Zum Inhalt springen
haushalt&wohnen

Silikonfuge erneuern: alte Fuge entfernen, neue sauber ziehen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Helles Badezimmer mit Badewanne, Wand-WC und weißen Fliesen
An Wanne, Dusche und Waschbecken schützen Silikonfugen das Mauerwerk vor Wasser
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wann eine Fuge erneuert werden muss
  2. Was Sie brauchen
  3. Schritt für Schritt: alte Fuge entfernen
  4. Schritt für Schritt: neue Fuge ziehen
  5. Silikon und Naturstein
  6. Typische Fehler
  7. Damit die neue Fuge lange hält
  8. Häufige Fragen

Eine Silikonfuge erneuern Sie in drei Schritten: alte Fuge mit Cutter oder Fugenschaber vollständig herausschneiden, den Untergrund mit Silikonentferner säubern und gründlich trocknen lassen, dann neues Sanitärsilikon einspritzen und mit Glättmittel sauber abziehen. Klebeband links und rechts sorgt für gerade Kanten. Die Fuge braucht danach etwa einen Tag, bis sie wieder nass werden darf.

Wann eine Fuge erneuert werden muss

Silikonfugen in Bad und Küche halten viele Jahre, aber nicht ewig. Zeit für eine neue Fuge ist es, wenn sich das Silikon von Fliese oder Wanne löst, Risse hat oder wenn schwarze Punkte sich nicht mehr entfernen lassen. Schimmel, der nur oben aufsitzt, lässt sich manchmal noch reinigen, wie unter Schimmel in der Silikonfuge beschrieben. Ist er aber in das Silikon eingewachsen, hilft nur Erneuern. Eine undichte Fuge ist mehr als ein Schönheitsfehler, denn durch sie gelangt Wasser hinter die Wanne oder unter die Duschtasse.

Was Sie brauchen

  • einen Cutter oder einen Fugenschaber, eventuell einen Kunststoffspachtel
  • Silikonentferner oder Spiritus zum Nachreinigen
  • Sanitärsilikon mit Fungizid in einer Kartusche, farblich passend
  • eine Kartuschenpistole
  • Malerkrepp oder Abklebeband
  • Glättmittel oder Wasser mit einem Spritzer Spülmittel
  • einen Fugenglätter aus Kunststoff oder den angefeuchteten Finger
  • Küchenpapier und einen Müllbeutel für die Reste

Sanitärsilikon enthält einen Zusatz gegen Schimmel. Der hält die Fuge länger sauber, wirkt aber nicht für immer. Acryl ist kein Ersatz: Es ist überstreichbar und für trockene Anschlussfugen gedacht, nicht für Nassbereiche. Ein Set aus Fugenglätter, Schaber und Glättmittel gibt es günstig im Baumarkt.

Fugenglätter-Sets bei Amazon ansehen

Schritt für Schritt: alte Fuge entfernen

  1. Fuge aufschneiden. Mit dem Cutter an beiden Rändern der Fuge entlang schneiden, dicht an Fliese und Wanne. Die Klinge flach halten, damit Emaille und Fliesenglasur keine Kratzer bekommen.
  2. Herausziehen. Das Silikon an einem Ende greifen und in einem Stück herausziehen. Wo es reißt, mit dem Fugenschaber nacharbeiten.
  3. Reste lösen. Dünne Reste mit Silikonentferner einstreichen, die Einwirkzeit auf der Packung abwarten und dann abschaben. Den Kunststoffspachtel auf empfindlichen Flächen verwenden.
  4. Reinigen. Fugenbereich mit Spiritus oder einem fettlösenden Reiniger abwischen, damit keine Seifen- und Silikonreste bleiben.
  5. Trocknen lassen. Die Fuge muss vollständig trocken sein, auch in der Tiefe. Nach dem Duschen oder Baden lieber einen Tag warten; ein Föhn auf niedriger Stufe kann helfen.

Kein neues Silikon auf alte Reste. Silikon haftet auf Silikon so gut wie nicht. Eine neue Fuge über einer alten sieht für einige Wochen gut aus und löst sich dann, oft mit Wasser und Schimmel dahinter. Genauso wenig haftet Silikon auf nassem oder fettigem Untergrund.

Schritt für Schritt: neue Fuge ziehen

  1. Wanne füllen. Bei Badewannen die Wanne zu gut zwei Dritteln mit Wasser füllen. Sie senkt sich durch das Gewicht etwas ab, genau wie später beim Baden. Wird in dieser Stellung verfugt, reißt die Fuge nicht, wenn sich die Wanne bewegt. Das Wasser erst ablassen, wenn das Silikon ausgehärtet ist.
  2. Abkleben. Links und rechts der Fuge Klebeband anbringen, auf Fliese und Wanne jeweils wenige Millimeter vom Rand. So bekommen Sie gerade Kanten.
  3. Kartusche vorbereiten. Die Spitze der Düse schräg abschneiden, die Öffnung etwas kleiner als die Fugenbreite.
  4. Silikon einspritzen. Die Pistole im gleichmäßigen Tempo ziehen und dabei gleichmäßig Silikon einbringen, möglichst ohne abzusetzen. Lieber etwas zu viel als zu wenig, damit die Fuge ausgefüllt ist.
  5. Befeuchten. Die Fuge mit Glättmittel oder Spülwasser einsprühen. So klebt das Silikon nicht am Werkzeug.
  6. Abziehen. Mit dem Fugenglätter oder dem angefeuchteten Finger in einem Zug über die Fuge fahren. Überschüssiges Silikon vom Glätter abstreifen.
  7. Klebeband sofort abziehen. Solange das Silikon noch frisch ist, das Band schräg von der Fuge weg abziehen. Wartet man, bis sich eine Haut bildet, reißt die Kante aus.
  8. Aushärten lassen. Bis die Fuge wieder nass werden darf, vergeht meist etwa ein Tag; maßgeblich ist die Angabe auf der Kartusche. Währenddessen gut lüften.

Silikon und Naturstein

Die meisten günstigen Sanitärsilikone sind sauer vernetzend: Beim Aushärten geben sie Essigsäure ab, was man deutlich riecht. Auf Fliesen, Emaille und Acryl ist das unproblematisch. Marmor, Kalkstein und andere säureempfindliche Natursteine können dagegen an den Rändern fleckig werden. Für solche Flächen gibt es neutral vernetzende Natursteinsilikone. Auf der Kartusche steht, wofür das Produkt geeignet ist.

Typische Fehler

  • Untergrund nicht trocken: Die Fuge haftet nicht und löst sich nach kurzer Zeit.
  • Alte Reste stehen gelassen: Die neue Fuge hält nur so lange, wie sie auf etwas Festem sitzt.
  • Band zu spät abgezogen: Die Kante reißt aus und muss nachgearbeitet werden.
  • Wanne leer verfugt: Beim ersten Bad senkt sich die Wanne, und die Fuge reißt ab.
  • Zu früh geduscht: Das Silikon ist innen noch weich und wird ausgewaschen.

Damit die neue Fuge lange hält

Schimmel wächst auf Fugen, die lange feucht bleiben. Wischen Sie nach dem Duschen Wasser mit einem Abzieher von Fliesen und Fugen und lüften Sie das Bad gründlich; wie das am besten geht, steht unter richtig lüften. Reinigen Sie Fugen mit mildem Reiniger statt mit Essig, denn Säure greift Silikon auf Dauer an. Mehr zur Pflege finden Sie unter Fugen reinigen und in der Rubrik Badezimmer.

Häufige Fragen

Kann ich neues Silikon über die alte Fuge spritzen?

Nein. Silikon haftet nicht auf Silikon. Die neue Schicht löst sich nach kurzer Zeit, und darunter sammeln sich Wasser und Schimmel. Die alte Fuge muss vollständig heraus.

Wie lange muss Silikon trocknen?

Bis sich eine Haut bildet, oft nur wenige Minuten. Bis die Fuge wieder nass werden darf, meist etwa einen Tag. Dicke Fugen brauchen länger. Maßgeblich ist die Angabe auf der Kartusche.

Womit glättet man eine Silikonfuge?

Mit einem Fugenglätter aus Kunststoff oder dem angefeuchteten Finger. Die Fuge vorher mit Glättmittel oder Wasser mit etwas Spülmittel einsprühen, damit das Silikon nicht klebt.

Warum muss Wasser in die Badewanne?

Eine gefüllte Wanne senkt sich etwas ab. Wird in dieser Stellung verfugt, hält die Fuge auch, wenn Sie später in der vollen Wanne sitzen. Verfugt man die leere Wanne, reißt die Fuge bei der ersten Belastung.

Silikon oder Acryl – was nehme ich im Bad?

An Wanne, Dusche, Waschbecken und überall, wo Wasser hinkommt, Sanitärsilikon. Acryl ist überstreichbar und eignet sich für trockene Anschlussfugen, etwa zwischen Wand und Decke oder an Fensterbänken innen. Im Nassbereich wird es auf Dauer undicht.