Zum Inhalt springen
haushalt&wohnen

Hemden falten: für Schrank und Koffer ohne Knitter

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Gefaltete gestreifte Hemden mit Knopfleiste in Nahaufnahme
Ein gut gefaltetes Hemd übersteht Schrank und Koffer ohne tiefe Knicke
Inhalt7 Abschnitte
  1. Vor dem Falten: trocken, ausgekühlt, zugeknöpft
  2. Methode 1: Klassisch falten für den Schrank
  3. Methode 2: Mit Karton oder Faltbrett – jedes Hemd gleich groß
  4. Methode 3: Für den Koffer – Knicke abmildern
  5. Hängen oder falten?
  6. Typische Fehler
  7. Häufige Fragen

Hemden falten Sie immer nach demselben Prinzip: zuknöpfen, mit der Knopfleiste nach unten hinlegen, beide Seiten mit den Ärmeln zur Mitte einschlagen und das Paket von unten zum Kragen hochklappen. Unten stehen drei Methoden Schritt für Schritt – die klassische für den Schrank, eine mit Karton oder Faltbrett für gleichmäßige Stapel und eine für den Koffer. Ganz ohne Falten geht es nicht, aber die Knicke landen dort, wo sie nicht auffallen.

Vor dem Falten: trocken, ausgekühlt, zugeknöpft

Drei Dinge entscheiden darüber, ob ein gefaltetes Hemd später glatt aus dem Fach kommt:

  • Das Hemd muss ganz trocken sein. Restfeuchte presst jede Faltkante dauerhaft in den Stoff, und im Stapel riecht es bald muffig.
  • Nach dem Bügeln auskühlen lassen. Hängen Sie das Hemd zehn Minuten auf einen Kleiderbügel. Warmer Stoff nimmt Knicke sofort an. Wie das Bügeln selbst am schnellsten geht, steht unter Hemd bügeln.
  • Knöpfe schließen. Mindestens den obersten, den dritten und den fünften Knopf. Dann bleiben Knopfleiste und Kragen beim Falten in Form.

Sie brauchen außerdem eine glatte, saubere Fläche, etwa Tisch oder Bett. Für alle Anleitungen gilt: „oben“ ist dort, wo der Kragen liegt, „unten“ ist der Saum, „links“ und „rechts“ aus Ihrer Sicht.

Methode 1: Klassisch falten für den Schrank

  1. Hemd umdrehen. Legen Sie das zugeknöpfte Hemd mit der Knopfleiste nach unten auf die Fläche, den Kragen von Ihnen weg. Sie sehen jetzt auf den Rücken.
  2. Glatt streichen. Rücken mit den flachen Händen von der Mitte nach außen ausstreichen. Beide Ärmel gerade zur Seite auslegen.
  3. Faltlinie festlegen. Denken Sie sich auf der rechten Seite eine senkrechte Linie, die in der Mitte zwischen Kragen und Schulternaht beginnt und gerade nach unten bis zum Saum läuft.
  4. Rechte Seite einschlagen. Klappen Sie die rechte Seite entlang dieser Linie nach innen auf den Rücken. Die Seitennaht liegt jetzt ungefähr auf der Rückenmitte, der Ärmel liegt quer über dem Hemd und zeigt nach links.
  5. Rechten Ärmel zurücklegen. Fassen Sie den Ärmel an der Schulter und klappen Sie ihn schräg nach unten, sodass er gerade nach unten zeigt und in ganzer Länge auf dem eingeschlagenen Streifen liegt. An der Schulter entsteht dabei ein kleines Dreieck. Ragt die Manschette über den Saum hinaus, schlagen Sie sie nach oben um.
  6. Linke Seite ebenso. Gleiche Linie, gleiche Bewegung, spiegelverkehrt. Vor Ihnen liegt ein langes, schmales Rechteck, etwas breiter als der Kragen, mit geraden Kanten links und rechts.
  7. Von unten hochklappen. Fassen Sie den Saum und klappen Sie das untere Drittel nach oben. Dann klappen Sie dieses Paket noch einmal nach oben, sodass der Saum knapp unterhalb des Kragens liegt. Bei kurzen Hemden genügt es, einmal in der Mitte zu falten.
  8. Umdrehen und richten. Das Paket wenden, sodass Kragen und Knopfleiste oben liegen. Kragen rund ausrichten, fertig.

Die erste Faltlinie bestimmt alles: Je näher am Kragen Sie einschlagen, desto schmaler wird das Paket. Richten Sie sich nach der Breite Ihres Schrankfachs und falten Sie alle Hemden gleich.

Methode 2: Mit Karton oder Faltbrett – jedes Hemd gleich groß

Eine Schablone nimmt Ihnen das Augenmaß ab. Als Karton eignet sich ein festes Stück in der Größe eines DIN-A4-Blatts, etwa die Rückwand eines Schreibblocks. Auch eine Zeitschrift in diesem Format tut es.

  1. Hemd hinlegen. Wie bei Methode 1: zugeknöpft, Knopfleiste nach unten, Kragen von Ihnen weg, Ärmel zur Seite.
  2. Karton auflegen. Hochkant mittig auf den Rücken legen, die obere kurze Kante direkt unter dem Kragenansatz. Links und rechts sollte gleich viel Stoff überstehen.
  3. Rechte Seite um den Karton schlagen. Den Stoff straff um die rechte Kartonkante nach innen klappen. Den Ärmel wie in Methode 1 gerade nach unten legen.
  4. Linke Seite um den Karton schlagen. Ebenso. Die Kartonkanten ergeben zwei schnurgerade Seiten.
  5. Unteren Teil hochklappen. Den Stoff unterhalb des Kartons nach oben falten. Ist das Stück länger als der Karton, falten Sie es zuerst zur Hälfte und dann auf den Karton.
  6. Karton herausziehen. Eine Hand flach auf das Paket legen, mit der anderen den Karton nach oben in Richtung Kragen herausziehen.
  7. Umdrehen. Kragen richten und stapeln.

Ein Faltbrett arbeitet nach demselben Prinzip, nur mit Klappen. Es besteht aus drei nebeneinanderliegenden Platten und einer unteren Klappe am Mittelteil. Sie legen das Hemd mit der Knopfleiste nach unten auf das aufgeklappte Brett, den Kragen an die obere Kante der Mittelplatte, und legen beide Ärmel gerade nach unten auf den Körper. Dann klappen Sie die linke Platte zur Mitte und wieder zurück, anschließend die rechte, zuletzt die untere Klappe nach oben und zurück.

Methode 3: Für den Koffer – Knicke abmildern

Im Koffer entstehen Knitter durch Druck und durch scharfe Kanten. Beides lässt sich mindern.

  1. Hemd vorbereiten. Zuknöpfen, Knopfleiste nach unten, Ärmel zur Seite – wie oben.
  2. Zwischenlage auflegen. Legen Sie einen Bogen Seidenpapier oder eine dünne Kunststoffhülle, wie sie die Reinigung über Kleidung zieht, auf den Rücken. An der glatten Lage rutscht der Stoff, statt sich festzuknicken; die Falten werden weicher.
  3. Seiten und Ärmel einschlagen. Wie in Methode 1, Schritte 3 bis 6, die Zwischenlage wird mit eingeschlagen.
  4. Nur einmal hochklappen. Falten Sie das Hemd einmal in der Mitte statt in Dritteln, wenn die Koffergröße es zulässt. Weniger Querfalten bedeuten weniger Bügelarbeit am Ziel.
  5. Polster in die Querfalte legen. Ein zusammengerolltes Paar Socken oder ein gerolltes T-Shirt in den Knick gelegt verhindert, dass er scharf wird.
  6. Kragen stützen. Legen Sie einen aufgerollten Gürtel oder ein Paar Socken in den Kragen, damit er nicht flach gedrückt wird. Kragenstäbchen bleiben drin.
  7. Ganz oben einpacken. Schweres wie Schuhe und Kulturbeutel nach unten und an die Rollenseite des Koffers, Hemden als letzte Lage obenauf. Zwei Hemden legen Sie gegenläufig aufeinander, sodass der Kragen des einen am Saum des anderen liegt – das Paket wird gleichmäßig dick.

Freizeithemden aus kräftigem Stoff, Flanell oder Jeans können Sie auch rollen: Seiten und Ärmel einschlagen wie in Methode 1, dann vom Saum her locker zum Kragen aufrollen.

Am Ziel hängen Sie die Hemden sofort auf einen Bügel. Leichte Falten hängen sich über Nacht aus. Weitere Wege stehen unter Glätten ohne Bügeleisen.

Hängen oder falten?

Ein gefaltetes Hemd hat immer Kanten, ein hängendes nicht. Wenn die Kleiderstange reicht, ist der Bügel für gebügelte Hemden deshalb die bessere Wahl. Falten ist sinnvoll, wenn der Schrank vor allem aus Fächern besteht, für Hemden, die selten getragen werden, für Freizeit- und Flanellhemden – und natürlich auf Reisen.

Im Fach helfen ein paar Regeln:

  • Nicht zu hoch stapeln. Vier bis fünf Hemden übereinander sind genug, sonst drückt das Gewicht die unteren platt, und der Stapel kippt.
  • Abwechselnd legen. Einmal den Kragen nach vorn, einmal nach hinten. So bleibt der Stapel gerade.

Wer bei der Gelegenheit feststellt, dass der Schrank zu voll ist: Der Beitrag Kleiderschrank ausmisten zeigt, wie Sie Platz schaffen.

Typische Fehler

  • Warm oder klamm gefaltet. Die Kanten sitzen danach fest. Hemden erst auskühlen und vollständig trocknen lassen; das beginnt schon beim Aufhängen nach dem Hemden waschen.
  • Ärmel schräg über den Rücken gelegt. Das ergibt ein ungleich dickes Paket mit einem Wulst. Die Ärmel gehören gerade nach unten.
  • Knöpfe offen gelassen. Die Vorderseite verrutscht, die Knopfleiste bekommt Wellen.
  • Im Koffer unten verstaut. Das Gewicht der übrigen Sachen bügelt die Falten regelrecht ein.

Was für Hemden gilt, funktioniert in einfacherer Form auch bei T-Shirts; drei Methoden dafür stehen im Beitrag T-Shirt falten.

Häufige Fragen

Wie faltet man ein Hemd, ohne dass es knittert?

Ganz ohne Faltkanten geht es nicht. Am wenigsten knittert ein Hemd, das trocken und ausgekühlt ist, zugeknöpft gefaltet wird, nur einmal quer geknickt wird und im Stapel oder Koffer oben liegt. Eine Zwischenlage aus Seidenpapier macht die Knicke weicher.

Faltet man Hemden mit der Knopfleiste nach oben oder nach unten?

Beim Falten liegt die Knopfleiste unten, Sie arbeiten auf dem Rücken. Erst das fertige Paket wird umgedreht, sodass Kragen und Knopfleiste oben liegen und alle Falzkanten auf der Rückseite verschwinden.

Wie groß muss der Karton zum Falten sein?

Ein Stück in DIN-A4-Größe, also etwa 21 × 30 cm, passt für die meisten Hemden und Schrankfächer. Wichtig ist nur, dass Sie für alle Hemden denselben verwenden.

Kann man Hemden auch aufrecht in die Schublade stellen?

Ja, dafür falten Sie das fertige Paket noch einmal quer, sodass es von selbst steht, und stellen die Hemden nebeneinander. Das ist übersichtlich, bringt aber eine zusätzliche Querfalte.