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Lederjacke reinigen und pflegen

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Gesteppte Lederjacken in Schwarz, Rot und Beige dicht nebeneinander
Eine Lederjacke wird feucht abgewischt und sparsam gepflegt, nie in der Maschine gewaschen
Inhalt11 Abschnitte
  1. Welches Leder ist es?
  2. Was Sie brauchen
  3. Glattleder reinigen – Schritt für Schritt
  4. Lederpflege: sparsam ist richtig
  5. Velours und Nubuk: bürsten statt wischen
  6. Futter und Geruch
  7. Regen, Wasserflecken und Trocknen
  8. Warum die Waschmaschine tabu ist
  9. Wann die Jacke in die Fachreinigung gehört
  10. Aufbewahren
  11. Häufige Fragen

Eine Lederjacke reinigen Sie von Hand: Glattleder mit einem nebelfeuchten Tuch und bei Bedarf etwas Lederreiniger, Velours und Nubuk trocken mit der Bürste. In die Waschmaschine gehört sie nicht. Gepflegt wird sparsam, ein- bis zweimal im Jahr – die meisten Lederjacken leiden eher unter zu viel Fett und falscher Trocknung als unter zu wenig Zuwendung. Steht ein Pflegehinweis im Futter, hat er Vorrang.

Welches Leder ist es?

Davon hängt ab, was die Jacke verträgt. Zwei Handgriffe genügen: mit der Hand über die Oberfläche streichen und an einer verdeckten Stelle, etwa an der Innenseite des Saums, einen Tropfen Wasser aufsetzen.

LederartWoran Sie es erkennenReinigungPflege
Gedecktes Glattleder (die meisten Biker- und Blousonjacken)glatt, leichter Glanz; der Tropfen bleibt stehennebelfeuchtes Tuch, LederreinigerLederpflege, dünn aufgetragen
Anilin- und Nappaleder (sehr weich, offenporig)matt, warm im Griff; der Tropfen zieht ein und dunkeltnur leicht feucht, Reiniger für AnilinlederPflege für offenporiges Leder, vorher testen
Velours, Nubuk, „Wildleder“samtig, mit Flor; Strich sichtbartrocken bürsten, RadiererImprägnierspray, kein Fett
Kunstledergleichmäßige Narbung, Gewebe auf der Rückseitefeucht abwischenkeine Lederpflege nötig

Die Lederarten im Einzelnen und den Wassertest beschreibt der Beitrag Leder reinigen. Für Kunstleder gilt eine eigene Anleitung: Kunstleder reinigen. Hier geht es um das, was die Jacke von Sofa und Tasche unterscheidet: Kragen, Futter, Regen und Schrank.

Was Sie brauchen

  • zwei weiche, fusselfreie Baumwoll- oder Mikrofasertücher
  • lauwarmes Wasser, am besten destilliert – es hinterlässt keine Kalkränder
  • einen Lederreiniger für Bekleidungs- oder Glattleder
  • eine Lederpflege, die zur Lederart passt
  • für Velours und Nubuk: Kreppbürste oder Wildlederbürste und einen Wildlederradierer
  • einen breiten, geformten Kleiderbügel

Spülmittel, Glasreiniger, Feuchttücher, Babyöl und Essig sind keine Lederreiniger. Sie entfetten das Leder, lösen Farbe an oder hinterlassen Filme.

Glattleder reinigen – Schritt für Schritt

  1. Aufhängen und entstauben. Die Jacke auf den Bügel hängen und mit einem trockenen Tuch abwischen, auch unter dem Kragen, in den Nähten und unter den Taschenpatten.
  2. An verdeckter Stelle testen. Reiniger auf das Tuch geben, innen am Saum oder Beleg auftragen und trocknen lassen. Färbt das Tuch stark ab oder bleibt ein Rand, nicht weitermachen.
  3. Feucht abwischen. Das Tuch anfeuchten und kräftig auswringen, bis es nur noch nebelfeucht ist. Die Jacke Bahn für Bahn abwischen, immer ein ganzes Teil von Naht zu Naht – Ärmel, Vorderteil, Rücken. So entstehen keine Ränder.
  4. Verschmutzte Zonen mit Reiniger behandeln. Kragen, Ärmelbündchen, Tascheneingriffe und die Leiste am Reißverschluss dunkeln durch Hautfett nach. Den Reiniger mit dem Tuch in kleinen Kreisen einarbeiten, ohne zu scheuern, und mit dem zweiten, feuchten Tuch abnehmen.
  5. Trocknen lassen. Auf dem Bügel bei Zimmertemperatur, einige Stunden. Kein Föhn, keine Heizung, keine pralle Sonne.
  6. Pflegen. Erst auf das vollständig trockene Leder, siehe nächster Abschnitt.

Bei offenporigem Anilin- oder Nappaleder gilt dasselbe mit noch weniger Wasser. Es nimmt Flüssigkeit sofort auf und zeigt Ränder schneller.

Lederpflege: sparsam ist richtig

Lederpflege gibt dem Leder Fett und Geschmeidigkeit zurück und macht es etwas unempfindlicher gegen Nässe. Eine haselnussgroße Menge auf dem Tuch reicht für einen ganzen Ärmel. Dünn verteilen, einziehen lassen, nach etwa einer halben Stunde mit einem trockenen Tuch nachreiben.

Für eine regelmäßig getragene Jacke genügt das ein- bis zweimal im Jahr, etwa vor und nach der kalten Jahreszeit, und zusätzlich, wenn sich das Leder trocken oder stumpf anfühlt. Zu viel Pflege macht die Oberfläche klebrig, zieht Staub an, kann helles Leder nachdunkeln und färbt auf Hemdkragen und Autositz ab. Schuhcreme und hartes Lederfett sind für Bekleidungsleder zu schwer. Velours und Nubuk bekommen gar kein Fett.

Velours und Nubuk: bürsten statt wischen

Raue Leder vertragen weder Wasser noch Reinigungsmilch. Bürsten Sie die trockene Jacke mit der Kreppbürste in eine Richtung ab, danach leicht gegen den Strich, um den Flor aufzurichten. Speckige Stellen an Kragen und Ärmeln und einzelne dunkle Flecken bearbeiten Sie mit dem Wildlederradierer und bürsten die Krümel aus. Zum Schluss schützt ein Imprägnierspray für Rauleder vor Nässe und Schmutz; gesprüht wird nur im Freien, und der Nebel sollte nicht eingeatmet werden. Die Methoden, auch den Trick mit Wasserdampf gegen platten Flor, beschreibt der Beitrag Wildleder reinigen.

Futter und Geruch

Das Innenfutter nimmt Schweiß, Parfüm und Rauch auf und ist oft die eigentliche Geruchsquelle. Weil es fest eingenäht ist, wird es an der Jacke gereinigt:

  1. Jacke auf links drehen und auf den Bügel hängen.
  2. Achseln, Kragen und Ärmelsaum abtupfen. Ein Tuch in lauwarmes Wasser mit wenig Feinwaschmittel tauchen, gut auswringen und das Futter abtupfen. Es darf nicht durchnässen, sonst gelangt Wasser von innen ans Leder.
  3. Mit klarem Wasser nachtupfen und mit einem trockenen Tuch abnehmen.
  4. Auf links trocknen lassen, an einem luftigen Ort.

Gegen Geruch hilft vor allem Luft: die Jacke ein bis zwei Tage draußen im Schatten oder am offenen Fenster aufhängen, nicht in der Sonne. Rauch- und Kellergeruch brauchen manchmal mehrere Tage. Textilerfrischer nur ins Futter und nur sparsam sprühen, nie auf das Leder. Riecht die Jacke nach dem Winter im Schrank muffig, liegt die Ursache meist am Lagerort; Hinweise dazu gibt der Beitrag Muffiger Geruch im Schrank.

Regen, Wasserflecken und Trocknen

Ein Schauer schadet einer Lederjacke nicht. Schäden entstehen beim falschen Trocknen. Tupfen Sie die Tropfen mit einem Tuch ab, hängen Sie die Jacke auf einen breiten Bügel und lassen Sie sie bei Zimmertemperatur trocknen. An der Heizung oder mit dem Föhn wird Leder hart und kann brechen. Ist die Jacke durch und durch nass geworden, braucht sie nach dem Trocknen eine dünne Schicht Pflege.

Einzelne Tropfen hinterlassen auf offenporigem Leder dunkle Ränder. Wischen Sie dann das ganze betroffene Teil von Naht zu Naht mit dem nebelfeuchten Tuch gleichmäßig ab und lassen es langsam trocknen – so verläuft der Rand in der Fläche. Bei Velours genügt oft das Aufbürsten nach dem Trocknen.

Warum die Waschmaschine tabu ist

Wasser, Waschmittel und Trommelbewegung waschen die Fette aus, die das Leder weich halten. Nach dem Trocknen ist es steif, oft fleckig und kleiner; Farbe kann ausbluten, das Futter schrumpft anders als das Leder, und Einlagen lösen sich. Einzelne Hersteller geben Jacken ausdrücklich als waschbar frei – nur dann, und genau nach deren Angabe. Für waschbares Hosenleder gibt es eine eigene Anleitung: Lederhose waschen.

Wann die Jacke in die Fachreinigung gehört

  • Fett- und Ölflecken, die eingezogen sind
  • Kugelschreiber, Tinte, Farbe, auch Abfärbungen von Jeans auf hellem Leder
  • Schimmel und Stockflecken auf Leder oder Futter
  • Großflächige Wasserränder und stark nachgedunkelte Kragen
  • Helles Anilin- und Veloursleder mit Flecken jeder Art
  • Hartnäckiger Rauch- oder Schweißgeruch, der auch nach Tagen an der Luft bleibt

Wichtig ist eine Reinigung, die Leder ausdrücklich annimmt; sie fettet nach und kann oft auch nachfärben. Eigene Versuche mit Nagellackentferner, Waschbenzin oder Schmutzradierern machen aus einem Fleck meist eine helle, raue Stelle, die sich nicht mehr beheben lässt.

Aufbewahren

Lederjacken hängen auf einem breiten, geformten Bügel, damit die Schultern keine Beulen bekommen, und mit etwas Luft zu den Nachbarn. Als Staubschutz taugt eine Hülle aus Stoff. In einer Plastikhülle staut sich Feuchtigkeit, und Leder schimmelt leicht. Vor der Sommerpause abwischen, auslüften und nur trocken wegräumen.

Häufige Fragen

Kann man eine Lederjacke in der Waschmaschine waschen?

Nein, außer der Hersteller gibt sie ausdrücklich dafür frei. Normales Bekleidungsleder wird in der Maschine hart, fleckig und kann einlaufen.

Womit reinige ich eine Lederjacke am besten?

Glattleder mit einem nebelfeuchten Tuch und einem Lederreiniger, Velours und Nubuk trocken mit Bürste und Radierer. Hausmittel wie Essig, Öl oder Spülmittel schaden eher.

Wie oft muss eine Lederjacke gepflegt werden?

Ein- bis zweimal im Jahr genügt bei Glattleder, zusätzlich nach einem kräftigen Regenguss. Abstauben und Auslüften nach dem Tragen ersetzen viele Reinigungen.

Wie bekomme ich den Geruch aus einer gebrauchten Lederjacke?

Mehrere Tage im Schatten lüften, das Futter feucht abtupfen und trocknen lassen. Bleibt der Geruch, sitzt er im Leder oder in den Einlagen – dann hilft nur die Lederreinigung.

Was tun, wenn die Lederjacke nass geworden ist?

Abtupfen, auf einen breiten Bügel hängen, bei Zimmertemperatur trocknen lassen und anschließend dünn pflegen. Keine Heizung, kein Föhn.