen

  • Zitrone oder Zitronensaft, Kochsalz
  • alternativ Haushaltsessig und Mehl
  • weiche Baumwoll- oder Mikrofasertücher
  • eine alte, weiche Zahnbürste für Ornamente und Vertiefungen
  • Haushaltshandschuhe
  • bei Bedarf eine Metallpolitur für Messing und Kupfer

Anleitung: Messing und Kupfer mit Zitrone und Salz

  1. Vorreinigen. Staub und Fett mit warmem Spülmittelwasser entfernen, damit die Säure gleichmäßig wirkt.
  2. Zitrone und Salz auftragen. Eine halbe Zitrone in Salz tauchen und die Oberfläche damit einreiben, oder Zitronensaft mit Salz zu einer Paste verrühren und mit einem Tuch auftragen.
  3. Kurz einwirken lassen. Einige Minuten genügen meist. Bei starkem Belag nachreiben, aber nicht stundenlang stehen lassen.
  4. Vertiefungen bürsten. Ornamente und Gravuren mit der weichen Zahnbürste bearbeiten.
  5. Gründlich abspülen. Mit klarem Wasser alle Säure- und Salzreste entfernen. Das ist der wichtigste Schritt, denn Rückstände lassen das Metall fleckig und schnell wieder dunkel werden.
  6. Trocknen und polieren. Sofort mit einem trockenen Tuch nachreiben, bis es glänzt.

Für größere Flächen eignet sich eine Paste aus gleichen Teilen Essig und Salz, mit so viel Mehl angedickt, dass sie haftet. Dünn auftragen, 15 bis 30 Minuten wirken lassen, abwaschen, trocknen. Auch Ketchup funktioniert aus demselben Grund: Er enthält Essig. Sauberer ist die selbst angerührte Paste.

Grünspan entfernen

Leichten Grünspan lösen Sie mit derselben Methode: verdünnter Essig oder Zitronensaft, weiche Bürste, gründlich abspülen, trocknen. Bei dicken Krusten wiederholen Sie den Vorgang lieber mehrmals, statt zu Scheuermitteln zu greifen. Tragen Sie dabei Handschuhe und spülen Sie Tücher und Bürste gut aus.

Kupferkochgeschirr ist innen meist mit Zinn oder Edelstahl ausgekleidet, weil blankes Kupfer mit sauren Speisen reagiert. Zeigt sich Grünspan an der Innenseite oder ist die Auskleidung abgenutzt, sodass Kupfer durchscheint, benutzen Sie das Geschirr nicht mehr für Speisen, bis es fachgerecht neu verzinnt wurde. Außen darf es mit Zitrone und Salz poliert werden; die Zinnschicht innen reinigen Sie nur mit Spülmittel und weichem Schwamm.

Metallpolitur: wann sie sich lohnt

Eine Metallpolitur für Messing und Kupfer enthält feine Putzkörper und oft einen Schutzfilm, der das erneute Anlaufen verzögert. Sie ist bequemer als Hausmittel und bringt mehr Glanz, trägt aber immer etwas Material ab. Für Türbeschläge, Kerzenleuchter und Pfannenböden ist das unproblematisch, für dünnwandige oder vermessingte Stücke nicht. Eine Messing- und Kupferpolitur reicht bei gelegentlichem Gebrauch sehr lange.

Nicht geeignet sind Stahlwolle, grobe Scheuerschwämme und Scheuerpulver. Sie hinterlassen Kratzer, die das weiche Metall matt aussehen lassen und in denen sich Schmutz festsetzt. Silbertauchbäder und die Alufolie-Methode sind auf den schwarzen Belag von Silber abgestimmt, nicht auf Kupferoxid; wie Sie Silber behandeln, steht im Beitrag Silber putzen.

Patina bei alten Stücken

Die warme, dunkle Färbung alter Messing- und Kupferstücke ist über Jahrzehnte entstanden. Bei Antiquitäten, alten Mörsern, Instrumenten oder Beschlägen historischer Möbel ist sie oft Teil des Charakters und des Werts. Wer ein solches Stück blank poliert, kann es nicht mehr zurückholen. Reinigen Sie es in diesem Fall nur mit einem feuchten Tuch, und fragen Sie vor stärkeren Eingriffen einen Restaurator oder Händler.

Glanz länger erhalten

  • Trocken halten: Wasserflecken und Feuchtigkeit beschleunigen das Anlaufen. Nach dem Abwaschen immer trocken reiben.
  • Wenig anfassen: Handschweiß hinterlässt Flecken. Beim Polieren Baumwollhandschuhe tragen.
  • Schützen: Eine dünne Schicht mikrokristallines Wachs, dünn aufgetragen und nachpoliert, verzögert das Anlaufen deutlich. Für dauerhaften Schutz gibt es farblosen Metall-Schutzlack (Zaponlack); danach darf dann aber nicht mehr poliert werden.
  • Regelmäßig abstauben: Ein trockenes weiches Tuch reicht oft für Monate.

Rost an Eisen und Stahl ist eine andere Baustelle, dafür gibt es den Beitrag Rost entfernen. Edelstahl dagegen läuft nicht an und braucht andere Pflege; sie steht unter Edelstahl reinigen.

Häufige Fragen

Womit reinigt man Messing am besten?

Für massives, unlackiertes Messing ist Zitronensaft mit Salz das einfachste Hausmittel, für schönen, dauerhaften Glanz eine Metallpolitur. Lackiertes Messing nur feucht abwischen.

Kann ich Kupfer mit Essig reinigen?

Ja, verdünnter Haushaltsessig mit etwas Salz löst Oxid und Grünspan. Nur kurz einwirken lassen und danach sehr gründlich abspülen und trocknen, denn Säurereste lassen Kupfer schnell wieder fleckig werden.

Wie erkenne ich, ob Messing lackiert ist?

Lackiertes Messing glänzt gleichmäßig und läuft auch nach Jahren nicht an. Oft sieht man an Kanten oder Kratzern, dass eine Schicht darüber liegt. Im Zweifel an einer unauffälligen Stelle nur mit Wasser und Spülmittel arbeiten.

Ist Grünspan giftig?

Kupfersalze sind in größeren Mengen gesundheitsschädlich. Bei Dekorationsstücken reicht es, nach dem Reinigen die Hände zu waschen. An Kochgeschirr, Trinkgefäßen und Wasserhähnen muss Grünspan vollständig entfernt werden.