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Kaminscheibe reinigen: Ruß vom Glas entfernen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Brennende Holzscheite mit hellen Flammen in einem Kamin
Gut getrocknetes Holz und genug Luft halten die Kaminscheibe länger sauber
Inhalt7 Abschnitte
  1. Warum die Scheibe schwarz wird
  2. Was Sie brauchen
  3. Schritt für Schritt: mit Zeitung und Asche
  4. Eingebranntes: Schaber und Kaminglasreiniger
  5. Was Sie nicht verwenden sollten
  6. Ursache abstellen: trockenes Holz und genug Luft
  7. Häufige Fragen

Eine Kaminscheibe reinigen Sie am einfachsten mit einem Mittel, das ohnehin im Ofen liegt: Knüllen Sie ein Stück Zeitungs- oder Küchenpapier, feuchten es an, tauchen es in kalte, feine Holzasche und reiben den Ruß vom Glas. Danach mit einem feuchten Tuch nachwischen und trocken polieren. Wichtig ist nur, dass der Ofen vollständig erkaltet ist. Und wenn die Scheibe nach jedem Abend schwarz ist, lohnt der Blick auf das Holz und die Luftzufuhr mehr als jedes Putzmittel.

Warum die Scheibe schwarz wird

Ruß und Teer entstehen, wenn das Holz nicht vollständig verbrennt. Die Rauchgase schlagen sich an der kühlsten Stelle im Brennraum nieder, und das ist das Glas. Leichter grauer Belag ist normal, vor allem beim Anheizen und in der Glutphase. Ein brauner, klebriger Film oder eine schwarze Schicht nach einem Abend zeigen dagegen, dass etwas bei der Verbrennung nicht stimmt. Mehr dazu weiter unten.

Was Sie brauchen

  • Zeitungspapier oder festes Küchenpapier
  • kalte, feine Holzasche aus dem eigenen Ofen
  • eine Schale Wasser und ein weiches Tuch
  • trockenes Tuch zum Polieren
  • für Eingebranntes einen Ceranfeldschaber oder einen Kaminglasreiniger
  • Haushaltshandschuhe

Schritt für Schritt: mit Zeitung und Asche

  1. Abkühlen lassen. Der Ofen muss vollständig kalt sein, auch die Asche. Glut hält sich in der Asche oft viele Stunden. Reinigen Sie am besten am Morgen nach dem letzten Feuer.
  2. Tür öffnen und Boden schützen. Ein altes Handtuch oder Zeitung vor den Ofen legen.
  3. Papier anfeuchten. Ein Stück Zeitungs- oder Küchenpapier zusammenknüllen und leicht anfeuchten, nicht triefend nass.
  4. In Asche tauchen. Das feuchte Papier in die feine, weiße oder hellgraue Asche drücken. Grobe Holzkohlestücke und Nägel aussortieren, sie zerkratzen das Glas.
  5. Reiben. Mit leichtem Druck kreisend über die Scheibe reiben. Die Asche wirkt als feines Poliermittel und ist leicht alkalisch, das löst den Ruß. Papier nach Bedarf erneut anfeuchten und eintauchen.
  6. Nachwischen. Mit einem feuchten Tuch den grauen Schmierfilm entfernen, gegebenenfalls zweimal.
  7. Trocken polieren. Mit trockenem Tuch oder trockenem Zeitungspapier nachreiben, bis die Scheibe klar ist.

Nehmen Sie nur Asche von reinem, unbehandeltem Holz. Asche aus Kohlebriketts, aus Anzündern mit Zusätzen oder aus verbranntem Pappkarton und Papier enthält Stoffe, die Sie nicht auf dem Glas oder an den Händen haben möchten. Einfache Handschuhe schützen außerdem die Haut, denn die Asche trocknet aus.

Eingebranntes: Schaber und Kaminglasreiniger

Hat sich eine braune, glasige Schicht eingebrannt, reicht die Asche oft nicht. Dann hilft ein Ceranfeldschaber mit scharfer Klinge. Setzen Sie ihn sehr flach an, fast parallel zum Glas, und schieben Sie ohne Druck. Ein steiler Winkel oder eine schartige Klinge hinterlässt Kratzer. Die Scheiben der meisten Öfen bestehen aus Glaskeramik, die hitzefest, aber nicht kratzfest ist.

Die zweite Möglichkeit ist ein Kaminglasreiniger. Diese Mittel sind stark alkalisch und lösen Teer und Ruß chemisch. Einen Kaminglasreiniger gibt es als Spray oder Gel.

Sprühen Sie Kaminglasreiniger nie direkt auf die Scheibe, wenn Dichtung oder Lack in der Nähe sind. Geben Sie das Mittel auf ein Tuch oder einen Schwamm und tragen Sie es nur auf das Glas auf. Die Mittel greifen die Glasfaserdichtung und den hitzebeständigen Lack des Ofens an, und Flecken im Lack gehen nicht mehr weg. Handschuhe tragen, Augen schützen, gut lüften und nach der Einwirkzeit gründlich mit klarem Wasser nachwischen.

Was Sie nicht verwenden sollten

  • Scheuermittel, Stahlwolle, Scheuerseite des Schwamms: hinterlassen feine Kratzer, in denen sich Ruß noch schneller festsetzt.
  • Backofenspray: ist für Emaille gedacht und läuft leicht auf Dichtung und Lack.
  • Viel Wasser: Die Glasfaserdichtung um die Scheibe saugt sich voll und verliert ihre Form.
  • Reinigen am warmen Ofen: Kaltes Wasser auf warmem Glas führt zu Spannungen, und Reiniger brennen ein.

Ursache abstellen: trockenes Holz und genug Luft

Die beste Reinigung ist die, die man nicht braucht. Drei Dinge entscheiden, ob die Scheibe sauber bleibt:

Trockenes Holz. Brennholz sollte eine Restfeuchte von unter 20 Prozent haben. Frisch geschlagenes Holz enthält weit mehr Wasser und braucht, je nach Holzart und Lagerung, ein bis zwei Jahre oder länger an einem luftigen, überdachten Platz. Feuchtes Holz verbrennt kühl, qualmt und schwärzt die Scheibe in kurzer Zeit. Mit einem einfachen Holzfeuchtemessgerät prüfen Sie das an einer frisch gespaltenen Fläche, nicht an der Außenseite des Scheits.

Genug Luft. Wer die Luftzufuhr früh stark drosselt, um das Holz länger brennen zu lassen, erzeugt Schwelbrand. Das spart kaum Holz, macht aber viel Ruß. Lassen Sie das Feuer nach dem Anzünden richtig in Gang kommen und regeln Sie erst herunter, wenn eine gute Glut entstanden ist.

Die Scheibenspülung nutzen. Viele Kaminöfen führen einen Teil der Verbrennungsluft von oben an der Innenseite der Scheibe entlang. Dieser Luftschleier hält Ruß vom Glas fern, funktioniert aber nur, wenn der entsprechende Schieber geöffnet ist. Welcher Regler das ist, steht in der Anleitung Ihres Ofens.

Außerdem gehören nur unbehandeltes Scheitholz und zugelassene Briketts in den Ofen. Lackiertes Holz, Spanplatten, Verpackungen und Abfälle erzeugen Schadstoffe und sind verboten. Riecht es nach dem Heizen im Raum nach Rauch, finden Sie Hinweise unter Rauchgeruch entfernen. Bleibt die Scheibe trotz trockenem Holz und offener Luftzufuhr ständig schwarz, sprechen Sie mit dem Schornsteinfeger. Der Zug im Schornstein kann zu schwach sein. Weitere Themen rund ums Heizen stehen in der Rubrik Haus und im Beitrag Heizkosten sparen.

Häufige Fragen

Womit reinigt man eine Kaminscheibe am besten?

Mit feuchtem Zeitungs- oder Küchenpapier und kalter Holzasche aus dem eigenen Ofen. Das ist günstig, schont das Glas und genügt bei normalem Belag. Für eingebrannte Stellen helfen ein flach angesetzter Ceranfeldschaber oder ein Kaminglasreiniger, der aufs Tuch statt auf die Scheibe kommt.

Wie oft sollte man die Kaminscheibe reinigen?

So oft, wie es der Belag verlangt. Bei trockenem Holz und guter Luftzufuhr reicht oft einmal pro Woche in der Heizsaison. Wer täglich putzen muss, sollte die Ursache suchen statt das Glas häufiger zu reinigen.

Darf ich Glasreiniger für Fenster nehmen?

Gegen leichten Staub außen ja. Gegen Ruß und Teer innen hilft er kaum. Außerdem sollte kein Mittel in die Dichtung laufen, deshalb gilt auch hier: aufs Tuch, nicht auf die Scheibe.

Warum wird die Scheibe trotz trockenem Holz schwarz?

Meist ist die Luftzufuhr zu früh gedrosselt oder die Scheibenspülung geschlossen. Auch zu kleine Holzmengen, die nur glimmen, und ein schwacher Schornsteinzug können die Ursache sein. Den Zug beurteilt der Schornsteinfeger.