Kliniktasche packen: Liste für Geburt und Wochenbett

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Eine Kliniktasche packen Sie am besten vier bis sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, sodass sie ab etwa der 36. Schwangerschaftswoche griffbereit steht. Hinein gehören die Unterlagen, bequeme Sachen für die Geburt, Kleidung und Pflege für die Tage auf der Wochenstation, eine Garnitur für das Baby und ein paar Dinge für die Begleitperson. Die folgende Liste ist nach diesen Bereichen geordnet. Sie ist eine Packliste und ersetzt keine medizinische Beratung – Fragen zu Geburt und Wochenbett beantworten Hebamme, Frauenarztpraxis und Klinik.
Wann packen – und warum zwei Taschen
Kinder halten sich selten an den Termin. Wer früh packt, muss im Ernstfall nur noch Ladekabel und Kulturbeutel dazulegen. Hat Ihre Ärztin oder Hebamme Ihnen geraten, früher vorbereitet zu sein, etwa bei Mehrlingen, richten Sie sich danach.
Bewährt hat sich die Aufteilung auf zwei Gepäckstücke:
- Eine kleine Tasche für die Geburt mit Unterlagen und allem, was Sie im Kreißsaal brauchen. Sie kommt sofort mit.
- Eine größere Tasche für die Wochenstation, die im Auto bleiben oder von der Begleitperson nachgebracht werden kann.
Das hat einen praktischen Grund: Im Kreißsaal ist wenig Platz, und niemand möchte unter der Geburt nach Papieren suchen. Legen Sie obenauf einen Zettel mit den Dingen, die erst im letzten Moment hineinkommen. Stellen Sie die Taschen dorthin, wo auch andere sie finden, und sagen Sie der Begleitperson, wo sie stehen.
Fragen Sie bei der Anmeldung zur Geburt, was die Klinik stellt. Viele Häuser haben Babykleidung, Windeln, Vorlagen und Handtücher für den Aufenthalt, andere erwarten, dass Sie einen Teil mitbringen. Bei einer ambulanten Geburt oder im Geburtshaus fällt die zweite Tasche entsprechend kleiner aus.
Unterlagen und Papiere
Die Unterlagen gehören in eine Mappe ganz oben in der kleinen Tasche:
- Mutterpass
- Versichertenkarte der Krankenkasse, bei Privatversicherten die Versicherungsunterlagen
- Personalausweis oder Reisepass
- Einweisungsschein oder Anmeldeunterlagen der Klinik, falls Sie welche bekommen haben
- Allergiepass, Medikamentenplan, Blutgruppenausweis, soweit vorhanden
- Kontaktdaten der Hebamme für die Nachsorge und der Kinderarztpraxis
Für die Anmeldung der Geburt beim Standesamt, die viele Kliniken für Sie weiterleiten, kommen dazu:
- bei verheirateten Eltern das Familienstammbuch oder die Heiratsurkunde
- bei nicht verheirateten Eltern die Geburtsurkunde der Mutter sowie, falls bereits erfolgt, die Urkunden über Vaterschaftsanerkennung und gemeinsame Sorge
- die Ausweise beider Eltern
Welche Papiere genau verlangt werden und ob Originale nötig sind, unterscheidet sich je nach Standesamt und Lebenssituation, etwa bei ausländischen Urkunden. Erkundigen Sie sich rechtzeitig beim Standesamt oder in der Klinik. Stecken Sie Kopien ein und lassen Sie Originale, die nicht gebraucht werden, zu Hause; wo wichtige Dokumente dort gut liegen, steht unter Unterlagen aufbewahren.
Für die Geburt
Im Kreißsaal zählt Bequemlichkeit. Die Klinik stellt in der Regel ein Hemd; viele Frauen fühlen sich in eigenen Sachen wohler.
- 1–2 weite, lange T-Shirts oder ein Nachthemd, das vorn zu öffnen ist und schmutzig werden darf
- Bademantel oder lange Strickjacke für Wege über den Flur
- warme Socken und rutschfeste Hausschuhe oder Badelatschen
- Haargummi oder Haarband, Brille statt Kontaktlinsen
- Lippenpflege
- Getränke in einer Flasche mit Trinkverschluss und kleine Snacks wie Müsliriegel, Trockenobst oder Traubenzucker – ob und was Sie unter der Geburt essen dürfen, sagt Ihnen das Team im Kreißsaal
- Musik und Kopfhörer, wenn Ihnen das guttut
- Handy und Ladekabel, am besten mit langem Kabel oder Powerbank
- ein kleines Kissen oder Stillkissen, wenn Sie Ihres gewohnt sind
Schmuck, größere Geldbeträge und Wertsachen bleiben zu Hause. Ob Sie für die Geburt Nagellack oder Piercings entfernen sollen, erfahren Sie von der Klinik.
Für die Tage auf der Wochenstation
Wie lange Sie bleiben, hängt vom Verlauf ab; packen Sie für drei bis vier Tage, und lassen Sie sich bei Bedarf Nachschub bringen.
Kleidung
- 2–3 Nachthemden oder Schlafanzüge, vorn zu öffnen, wenn Sie stillen möchten
- 2–3 bequeme Hosen mit weichem Bund und weite Oberteile
- 5–6 große, bequeme Baumwollslips, die bei 60 °C waschbar sind oder weggeworfen werden können
- 2 Still-BHs oder weiche Bustiers und Stilleinlagen
- warme Socken
- Kleidung für den Heimweg – die Sachen aus der mittleren Schwangerschaft passen in der Regel besser als die von vorher
Pflege
- Kulturbeutel mit Zahnbürste, Zahnpasta, Duschgel, Shampoo, Haarbürste, Deo – möglichst mild und wenig parfümiert
- 2 Handtücher und Waschlappen, falls die Klinik keine stellt
- Vorlagen fürs Wochenbett, wenn die Klinik sie nicht ausgibt
- Taschentücher, Lippenpflege, Handcreme
- Ohrstöpsel und Schlafmaske für das Mehrbettzimmer
Sonstiges
- Ladekabel und Mehrfachstecker oder Verlängerung, denn die Steckdose ist selten am Bett
- Kleingeld für Automaten und Parkhaus
- etwas zu lesen, Notizbuch und Stift für Fragen an Hebamme und Ärzte
- ein Beutel für Schmutzwäsche
Fürs Baby
In der Klinik wird das Baby meist mit Kleidung und Windeln des Hauses versorgt. Sie brauchen deshalb vor allem die Garnitur für die Heimfahrt:
- 1–2 Bodys in Größe 50/56
- 1 Strampler oder Hose mit Füßen und ein Oberteil
- 1 Jäckchen
- 1 Mützchen, 1 Paar Socken
- je nach Jahreszeit ein dünner oder warmer Anzug für draußen
- 2 Mullwindeln als Spucktuch
- eine Decke
- 2–3 Windeln in der kleinsten Größe für unterwegs
Legen Sie zwei Größen bereit, wenn Sie unsicher sind, und waschen Sie alles vorher. Welche Kleidung Sie darüber hinaus zu Hause brauchen, steht in der Liste zur Baby-Erstausstattung.
Die Babyschale gehört nicht in die Tasche, aber auf die Liste: Sie sollte vor der Geburt gekauft und einmal probeweise im Auto befestigt worden sein. Dicke Anzüge kommen nicht unter den Gurt; legen Sie stattdessen die Decke über das angeschnallte Kind. Worauf es beim Einbau ankommt, lesen Sie unter Babyschale. Wer mit Taxi oder Bus heimfährt, klärt vorher, wie das Kind gesichert wird.
Für die Begleitperson
Eine Geburt kann viele Stunden dauern, und die Begleitperson soll durchhalten können, ohne den Raum lange zu verlassen.
- bequeme Kleidung und ein Wechselshirt, denn im Kreißsaal ist es warm
- Hausschuhe oder saubere Turnschuhe
- Essen und Trinken für mehrere Stunden
- Kleingeld für Parkhaus und Automaten
- Handy, Ladekabel, Liste mit Telefonnummern derer, die benachrichtigt werden sollen
- Zahnbürste und Wechselwäsche, falls ein Familienzimmer geplant ist
- Kamera, wenn nicht das Handy reicht
Besprechen Sie vorher, wer die Geschwister oder Haustiere versorgt und wie Sie zur Klinik kommen – Strecke, Parkplatz, der richtige Eingang bei Nacht.
Was Sie zu Hause lassen können
- große Mengen Babykleidung und Windeln
- Milchpumpe, Fläschchen, Sterilisator – was davon nötig wird, stellt oder zeigt die Klinik
- Bücherstapel und Laptop-Arbeit
- Schmuck und Wertsachen
- enge Kleidung von vor der Schwangerschaft
Zu Hause lohnt es sich dagegen, vor der Abfahrt das Bett frisch zu beziehen, den Kühlschrank mit haltbaren Dingen zu füllen und die Babykleidung zu waschen; Hinweise dazu finden Sie unter Babykleidung waschen.
Häufige Fragen
Ab welcher Schwangerschaftswoche sollte die Kliniktasche fertig sein?
Ab etwa der 36. Woche sollte sie bereitstehen, also vier bis sechs Wochen vor dem errechneten Termin. Wer zu einer frühen Geburt neigt oder Mehrlinge erwartet, packt nach Absprache mit Ärztin oder Hebamme früher.
Wie groß sollte die Kliniktasche sein?
Eine Reisetasche oder ein kleiner Koffer für drei bis vier Tage reicht, dazu ein Rucksack oder Beutel für den Kreißsaal. Große Koffer finden im Zimmer selten Platz.
Was braucht das Baby im Krankenhaus?
Meist nur die Kleidung für den Heimweg, eine Decke und die Babyschale im Auto. Windeln und Kleidung für den Aufenthalt stellen viele Kliniken; fragen Sie bei der Anmeldung nach.
Welche Unterlagen sind am wichtigsten?
Mutterpass, Versichertenkarte und Ausweis. Die Papiere für die Geburtsurkunde lassen sich notfalls nachreichen, ersparen Ihnen aber einen zusätzlichen Weg, wenn sie gleich dabei sind.
Was packe ich für einen geplanten Kaiserschnitt anders?
Die Liste bleibt im Kern gleich. Rechnen Sie mit einem etwas längeren Aufenthalt und nehmen Sie Hosen und Slips mit hohem, weichem Bund mit. Alles Weitere bespricht die Klinik mit Ihnen im Vorgespräch.



