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Baby-Erstausstattung: die Liste ohne Überflüssiges

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Babykleidchen hängen an einer Wäscheleine
Für die ersten Wochen genügt weniger Kleidung, als viele Listen vorsehen
Inhalt10 Abschnitte
  1. So nutzen Sie die Liste
  2. Kleidung in Größe 50/56
  3. Schlafen
  4. Wickeln
  5. Unterwegs
  6. Stillen oder Flasche
  7. Pflege und Hausapotheke
  8. Was Sie nicht brauchen
  9. Wann alles bereitstehen sollte
  10. Häufige Fragen

Die Baby-Erstausstattung ist kürzer, als die Listen der Händler vermuten lassen. Wirklich fertig sein muss vor der Geburt nur, was Sie in den ersten ein bis zwei Wochen brauchen: etwas zum Anziehen, ein sicherer Schlafplatz, ein Wickelplatz, eine Babyschale für die Heimfahrt und ein paar Pflegeartikel. Die folgende Liste ist nach Kategorien geordnet; die Stückzahlen sind Richtwerte für einen Haushalt, der alle zwei bis drei Tage wäscht.

So nutzen Sie die Liste

Gehen Sie die Kategorien einmal durch und markieren Sie, was Sie schon haben, geliehen bekommen oder geschenkt bekommen werden. Erst der Rest kommt auf den Einkaufszettel. Drei Grundsätze sparen Geld und Platz:

  • Knapp kaufen. Sie können fast alles innerhalb eines Tages nachbesorgen. Zu viel in der kleinsten Größe ist der häufigste Fehlkauf.
  • Wünsche weitergeben. Verwandte schenken gern; eine konkrete Liste verhindert den fünften Kuschelhasen.
  • Vor dem ersten Tragen waschen. Das gilt für neue wie gebrauchte Kleidung, Schlafsäcke und Bettwäsche. Mittel und Temperatur stehen unter Babykleidung waschen.

Dieser Beitrag ist als reine Checkliste gedacht. Die Begründungen im Einzelnen – Schlafplatz, Wickelplatz-Varianten, gebraucht oder neu – finden Sie ausführlich unter Baby-Grundausstattung fürs Kinderzimmer.

Kleidung in Größe 50/56

Die Größe entspricht der Körperlänge in Zentimetern. Viele Neugeborene passen bei der Geburt in 50 oder 56 und sind nach wenigen Wochen herausgewachsen; große Babys tragen von Anfang an 62. Kaufen Sie deshalb in 50/56 nur das Nötige und halten Sie einige Teile in 62 bereit.

TeilStückzahl (Richtwert)Hinweis
Bodys6–8Wickelbodys müssen nicht über den Kopf gezogen werden; je nach Jahreszeit kurz- oder langärmlig
Strampler oder Hosen mit Fuß5–6mit Druckknöpfen im Schritt
Langarmshirts oder dünne Pullover4–6weiter Halsausschnitt oder Knöpfe an der Schulter
Schlafanzüge2–3einteilig; entfällt, wenn im Strampler geschlafen wird
Jäckchen1–2zum Überziehen, leicht zu öffnen
Socken4–5 Paardazu im Winter 1–2 Paar dicke
Mützchen1–2 dünneim Winter zusätzlich eine warme, im Sommer ein Sonnenhut
Anzug für draußen1im Winter ein Overall für den Kinderwagen, im Sommer eine dünne Jacke

Praktisch sind Teile, die sich vorn oder seitlich öffnen lassen, aus weicher Baumwolle und ohne Knöpfe, Schleifen und Kordeln am Hals. Schuhe braucht ein Baby nicht. Für Sommerkinder fällt die Liste dünner aus, für Winterkinder kommen eine Wolldecke für den Kinderwagen und Fäustlinge dazu.

Schlafen

Die Empfehlungen für eine sichere Schlafumgebung sind seit Jahren dieselben: Das Baby schläft in Rückenlage im eigenen Bett im Schlafzimmer der Eltern, in einem passenden Schlafsack, auf einer festen Matratze, in rauchfreier Umgebung und nicht zu warm – als Richtwert für die Raumtemperatur gelten 16–18 °C. Kissen, Decken, Nestchen, Felle und Kuscheltiere bleiben aus dem Bett. Daraus ergibt sich eine kurze Liste:

  • Schlafplatz: Beistellbett, Wiege oder Gitterbett
  • Matratze: fest, passgenau ohne Spalt am Rand, am besten neu
  • 2 Babyschlafsäcke in passender Größe; der Halsausschnitt darf nicht größer sein als der Kopf
  • 2–3 Spannbettlaken
  • 2 wasserdichte, waschbare Matratzenauflagen

Mehr brauchen Sie nicht. Wie Sie das Zimmer später gestalten, wenn das Baby umzieht, lesen Sie unter Babyzimmer einrichten.

Wickeln

Ein Neugeborenes wird am Tag viele Male gewickelt. Der Wickelplatz sollte eine Höhe haben, bei der Sie aufrecht stehen, und alles in Griffweite, damit Sie das Kind nie loslassen müssen.

  • Wickelplatz: Kommode mit Aufsatz, Wandwickeltisch oder ein Aufsatz für Badewanne oder Waschmaschine
  • Wickelauflage, abwaschbar, mit erhöhtem Rand
  • 2–3 Bezüge oder Handtücher für die Auflage
  • Windeln in der kleinsten Größe: ein bis zwei Pakete, nicht mehr – die Größe passt oft nur kurz
  • Waschlappen oder weiche Tücher und eine Schüssel für warmes Wasser; Feuchttücher für unterwegs
  • Wundschutzcreme, parfümfrei
  • Windeleimer mit Deckel; ein normaler Treteimer genügt
  • 6–10 Mullwindeln als Spucktuch, Unterlage und Sonnenschutz

Wer mit Stoffwindeln wickeln will, braucht statt der Wegwerfwindeln ein eigenes System; lassen Sie sich dazu beraten, bevor Sie einen großen Satz kaufen.

Unterwegs

  • Babyschale fürs Auto, passend zum Fahrzeug und vor der Geburt probeweise eingebaut. Ohne sie dürfen Sie das Kind nicht im Auto mitnehmen. Worauf es bei Zulassung und Einbau ankommt, steht unter Babyschale.
  • Kinderwagen mit Liegewanne, in der das Baby flach liegt, mit Matratze, Regenschutz und Sonnenschutz
  • Tragetuch oder Babytrage, wenn Sie tragen möchten; eine Trageberatung oder Ihre Hebamme zeigt die richtige Bindung
  • Wickeltasche oder ein Rucksack mit Wickelunterlage, zwei Windeln, Tüchern, Wechselbody und Mullwindel
  • Decke für den Kinderwagen

Dicke Jacken und Overalls gehören nicht unter den Gurt der Babyschale, weil der Gurt dann nicht eng anliegt. Schnallen Sie das Baby in normaler Kleidung an und legen Sie eine Decke über die Gurte.

Stillen oder Flasche

Was Sie brauchen, hängt davon ab, wie Ihr Kind ernährt wird – und das zeigt sich oft erst nach der Geburt. Kaufen Sie deshalb zunächst nur die Grundlage.

Wenn Sie stillen möchten:

  • 2–3 Still-BHs, erst gegen Ende der Schwangerschaft gekauft
  • Stilleinlagen
  • ein Stillkissen, wenn es Ihnen beim Sitzen hilft
  • eine Milchpumpe nur bei Bedarf; sie lässt sich leihen

Wenn Sie die Flasche geben:

  • 4–6 Flaschen mit Saugern in der kleinsten Größe
  • Flaschenbürste
  • Säuglingsanfangsnahrung; welche, besprechen Sie mit Hebamme oder Kinderarztpraxis
  • einen Topf zum Auskochen oder einen Vaporisator

Wie Sie Flaschen und Sauger sauber halten, steht unter Babyflaschen reinigen. Ob und wann ein Schnuller sinnvoll ist, klären Sie am besten mit der Hebamme; ein bis zwei in der kleinsten Größe genügen für den Anfang.

Pflege und Hausapotheke

  • Babybadewanne oder Badeeimer
  • Badethermometer
  • 2–3 Kapuzenhandtücher
  • Nagelschere mit abgerundeten Spitzen oder Feile
  • weiche Haarbürste
  • digitales Fieberthermometer

Badezusätze, Lotionen und Puder braucht gesunde Babyhaut in der Regel nicht. Was in die Hausapotheke gehört, sagt Ihnen die Hebamme oder die Kinderarztpraxis; kaufen Sie Medikamente nicht auf Verdacht.

Was Sie nicht brauchen

Diese Dinge stehen auf vielen Listen und können ohne Schaden fehlen – oder sollten es sogar:

  • Nestchen, Kopfkissen, Bettdecke, Himmel mit Stoffbahnen: im Babybett ein Risiko, kein Zubehör.
  • Feuchttücherwärmer, Flaschenwärmer, Windeleimer mit Spezialkassetten: bequem, aber entbehrlich.
  • Schuhe und Jeans in Größe 56: unpraktisch und nach drei Wochen zu klein.
  • Große Mengen Windeln und Kleidung in der kleinsten Größe.
  • Lauflernhilfen („Gehfrei“): Fachleute raten wegen der Unfallgefahr davon ab.
  • Spielzeug in größerer Zahl: Ein Neugeborenes braucht Nähe, kein Spielzeugregal.

Später fällig, aber nicht zur Erstausstattung gehörend: Hochstuhl, Babyphone, Schutzgitter, Geschirr. Dafür ist Zeit, wenn das Kind sitzt oder krabbelt.

Wann alles bereitstehen sollte

Ein guter Zeitpunkt ist vier bis sechs Wochen vor dem errechneten Termin: Kleidung gewaschen, Bett aufgebaut, Babyschale eingebaut. Dann ist auch die Tasche fürs Krankenhaus fällig; die Liste dazu finden Sie unter Kliniktasche packen.

Häufige Fragen

Wie viele Bodys braucht ein Neugeborenes?

Sechs bis acht in Größe 50/56 sind ein guter Richtwert, wenn Sie alle zwei bis drei Tage waschen. Wer seltener wäscht oder ein Kind hat, das viel spuckt, nimmt ein paar mehr.

Größe 50 oder 56 – was kaufe ich?

Im Zweifel 56 und ein, zwei Teile in 50. Zu große Kleidung lässt sich umschlagen, zu kleine passt gar nicht. Hat Ihr Arzt oder Ihre Hebamme ein eher großes Kind angekündigt, beginnen Sie mit 56 und 62.

Was kostet eine Baby-Erstausstattung?

Das hängt fast nur von Kinderwagen, Möbeln und dem Anteil an Gebrauchtem ab. Wer Kleidung und Möbel gebraucht übernimmt und nur Matratze, Babyschale und Verbrauchsartikel neu kauft, kommt mit einem Bruchteil dessen aus, was eine komplette Neuausstattung kostet.

Was sollte ich nicht gebraucht kaufen?

Die Matratze, Sauger und Schnuller sowie eine Babyschale, deren Vorgeschichte Sie nicht kennen – nach einem Unfall kann sie unsichtbar beschädigt sein.

Braucht ein Baby von Anfang an ein eigenes Zimmer?

Nein. Empfohlen wird, dass das Baby im ersten Lebensjahr im eigenen Bett im Elternschlafzimmer schläft. Ein Kinderzimmer können Sie in Ruhe später einrichten.