Keller entrümpeln: Schritt für Schritt zu mehr Platz

Inhalt8 Abschnitte
Einen Keller entrümpeln Sie am besten in mehreren Etappen: Bereich für Bereich alles herausnehmen, auf vier Kategorien verteilen und die Entsorgung schon vorher organisieren, damit der Müll nicht wochenlang im Flur steht. Sperrmüll, Wertstoffhof und Schadstoffmobil übernehmen fast alles; Farben, Lacke und Chemikalien dürfen nicht in den Hausmüll. Was im Keller bleibt, kommt in geschlossene Kisten auf Regale, weil Kellerluft vielen Dingen schadet.
Planung: erst die Entsorgung, dann die Arbeit
Bevor Sie die erste Kiste öffnen, klären Sie, wohin der Abfall geht. Fragen Sie bei Ihrem örtlichen Abfallbetrieb nach dem nächsten Sperrmülltermin, den Öffnungszeiten des Wertstoffhofs und den Terminen des Schadstoffmobils. Viele Kommunen holen Sperrmüll auf Anmeldung ab, teils kostenlos, teils gegen Gebühr; die Regeln unterscheiden sich stark. Bei großen Mengen kann ein gemieteter Container oder ein Transporter günstiger sein als viele Fahrten mit dem Auto.
Planen Sie für einen durchschnittlichen Kellerraum einen ganzen Tag ein, bei einem vollgestellten Keller lieber zwei Wochenenden. Arbeitshandschuhe, feste Schuhe, Müllsäcke, einige leere Kisten, eine Taschenlampe und ein Staubsauger gehören dazu. Wenn es sehr staubig ist oder Mäusekot liegt, tragen Sie eine Staubmaske.
Bereiche statt Großaktion
Teilen Sie den Keller in Abschnitte ein: ein Regal, eine Ecke, die Werkzeugwand, der Stapel unter der Treppe. Nehmen Sie sich immer nur einen Abschnitt vor und bringen Sie ihn ganz zu Ende, bevor Sie den nächsten anfangen. So bleibt der Keller begehbar, und Sie können nach jedem Abschnitt aufhören, ohne ein Chaos zu hinterlassen.
In Mehrfamilienhäusern gilt dabei: Der Kellergang und gemeinsame Räume sind keine Zwischenlager. Stellen Sie Aussortiertes nur so kurz wie nötig ab und halten Sie Fluchtwege frei; die Hausordnung regelt meist, was dort stehen darf.
Die vier Kategorien
- Alles aus dem Abschnitt herausnehmen. Nur so sehen Sie, was sich in den hinteren Reihen verbirgt, und können gleichzeitig den leeren Platz reinigen.
- Behalten. Was Sie in den letzten ein bis zwei Jahren benutzt haben oder saisonal brauchen: Weihnachtsdeko, Campingausrüstung, Werkzeug, Winterreifen.
- Verschenken oder verkaufen. Funktionierende Möbel, Fahrräder, Kinderspielzeug, Geschirr. Setzen Sie eine Frist von einigen Wochen; was bis dahin keinen Abnehmer findet, geht in die Entsorgung.
- Entsorgen. Kaputtes, Verschimmeltes, Unvollständiges, alte Kartons, Dinge „für irgendwann“, die seit Jahren unberührt sind.
- Sondermüll getrennt stellen. Farbeimer, Lackdosen, Spraydosen mit Restinhalt, Pflanzenschutzmittel, Altöl, Batterien und Elektrogeräte kommen in eine eigene Ecke und werden nie mit dem Restmüll vermischt.
Erinnerungsstücke wie Fotos, Briefe oder Kinderzeichnungen sollten Sie nicht beim Entrümpeln durchgehen. Packen Sie sie in eine Kiste und sehen Sie sie an einem ruhigen Abend in der Wohnung durch; im Keller leiden sie ohnehin unter der Feuchtigkeit.
Wohin mit was: Sperrmüll, Wertstoffhof, Handel
| Was | Wohin |
| Möbel, Matratzen, Teppiche | Sperrmüll oder Wertstoffhof |
| Altholz, Metall, Bauschutt in kleinen Mengen | Wertstoffhof, getrennt nach Sorten |
| Elektrogeräte, Kabel, Lampen | Wertstoffhof oder Rückgabe im Handel |
| Batterien und Akkus | Sammelboxen im Handel oder Wertstoffhof |
| Farben, Lacke, Lösungsmittel, Chemikalien | Schadstoffmobil oder Schadstoffannahme am Wertstoffhof |
| Altöl | Rücknahme dort, wo Motoröl verkauft wird, oder Schadstoffannahme |
| Kartons, Papier | Altpapier |
Elektrogeräte nimmt nicht nur der Wertstoffhof an. Größere Elektrofachgeschäfte und Supermärkte ab einer bestimmten Größe, die selbst Elektrogeräte verkaufen, müssen kleine Altgeräte kostenlos zurücknehmen, auch ohne dass Sie etwas kaufen. Batterien können Sie überall abgeben, wo Batterien verkauft werden. Kleben Sie bei Lithium-Akkus die Pole ab, damit sie keinen Kurzschluss verursachen.
Farben, Lacke und Chemikalien: nicht in den Hausmüll
Alte Farben, Lacke, Verdünner, Holzschutzmittel, Rohrreiniger, Pflanzenschutzmittel und Spraydosen mit Restinhalt sind Schadstoffe. Sie gehören weder in den Hausmüll noch in den Ausguss, sondern zum Schadstoffmobil oder zur Schadstoffannahme des Wertstoffhofs. Lassen Sie sie in der Originalverpackung, damit erkennbar ist, was darin ist, und schütten Sie niemals Reste zusammen: Manche Stoffe reagieren miteinander. Leere, ausgetrocknete Eimer von Dispersionsfarbe dürfen in vielen Gemeinden in den Restmüll oder die Wertstofftonne; was bei Ihnen gilt, steht im Abfallkalender Ihrer Kommune.
Behälter, deren Inhalt Sie nicht mehr erkennen, öffnen Sie nicht, um daran zu riechen. Sie gehen verschlossen zum Schadstoffmobil.
Den leeren Keller reinigen und prüfen
Ist ein Abschnitt leer, fegen oder saugen Sie ihn und sehen sich Wände und Boden genau an. Dunkle Flecken, abblätternder Putz, weiße Salzkrusten oder ein muffiger Geruch deuten auf Feuchtigkeit hin. Das ist ein guter Moment, der Ursache nachzugehen, bevor Sie wieder einräumen. Was gegen modrigen Kellergeruch hilft und wann Lüften mehr schadet als nützt, steht unter Keller riecht muffig. Wer beim Ausräumen auf viele kleine graue Tiere stößt, findet unter Kellerasseln die Erklärung und die passenden Maßnahmen.
Richtig einlagern: was im Keller bleiben darf
Keller sind oft kühl und feuchter als die Wohnung. Das verträgt nicht alles.
- Regale statt Boden. Stellen Sie nichts direkt auf den Boden und halten Sie einige Zentimeter Abstand zur Außenwand, damit Luft zirkulieren kann.
- Geschlossene Kunststoffkisten statt Pappkartons. Pappe zieht Feuchtigkeit, wird weich und bietet Schimmel und Papierfischchen Nahrung.
- Beschriften Sie jede Kiste auf zwei Seiten, dann sehen Sie den Inhalt auch im Regal.
- Nicht in den Keller gehören Dokumente und Fotos, Textilien ohne dichte Verpackung, Elektronik, Bücher und Lebensmittel ohne geeignete Lagerbedingungen.
- Oft Gebrauchtes nach vorn, Saisonales nach hinten oder oben.
Für die Kisten eignen sich stapelbare Aufbewahrungsboxen mit Deckel in einheitlicher Größe, weil sie sich lückenlos ins Regal stellen lassen. Wer ohnehin einen Umzug plant, spart sich das Entrümpeln danach: Tipps dazu stehen unter Umzugskartons packen.
Häufige Fragen
Was kostet eine professionelle Kellerentrümpelung?
Das hängt von der Menge, der Zugänglichkeit und der Region ab. Seriöse Firmen besichtigen vorher oder lassen sich Fotos schicken und nennen dann einen Festpreis. Holen Sie mehrere Angebote ein und achten Sie darauf, dass die Entsorgungskosten enthalten sind.
Darf ich Sperrmüll einfach an die Straße stellen?
Nur zum angemeldeten Termin und in der Regel erst am Vorabend oder am Morgen des Abholtags. Wer Sperrmüll ohne Anmeldung auf die Straße stellt, riskiert ein Bußgeld wegen illegaler Abfallentsorgung.
Wie entsorge ich alte Farbeimer?
Eimer mit flüssigen Resten gehören zum Schadstoffmobil oder zur Schadstoffannahme. Leere oder vollständig eingetrocknete Eimer von Dispersionsfarbe nehmen viele Kommunen im Restmüll oder in der Wertstofftonne an; Lacke und lösemittelhaltige Farben dagegen immer als Schadstoff.
Wie oft sollte man den Keller entrümpeln?
Ein kurzer Durchgang einmal im Jahr genügt, etwa im Frühjahr. Dann bleibt der Aufwand klein, und Feuchtigkeitsschäden fallen früh auf.



