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Sonnencreme-Flecken entfernen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Herz aus weißer Sonnencreme auf gebräunter Haut
Gelbe Sonnencreme-Flecken entstehen meist erst in der Wäsche durch Eisen oder Mangan im Wasser
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum weiße Wäsche gelbe Sonnencreme-Flecken bekommt
  2. Fettige Sonnencreme-Ränder entfernen
  3. Gelbe und orange Flecken mit Zitronensäure
  4. Buntes, Wolle, Seide und Badebekleidung
  5. Alte gelbe Flecken vom letzten Sommer
  6. Sonnencreme auf Polster, Gartenkissen und Autositz
  7. So verhindern Sie Sonnencreme-Flecken
  8. Typische Fehler bei Sonnencreme-Flecken
  9. Häufige Fragen

Sonnencreme hinterlässt zwei ganz verschiedene Flecken. Fettige Ränder behandeln Sie wie jeden Fettfleck mit Gallseife oder Spülmittel vor dem Waschen. Die gefürchteten gelben bis orangebraunen Flecken auf weißer Wäsche entstehen dagegen oft erst in der Maschine, wenn chemische UV-Filter mit Metallspuren im Wasser reagieren. Dagegen hilft eine Säure wie Zitronensäure, Chlorbleiche dagegen macht die Sache meist schlimmer.

Warum weiße Wäsche gelbe Sonnencreme-Flecken bekommt

Viele Sonnencremes arbeiten mit chemischen UV-Filtern. Einer davon, Avobenzon (auf der Packung als Butyl Methoxydibenzoylmethane), kann mit Eisen- und Manganspuren reagieren, die im Leitungswasser vorkommen. Dabei entsteht ein gelblicher bis rostbrauner Farbkomplex. Das erklärt ein Phänomen, das viele verwirrt: Das T-Shirt sah nach dem Strandtag sauber aus, und erst nach dem Waschen sind orange Flecken an Kragen und Schultern zu sehen.

Chlor verstärkt diese Verfärbung häufig. Chlorbleiche ist deshalb bei Sonnencreme-Flecken ausgerechnet das falsche Mittel, und auch Kleidung, die im gechlorten Pool getragen wurde, verfärbt sich leichter.

Mineralische Sonnencremes mit Zinkoxid oder Titandioxid verursachen diese gelben Flecken nicht, hinterlassen aber gern weiße, fettige Schlieren. Die gehen mit normaler Fettbehandlung heraus.

Fettige Sonnencreme-Ränder entfernen

Frische Sonnencreme auf Kleidung, Handtüchern oder Polster ist in erster Linie ein Fettfleck.

  1. Überschuss abnehmen. Mit einem Papiertuch abtupfen, nicht verreiben.
  2. Pulver aufstreuen. Bei viel Creme Speisestärke oder Babypuder aufgeben, 15 Minuten einwirken lassen, ausbürsten.
  3. Gallseife oder Spülmittel einarbeiten. Sanft einmassieren und 15 bis 30 Minuten einwirken lassen.
  4. Ausspülen und waschen. Mit Vollwaschmittel bei der Temperatur laut Pflegeetikett. Weiße Wäsche kann dabei mit Fleckensalz auf Sauerstoffbasis gewaschen werden.
  5. Kontrollieren. Vor dem Trockner und vor dem Bügeln nachsehen, ob ein Rand geblieben ist.

Gelbe und orange Flecken mit Zitronensäure

Weil die Verfärbung ein Metallkomplex ist, verhält sie sich ähnlich wie ein leichter Rostfleck. Säure löst sie.

  1. Zitronensäure-Lösung ansetzen. Etwa zwei Esslöffel Zitronensäurepulver in einem Liter warmem Wasser auflösen.
  2. Einweichen oder auftupfen. Das betroffene Teil eine halbe Stunde bis wenige Stunden einweichen oder die Lösung gezielt auf die Flecken geben. Vorher an einer verdeckten Stelle testen, denn Säure kann Farben aufhellen.
  3. Gründlich ausspülen. Mit klarem Wasser.
  4. Normal waschen, ohne Chlorbleiche.

Zitronensaft wirkt schwächer, aber ähnlich. Hilft beides nicht, sind handelsübliche Rostfleckenentferner eine Option, die nach demselben Prinzip arbeiten. Ihre Gebrauchsanweisung genau befolgen, denn manche enthalten stärkere Säuren. Mehr dazu im Beitrag Rostflecken entfernen. Zitronensäure als Pulver gibt es in Drogerien und Supermärkten; sie ist ohnehin praktisch im Haushalt, zum Beispiel zum Entkalken.

Zitronensäure und Chlorbleiche nie zusammen verwenden, auch nicht nacheinander ohne gründliches Ausspülen. Aus Chlor und Säure entsteht giftiges Chlorgas. Bei Sonnencreme-Flecken brauchen Sie Chlorbleiche ohnehin nicht.

Buntes, Wolle, Seide und Badebekleidung

Auf bunten Stoffen fallen gelbe Verfärbungen weniger auf, die Säure kann aber die Farbe angreifen. Hier nur kurz auftupfen und nach Test an verdeckter Stelle arbeiten.

Wolle und Seide vertragen weder Säure in höherer Konzentration noch Bleiche oder Enzyme. Fettige Creme vorsichtig mit einem Tropfen Wollwaschmittel betupfen und ausspülen, bei Verfärbungen in die Reinigung.

Badeanzüge und Badehosen aus Elasthan leiden unter Sonnencreme, Chlor und Salzwasser. Nach dem Baden kalt ausspülen, von Hand oder im Feinwaschgang waschen, nicht in den Trockner und nicht in die Sonne zum Trocknen.

Alte gelbe Flecken vom letzten Sommer

Oft fallen die Flecken erst auf, wenn die Sommersachen im nächsten Frühjahr wieder aus dem Schrank kommen. Auch dann lohnt ein Versuch. Die Reihenfolge ist wichtig: zuerst das Fett, dann die Farbe. Also die Stellen mit Gallseife einreiben, eine Stunde einwirken lassen und auswaschen. Danach in die Zitronensäure-Lösung legen, bei alten Flecken auch mehrere Stunden, und anschließend ohne Chlorbleiche waschen. Manchmal sind zwei Durchgänge nötig. Weiße Baumwolle ist dabei am dankbarsten, bei Mischgeweben und Polyester bleibt eher ein Rest. Was nach drei Versuchen nicht verschwindet, geht in der Regel auch mit stärkeren Mitteln nicht mehr heraus.

Sonnencreme auf Polster, Gartenkissen und Autositz

Gartenpolster und Liegenauflagen bekommen im Sommer viel ab. Überschüssige Creme abtupfen, Speisestärke aufstreuen, absaugen und mit Spülmittellösung (ein Teelöffel auf einen halben Liter lauwarmes Wasser) von außen nach innen tupfen. Klar nachtupfen und an der Luft trocknen lassen. Abnehmbare Bezüge dürfen oft in die Maschine; das Etikett entscheidet. Weitere Tipps im Beitrag Flecken vom Sofa entfernen.

So verhindern Sie Sonnencreme-Flecken

  • Einziehen lassen. Sonnencreme ein paar Minuten einwirken lassen, bevor Sie sich anziehen.
  • Schnell waschen. Kleidung, die mit Creme in Kontakt kam, nicht lange liegen lassen, sondern bald vorbehandeln.
  • Nicht chloren. Keine Chlorbleiche und kein chlorhaltiger Reiniger an Kleidung mit Sonnencreme-Resten.
  • Filter wählen. Wer mit den gelben Flecken dauerhaft kämpft, kann eine Sonnencreme ohne Avobenzon oder eine mineralische Creme probieren. Das steht in der Inhaltsstoffliste.

Typische Fehler bei Sonnencreme-Flecken

  • Chlorbleiche oder chlorhaltiger Reiniger auf den gelben Flecken – die Verfärbung wird oft dunkler statt heller.
  • Heiß trocknen, bevor der Fettrand heraus ist: Der Trockner backt die Creme ins Gewebe.
  • Säure auf Buntem ohne Test, das kann die Farbe fleckig aufhellen.
  • Lange liegen lassen. Je länger Creme und Schweiß im Stoff sitzen, desto schwieriger wird es.

Gelbliche Ränder an Kragen und Achseln können auch andere Ursachen haben, etwa Schweiß und Deo. Die Unterschiede erklären die Beiträge Deoflecken entfernen und Schweißflecken entfernen. Alle weiteren Anleitungen finden Sie in der Übersicht Flecken entfernen.

Häufige Fragen

Warum bekommt weiße Wäsche gelbe Flecken von Sonnencreme?

Bestimmte chemische UV-Filter, vor allem Avobenzon, reagieren mit Eisen- und Manganspuren im Wasser zu einem gelb-orangen Farbkomplex. Deshalb sieht man die Flecken oft erst nach dem Waschen. Chlor verstärkt die Reaktion.

Hilft Zitronensäure gegen Sonnencreme-Flecken?

Ja, gegen die gelben und orangen Verfärbungen ist Zitronensäure das naheliegende Hausmittel, weil sie den Metallkomplex löst. Etwa zwei Esslöffel auf einen Liter warmes Wasser, einweichen, ausspülen und waschen. Vorher an einer verdeckten Stelle testen.

Warum wird der Fleck mit Bleiche noch dunkler?

Chlorbleiche reagiert mit den Rückständen der UV-Filter und kann die Verfärbung verstärken. Sauerstoffbleiche ist weniger problematisch, gegen die gelb-orange Farbe hilft aber vor allem Säure.

Wie bekomme ich Sonnencreme aus einem T-Shirt?

Frische Creme abtupfen, Gallseife oder Spülmittel einarbeiten und das Shirt normal waschen. Sind nach dem Waschen gelbe Flecken aufgetaucht, das Shirt in Zitronensäure-Lösung einweichen, ausspülen und erneut waschen.