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Gardinen waschen: wieder weiß und ohne Knitter

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Weiße Gardine und weiße Orchidee vor einem Sprossenfenster
Feine Gardinen gehören in den Schon- oder Gardinenwaschgang bei 30 bis 40 Grad
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie oft müssen Gardinen gewaschen werden?
  2. Erst das Etikett, dann die Maschine
  3. Das brauchen Sie
  4. Gardinen in der Maschine waschen – Schritt für Schritt
  5. Trocknen ohne Bügeleisen
  6. Grauschleier und Nikotin: was wirklich hilft
  7. Gardinensalz ehrlich eingeordnet
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Gardinen waschen Sie am besten im Schon- oder Gardinenprogramm bei 30 °C, höchstens 40 °C, mit halb voller Trommel und so wenig Schleudern wie möglich. Danach hängen Sie sie noch feucht an die Stange, damit das Eigengewicht die Falten glättet. Bügeln entfällt dann meistens. Was Ihr Stoff genau verträgt, steht auf dem Pflegeetikett im Saum; es hat immer Vorrang vor allgemeinen Regeln.

Wie oft müssen Gardinen gewaschen werden?

Eine feste Regel gibt es nicht. In vielen Haushalten reicht es, Gardinen ein- bis zweimal im Jahr zu waschen, etwa beim Frühjahrsputz. In der Küche setzt sich Fett aus der Luft ab, in Raucherwohnungen Nikotin, an Straßen mit viel Verkehr Staub und Ruß. Dort ist ein Waschgang alle zwei bis drei Monate sinnvoll. Wer auf Hausstaub allergisch reagiert, wäscht ebenfalls öfter, denn Gardinen fangen Staub ein wie ein Filter.

Praktisch ist es, das Waschen mit dem Fensterputzen zu verbinden: Gardinen abnehmen, in die Maschine geben, in der Zwischenzeit die Fenster putzen, dann die feuchten Gardinen wieder aufhängen. Wie Sie die Scheiben streifenfrei bekommen, lesen Sie im Beitrag Fenster putzen.

Erst das Etikett, dann die Maschine

Die meisten Stores und Vorhänge bestehen heute aus Polyester oder einer Mischung mit Polyester. Sie sind pflegeleicht, vertragen 30–40 °C und trocknen schnell. Anders sieht es bei Naturfasern aus: Baumwolle und Leinen können beim Waschen einige Prozent einlaufen, bei bodenlangen Vorhängen sind das schnell mehrere Zentimeter. Samt, Seide und Vorhänge mit Beschichtung, etwa Verdunkelungs- oder Thermovorhänge, vertragen oft nur Handwäsche oder eine chemische Reinigung. Was die Symbole bedeuten, steht in unserer Übersicht Waschsymbole.

Ein Sonderfall sind ältere Glasfaser-Gardinen. Sie gehören nicht in die Maschine, weil die Fasern brechen und sich in anderer Wäsche festsetzen können. Diese Gardinen werden allenfalls vorsichtig von Hand in lauwarmem Wasser geschwenkt, nicht gerieben und nicht ausgewrungen.

Das brauchen Sie

  • Feinwaschmittel oder ein spezielles Gardinenwaschmittel
  • bei Grauschleier: Vollwaschmittel mit Bleiche oder Gardinensalz, nur für weiße Stoffe
  • einen großen Eimer oder die Badewanne zum Einweichen
  • eventuell einen großen Wäschesack oder Kissenbezug für Stores mit Röllchenband
  • eine Leiter und eine zweite Person zum Abnehmen und Aufhängen

Gardinen in der Maschine waschen – Schritt für Schritt

  1. Abnehmen und ausschütteln. Gardinen vorsichtig abnehmen und draußen oder auf dem Balkon ausschütteln. So landet der gröbste Staub nicht in der Waschtrommel.
  2. Haken und Gleiter entfernen. Metallhaken, Ringe und Gleiter abziehen. Sie können die Trommel verkratzen und reißen Löcher in feine Stoffe. Das Faltenband bleibt dran.
  3. Einweichen, wenn nötig. Stark verstaubte oder vergilbte Gardinen weichen Sie vorher eine bis mehrere Stunden in lauwarmem Wasser mit etwas Waschmittel ein.
  4. Locker einfüllen. Die Trommel nur etwa zur Hälfte füllen. Gardinen brauchen viel Wasser und Platz, sonst entstehen tiefe Knitterfalten und der Schmutz wird nicht ausgespült.
  5. Programm wählen. Gardinen-, Fein- oder Schonwaschgang bei 30 °C, bei robustem Polyester auch 40 °C. Viele Maschinen haben ein eigenes Gardinenprogramm mit viel Wasser und wenig Bewegung.
  6. Wenig oder gar nicht schleudern. Stellen Sie die niedrigste Stufe ein oder schalten Sie das Schleudern ab. Viele Programme haben dafür die Funktion „Spülstopp“ oder „ohne Schleudern“.
  7. Feucht aufhängen. Gardinen noch tropfnass oder feucht wieder an die Stange hängen. Legen Sie ein Handtuch auf die Fensterbank, falls es tropft.

Trocknen ohne Bügeleisen

Das Wichtigste passiert nach dem Waschen: Feuchte Gardinen, die frei hängen, ziehen sich durch ihr Gewicht glatt. Zupfen Sie Saum und Falten zurecht und lassen Sie das Fenster gekippt, damit die Feuchtigkeit abziehen kann. Bei sehr schweren Vorhängen aus Baumwolle oder Samt prüfen Sie vorher, ob Stange und Halterungen das zusätzliche Gewicht des nassen Stoffs aushalten; im Zweifel trocknen diese Stoffe besser liegend oder über zwei Wäscheständer verteilt.

Den Trockner sollten Sie für Gardinen nicht nutzen, auch wenn das Etikett ihn nicht ausdrücklich verbietet. Synthetische Stoffe bekommen in der Hitze Knitterfalten, die sich kaum wieder herausbügeln lassen, Baumwolle und Leinen laufen ein. Und falls doch einmal gebügelt werden muss: bei Polyester auf niedriger Stufe und am besten mit einem Tuch dazwischen.

Grauschleier und Nikotin: was wirklich hilft

Graue oder gelbliche Gardinen sind selten mit einem einzigen Waschgang wieder weiß. Der Schleier besteht aus Staub, Fett und oft auch Kalk, der sich über Jahre in den Fasern festgesetzt hat. Bei Nikotin kommt eine klebrige, gelbbraune Schicht dazu.

Am meisten bringt Geduld beim Einweichen: Gardinen über Nacht in lauwarmes Wasser mit Waschmittel legen, am Morgen das braune Wasser weggießen und das Ganze bei Bedarf wiederholen. Danach normal waschen. Für weiße Stoffe darf es ein Vollwaschmittel sein, das Bleiche enthält; Colorwaschmittel hat keine. Weitere Tricks gegen gelbliche und graue Wäsche stehen im Beitrag Weiße Wäsche wieder weiß. Riecht die Gardine auch nach dem Waschen noch nach Rauch, hilft der Beitrag Rauchgeruch entfernen.

Gardinensalz ehrlich eingeordnet

Gardinensalz verspricht strahlendes Weiß, und bei weißen Stores aus Polyester gelingt das oft auch sichtbar besser als mit Feinwaschmittel allein. Der Grund ist allerdings kein Salz im Sinne von Kochsalz: Die Mittel enthalten meist Sauerstoffbleiche und optische Aufheller, die genaue Zusammensetzung steht auf der Packung. Aufheller lagern sich auf der Faser ab und lassen sie im Tageslicht weißer wirken, Bleiche löst Verfärbungen.

Daraus folgt: Für bunte, gemusterte oder cremefarbene Gardinen ist Gardinensalz nicht geeignet, es kann die Farbe aufhellen. Für weiße Gardinen ist es eine bequeme Lösung, aber kein Muss, weil ein Vollwaschmittel mit Bleiche ähnlich wirkt. Haushaltssalz aus der Küche dagegen bringt beim Waschen keinen nennenswerten Weißeffekt.

Typische Fehler

  • Zu volle Trommel: Die Gardinen knittern, verfilzen an den Rändern und werden nicht sauber.
  • Hohe Schleuderdrehzahl: Sie hinterlässt Falten, die sich im Stoff festsetzen.
  • Weichspüler: Er macht Gardinen nicht schöner, zieht aber Staub stärker an.
  • Heißes Wasser für Polyester: Über 40 °C können sich bleibende Knitter bilden.
  • Bunte Vorhänge mit Gardinensalz: Die Farben leiden, Muster werden fleckig.
  • Nasse Vorhänge an eine schwache Stange: Schwere Stoffe werden nass deutlich schwerer.

Häufige Fragen

Kann ich Gardinen mit Röllchenband waschen?

Ja, die kleinen Kunststoffröllchen im Faltenband überstehen das meist gut, wenn Sie die Gardine in einen großen Wäschesack oder Kissenbezug stecken. Metallhaken und Ringe nehmen Sie vorher ab.

Bei wie viel Grad wäscht man Gardinen?

Die meisten Gardinen aus Polyester wäscht man bei 30 °C, stark verschmutzte bei 40 °C. Baumwolle verträgt mitunter mehr, läuft dann aber eher ein. Das Pflegeetikett entscheidet.

Wie bekomme ich die Falten aus frisch gewaschenen Gardinen?

Indem Sie sie feucht aufhängen und glatt ziehen. Das Eigengewicht erledigt den Rest. Bleiben einzelne Falten, hilft ein Dampfglätter oder das Bügeleisen auf niedriger Stufe mit einem Tuch dazwischen.

Was mache ich mit Gardinen, die nicht in die Maschine dürfen?

Handwäsche in der Badewanne mit lauwarmem Wasser und Feinwaschmittel, vorsichtig durchdrücken statt reiben, mehrmals klar spülen und tropfnass aufhängen. Beschichtete Verdunkelungsvorhänge und Samt geben Sie im Zweifel in die Reinigung.