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Etiketten und Klebereste entfernen

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Viele leere Einmachgläser ohne Etiketten dicht nebeneinander
Mit etwas Wärme und Speiseöl lösen sich Etiketten und Klebereste von Gläsern
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum Etiketten so hartnäckig kleben
  2. Was Sie brauchen
  3. Schritt für Schritt: Etikett und Kleber ablösen
  4. Etiketten von Gläsern und Flaschen
  5. Kunststoff, lackierte Flächen und Elektrogeräte
  6. Waschbenzin: nur mit Vorsicht
  7. Aufkleber auf Holz, Papier und Textil
  8. Und das Pflegeetikett in der Kleidung?
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Etiketten entfernen Sie am schonendsten mit Wärme: Föhn auf die warme Stufe, einige Sekunden auf das Etikett halten und es dann langsam und flach abziehen. Bleiben Klebereste zurück, reiben Sie sie auf Glas, Metall und Keramik mit etwas Speiseöl ein und wischen sie nach ein paar Minuten ab. Stärkere Mittel wie Spiritus oder Waschbenzin brauchen Sie selten, und auf lackierten Flächen oder Kunststoff sollten Sie sie immer erst an einer unauffälligen Stelle ausprobieren.

Warum Etiketten so hartnäckig kleben

Die meisten Preis- und Produktetiketten tragen einen Haftkleber, der auch nach Jahren nicht ganz aushärtet. Das ist der Grund, warum er beim Abziehen Fäden zieht und als klebriger Film zurückbleibt. Papieretiketten reißen außerdem leicht, sodass eine Papierschicht auf dem Kleber sitzen bleibt. Wärme macht den Kleber weicher, Fett und Öl unterwandern ihn, und Lösungsmittel lösen ihn auf. Daraus ergibt sich die Reihenfolge: erst das Mildeste, dann schrittweise stärker.

Was Sie brauchen

  • einen Föhn
  • einen Kunststoffschaber, eine alte Kundenkarte oder einen Ceranfeldschaber für Glas
  • Speiseöl (Sonnenblumen- oder Rapsöl) und Natron
  • Spülmittel und warmes Wasser
  • für hartnäckige Reste: Spiritus, Isopropanol oder Waschbenzin
  • weiche Tücher, gegebenenfalls Haushaltshandschuhe

Schritt für Schritt: Etikett und Kleber ablösen

  1. Anwärmen. Den Föhn auf mittlere Stufe stellen und das Etikett aus etwa zehn Zentimetern Abstand 20 bis 60 Sekunden erwärmen. Bei Kunststoff nicht zu heiß, sonst verzieht er sich.
  2. Ecke anheben. Mit dem Fingernagel oder einem Kunststoffschaber eine Ecke lösen.
  3. Flach abziehen. Das Etikett langsam und möglichst flach zur Oberfläche abziehen, nicht steil nach oben. Stockt es, noch einmal nachwärmen.
  4. Klebereste einölen. Etwas Speiseöl auf die Reste geben, mit dem Finger verteilen und fünf bis zehn Minuten einwirken lassen. Das Öl kriecht unter den Kleber.
  5. Abreiben. Die gelösten Reste mit einem Tuch oder dem Schaber abnehmen. Bei zähen Resten einen Teelöffel Natron mit etwas Öl zu einer Paste mischen und damit reiben; das Natron wirkt als sehr feines Putzmittel.
  6. Entfetten. Zum Schluss mit warmem Spülmittelwasser abwaschen, damit kein Ölfilm bleibt.

Reichen Wärme und Öl nicht aus, kommen die Lösungsmittel an die Reihe. Dazu ein Tuch mit Spiritus oder Isopropanol tränken, kurz auflegen und reiben. Waschbenzin löst besonders zähe Kleber, riecht aber stark.

Etiketten von Gläsern und Flaschen

Für Einmachgläser, Marmeladengläser und Flaschen ist ein Wasserbad am bequemsten. Legen Sie die Gläser über Nacht in warmes Wasser mit einem Schuss Spülmittel oder einem Esslöffel Natron je Liter. Papieretiketten weichen dabei durch und lassen sich am nächsten Morgen abrubbeln. Kunststoffetiketten lösen sich im Wasser nicht; hier helfen Föhn und Öl.

Auf glattem Glas ist ein Ceranfeldschaber das beste Werkzeug: Die Klinge flach ansetzen und die Reste abschieben. Auf Glas darf auch Spiritus zum Einsatz kommen, er hinterlässt keine Schlieren. Keine Stahlwolle und keine Scheuermilch – sie hinterlassen feine Kratzer, die man im Gegenlicht sieht.

Kunststoff, lackierte Flächen und Elektrogeräte

Lösungsmittel greifen viele Kunststoffe und Lacke an. Spiritus kann Acrylglas und manche Hartkunststoffe trüben oder feine Risse erzeugen, Nagellackentferner mit Aceton löst viele Kunststoffe und Lacke regelrecht an. Probieren Sie jedes Mittel zuerst an einer Stelle, die man nicht sieht, etwa an der Unterseite, und warten Sie ein paar Minuten. Bleibt die Oberfläche glänzend und fest, können Sie weitermachen.

Bei Kunststoffdosen, Spielzeug und Geräten genügt meist der Föhn und anschließend Öl. Isopropanol ist ein guter Mittelweg: Es verdunstet schnell und ist auf vielen Kunststoffen verträglicher als Spiritus. An Elektrogeräten vorher den Stecker ziehen und nur mit einem feuchten, nicht nassen Tuch arbeiten. Klebereste auf Bildschirmen behandeln Sie wie im Beitrag Bildschirm reinigen beschrieben, also ohne Lösungsmittel.

Waschbenzin: nur mit Vorsicht

Waschbenzin löst fast jeden Haftkleber, ist aber leicht entzündlich, und seine Dämpfe sind schwerer als Luft. Verwenden Sie es nur bei offenem Fenster, in kleinen Mengen auf einem Tuch, fern von Kerzen, Gasherd, Zigaretten und anderen Zündquellen. Getränkte Tücher lassen Sie im Freien ausdünsten, bevor sie in den Restmüll kommen. Kinder sollten dabei nicht mithelfen.

Aufkleber auf Holz, Papier und Textil

Holz: Ob Sie Flüssigkeit verwenden dürfen, hängt von der Oberfläche ab. Auf lackiertem Holz funktionieren Föhn und ein Tropfen Öl meist gut; Lösungsmittel können den Lack matt machen. Geöltes oder unbehandeltes Holz saugt Öl und Lösungsmittel auf und bekommt dunkle Flecken. Hier nur mit Wärme arbeiten, die Reste mit einem Radiergummi oder einem Stück Kreppband abtupfen und die Stelle danach wie die übrige Fläche nachbehandeln. Wie Sie Holz wieder auffrischen, steht unter Kratzer in Holzmöbeln entfernen.

Papier und Bücher: Preisschilder auf Buchumschlägen lösen Sie mit dem Föhn auf niedriger Stufe, und zwar sehr langsam. Glänzende, beschichtete Umschläge vertragen einen Hauch Waschbenzin auf einem Wattestäbchen, mattes Papier nicht: Es nimmt alles auf und wird fleckig. Bleiben Klebereste, tupfen Sie sie mit einem Stück Klebeband ab, bis sie nicht mehr kleben.

Textil: Aufkleber auf Kleidung sollten Sie vor dem Waschen entfernen, denn in der warmen Wäsche verteilt sich der Kleber. Ein Eiswürfel in einem Gefrierbeutel macht den Kleber hart und spröde, danach lässt er sich vorsichtig abkratzen. Reste lösen sich oft mit etwas Spülmittel, das Sie einmassieren und auswaschen. Waschbenzin nur bei robusten Stoffen und nach einem Test an der Innennaht. Ähnlich geht es bei Kaugummi, siehe Kaugummi entfernen.

Und das Pflegeetikett in der Kleidung?

Wer nach „Etikett waschen“ sucht, meint oft die eingenähten Pflegeetiketten. Die sollten Sie nicht einfach herausschneiden, bevor Sie sich die Symbole notiert haben: Sie sagen, bei welcher Temperatur und wie das Stück gewaschen, getrocknet und gebügelt werden darf. Was die Zeichen bedeuten, erklärt der Beitrag Waschsymbole. Kratzt ein Etikett, trennen Sie die Naht mit einem Nahttrenner auf, statt knapp abzuschneiden; ein stehen gebliebener Rest kratzt meist mehr als das ganze Etikett.

Typische Fehler

  • Mit dem Messer kratzen: Auf Kunststoff und lackierten Flächen bleiben Riefen. Kunststoffschaber oder eine alte Kundenkarte reichen fast immer.
  • Zu schnell ziehen: Das Etikett reißt, und die Papierschicht bleibt auf dem Kleber sitzen.
  • Aceton ohne Test: Nagellackentferner löst Kleber, aber eben auch viele Kunststoffe und Lacke.
  • Öl stehen lassen: Auf saugenden Flächen wie unbehandeltem Holz oder Papier hinterlässt Öl dauerhafte Flecken.

Hartnäckige Kleber lösen auch spezielle Etikettenlöser auf Zitrusbasis. Sie sind meist milder als Waschbenzin, riechen angenehmer und sind ebenfalls vorher zu testen.

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Häufige Fragen

Welches Hausmittel hilft am besten gegen Klebereste?

Speiseöl. Es unterwandert den Kleber, ohne die meisten Oberflächen anzugreifen. Für zähe Reste mischen Sie es mit etwas Natron zu einer Paste. Danach mit Spülmittelwasser entfetten.

Wie bekomme ich Etiketten von Gläsern ab?

Papieretiketten weichen in warmem Wasser mit Spülmittel oder Natron über Nacht auf. Kunststoffetiketten lösen Sie mit dem Föhn, Klebereste mit Öl oder Spiritus und einem Ceranfeldschaber.

Hilft Natron allein gegen Etiketten?

Im Wasserbad hilft es beim Aufweichen von Papieretiketten, auf den Kleberesten selbst wirkt es vor allem als feines Putzmittel. Am besten funktioniert es mit Öl zusammen.

Kann ich Nagellackentferner nehmen?

Auf Glas und Metall ja. Auf Kunststoff, lackiertem Holz und Autolack nicht ohne Test, denn Aceton löst viele davon an. Es gibt acetonfreien Nagellackentferner, der milder ist, aber auch schwächer wirkt.