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Kabel und Ladegeräte entsorgen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Kabeltrommeln mit bunten Kabeln in einer Halle
Alte Kabel und Ladegeräte gehören zum Elektroschrott oder zum Wertstoffhof
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wohin gehören Kabel und Ladegeräte?
  2. Warum Kabel nicht in den Restmüll gehören
  3. Kabel sortieren, bevor Sie sie entsorgen
  4. Kosten und Rückgabe im Handel
  5. Kupferkabel und der Schrotthändler
  6. Weitergeben statt wegwerfen
  7. Typische Fehler
  8. Häufige Fragen

Alte Kabel, Netzteile und Ladegeräte geben Sie am Wertstoffhof ab oder bei Händlern, die Elektrogeräte zurücknehmen. Beides ist für private Haushalte in der Regel kostenlos. In die Restmülltonne gehören Kabel nicht, in den Gelben Sack schon gar nicht, denn sie sind keine Verpackung. Das Kupfer darin ist wertvoll und wird fast vollständig wiederverwertet.

Wohin gehören Kabel und Ladegeräte?

WasRichtiger Weg
Ladegeräte, Netzteile, AdapterElektrokleingeräte: Wertstoffhof oder Rücknahme im Handel
Lade- und Datenkabel (USB, HDMI, Netzwerk)Wertstoffhof, je nach Hof bei Elektrokleingeräten oder Kabelschrott
Verlängerungskabel, Mehrfachsteckdosen, KabeltrommelnElektrokleingeräte, Kabeltrommel eventuell als Elektrogroßgerät oder Metallschrott
LichterkettenElektrokleingeräte
Größere Mengen Kupferkabel, Reste vom HausbauWertstoffhof oder Schrotthändler
Kabelbinder, Kabelkanäle aus KunststoffRestmüll oder Wertstofftonne, je nach Kommune

Die Zuordnung am Wertstoffhof ist nicht überall gleich. Manche Höfe haben eine eigene Box für Kabel, andere werfen sie zu den Elektrokleingeräten oder zum Metall. Welche Regel bei Ihnen gilt, steht in der Abfall-App oder auf der Website Ihres Abfallbetriebs; im Zweifel fragen Sie die Mitarbeiter vor Ort. Hier steht der Regelfall in Deutschland.

Warum Kabel nicht in den Restmüll gehören

Ein Kabel besteht aus Leitern aus Kupfer oder seltener Aluminium und aus einer Isolierung aus Kunststoff, oft PVC. Im Restmüll landet beides in der Verbrennung, das Kupfer geht verloren. Getrennt gesammelt, zerkleinern Recyclingbetriebe die Kabel und trennen Metall und Kunststoff sauber voneinander. Das Kupfer wird wieder eingeschmolzen. Ladegeräte und Netzteile sind außerdem vollwertige Elektrogeräte mit Platine und Transformator und fallen unter das Elektrogesetz: Sie tragen das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne und dürfen deshalb nicht in den Hausmüll.

In den Gelben Sack gehören Kabel ebenfalls nicht. Dort landen nur Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoff. Die Sortieranlagen sind für Kabel nicht ausgelegt; lange Kabel wickeln sich sogar um Förderbänder und Siebe. Was in den Gelben Sack darf, steht unter Gelber Sack.

Kabel sortieren, bevor Sie sie entsorgen

In fast jedem Haushalt gibt es eine Kiste voller Kabel, von denen niemand mehr weiß, wozu sie gehören. Bevor alles wegkommt, lohnt ein kurzer Durchgang.

  1. Alles auf den Tisch legen. Kabel entwirren und nach Steckertyp sortieren: USB-C, Micro-USB, Lightning, HDMI, Netzkabel, Netzteile.
  2. Geräte zuordnen. Welche Kabel gehören zu Geräten, die Sie noch benutzen? Diese beschriften oder zum Gerät legen.
  3. Ersatz bestimmen. Von gängigen Kabeln wie USB-C oder Kaltgerätekabeln reichen zwei oder drei als Reserve. Den Rest geben Sie weiter oder ab.
  4. Kaputtes aussortieren. Kabel mit gebrochener Isolierung, freiliegenden Adern, verbogenen Steckern oder Brandspuren kommen weg, auch wenn sie noch funktionieren.
  5. Netzteile prüfen. Ein Netzteil ohne passendes Gerät ist selten nützlich, weil Spannung und Stecker meist nur zu einem Modell passen.
  6. Bündeln. Die Kabel für den Wertstoffhof locker mit einem Band zusammenbinden, damit sie nicht wieder zum Knäuel werden.

Was nach dem Ausmisten bleibt, lässt sich mit Klettbändern und Boxen ordentlich verstauen. Ideen dazu stehen unter Kabelsalat ordnen; wiederverwendbare Klettkabelbinder sind dabei praktischer als Einweg-Kabelbinder.

Kosten und Rückgabe im Handel

Am Wertstoffhof ist die Abgabe haushaltsüblicher Mengen kostenlos. Im Handel nehmen Geschäfte mit einer größeren Verkaufsfläche für Elektrogeräte kleine Altgeräte bis etwa 25 cm Kantenlänge zurück, auch ohne dass Sie etwas kaufen. Dazu zählen Elektromärkte, viele Baumärkte, Drogeriemärkte und Supermärkte mit Elektroangebot ab einer bestimmten Größe. Ladegeräte und Netzteile fallen klar darunter. Lose Kabel ohne Gerät nehmen die meisten Sammelstellen ebenfalls an; fragen Sie im Zweifel nach.

Kupferkabel und der Schrotthändler

Wer beim Umbau größere Mengen Stromkabel übrig hat, kann sie auch beim Schrotthändler abgeben. Für sortenreines Kupfer, vor allem abisoliert, zahlen manche Händler einen kleinen Betrag, für Kabel mit Isolierung deutlich weniger. Bei ein paar Ladekabeln lohnt sich der Weg nicht.

Brennen Sie Kabel niemals ab, um das Kupfer freizulegen. Beim Verbrennen von PVC-Isolierung entstehen ätzende und giftige Gase, darunter Chlorwasserstoff, und je nach Temperatur auch Dioxine. Das offene Verbrennen von Abfällen ist zudem verboten und kann ein Bußgeld nach sich ziehen, dessen Höhe je nach Bundesland unterschiedlich ist.

Weitergeben statt wegwerfen

Intakte Kabel und Netzteile haben oft noch Abnehmer. Repair-Cafés, Schulen, Jugendzentren, Makerspaces und Vereine freuen sich über Netzwerkkabel, HDMI-Kabel und Verlängerungen. Auch Nachbarschaftsgruppen und Verschenkbörsen sind ein guter Weg. Bei Ladegeräten lohnt ein Blick auf die Leistungsangabe: Ein kräftiges USB-C-Netzteil ist für neue Smartphones und Laptops ohne mitgeliefertes Ladegerät oft genau das Richtige. Ältere Netzteile mit Rundstecker finden dagegen kaum Interessenten. Geben Sie nur Kabel weiter, die unbeschädigt sind und die Sie selbst noch benutzen würden; ein wackeliger Stecker oder eine angeschmorte Stelle ist für den nächsten Besitzer genauso riskant wie für Sie.

Typische Fehler

  • Kabel in den Gelben Sack werfen, weil sie aus Kunststoff aussehen.
  • Ladegeräte im Restmüll entsorgen. Sie sind Elektrogeräte, keine Kleinteile.
  • Beschädigte Kabel behalten „für den Notfall“. Eine gebrochene Isolierung kann einen Stromschlag oder einen Schmorbrand verursachen.
  • Akkus im Gerät lassen. Hängt an einem Kabel noch ein Gerät mit Akku, etwa eine Powerbank oder ein Kopfhörer, gehört dieses Gerät zum Elektroschrott, der Akku mit abgeklebten Polen gegebenenfalls separat in die Sammelbox. Mehr dazu unter Akkus entsorgen.

Die Wege für alle anderen Elektrogeräte stehen unter Elektroschrott entsorgen, die Öffnungszeiten und Annahmebereiche erklärt die Seite Wertstoffhof.

Häufige Fragen

Wie entsorge ich alte Kabel?

Am Wertstoffhof oder in der Elektrorücknahme im Handel. Beides ist für private Haushalte in üblicher Menge kostenlos. Restmüll und Gelber Sack sind der falsche Weg.

Kann ich Kabel in den Elektroschrott-Container im Supermarkt werfen?

In vielen Fällen ja. Ladegeräte und Netzteile gehören eindeutig dazu, einzelne Kabel nehmen die meisten Sammelstellen ebenfalls an. Achten Sie auf die Beschriftung der Box oder fragen Sie an der Kasse.

Bekomme ich für alte Kabel Geld?

Bei größeren Mengen Kupferkabel zahlen manche Schrotthändler einen kleinen Betrag, abhängig vom Kupferpreis und davon, wie sauber die Kabel sortiert sind. Für ein paar Ladekabel lohnt sich das nicht.

Wohin mit alten Lichterketten?

Lichterketten sind Elektrogeräte und gehören zu den Elektrokleingeräten, also zum Wertstoffhof oder in die Rücknahme im Handel. Batteriebetriebene Lichterketten vorher von den Batterien befreien und diese getrennt abgeben.

Wie bekomme ich Ordnung in meine Ladekabel?

Zuerst aussortieren, was Sie nicht mehr brauchen, dann die verbliebenen Kabel beschriften und mit Klettbändern zusammenfassen. Eine Box oder Schublade pro Kabelart schafft Überblick; weitere Ideen stehen unter Kabelsalat ordnen.