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Kondenswasser am Fenster: Ursachen und was hilft

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Beschlagene Fensterscheibe, an der Kondenswasser in Tropfen herabläuft
Beschlägt die Scheibe innen, ist die Raumluft zu feucht oder die Scheibe zu kalt
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie Kondenswasser entsteht
  2. Kondenswasser innen an der Scheibe
  3. Kondenswasser außen an der Scheibe
  4. Feuchtigkeit zwischen den Scheiben
  5. Was hilft
  6. Was nicht hilft
  7. Schimmel am Fensterrahmen
  8. Wenn die Fenster alt sind
  9. Häufige Fragen

Kondenswasser am Fenster entsteht, wenn feuchte, warme Raumluft an der kalten Scheibe abkühlt und das Wasser, das sie trägt, nicht mehr halten kann. Beschlagen Scheiben morgens innen, ist meist die Luftfeuchte zu hoch oder die Verglasung alt. Das Gegenmittel ist regelmäßiges Stoßlüften und ausreichendes Heizen. Beschlägt die Scheibe außen, ist das bei modernen Fenstern dagegen meist ein gutes Zeichen. Und Feuchtigkeit zwischen den Scheiben lässt sich nur mit einer neuen Scheibe beheben.

Wie Kondenswasser entsteht

Luft kann umso mehr Wasserdampf aufnehmen, je wärmer sie ist. Kühlt sie ab, steigt ihre relative Feuchte, bis sie bei einer bestimmten Temperatur – dem Taupunkt – Wasser abgibt. Die Fensterscheibe ist im Winter meist die kälteste Fläche im Raum. Dort fällt das Wasser zuerst aus: als Beschlag, als Tropfen, die an der Scheibe herunterlaufen, und als kleine Pfützen auf dem Rahmen.

Ob das passiert, hängt von zwei Dingen ab: wie feucht die Raumluft ist und wie kalt die Scheibe. Je mehr Feuchtigkeit im Raum und je schlechter die Verglasung dämmt, desto eher beschlägt das Fenster.

Kondenswasser innen an der Scheibe

Dies ist der häufigste und der wichtigste Fall. Typische Ursachen:

  • Zu hohe Luftfeuchte, etwa im Schlafzimmer nach der Nacht, in der Küche beim Kochen oder im Bad nach dem Duschen.
  • Alte Verglasung: Einfachscheiben und ältere Isolierverglasungen werden innen deutlich kälter als moderne Wärmeschutzverglasung.
  • Kalter Glasrand: Selbst bei guten Fenstern ist der Rand der Scheibe kühler als die Mitte, weil dort der Abstandhalter sitzt. Kondenswasser nur am unteren Rand ist deshalb häufig und für sich kein Mangel.
  • Keine warme Luft am Fenster: Tiefe Laibungen, zugezogene Vorhänge, eine breite Fensterbank über dem Heizkörper oder Möbel davor halten die Wärme von der Scheibe fern.
  • Kühle Räume, die kaum oder gar nicht beheizt werden.
  • Viele Pflanzen auf der Fensterbank: Sie geben über Blätter und feuchte Erde Wasser ab, und zwar genau dort, wo die Luft am kältesten ist. Wer morgens regelmäßig nasse Scheiben hat, sollte einige Töpfe probeweise an einen anderen Platz stellen.

Ein wenig Beschlag am frühen Morgen, der nach dem Lüften verschwindet, ist in vielen Wohnungen normal. Kritisch wird es, wenn täglich Wasser auf dem Rahmen steht, die Scheiben tagsüber beschlagen bleiben oder sich schwarze Punkte an Dichtungen und Ecken zeigen.

Kondenswasser außen an der Scheibe

Beschlägt die Scheibe außen, vor allem morgens nach klaren, kalten Nächten, ist das bei Zwei- und Dreifachverglasung meist ein Zeichen, dass sie gut dämmt: Es geht so wenig Wärme nach außen, dass die äußere Scheibe kälter wird als die Außenluft, und die Feuchtigkeit der Außenluft schlägt sich dort nieder. Das trocknet im Lauf des Vormittags von selbst ab und ist kein Grund zur Sorge.

Feuchtigkeit zwischen den Scheiben

Zeigen sich Beschlag oder Schlieren zwischen den Gläsern einer Isolierverglasung, ist der Randverbund undicht. Feuchte Luft ist in den Zwischenraum gelangt, und die Scheibe hat ihre Dämmwirkung zum Teil verloren. Abwischen oder Trocknen ist nicht möglich. Die Scheibe muss ausgetauscht werden, oft genügt dafür das Glas, ohne dass der Rahmen ersetzt wird. In der Mietwohnung ist das Sache des Vermieters.

Was hilft

  1. Stoßlüften. Morgens nach dem Aufstehen und mehrmals über den Tag die Fenster weit öffnen, im Winter einige Minuten. Die Einzelheiten stehen im Beitrag Richtig lüften.
  2. Ausreichend heizen. Kalte Räume sind anfälliger. Das Schlafzimmer nicht völlig auskühlen lassen, die Tür zu warmen Räumen geschlossen halten.
  3. Wärme ans Fenster lassen. Vorhänge nachts nicht bis auf die Fensterbank über dem Heizkörper ziehen, den Heizkörper nicht zustellen.
  4. Feuchtequellen reduzieren. Wäsche nicht im Wohnraum trocknen, beim Kochen Deckel und Dunstabzug nutzen, Badtür nach dem Duschen geschlossen halten.
  5. Wasser morgens abwischen. Stehendes Wasser auf dem Rahmen mit einem saugfähigen Tuch oder einem Fenstersauger aufnehmen, bevor es in Dichtungen und Holz zieht.
  6. Luftfeuchte messen. Ein Hygrometer zeigt, ob der Raum dauerhaft über 60 % liegt. Wie Sie gegensteuern, lesen Sie unter Luftfeuchtigkeit senken.

Ein Fenstersauger nimmt das Wasser morgens schnell auf und landet direkt im Tank statt im Lappen.

Was nicht hilft

Tropfen einfach laufen lassen, bis sie verdunsten: Das Wasser gelangt in Silikonfugen, Dichtungen und Holzrahmen, und der Raum wird feuchter. Das Fenster dauerhaft kippen: Es kühlt Laibung und Rahmen noch weiter aus und verlagert das Problem nur. Und Anti-Beschlag-Mittel verhindern allenfalls, dass die Scheibe milchig wird – die Feuchtigkeit in der Raumluft bleibt und schlägt sich dann eben am Rahmen oder in der Laibung nieder.

Schimmel am Fensterrahmen

Wo regelmäßig Kondenswasser steht, siedelt sich bald Schimmel an: an der Gummidichtung, in den Ecken des Rahmens, an der Silikonfuge zur Fensterbank und in der Laibung. Kleine, oberflächliche Flecken entfernen Sie mit FFP2-Maske, Handschuhen und 70–80-prozentigem Alkohol. Hat sich der Schimmel ins Silikon gefressen, muss die Fuge erneuert werden, wie im Beitrag Schimmel an der Silikonfuge beschrieben. Größere Flächen an der Wand gehören in die Hand eines Fachbetriebs; die Übersicht steht unter Schimmel in der Wohnung.

Wenn die Fenster alt sind

Einfachverglaste oder sehr alte Fenster beschlagen auch bei gutem Lüften leicht. Eine Thermofolie für das Fenster schafft ein zusätzliches Luftpolster und hebt die Temperatur der inneren Oberfläche etwas an. Wer seine Fenster abdichtet, etwa mit einem Dichtungsband, muss danach öfter lüften, weil der unkontrollierte Luftaustausch durch Ritzen wegfällt. Neue Fenster verringern das Kondenswasser an der Scheibe meist deutlich; im Gegenzug wird die Wand zur kältesten Stelle, und das Lüften wird noch wichtiger.

Häufige Fragen

Warum beschlagen meine Fenster innen?

Weil die Raumluft mehr Feuchtigkeit trägt, als sie an der kalten Scheibe halten kann. Meist ist die Luftfeuchte zu hoch, der Raum zu kühl oder die Verglasung alt. Regelmäßiges Stoßlüften und ausreichendes Heizen helfen am meisten.

Ist Kondenswasser außen am Fenster ein Mangel?

In der Regel nicht. Bei moderner Zwei- oder Dreifachverglasung ist es ein Zeichen, dass kaum Wärme nach außen dringt. Der Beschlag verschwindet im Lauf des Tages.

Was tun bei Feuchtigkeit zwischen den Scheiben?

Der Randverbund der Isolierverglasung ist undicht. Die Scheibe muss ersetzt werden; in der Mietwohnung melden Sie den Schaden dem Vermieter.

Hilft ein Luftentfeuchter gegen Kondenswasser am Fenster?

Er senkt die Luftfeuchte und damit auch den Beschlag. Regelmäßiges Lüften ersetzt er aber nur in Ausnahmefällen; in bewohnten Räumen ist es die günstigere und wirksamere Lösung.