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Schmeißfliegen in der Wohnung: Ursache finden und beseitigen

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Blau schimmernde Schmeißfliege an einem Fensterrahmen
Schmeißfliegen erkennt man am metallisch blauen Hinterleib und am lauten Brummen
Inhalt8 Abschnitte
  1. Schmeißfliegen erkennen
  2. Warum sind plötzlich so viele Schmeißfliegen in der Wohnung?
  3. Die Ursache finden: Schritt für Schritt
  4. Die Quelle beseitigen und sauber machen
  5. Fliegen im Raum loswerden
  6. Sind Schmeißfliegen gefährlich?
  7. Vorbeugen: Schmeißfliegen fernhalten
  8. Häufige Fragen

Schmeißfliegen sind die dicken, blau oder grün schillernden Brummer, die mit Anlauf gegen die Fensterscheibe fliegen. Eine einzelne hat sich meist nur verirrt und findet durchs offene Fenster wieder hinaus. Tauchen aber innerhalb weniger Tage zehn, zwanzig oder mehr auf, haben sie sich im Haus entwickelt – dann gibt es irgendwo eine Quelle, und die müssen Sie finden. Spray und Klebestreifen fangen nur ab, was ohnehin schon geschlüpft ist.

Schmeißfliegen erkennen

Schmeißfliegen sind eine eigene Fliegenfamilie mit vielen Arten. Im Haus begegnen einem vor allem zwei Gruppen, dazu eine ähnliche Verwandte:

FliegeGrößeAussehenTypisch
Blaue Schmeißfliege (Brummer)etwa 10–14 mmgedrungen, Hinterleib dunkelblau metallisch, borstigsehr lautes Brummen; schon an kühlen Tagen unterwegs
Goldfliegeetwa 6–10 mmgrün bis goldgrün glänzendvor allem im Sommer, an Müll, Kot und Fleisch
Graue Fleischfliegeetwa 10–16 mmgrau, Hinterleib mit Schachbrettmuster, rote Augeneigene Familie; legt statt Eiern fertige Larven ab
zum Vergleich: Stubenfliegeetwa 6–8 mmgrau, vier dunkle Längsstreifen auf dem Rücken, kein Metallglanzleiser, läuft viel auf Tisch und Speisen

Den Namen haben die Tiere vom alten Wort „Geschmeiß“ für ihre Eipakete. Die Eier sind weißlich, etwa 1–2 mm lang und liegen in dichten Häufchen auf Fleisch, Fisch, Tierfutter oder einem Kadaver. Die Larven sind die bekannten weißen, beinlosen Maden. Sie verpuppen sich in rotbraunen Tönnchen, die aussehen wie kleine Körner oder Mäusekot – ein Fund solcher Tönnchen an der Fußleiste oder auf dem Dachboden ist ein wichtiger Hinweis bei der Suche.

Warum sind plötzlich so viele Schmeißfliegen in der Wohnung?

Schmeißfliegen riechen Fleisch, Fisch und Verwesung über große Entfernungen und sind in der Natur die Ersten an einem toten Tier. Für die Wohnung heißt das: Die Fliegen selbst sind nur das Zeichen. Bei sommerlicher Wärme schlüpfen die Maden oft schon nach einem Tag, fressen sich in einigen Tagen satt, kriechen zum Verpuppen an eine trockene Stelle und fliegen nach ungefähr zwei bis drei Wochen als neue Generation aus. Wer also plötzlich viele gleich große, frisch aussehende Brummer am Fenster hat, sucht nach etwas, das vor einigen Wochen angefangen hat.

Die häufigsten Ursachen, geordnet von harmlos nach unangenehm:

  • Müll. Fleisch- und Fischreste, Knochen, Verpackungen von Hackfleisch oder Räucherfisch im Restmüll oder im gelben Sack; ein Mülleimer, unter dessen Beutel Flüssigkeit steht.
  • Tierfutter und Tierhaltung. Nassfutter im Napf, der halbvolle Futterbeutel, das Katzenklo, Kleintierstreu, Hundekot im Garten.
  • Vergessene Lebensmittel. Die Einkaufstasche im Flur, das Grillfleisch in der Kühltasche, ein Ei hinter dem Schrank, ein ausgefallener Gefrierschrank im Keller.
  • Ein totes Tier. Eine Maus hinter der Küchenzeile, in der Zwischendecke oder unter den Dielen, ein Vogel im Kamin oder im Rollladenkasten, eine Ratte im Kriechkeller, Beutereste eines Marders auf dem Dachboden.

Die letzte Ursache ist die typische, wenn die Küche sauber ist und trotzdem Dutzende Fliegen an einem Fenster hängen. Besonders oft passiert das einige Wochen, nachdem im Haus Mäuse bekämpft wurden: Ein Tier ist in einem Hohlraum verendet. Mehr zum Umgang mit den Nagern steht im Ratgeber Mäuse im Haus.

Die Ursache finden: Schritt für Schritt

  1. Den Raum eingrenzen. Schmeißfliegen fliegen zum Licht. Achten Sie darauf, in welchem Raum morgens die meisten am Fenster sitzen – in der Regel liegt die Quelle in diesem Raum oder direkt darüber, darunter oder daneben.
  2. Das Naheliegende prüfen. Alle Mülleimer leeren und unter den Beutel schauen, gelben Sack hinausbringen, Futternäpfe, Futtervorrat, Katzenklo und Vorratsschrank kontrollieren, Taschen und Kühlboxen öffnen.
  3. Der Nase folgen. Verwesung riecht süßlich-faulig und ist an der Quelle am stärksten. Riechen Sie an Sockelblenden der Küche, an Revisionsklappen, Steckdosen in Leichtbauwänden, am Kamin und am Rollladenkasten.
  4. Nach Maden und Tönnchen suchen. Wandernde Maden und braune Puppenhüllen finden sich entlang von Fußleisten, unter Teppichkanten, auf Fensterbänken und unter Deckenluken. Wo sie liegen, ist die Quelle nah – bei Hohlräumen oft genau darüber.
  5. Hohlräume öffnen, wo es einfach geht. Sockelleiste der Einbauküche abziehen, hinter Herd und Kühlschrank leuchten, Dachboden, Abseiten und Kriechkeller mit der Taschenlampe absuchen, Kaminklappe und Rollladenkasten prüfen.
  6. Draußen nachsehen. Tonnen, Kompost, Lichtschächte, Regentonne, Beete unter dem Fenster. Manchmal liegt das tote Tier schlicht im Kellerschacht.

Die Quelle beseitigen und sauber machen

Müll und verdorbene Lebensmittel kommen in einen fest verknoteten Beutel und sofort in die Tonne draußen. Den Eimer waschen Sie mit heißem Spülwasser aus und lassen ihn trocknen; wie das gründlich geht, steht unter Mülleimer reinigen. Wimmelt es in der Biotonne, hilft der Ratgeber Maden in der Biotonne.

Ein totes Tier fassen Sie nur mit Einmalhandschuhen an oder nehmen es mit einer umgestülpten Tüte auf. Doppelt verpackt darf ein einzelnes kleines Wildtier wie Maus oder Vogel in der Regel in den Restmüll; im Zweifel gibt die Gemeinde Auskunft. Wo Mäusekot liegt, wird nicht trocken gefegt: Fläche anfeuchten, feucht aufwischen, lüften, dabei Handschuhe und am besten eine Maske tragen. Anschließend die Stelle mit heißem Wasser und Reiniger säubern, Maden und Tönnchen aufsaugen und den Staubsaugerbeutel gleich entsorgen.

Lässt sich der Kadaver nicht erreichen, bleibt nur Abwarten: Ein kleines Tier trocknet in einigen Wochen ein, Geruch und Fliegen hören dann von selbst auf. So lange fangen Sie die Fliegen am Fenster ab und lüften viel. Wichtiger ist danach die Frage, wie das Tier hineingekommen ist – Zugänge für Mäuse, Vögel und Marder gehören verschlossen.

Fliegen im Raum loswerden

Gegen die Tiere, die schon fliegen, hilft das Übliche: Fenster weit öffnen und die Fliegen hinausscheuchen, Fliegenklatsche, Staubsauger am Fensterglas oder ein Klebestreifen in Fensternähe. Selbst gebaute Fallen mit Fleisch- oder Fischköder locken Schmeißfliegen stark an, stinken aber und gehören nicht in die Wohnung; was im Haus sinnvoll ist, lesen Sie unter Fliegenfalle selber machen. Insektensprays sind Biozide und hier selten nötig. Wer sie verwendet, hält sich an die Gebrauchsanweisung und sprüht nie in der Nähe von Lebensmitteln, Tierfutter, Aquarien oder Terrarien. Allgemeine Tipps gegen Fliegen im Sommer finden Sie unter Fliegen im Haus.

Sind Schmeißfliegen gefährlich?

Schmeißfliegen stechen nicht. Problematisch ist, wo sie vorher gesessen haben: auf Kot, Abfall und Aas. Von dort können sie Keime auf Lebensmittel tragen. Decken Sie Fleisch, Fisch, Wurst und Käse deshalb ab, auch beim Auftauen und beim Grillen, und lassen Sie nichts offen stehen. Finden Sie Eipakete oder Maden auf einem Lebensmittel, werfen Sie es weg – Abwaschen genügt nicht.

Für Haustiere gilt Ähnliches. Bei Kaninchen, Meerschweinchen und anderen Tieren mit verschmutztem Fell oder Wunden können Goldfliegen ihre Eier direkt am Tier ablegen. Halten Sie Ställe im Sommer sauber, kontrollieren Sie die Tiere regelmäßig und gehen Sie bei Madenbefall sofort zum Tierarzt.

Vorbeugen: Schmeißfliegen fernhalten

  • Fliegengitter an Küchen- und Schlafzimmerfenstern, im Sommer auch an der Terrassentür.
  • Fleisch- und Fischabfälle in Zeitungspapier wickeln oder bis zur Abholung einfrieren, Tonnen im Schatten aufstellen und Deckel geschlossen halten.
  • Mülleimer mit dicht schließendem Deckel benutzen und im Sommer häufiger leeren.
  • Nassfutter nicht stundenlang stehen lassen, Katzenklo täglich säubern.
  • Kamin, Lüftungsöffnungen und Lichtschächte mit Gittern sichern, damit keine Vögel und Mäuse hineinfallen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Schmeißfliegenplage?

Ist die Quelle beseitigt, schlüpfen noch einige Tage bis etwa zwei Wochen lang Fliegen aus Puppen, die schon vorhanden waren. Bei einem unerreichbaren Kadaver kann es einige Wochen dauern, bis er eingetrocknet ist. Kommen danach immer noch neue Fliegen, gibt es eine zweite Quelle.

Woher kommen Schmeißfliegen, wenn alle Fenster zu sind?

Dann haben sie sich im Haus entwickelt. Suchen Sie nach Müll, Tierfutter oder einem toten Tier in Zwischendecke, Dachboden, Kamin oder hinter der Küchenzeile. Die Fliegen zwängen sich durch kleinste Spalten an Einbaustrahlern, Deckenluken und Fußleisten in den Wohnraum.

Warum sind im Herbst und Winter träge dicke Fliegen am Fenster?

Das sind meist Fliegen, die im Haus überwintern wollen, etwa auf dem Dachboden oder im Rollladenkasten. An sonnigen Tagen werden sie munter und sammeln sich am Fenster. Mit einer Brutstätte hat das nichts zu tun; absaugen und Ritzen abdichten genügt.

Legen Schmeißfliegen Eier in der Wohnung?

Nur dort, wo sie passende Nahrung für die Maden finden: offenes Fleisch, Fisch, Nassfutter, Abfall oder ein Kadaver. Auf sauberen Flächen, Polstern oder Kleidung legen sie keine Eier ab.

Was tun bei Schmeißfliegen auf dem Dachboden?

Im Sommer nach einem toten Tier suchen – Vogel, Maus oder Beutereste eines Marders – und nach Zugängen unter den Dachziegeln. Im Herbst und Winter sind es eher Überwinterer, die keinen Handlungsbedarf bedeuten.