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Putz entsorgen: alter Wandputz und Putzreste

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Abgeplatzter Wandputz über altem Ziegelmauerwerk
Alter Putz zählt als Bauschutt – kleine Mengen nimmt meist der Wertstoffhof an
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wohin gehört Putz?
  2. Welcher Putz ist an Ihrer Wand?
  3. Gips im Bauschutt: warum die Trennung zählt
  4. Asbest in Putzen und Spachtelmassen
  5. Alten Putz vorbereiten
  6. Putzreste und angebrochene Säcke
  7. Wertstoffhof, Big Bag oder Container
  8. Kosten
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen
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Alter Wandputz aus Kalk oder Zement ist Bauschutt: kleine Mengen zum Wertstoffhof, größere in einen Container für Bauschutt. Gipsputz dagegen nehmen viele Annahmestellen nicht im reinen Bauschutt an, und Kunstharz- oder Rollputz läuft meist als Baumischabfall. Halb volle Säcke mit Putzpulver verschenken Sie am besten, solange sie trocken sind. Bei Wänden in älteren Häusern klären Sie vor dem Abschlagen, ob Asbest im Putz oder in der Spachtelmasse steckt.

Wohin gehört Putz?

Art oder ZustandRichtiger Weg
Kalkputz, Zementputz, Kalkzementputz (abgeschlagen)Bauschutt: Wertstoffhof oder Bauschutt-Container
Gipsputz, Maschinenputz auf Gipsbasis, Gipsspachteloft getrennt vom Bauschutt, wie Gips – Annahmestelle fragen
Kunstharz-, Dispersions- und Rollputzmeist Baumischabfall; kleine eingetrocknete Mengen je nach Kommune Restmüll
Lehmputz ohne Zusätzeje nach Annahmestelle Bauschutt oder Bodenaushub – fragen
Putz mit Tapete, Fliesen oder HolzlattenFremdstoffe vorher abtrennen
Putzpulver im Sack, trockenverschenken oder verschlossen zum Wertstoffhof
Putz oder Spachtel mit Asbestverdachtnicht selbst abschlagen, Fachbetrieb

Wie Ihre Annahmestelle die Sorten einteilt, regelt die Abfallsatzung der Stadt oder des Landkreises; die Betreiber haben zusätzlich eigene Bedingungen. Fragen Sie im Zweifel bei der Abfallberatung nach oder schauen Sie in die Abfall-App. Hier steht der Regelfall in Deutschland. Was grundsätzlich zum Bauschutt gehört und wie Container und Big Bags funktionieren, steht unter Bauschutt entsorgen.

Welcher Putz ist an Ihrer Wand?

Für die Entsorgung zählt vor allem das Bindemittel. Ein paar Anhaltspunkte, ohne Garantie:

  • Kalk- und Kalkzementputz ist in Altbauten und Kellern verbreitet, eher sandig und hart, und bricht in Schollen. Außenputz ist fast immer mineralisch.
  • Zementputz ist sehr hart und grau; er findet sich oft im Sockelbereich, in Kellern und Feuchträumen.
  • Gipsputz ist in Wohnräumen neuerer Häuser häufig, glatt, hell und eher weich: Mit einem Schlüssel lässt er sich ritzen, und er fühlt sich leicht pudrig an.
  • Kunstharz-, Dekor- und Rollputze sind elastischer, oft körnig strukturiert und lösen sich eher als zähe Schicht als in Brocken.

Wenn Sie unsicher sind, nehmen Sie ein Stück mit zum Wertstoffhof und zeigen es dort. Mehr zum Unterscheiden der Putzarten und zum Werkzeug steht unter Putz entfernen.

Gips im Bauschutt: warum die Trennung zählt

Sauberer mineralischer Bauschutt wird gebrochen und als Recyclingbaustoff etwa im Wegebau eingesetzt. Gips enthält Sulfat, das in solchen Baustoffen Schäden anrichten und ausgewaschen werden kann. Deshalb verlangen viele Annahmestellen Gips getrennt oder rechnen gipshaltigen Bauschutt teurer ab. Wie streng das gehandhabt wird, ist verschieden: Manche Betreiber dulden anhaftenden Gipsputz an Ziegeln in kleinen Anteilen, andere nicht. Fragen Sie vor dem Abschlagen, dann sammeln Sie gleich getrennt. Für Gipsplatten aus dem Trockenbau gilt dasselbe, siehe Gipskarton entsorgen.

Asbest in Putzen und Spachtelmassen

Asbest durfte in Deutschland bis Ende Oktober 1993 verwendet werden. In Gebäuden, mit deren Bau vor diesem Stichtag begonnen wurde, kann er in Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern stecken, oft nur in geringen Anteilen und unsichtbar. Gefährlich wird es beim Bearbeiten: Abschlagen, Schleifen, Fräsen oder Bohren setzt Fasern frei, die Lungenerkrankungen verursachen können. Behörden empfehlen deshalb, vor Arbeiten an Wänden in solchen Häusern eine Materialprobe im Labor untersuchen zu lassen.

Bis das Ergebnis vorliegt: nicht trocken abschleifen, nicht großflächig abschlagen. Asbesthaltiger Putz gehört nicht in den Bauschutt und ist keine Heimwerkerarbeit. Was dann zu tun ist, steht unter Asbest entsorgen.

Alten Putz vorbereiten

  1. Asbestfrage klären. Bei älteren Häusern zuerst eine Probe untersuchen lassen, dann loslegen.
  2. Fremdstoffe abnehmen. Tapete vorher abziehen, sie gehört in den Restmüll oder nach Regel unter Tapete entsorgen. Dübel, Nägel, Holzleisten und Kabelreste aus dem Schutt sammeln.
  3. Nach Sorte sammeln. Kalk- und Zementputz in einen Eimer oder Sack, Gipsputz in einen anderen. Bei gemischten Wänden die Annahmestelle fragen, wie sie es haben will.
  4. Staub binden. Schutzbrille, Handschuhe und Staubmaske, mindestens FFP2, tragen; den Putz vor dem Abschlagen leicht anfeuchten.
  5. Handliche Gebinde. Stabile Mörteleimer oder kleine Gewebesäcke lassen sich tragen, große Säcke voller Putz nicht.

Putzreste und angebrochene Säcke

Beim Ausbessern bleibt fast immer Pulver übrig. Ein trockener, gut verschlossener Sack Putz ist eine Weile verwendbar und für Nachbarn, Bekannte oder über Verschenkportale oft noch nützlich. Ist der Sack feucht geworden und das Pulver verklumpt, taugt er nicht mehr zum Verputzen.

Bitte kein Pulver lose in die Restmülltonne schütten und nichts nass entsorgen: Feuchtes Putzpulver härtet aus, angerührter Putz klebt in Tonne und Müllwagen fest. Kleine Mengen lassen Sie im Eimer aushärten und geben den Block mit dem Bauschutt ab, bei Gipsputz mit dem Gips. Größere Pulverreste nimmt der Wertstoffhof gut verschlossen an; ob manche Kommunen kleine, verpackte Mengen im Restmüll erlauben, verrät die Abfallberatung.

Angerührten Putz und das Waschwasser aus Eimer und Kelle nie in Abfluss, Toilette oder Gully kippen. Feststoffe setzen sich in den Leitungen ab und können sie mit der Zeit zusetzen. Lassen Sie das Waschwasser im Eimer stehen, bis sich der Schlamm abgesetzt hat, und entsorgen Sie den getrockneten Bodensatz wie die Putzreste. Dasselbe Prinzip gilt für Zement und Mörtel.

Wertstoffhof, Big Bag oder Container

Für die Putzbrocken eines Zimmers reichen meist einige Fahrten zum Wertstoffhof. Viele Höfe nehmen Bauschutt in haushaltsüblichen Mengen gegen eine Gebühr je Eimer oder Kofferraumladung an; Gips oft in einem eigenen Behälter. Wird eine ganze Wohnung entputzt, ist ein Big Bag oder kleiner Container sinnvoller. Bestellen Sie ausdrücklich Bauschutt, wenn der Putz mineralisch und sauber ist, und fragen Sie, wohin Gipsputz soll. Wer zusammen mit dem Putz auch den Boden erneuert, findet die Besonderheiten unter Estrich entsorgen.

Kosten

Kleine Mengen kosten am Wertstoffhof meist wenige Euro je Eimer oder Kofferraumladung, abhängig von Kommune und Sorte. Für Container und Big Bags gelten Preise im dreistelligen Bereich, die stark nach Region und Material schwanken. Sauber getrennter mineralischer Putz ist am günstigsten; Gips und Baumischabfall kosten mehr, und ein nachträglicher Asbestbefund kann teuer werden.

Typische Fehler

  • Gipsputz und Kalkputz durcheinander in den Bauschutt-Container geben.
  • Alte Wände trocken abschleifen, ohne die Asbestfrage geklärt zu haben.
  • Pinsel-, Eimer- und Kellenwasser in den Ausguss schütten.
  • Feuchte Putzsäcke in die Restmülltonne stellen.
  • Tapete am Putz lassen, sodass der Bauschutt als Mischabfall gilt.

Häufige Fragen

Darf Putz in den Restmüll?

Einzelne Bröckchen beim Ausbessern ja, vielerorts zumindest. Eimerweise Putz gehört nicht in den Restmüll, sondern als Bauschutt zum Wertstoffhof. Die Grenze legt Ihre Kommune fest.

Ist Gipsputz Bauschutt?

In der Regel nicht im engeren Sinn. Viele Annahmestellen verlangen Gips getrennt, weil er das Recycling von Bauschutt stört. Fragen Sie vor der Anlieferung, wo Gipsputz hingehört.

Wie entsorge ich Rollputz oder Kunstharzputz?

Abgelöste Kunstharzputze gelten meist als Baumischabfall. Kleine, eingetrocknete Mengen erlauben manche Kommunen im Restmüll. Eimer mit noch flüssigem Rollputz behandeln Sie wie Dispersionsfarbe: eintrocknen lassen oder zur Annahmestelle, siehe Farbe entsorgen.

Was mache ich mit einem angebrochenen Sack Putz?

Trocken und verschlossen aufbewahren und weitergeben, solange er nicht verklumpt ist. Sonst verschlossen zum Wertstoffhof. Nie lose oder nass in die Tonne.

Kann alter Putz Asbest enthalten?

Ja, in Gebäuden, mit deren Bau vor dem 31. Oktober 1993 begonnen wurde. Sicher sagen lässt sich das nur mit einer Laboranalyse.

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