Duschtür-Dichtung erneuern: Anleitung, Maße und passende Profile

Inhalt10 Abschnitte
Eine Duschtür-Dichtung zu erneuern ist eine der einfachsten Reparaturen im Bad: Die alten Profile sind fast immer nur auf die Glaskante gesteckt, lassen sich abziehen, und die neuen werden auf Länge geschnitten und aufgeschoben. Die eigentliche Arbeit steckt im Vorher – in der richtigen Glasdicke, der passenden Profilform und genauen Längen. Wer das sorgfältig erledigt, hat die Dusche an einem Nachmittag wieder dicht.
Wann die Dichtung fällig ist
Dichtungen an Duschkabinen sind Verschleißteile. Wärme, Seife, Kalk, Reinigungsmittel und die ständige Bewegung der Tür setzen dem weichen Kunststoff zu. Einen festen Wechselzeitpunkt gibt es nicht, aber deutliche Zeichen:
- Pfütze vor der Dusche: Wasser läuft unter der Tür oder an der Seite heraus.
- Schwarze Punkte in der Dichtlippe, die sich nicht wegputzen lassen – das ist Schimmel, der in das Material gewachsen ist.
- Harte, rissige oder verformte Lippen, die nicht mehr am Glas oder am Boden anliegen.
- Tür schließt nicht mehr sauber, weil Magnetleisten verrutscht oder gebrochen sind.
- Gelbliche, milchige Verfärbung, die auch nach dem Reinigen bleibt.
Die Dichtung an der Kabine ist übrigens nicht die Silikonfuge an Wand und Wanne. Die Fuge wird mit Silikon gezogen und gehört zur Abdichtung des Baukörpers. Wie Sie sie erneuern und welche Profile es insgesamt gibt, lesen Sie im Beitrag Duschabdichtung.

Welche Dichtungen an einer Duschkabine sitzen
Eine Duschkabine hat meist mehrere verschiedene Profile. Beim Nachkaufen hilft es, die Namen zu kennen:
| Bodendichtung | waagerecht an der Unterkante der Tür oder Seitenwand; mit Dichtlippe nach unten und oft einer Abtropf- oder Schwallschutzlippe nach innen |
| Streif- oder Seitendichtung | senkrecht zwischen Glas und Wand oder zwischen zwei Glasflächen; eine weiche Lippe überbrückt den Spalt |
| Anschlagdichtung | dort, wo die Tür beim Schließen gegen ein festes Teil schlägt |
| Magnetdichtung | senkrecht an Türen, die gegeneinander oder gegen eine Seitenwand schließen; Magnete halten die Tür zu |
| Eckdichtung | verbindet zwei Glasflächen im Winkel, meist 90 Grad oder 135 Grad |
Die Profile bestehen meist aus zwei Kunststoffhärten: einem festeren Teil, der auf das Glas geklemmt wird, und weicheren Lippen, die abdichten. Durchsichtige Profile fallen am wenigsten auf.

Die richtigen Maße nehmen
Messen Sie vor dem Kauf drei Dinge, und zwar an jeder Scheibe einzeln – Tür und Seitenwand können unterschiedlich dick sein.
- Glasdicke. Am genauesten mit einem Messschieber. Häufig sind 6 und 8 mm, ältere und günstige Kabinen haben oft 4 oder 5 mm, Sonderanfertigungen auch 10 mm. Ohne Messschieber hilft ein Trick mit Euromünzen: Ein 50-, ein 20- und ein 5-Cent-Stück aufeinander sind gut 6 mm dick, drei 20-Cent-Stücke plus ein 5-Cent-Stück etwa 8 mm. Legen Sie die Münzen neben die Glaskante und vergleichen Sie.
- Spaltmaß. Der Abstand zwischen Glas und Boden, zwischen Glas und Wand oder zwischen zwei Scheiben. Die Lippe der neuen Dichtung muss diesen Spalt sicher überbrücken, ohne dass die Tür schwer geht.
- Länge. Jede Kante einzeln messen und auf den nächsten Millimeter aufschreiben. Jede Kante bekommt ein durchgehendes Stück. Zusammengestückelte Reste lassen an der Stoßstelle Wasser durch.
Außerdem wichtig: Ist die Scheibe gerade oder gebogen? Für Rund- und Viertelkreisduschen gibt es vorgebogene Profile. Ein gerades Profil lässt sich bei dünnem Glas manchmal anpassen, dicht wird es auf gebogenem Glas aber oft nicht.
Kennen Sie den Hersteller der Kabine, fragen Sie zuerst dort oder beim Installateur nach Originalteilen. Die passen garantiert. Ansonsten nehmen Sie das alte Profil mit in den Baumarkt oder schicken ein Foto an einen Fachhändler.
Material und Werkzeug
- neue Profile in passender Glasdicke und Länge
- Messschieber oder Euromünzen, Zollstock
- feine Metallsäge oder scharfer Cutter, Schneidunterlage
- Spülmittel, weicher Schwamm, Mikrofasertuch
- Kunststoffschaber oder Ceranfeldschaber für Kalkreste
- eventuell Föhn zum Anwärmen
Duschdichtungen bei Amazon ansehen
Schritt für Schritt: Dichtung erneuern
- Alte Dichtung abziehen. Bei senkrechten Profilen oben beginnen, bei waagerechten an einem Ende. Das Profil vorsichtig vom Glas lösen und abziehen. Es ist fast nie verklebt. Legen Sie es beiseite – es ist Ihre Schablone.
- Glaskante reinigen. Kalk- und Seifenreste mit Spülmittelwasser und einem weichen Schwamm entfernen. Hartnäckigen Kalk vorsichtig mit einem Ceranfeldschaber abnehmen, flach angesetzt, damit das Glas keine Kratzer bekommt. Danach mit klarem Wasser nachwischen.
- Zuschneiden. Das alte Profil neben das neue legen und die Länge übertragen. Den festen Teil mit einer feinen Säge kürzen, die weichen Lippen mit dem Cutter. Zu kurz ist schlimmer als ein Millimeter zu lang.
- Aufschieben. Das neue Profil ansetzen und Stück für Stück auf die Glaskante drücken. Wenn es schwer geht, Glas und Profil mit etwas Wasser und einem Tropfen Spülmittel anfeuchten. Ein steifes Profil wird mit dem Föhn auf niedriger Stufe weicher – nicht zu heiß, sonst verformt es sich.
- Ausrichten. Die Lippen müssen zur richtigen Seite zeigen: Die Abtropflippe der Bodendichtung zeigt in die Dusche, damit Tropfen nach innen geleitet werden.
- Prüfen. Die Tür mehrmals öffnen und schließen. Sie darf nicht schleifen oder hängen. Dann mit der Handbrause gezielt gegen die Dichtungen spritzen und schauen, ob außen etwas ankommt.
Magnetdichtungen tauscht man am besten paarweise, damit die Magnete aufeinander passen. Achten Sie beim Kauf auf den Öffnungswinkel der Tür – für 90 Grad und 180 Grad gibt es unterschiedliche Profile.
Typische Fehler
- Falsche Glasdicke: Ein 8-mm-Profil auf 6-mm-Glas rutscht, ein 6-mm-Profil auf 8-mm-Glas bekommt man nicht drauf. Messen statt schätzen.
- Lippe falsch herum: Zeigt die Abtropflippe nach außen, leitet sie das Wasser genau dorthin.
- Zu kurz geschnitten: An der Lücke zur Wand läuft das Wasser vorbei. Messen Sie zweimal, schneiden Sie einmal.
- Nachkaufen vor dem Ausbau: Wenn die alten Profile schon im Müll sind und die neuen nicht passen, steht die Dusche ohne Dichtung da. Neue Profile nach der Lieferung nachmessen, erst dann die alten abziehen.
Schimmel an der Dichtung
Schwarze Punkte in Dichtlippen und Fugen sind Schimmel. Dagegen hilft Putzen nur, solange er an der Oberfläche sitzt. Ist er in den weichen Kunststoff eingewachsen, kommt er nach jedem Reinigen wieder. Dann ist der Tausch die einzige dauerhafte Lösung.
Schimmelsporen können Allergien und Atemwegsbeschwerden auslösen oder verstärken. Wer Asthma hat oder sehr empfindlich ist, lässt stark befallene Dichtungen lieber von jemand anderem entfernen oder trägt beim Ausbau Handschuhe und eine FFP2-Maske. Die alten Profile direkt in einen Beutel stecken und verschließen.
Achtung bei Schimmelentfernern: Viele enthalten Chlor. Sie dürfen nie zusammen mit Essig, Zitronensäure oder einem sauren Kalk- oder WC-Reiniger verwendet werden – dabei entsteht giftiges Chlorgas. Erst das eine Mittel gründlich abspülen und lüften, dann das nächste. Für kleine Stellen genügt oft 70-prozentiger Alkohol aus der Apotheke, den das Umweltbundesamt für kleinflächigen Befall empfiehlt.
Dichtungen pflegen und länger nutzen
Die neue Dichtung bleibt länger schön, wenn sie trocknen kann:
- Nach dem Duschen abziehen: Glas mit einem Duschabzieher trocken ziehen, die Bodendichtung kurz mit einem Tuch abwischen.
- Tür offen lassen, bis Glas und Dichtung trocken sind, und das Bad lüften.
- Mild reinigen: Die Dichtungen einmal pro Woche mit Spülmittel oder einem milden Badreiniger abwischen. Scheuermittel und harte Schwämme rauen die Oberfläche auf, dann setzt sich Schmutz schneller fest.
- Säure sparsam: Essig und Zitronensäure lösen Kalk, lassen weiche Kunststoffe und Gummi auf Dauer aber verhärten. Nur kurz einwirken lassen und gründlich nachspülen.
- Glas versiegeln: Eine Glasversiegelung aus dem Fachhandel lässt Wasser abperlen, sodass weniger Kalk an der Dichtung landet. Sie muss nach Herstellerangabe aufgefrischt werden.

Was der Tausch kostet
Ersatzprofile sind vergleichsweise günstig. Ein einfaches Profil liegt meist bei 10 bis 20 Euro pro Meter, vorgebogene Profile für Rundduschen und Magnetdichtungen kosten mehr. Für eine komplette Kabine mit Boden-, Seiten- und Magnetdichtungen kommt schnell ein mittlerer zweistelliger bis niedriger dreistelliger Betrag zusammen. Das ist immer noch viel weniger als eine neue Kabine – vorausgesetzt, Glas und Beschläge sind in Ordnung. Geht es um die ganze Tür, finden Sie Hinweise in den Beiträgen Duschschiebetür und Duschfalttür. Wo das Wasser trotz neuer Dichtung am Boden austritt, hilft eine Schwallschutzleiste.
Häufige Fragen
Wie finde ich heraus, welche Glasdicke meine Dusche hat?
Am zuverlässigsten mit einem Messschieber direkt an der Glaskante, nachdem die alte Dichtung abgenommen ist. Ohne Messschieber helfen Euromünzen als Vergleich: 50 + 20 + 5 Cent ergeben gut 6 mm, dreimal 20 + 5 Cent etwa 8 mm. Jede Scheibe einzeln messen.
Muss ich die Duschdichtung kleben?
Nein, die meisten Profile werden nur aufgesteckt und halten durch Klemmung. Kleber oder Silikon am Profil erschwert den nächsten Tausch. Nur wenn der Hersteller ausdrücklich dazu rät, wird etwas geklebt.
Wie reinige ich eine Gummidichtung an der Dusche?
Mit warmem Wasser, Spülmittel und einem weichen Schwamm oder einer alten Zahnbürste. Gegen Kalk kurz verdünnten Essig oder Zitronensäure auftragen und gründlich abspülen. Schwarze Punkte, die bleiben, sind eingewachsener Schimmel – dann die Dichtung tauschen.
Kann ich eine gerade Dichtung für eine Runddusche verwenden?
Meist nicht dauerhaft. Auf gebogenem Glas liegt ein gerades Profil nicht sauber an und lässt Wasser durch. Für Rund- und Viertelkreisduschen gibt es vorgebogene Profile mit passendem Radius.
Wie oft sollte die Duschdichtung gewechselt werden?
Einen festen Zeitraum gibt es nicht. Wechseln Sie, wenn Wasser austritt, die Lippen hart oder rissig sind oder Schimmel sich nicht mehr wegputzen lässt. Mit guter Pflege halten Dichtungen deutlich länger.



