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Maden in der Wohnung: woher sie kommen und was sofort hilft

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Viele helle Fliegenmaden und dunkle Puppen in einer Schale
Fliegenmaden sind beinlos und hell, die Puppen dunkelbraun und tönnchenförmig
Inhalt8 Abschnitte
  1. Fliegenmaden oder Mottenlarven? So erkennen Sie den Unterschied
  2. Woher kommen Fliegenmaden?
  3. Maden in der Wohnung: was sofort hilft
  4. Wenn es Mottenlarven sind
  5. Sind Maden in der Wohnung gefährlich?
  6. Wann Sie Hilfe brauchen
  7. Vorbeugen: so bleiben Maden draußen
  8. Häufige Fragen

Maden in der Wohnung kommen nie aus dem Nichts: Entweder haben Fliegen ihre Eier auf Abfall, Tierfutter oder ein verendetes Tier gelegt, oder es sind gar keine Fliegenmaden, sondern die Raupen von Lebensmittelmotten aus dem Vorratsschrank. Beides ist unappetitlich, aber in ein bis zwei Stunden erledigt, wenn Sie die Quelle finden. Schauen Sie sich die Tiere deshalb zuerst kurz an – danach wissen Sie, wo Sie suchen müssen.

Fliegenmaden oder Mottenlarven? So erkennen Sie den Unterschied

FliegenmadenMottenlarven (Raupen)
Aussehenweiß bis cremefarben, glatt, vorn zugespitzt, hinten stumpfweißlich, gelblich oder rosa, mit deutlich abgesetztem braunem Kopf
Beinekeinedrei kurze Beinpaare vorn, dazu Stummelfüße am Hinterleib
Größeje nach Art wenige Millimeter bis gut 1 cmbis etwa 1,5 cm
Bewegungkriechen windend über den Boden, meist viele auf einmallaufen einzeln, klettern an Wänden hoch und sitzen in Deckenecken
Fundortam Mülleimer, unter der Spüle, am Futternapf, entlang der Fußleisteim und am Vorratsschrank, an Wand und Decke der Küche
Spurenfauliger Geruch, später rotbraune Puppentönnchenfeine Gespinstfäden und Klümpchen in Mehl, Müsli, Nüssen
QuelleAbfall, Fleisch, Tierfutter, Kadavertrockene Vorräte, Tierfutter, Vogelfutter

Die Faustregel: Maden am Boden kommen aus dem Müll, „Maden“ an der Decke aus dem Vorratsschrank. Fliegenmaden können an glatten Wänden kaum klettern. Mottenraupen dagegen verlassen ihr Futter, um sich in einer ruhigen Ecke zu verpuppen, und wandern dafür bis unter die Decke.

Zwei weitere Larven werden gelegentlich für Maden gehalten. Behaarte, bräunliche Larven in Schränken, unter Teppichen oder hinter Fußleisten gehören zu Speckkäfern oder Teppichkäfern. Kleine weißliche Raupen in Wollpullovern, Teppichen oder Polstern, oft in einer Gespinströhre, sind die Larven der Kleidermotte.

Woher kommen Fliegenmaden?

Stubenfliegen, Schmeißfliegen und Fleischfliegen legen ihre Eier auf alles, was feucht ist und fault. Bei Sommerwärme schlüpfen die Maden oft schon innerhalb eines Tages. Nach einigen Tagen Fressen tun sie etwas, das viele Funde erklärt: Sie verlassen die Nahrung und suchen einen trockenen, dunklen Platz zum Verpuppen. Dann kriechen sie aus dem Mülleimer, unter der Schranktür hindurch und quer durch die Küche. Die Quelle kann deshalb ein, zwei Meter vom Fundort entfernt liegen.

Typische Quellen in der Wohnung:

  • der Restmüll- oder Biomülleimer, vor allem mit Fleisch-, Fisch- oder Käseresten, und die Flüssigkeit unter dem Beutel
  • der gelbe Sack mit ungespülten Verpackungen
  • Nassfutter im Napf, ein offener Futtersack, das Katzenklo
  • vergessene Lebensmittel: Kartoffeln und Zwiebeln im Schrank, die Einkaufstasche, die Brotdose im Schulranzen
  • ein totes Tier hinter der Küchenzeile, in der Zwischendecke oder auf dem Dachboden – dann fallen die Maden manchmal aus Deckenfugen, Einbaustrahlern oder Luken

Die letzte Möglichkeit ist seltener, aber die wahrscheinlichste, wenn Maden an Stellen auftauchen, an denen es nichts zu fressen gibt, etwa im Flur oder im Schlafzimmer. Wie Sie dann vorgehen, beschreibt der Ratgeber zu Schmeißfliegen. Kommen die Tiere von draußen aus der Tonne, lesen Sie weiter unter Maden in der Biotonne.

Maden in der Wohnung: was sofort hilft

  1. Tiere aufnehmen. Mit dem Staubsauger aufsaugen oder mit Handfeger und Schaufel aufkehren. Den Staubsaugerbeutel anschließend herausnehmen, in eine Tüte knoten und in die Tonne draußen geben; beutellose Geräte draußen entleeren und den Behälter auswaschen.
  2. Die Quelle suchen. Vom Fundort aus in alle Richtungen: Mülleimer herausziehen, unter den Beutel schauen, Spülenschrank ausräumen, Futterplatz und Vorratsschrank prüfen, Sockelleiste der Küche abziehen.
  3. Alles Befallene hinausbringen. Müll, verdorbene Lebensmittel und Futter in einem fest verknoteten Beutel sofort in die Tonne vor dem Haus, nicht in den nächsten Eimer in der Wohnung.
  4. Heiß reinigen. Eimer, Schrankboden und Fußboden mit heißem Wasser und Spülmittel oder Allzweckreiniger auswischen, Ritzen und die Kante unter den Sockelleisten nicht vergessen. Den Mülleimer mit heißem Wasser ausgießen und vollständig trocknen lassen – eine Anleitung steht unter Mülleimer reinigen.
  5. Nach Puppen sehen. Rotbraune, etwa reiskorngroße Tönnchen an Fußleisten, unter Teppichkanten und hinter Geräten aufsaugen. Aus jeder schlüpft sonst eine Fliege.
  6. Ein paar Tage beobachten. Tauchen neue Maden auf, haben Sie die Quelle noch nicht gefunden.

Heißes Wasser tötet Maden zuverlässig, im Eimer oder auf Fliesen ist das die einfachste Methode. Salz oder Essig auf die Tiere zu streuen, wie es für die Biotonne oft empfohlen wird, ist in der Wohnung unnötige Sauerei: Aufsaugen geht schneller. Insektenspray brauchen Sie nicht. Es ändert nichts an der Quelle und hat in Küche und Vorratsschrank nichts zu suchen.

Wenn es Mottenlarven sind

Sitzen einzelne Raupen an der Küchendecke oder kriechen sie aus dem Schrank, kontrollieren Sie jede Packung im Vorrat – auch die ungeöffneten, denn die Raupen fressen sich durch Papier und dünne Folie. Verdächtig sind Mehl, Grieß, Müsli, Nüsse, Trockenobst, Schokolade, Tee, Gewürze sowie Vogel- und Tierfutter. Befallenes erkennen Sie an Gespinstfäden, zusammenhängenden Klümpchen und kleinen Krümeln. Alles Befallene kommt verschlossen in die Tonne draußen, der Schrank wird ausgesaugt und ausgewischt, einschließlich der Bohrlöcher für die Regalbodenträger, in denen sich die Raupen gern verpuppen.

Damit ist es meist nicht getan, weil Eier und Puppen übersehen werden. Wie Sie den Befall vollständig beenden, steht im Ratgeber Lebensmittelmotten. Eine Mottenfalle zeigt Ihnen anschließend, ob noch Falter unterwegs sind.

Sind Maden in der Wohnung gefährlich?

Die Tiere selbst beißen und stechen nicht und gehen weder an Menschen noch an Möbel. Unhygienisch ist ihre Herkunft: Fliegenmaden stammen aus faulendem Material, und die Fliegen, die daraus werden, tragen Keime weiter. Lebensmittel mit Maden oder Fliegeneiern gehören deshalb weggeworfen, ebenso Vorräte mit Mottengespinsten. Wer versehentlich etwas davon gegessen hat, muss sich in aller Regel keine Sorgen machen; bei anhaltenden Magen-Darm-Beschwerden fragen Sie Ihren Arzt.

Ein Sonderfall sind Haustiere. Entdecken Sie Maden im Fell oder an einer Wunde von Kaninchen, Meerschweinchen, Hund oder Katze, ist das ein Notfall für den Tierarzt.

Wann Sie Hilfe brauchen

Einen Schädlingsbekämpfer brauchen Sie für gewöhnliche Müllmaden nicht. Sinnvoll ist Hilfe, wenn Maden wiederholt aus Decke, Wand oder Fußboden kommen und Sie die Quelle nicht erreichen, wenn es zugleich stark nach Verwesung riecht oder wenn Hinweise auf Mäuse, Ratten oder Marder im Haus hinzukommen. In der Mietwohnung informieren Sie in solchen Fällen den Vermieter, denn Hohlräume, Schächte und Dachboden sind in der Regel seine Sache.

Vorbeugen: so bleiben Maden draußen

  • Rest- und Biomüll im Sommer alle ein bis zwei Tage hinausbringen, Fleisch- und Fischreste in Zeitungspapier wickeln.
  • Eimer mit dicht schließendem Deckel verwenden und regelmäßig auswaschen; ein Blatt Zeitungspapier am Boden saugt Flüssigkeit auf.
  • Verpackungen kurz ausspülen, bevor sie in den gelben Sack kommen.
  • Tierfutter nicht offen stehen lassen, Näpfe nach dem Fressen spülen.
  • Fliegen aussperren: Fliegengitter an den Fenstern, Speisen abdecken. Mehr dazu unter Fliegen im Haus.
  • Vorräte in dicht schließenden Dosen aus Glas, Metall oder festem Kunststoff lagern.

Häufige Fragen

Wie schnell entstehen Maden?

Bei Wärme sehr schnell: Aus Fliegeneiern können innerhalb eines Tages Maden schlüpfen. Deshalb reicht es im Hochsommer, wenn ein Beutel mit Fleischresten zwei, drei Tage in der Küche steht. Bei kühlen Temperaturen dauert die Entwicklung deutlich länger.

Warum sind Maden an der Decke?

Das sind fast immer die Raupen von Lebensmittelmotten, die zum Verpuppen nach oben wandern. Durchsuchen Sie den Vorratsschrank. Nur wenn Maden aus einer Deckenfuge oder Lampe herabfallen, liegt die Quelle über der Decke – dann handelt es sich um Fliegenmaden.

Was tötet Maden sofort?

Heißes Wasser. Im Mülleimer oder auf Fliesen genügt ein Guss aus dem Wasserkocher. Auf empfindlichen Böden, Teppich oder im Schrank saugen Sie die Tiere besser auf und entsorgen den Beutel.

Werden aus allen Maden Fliegen?

Aus Fliegenmaden ja, wenn man sie lässt: Nach der Verpuppung schlüpft je nach Temperatur in ein bis zwei Wochen die Fliege. Aus Mottenraupen werden Falter. Darum lohnt es sich, auch die unscheinbaren Puppen zu entfernen.

Kommen Maden durch den Abfluss?

Eigentliche Fliegenmaden nicht. Im Abflussbelag leben aber die schlanken, dunklen Larven der Schmetterlingsmücken, die bei starkem Befall im Waschbecken oder in der Dusche sichtbar werden. Was dagegen hilft, steht unter Abflussfliegen.