Grillrost reinigen: Edelstahl, Gusseisen und emailliert

Inhalt9 Abschnitte
- Welches Material hat Ihr Grillrost?
- Die Grundmethode: ausbrennen und abschaben
- Achtung bei Grillbürsten mit Drahtborsten
- Edelstahlrost gründlich reinigen
- Der Zeitungspapier-Trick
- Gusseisenrost: sauber und trotzdem geschützt
- Emaillierten Grillrost schonend reinigen
- Wann Backofenspray infrage kommt
- Häufige Fragen
Einen Grillrost reinigen Sie am einfachsten, solange er noch heiß ist: Nach dem Grillen die Hitze einige Minuten weiterlaufen lassen, bis Fett und Reste verkohlt sind, dann mit einem Schaber oder einer Grillbürste abschieben. Hartnäckiges weicht über Nacht in Wasser mit Spülmittel ein. Welche Mittel darüber hinaus erlaubt sind, hängt vom Material ab: Edelstahl verträgt viel, Gusseisen braucht Öl statt Einweichen, Emaille will sanft behandelt werden.
Welches Material hat Ihr Grillrost?
| Material | Erkennen | Gut geeignet | Besser nicht |
| Edelstahl | silbrig, rostet nicht, oft massive Stäbe | Ausbrennen, Einweichen, Natron, oft Spülmaschine | Stahlwolle auf polierten Flächen |
| Verchromter Stahl | glänzend, dünne Drähte, oft bei günstigen Grills | Einweichen, weiche Bürste | Scheuermittel, Spülmaschine – der Chrom löst sich |
| Gusseisen | schwarz, schwer, rau | Ausbrennen, heißes Wasser, Bürste, danach Öl | Einweichen, Spülmaschine, Backofenspray |
| Emailliert | glatt, glasig, oft schwarz | Ausbrennen, Einweichen, Messing- oder Nylonbürste | Drahtbürste mit Druck, Metallschaber, Temperaturschock |
Wenn Sie unsicher sind, hilft die Anleitung des Grills; Hersteller wie Weber, Napoleon oder Broil King nennen dort meist das Material und die empfohlene Pflege.
Die Grundmethode: ausbrennen und abschaben
- Nach dem Grillen weiterheizen. Beim Gas- oder Elektrogrill Deckel schließen und etwa 10 bis 15 Minuten auf höchster Stufe laufen lassen. Beim Holzkohlegrill nutzen Sie die Restglut.
- Abschaben. Die verkohlten Reste mit einem Holzschaber, einer Grillbürste oder einer zusammengeknüllten Kugel Alufolie in der Grillzange abschieben. Die Hitze schützt dabei Ihre Hände nicht: Grillhandschuhe tragen.
- Abwischen. Den Rost mit einem feuchten, gefalteten Küchenpapier in der Zange abwischen. Das nimmt Asche und lose Teile mit.
- Einölen, wenn nötig. Gusseisen und blanker Stahl bekommen danach einen dünnen Film Öl.
Diese Routine reicht an den meisten Grillabenden. Die gründliche Reinigung ist dann nur ein- bis zweimal pro Saison nötig.
Achtung bei Grillbürsten mit Drahtborsten
Grillbürsten mit Drahtborsten verlieren mit der Zeit einzelne Borsten. Diese dünnen Drahtstücke bleiben am Rost hängen, gelangen mit dem nächsten Grillgut ins Essen und können Mund, Rachen oder Darm verletzen. Solche Fälle sind aus der Notaufnahme dokumentiert. Prüfen Sie Ihre Bürste deshalb vor jedem Einsatz: Stehen Borsten ab oder fallen sie aus, gehört sie in den Müll. Nach dem Bürsten wischen Sie den Rost mit einem feuchten Tuch oder Küchenpapier ab und schauen genau hin.
Sicherer sind Reiniger ohne lose Borsten: Holzschaber, die sich mit der Zeit dem Rost anpassen, Bürsten mit Edelstahlspiralen oder Knäueln statt Einzelborsten, oder zerknüllte Alufolie. Nylonbürsten funktionieren nur am kalten Rost, weil sie schmelzen.
Edelstahlrost gründlich reinigen
Edelstahl ist das dankbarste Material. Sitzen nach dem Ausbrennen noch Krusten fest, weichen Sie den Rost über Nacht ein: in einer großen Wanne oder der Badewanne mit heißem Wasser und Spülmittel oder einem aufgelösten Spülmaschinentab. Ein altes Handtuch darunter schützt die Wanne. Am nächsten Morgen lösen sich die Reste mit einer Spülbürste.
Für hartnäckige Stellen hilft eine Paste aus Natron und wenig Wasser, die Sie auftragen, eine Stunde einwirken lassen und dann abbürsten. Passt der Rost in die Spülmaschine und erlaubt der Hersteller das, ist auch das eine Möglichkeit; dicke Krusten sollten vorher ab sein. Wie Sie das Gehäuse eines Edelstahlgrills außen pflegen, ohne Streifen zu hinterlassen, steht im Beitrag Edelstahl reinigen. Kurz gesagt: mildes Spülmittelwasser, weiches Tuch, immer in Schliffrichtung wischen.
Der Zeitungspapier-Trick
Ein alter Tipp: Den noch lauwarmen Rost in mehrere Lagen nasses Zeitungspapier einwickeln und über Nacht liegen lassen, alternativ auf feuchtes Gras legen. Die Feuchtigkeit weicht Eingebranntes auf, am nächsten Tag lässt es sich leichter abbürsten. Das funktioniert bei Edelstahl und Emaille ordentlich, wirkt aber im Grunde wie Einweichen in der Wanne, nur mit weniger Wasser. Für Gusseisen ist es nicht geeignet, weil es über Nacht Rost ansetzt.
Gusseisenrost: sauber und trotzdem geschützt
Gusseisen trägt eine eingebrannte Schicht aus Fett, die es vor Rost schützt und für Antihaft sorgt. Diese Schicht wollen Sie behalten. Deshalb gilt:
- Heiß ausbrennen und abschaben. Wie oben beschrieben, am besten mit Holzschaber oder Spiralbürste.
- Nur kurz mit Wasser. Ist mehr nötig, den abgekühlten Rost mit heißem Wasser und einer Bürste reinigen. Etwas Spülmittel schadet einer gut eingebrannten Schicht kaum, langes Einweichen dagegen schon.
- Sofort trocknen. Abtrocknen und kurz auf dem Grill oder im Ofen erhitzen, bis die Restfeuchte verdampft ist.
- Dünn einölen. Mit einem Küchenpapier einen hauchdünnen Film Öl mit hohem Rauchpunkt auftragen.
Gusseisen gehört nicht in die Spülmaschine und verträgt kein Backofenspray, denn beides löst die Schutzschicht und der Rost rostet innerhalb von Stunden. Hat sich doch Rost gebildet, bürsten Sie ihn ab und brennen den Rost neu ein wie eine Gusseisenpfanne; das Vorgehen steht im Beitrag Pfanne einbrennen. Hinweise gegen hartnäckigen Rost gibt der Beitrag Rost entfernen.
Emaillierten Grillrost schonend reinigen
Emaille ist eine glasartige Schicht auf Stahl oder Gusseisen. Sie ist glatt und leicht zu reinigen, aber spröde. Harte Schläge, Metallschaber und eine Drahtbürste mit viel Druck können Absplitterungen verursachen, an denen das Metall darunter rostet. Brennen Sie den Rost aus, bürsten Sie mit einer Messing- oder Nylonbürste und weichen Sie Hartnäckiges ein. Einen heißen Emaillerost nicht mit kaltem Wasser abschrecken, der Temperaturschock kann die Emaille reißen lassen.
Wann Backofenspray infrage kommt
Für stark verkrustete Roste aus Edelstahl oder mit Emaille greifen manche zu Backofenspray. Das kann funktionieren, ist aber stark ätzend: Handschuhe, Schutzbrille, im Freien arbeiten und danach sehr gründlich abspülen, damit keine Reste an das Grillgut kommen. Auf Gusseisen, Aluminium und verchromte Roste gehört es nicht. Einen speziellen Grillreiniger wenden Sie genauso vorsichtig an und halten sich an die Angaben auf der Flasche. Wie Sie einen Backofenrost und Bleche im Haus sauber bekommen, lesen Sie im Beitrag Backofen reinigen.
Häufige Fragen
Wie reinige ich einen Grillrost mit Hausmitteln?
Ausbrennen, abschaben, über Nacht in heißem Wasser mit Spülmittel einweichen und abbürsten. Für Reste auf Edelstahl hilft eine Paste aus Natron und Wasser. Gusseisen reinigen Sie nur mit heißem Wasser und Bürste und ölen es danach ein.
Darf ein Grillrost in die Spülmaschine?
Edelstahlroste oft, wenn sie hineinpassen und der Hersteller es erlaubt. Verchromte Roste verlieren dort ihren Chrom, Gusseisen rostet. Emaillierte Roste nur, wenn es in der Anleitung steht.
Soll ich den Rost vor oder nach dem Grillen reinigen?
Beides hat seinen Platz. Nach dem Grillen ausbrennen und abschaben, vor dem nächsten Grillen den heißen Rost kurz abbürsten und mit einem geölten Küchenpapier abwischen. So klebt das Grillgut weniger an.
Wie reinige ich den Rost eines Elektrogrills?
Wie jeden anderen Rost, aber mit ausgestecktem Gerät und ohne dass Wasser an die Heizelemente kommt. Viele Roste von Elektrogrills lassen sich herausnehmen und einweichen. Mehr zu diesen Geräten im Beitrag Elektro-Standgrill.



