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Bildschirm reinigen: Fernseher, Monitor und Handy

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Schreibtisch mit Monitor, Laptop, Tastatur und Tablet
Bildschirme reinigen Sie ausgeschaltet und mit einem trockenen Mikrofasertuch
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum Bildschirme empfindlich sind
  2. Was Sie brauchen
  3. Schritt für Schritt: Fernseher und Monitor reinigen
  4. Laptop-Bildschirm reinigen
  5. Handy und Tablet
  6. Das Mikrofasertuch sauber halten
  7. Typische Fehler
  8. Wenn Flecken nicht weggehen
  9. Häufige Fragen

Einen Bildschirm reinigen Sie am schonendsten mit einem sauberen, trockenen Mikrofasertuch bei ausgeschaltetem Gerät. Reicht das nicht, feuchten Sie das Tuch leicht mit destilliertem Wasser an und wischen ohne Druck. Glasreiniger, Küchenpapier und Sprühflaschen, die direkt auf das Display zielen, sind die häufigsten Ursachen für Schlieren, stumpfe Stellen und Feuchtigkeitsschäden. Das gilt für Fernseher, Monitor und Laptop gleichermaßen; beim Handy sind die Regeln etwas großzügiger.

Warum Bildschirme empfindlich sind

Die meisten Fernseher, Monitore und viele Laptops haben keine Glasfront, sondern eine Kunststoffoberfläche mit einer entspiegelnden Beschichtung. Diese Schicht ist dünn und verträgt keine Lösungsmittel. Ammoniak und Alkohol, wie sie in vielen Glasreinigern stecken, können sie angreifen; die Folge sind matte oder fleckige Stellen, die sich nicht mehr entfernen lassen. Hersteller von Fernsehern und Monitoren raten deshalb in ihren Anleitungen meist ausdrücklich von solchen Reinigern ab. Auch OLED- und LED-Fernseher unterscheiden sich hier nicht grundsätzlich: Empfindlich ist die Oberfläche, nicht die Technik dahinter.

Smartphones und Tablets haben dagegen meist eine Glasfront mit einer fettabweisenden Beschichtung. Sie ist robuster, nutzt sich aber durch Scheuern und scharfe Reiniger ebenfalls ab.

Was Sie brauchen

  • zwei saubere Mikrofasertücher, eines zum Anfeuchten, eines zum Trockenwischen
  • destilliertes Wasser, etwa aus dem Drogeriemarkt oder als Bügelwasser ohne Zusätze
  • bei Bedarf einen Bildschirmreiniger, der ausdrücklich für Displays gedacht ist

Destilliertes Wasser hinterlässt keine Kalkränder, die man auf einem dunklen Bildschirm sofort sieht. Leitungswasser geht zur Not, trocknet bei hartem Wasser aber fleckig.

Schritt für Schritt: Fernseher und Monitor reinigen

  1. Ausschalten. Gerät ausschalten, bei größerer Reinigung auch den Netzstecker ziehen. Warten, bis der Bildschirm abgekühlt ist; auf warmen Flächen trocknet Feuchtigkeit zu schnell und hinterlässt Streifen.
  2. Trocken entstauben. Mit dem trockenen Mikrofasertuch in geraden Bahnen von oben nach unten wischen. Staub, der liegen bleibt, kratzt sonst beim feuchten Wischen.
  3. Tuch leicht anfeuchten. Nur eine Ecke des Tuchs mit destilliertem Wasser befeuchten, gut ausdrücken. Es darf nicht tropfen.
  4. Flecken abwischen. Ohne Druck in geraden Bahnen wischen. Bei Fingerabdrücken lieber zwei- oder dreimal leicht wischen als einmal fest drücken; zu viel Druck kann bei LCD-Bildschirmen Schäden verursachen.
  5. Trockenwischen. Mit dem zweiten, trockenen Tuch nachwischen.
  6. Rahmen und Rückseite. Den Rahmen feucht abwischen, die Lüftungsschlitze auf der Rückseite nur trocken abstauben oder vorsichtig absaugen.

Nie direkt auf den Bildschirm sprühen. Die Flüssigkeit läuft nach unten, sammelt sich am Rand und kann zwischen Rahmen und Display in die Elektronik ziehen. Sprühen Sie immer auf das Tuch. Ebenfalls tabu: Küchenpapier und Taschentücher, die feine Kratzer hinterlassen, Glasreiniger mit Ammoniak oder Alkohol, Scheuermittel, Spülmittel in größerer Menge und Feuchttücher, die Rückstände hinterlassen.

Laptop-Bildschirm reinigen

Klappen Sie den Laptop auf, schalten Sie ihn aus und trennen Sie ihn vom Netzteil. Das Display reinigen Sie wie einen Monitor: trocken, dann leicht feucht, ohne Druck. Halten Sie dabei den Deckel von hinten mit der anderen Hand, damit er nicht nach hinten gedrückt wird. Ein häufiger Grund für Streifen auf dem Laptop-Display sind Abdrücke der Tastatur, die entstehen, wenn der Deckel zugeklappt wird. Ein weiches Tuch zwischen Tastatur und Display beim Transport hilft; wie Sie die Tastatur selbst sauber halten, steht unter Tastatur reinigen.

Handy und Tablet

Bei Smartphones sind die Herstellerangaben großzügiger. Apple etwa erlaubt für seine Geräte Tücher mit 70 % Isopropylalkohol oder 75 % Ethylalkohol für die Außenflächen, sofern sie nicht zu nass sind. Andere Hersteller geben ähnliche Hinweise; was für Ihr Gerät gilt, steht in der Anleitung oder auf der Support-Seite des Herstellers. Grundsätzlich gilt:

  • Gerät ausschalten, Kabel und Hülle abnehmen.
  • Mit einem weichen, fusselfreien Tuch wischen, nur leicht feucht.
  • Keine Feuchtigkeit in Öffnungen: Ladebuchse, Lautsprecher, Mikrofon und Kamera aussparen.
  • Keine Scheuermittel, Druckluft oder Sprays direkt auf das Gerät.

Häufiges Wischen mit Alkohol kann die fettabweisende Beschichtung schneller abnutzen. Für den Alltag reicht ein trockenes Mikrofasertuch. Hülle und Schutzfolie reinigen Sie getrennt.

Das Mikrofasertuch sauber halten

Ein verschmutztes Tuch verteilt Fett und schiebt Staubkörner über das Display. Waschen Sie Mikrofasertücher regelmäßig bei 40 bis 60 °C ohne Weichspüler, weil Weichspüler die Fasern verklebt und Schlieren verursacht. Hinweise dazu stehen im Beitrag Brillenputztuch waschen. Für Displays reservieren Sie am besten ein eigenes Tuch, das nicht auch für Küche oder Bad benutzt wird. Ein Mikrofasertuch für Bildschirme kostet wenig.

Typische Fehler

  • Küchenrolle statt Mikrofaser: Zellstoff enthält Holzfasern, die auf beschichteten Displays feine Kratzer hinterlassen.
  • Zu nasses Tuch: Feuchtigkeit läuft an den unteren Rand und zieht in den Rahmen.
  • Reinigen bei eingeschaltetem, warmem Gerät: Die Flüssigkeit trocknet sofort, Schlieren sind die Folge, und man sieht den Schmutz schlechter.
  • Kreisende Bewegungen mit Druck: Sie verteilen Fett und belasten die Oberfläche. Gerade Bahnen ohne Druck sind besser.
  • Allzweckreiniger oder Spülmittel pur: Sie hinterlassen einen Film, der sich kaum streifenfrei entfernen lässt.

Wenn Flecken nicht weggehen

Hartnäckige Flecken, etwa eingetrocknete Spritzer, weichen Sie mit einem leicht feuchten Tuch einige Sekunden an und wischen dann ohne Druck. Bleiben matte oder glänzende Stellen zurück, die sich nicht wegwischen lassen, ist meist die Beschichtung beschädigt. Das lässt sich nicht reparieren. Kratzer auf Fernsehern und Monitoren lassen sich ebenfalls nicht wegpolieren; von Zahnpasta und Politur raten Hersteller ab, weil sie die Oberfläche weiter aufrauen. Weitere Anleitungen finden Sie in der Rubrik Reinigen und Putzen.

Häufige Fragen

Wie reinigt man einen Fernsehbildschirm?

Ausschalten, abkühlen lassen, mit einem trockenen Mikrofasertuch abwischen. Bei Flecken das Tuch leicht mit destilliertem Wasser anfeuchten und ohne Druck wischen, danach trocken nachwischen. Keinen Glasreiniger verwenden und nicht direkt auf den Bildschirm sprühen.

Wie reinige ich einen OLED-Fernseher?

Wie jeden anderen Flachbildfernseher: trocken und bei Bedarf leicht feucht mit destilliertem Wasser. OLED-Bildschirme sind besonders dünn, darum ganz ohne Druck wischen.

Darf ich Brillenputztücher für den Bildschirm verwenden?

Einwegtücher für Brillen enthalten oft Alkohol und sind für entspiegelte Bildschirme nicht gedacht. Ein wiederverwendbares Brillenputztuch aus Mikrofaser ist dagegen gut geeignet, solange es sauber ist.

Kann ich Glasreiniger für den Laptop-Bildschirm verwenden?

Besser nicht. Die meisten Laptop-Displays haben eine entspiegelte Kunststoffschicht, die Ammoniak und Alkohol angreifen können. Bei Geräten mit Glasfront nennt der Hersteller in der Anleitung, was erlaubt ist.