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Zahnschiene und lose Zahnspange reinigen

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Durchsichtige Zahnschiene aus Kunststoff auf grauem Untergrund
Eine Zahnschiene wird täglich mit weicher Bürste und kühlem Wasser gereinigt
Inhalt9 Abschnitte
  1. Für welche Schienen und Spangen das gilt
  2. Die tägliche Reinigung in fünf Schritten
  3. Warum heißes Wasser und Zahnpasta schaden können
  4. Reinigungstabletten: sinnvoll, wenn man sich an die Zeit hält
  5. Essig, Zitronensäure, Natron: die ehrliche Antwort
  6. Hartnäckige Beläge, Verfärbungen und Geruch
  7. Richtig aufbewahren: trocken und luftig
  8. Wann Sie die Praxis fragen sollten
  9. Häufige Fragen

Eine Zahnschiene reinigen Sie täglich mit einer weichen Bürste unter kaltem bis lauwarmem Wasser; für die lose Zahnspange gilt dasselbe. Heißes Wasser, Spülmaschine und scheuernde Zahnpasta sind die drei häufigsten Fehler. Ergänzend können Reinigungstabletten für Schienen und Spangen helfen – nach Packungsangabe und so, wie Ihre Praxis es empfiehlt.

Für welche Schienen und Spangen das gilt

Die Grundregeln sind für alle herausnehmbaren Kunststoffteile im Mund ähnlich: Aufbiss- und Knirscherschienen, durchsichtige Aligner, herausnehmbare Retainer nach der Zahnspange, lose Zahnspangen mit Kunststoffplatte, Drahtbügeln und Dehnschraube, Schnarchschienen und Sportmundschutz. Die Materialien unterscheiden sich allerdings: harte und weiche Kunststoffe, dünne tiefgezogene Folien, Teile mit Metall. Was die eine Schiene verträgt, kann die andere verformen oder trüben.

Deshalb gilt vor allem anderen: Die Anweisungen Ihrer Zahnarzt- oder Kieferorthopädie-Praxis und die Angaben des Herstellers haben Vorrang. Die Praxis kennt das Material und weiß, ob Ihre Schiene Reinigungstabletten oder ein Ultraschallbad verträgt. Dieser Text beschreibt die übliche Pflege und ersetzt keine Beratung.

Die tägliche Reinigung in fünf Schritten

Sie brauchen eine eigene weiche Zahnbürste nur für die Schiene oder eine Prothesenbürste, fließendes Wasser und bei Bedarf etwas milde, unparfümierte Flüssigseife oder Spülmittel.

  1. Sofort nach dem Herausnehmen abspülen. Speichel und Beläge sind frisch am leichtesten zu entfernen. Unter fließendem kaltem bis lauwarmem Wasser von allen Seiten abspülen.
  2. Waschbecken sichern. Ein Handtuch ins Becken legen oder etwas Wasser einlassen. Schienen und Spangen rutschen aus nassen Fingern und brechen auf Keramik leicht.
  3. Mit weicher Bürste reinigen. Innen- und Außenseite ohne Druck abbürsten, besonders die Vertiefungen für die Zähne. Bei der losen Zahnspange auch entlang der Drähte, um die Halteelemente und rund um die Schraube bürsten – dort sammelt sich am meisten. Ein Tropfen milde Seife oder Spülmittel hilft gegen den schmierigen Film.
  4. Gründlich abspülen. Bis nichts mehr schäumt und nichts mehr nach Seife schmeckt.
  5. Trocknen lassen oder wieder einsetzen. Wird die Schiene nicht gleich getragen, abschütteln, an der Luft trocknen lassen und in die Dose legen.

Putzen Sie sich vor dem Einsetzen die Zähne. Was an den Zähnen haftet, sitzt sonst stundenlang unter der Schiene.

Warum heißes Wasser und Zahnpasta schaden können

Hitze: Viele Schienen werden aus thermoplastischem Kunststoff gefertigt, also einem Material, das unter Wärme in Form gebracht wurde. Heißes Wasser kann diese Form wieder verändern. Schon ein leichter Verzug genügt, damit die Schiene drückt, schaukelt oder ihre Aufgabe nicht mehr richtig erfüllt. Deshalb kein heißes oder kochendes Wasser, keine Spülmaschine, keine Mikrowelle, kein Ablegen auf der Heizung, im Auto in der Sonne oder neben dem Wasserkocher. Wie heiß zu heiß ist, hängt vom Material ab; mit handwarmem Wasser sind Sie auf der sicheren Seite.

Zahnpasta: Zahnpasta enthält Putzkörper, die für Zahnschmelz gedacht sind. Kunststoff ist weicher. Zahnärztinnen und Zahnärzte weisen darauf hin, dass abrasive Zahnpasta die Oberfläche mit der Zeit aufrauen kann – und eine raue Oberfläche bietet Belägen, Bakterien und Farbstoffen mehr Halt. Durchsichtige Schienen werden außerdem matt. Manche Praxen erlauben Zahnpasta ohne oder mit sehr wenigen Schleifpartikeln; fragen Sie nach, statt es auszuprobieren. Mit Wasser, Bürste und milder Seife machen Sie nichts falsch.

Reinigungstabletten: sinnvoll, wenn man sich an die Zeit hält

Sprudelnde Reinigungstabletten lösen Beläge an Stellen, die die Bürste schlecht erreicht, und nehmen Gerüche. Verwenden Sie Tabletten, die ausdrücklich für Zahnschienen, Zahnspangen oder Retainer ausgewiesen sind. Klassische Gebissreiniger sind für Prothesenkunststoff entwickelt; ob sie für Ihre Schiene passen, beurteilen Fachleute unterschiedlich – auch das ist eine Frage für die Praxis oder den Blick in die Herstellerangaben, besonders bei Alignern.

So wenden Sie sie an: Tablette in einem Glas mit kaltem bis lauwarmem Wasser auflösen, Schiene vollständig einlegen, die auf der Packung genannte Zeit einhalten, danach kurz abbürsten und gründlich unter fließendem Wasser abspülen. Die Lösung jedes Mal wegschütten.

Wichtig ist die Einwirkzeit. Wer die Schiene im Reiniger vergisst und sie viele Stunden liegen lässt, riskiert Verfärbungen und angegriffenen Kunststoff; bei Spangen mit Metallteilen können zu lange Bäder außerdem Drähte und Lötstellen belasten. Tabletten ersetzen die tägliche Reinigung mit der Bürste nicht, sie ergänzen sie – wie oft, steht auf der Packung oder sagt Ihnen die Praxis.

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Essig, Zitronensäure, Natron: die ehrliche Antwort

Verdünnter Essig löst Kalk, und die harten, weißlichen Beläge auf einer Schiene bestehen zu einem guten Teil aus Mineralien aus dem Speichel. Chemisch ist es also plausibel, dass ein kurzes Bad in verdünntem Haushaltsessig solche Beläge anlöst, und der Tipp wird häufig weitergegeben.

Eine einheitliche fachliche Empfehlung dafür gibt es aber nicht. Manche Praxen nennen verdünnten Essig als gelegentliche Maßnahme, andere raten von Hausmitteln wie Essig, Zitronensaft und Natron ab: Säure kann je nach Kunststoff die Oberfläche angreifen und setzt Metallteilen an losen Spangen zu, Natron wirkt als Pulver scheuernd.

Wenn Sie es dennoch versuchen wollen: nur nach Rücksprache mit der Praxis, nur Haushaltsessig und keine Essigessenz, deutlich mit Wasser verdünnt, nur kurz, nicht bei Spangen mit Metall ohne ausdrückliche Freigabe – und danach sehr gründlich abspülen und bürsten. Zur Gewohnheit sollte es nicht werden.

Eindeutig ungeeignet sind Chlorreiniger, Desinfektionsmittel für Flächen, Alkohol, Spiritus und Nagellackentferner. Auch gefärbte oder alkoholhaltige Mundspülung ist kein Einlegebad: Sie kann durchsichtige Schienen verfärben und das Material austrocknen.

Hartnäckige Beläge, Verfärbungen und Geruch

ProblemWas dahinterstecktWas Sie tun können
Weiße, harte Ablagerungenmineralisierter Belag, ähnlich wie ZahnsteinReinigungstabletten nach Anleitung; fest sitzende Krusten in der Praxis entfernen lassen, nicht abkratzen
Gelbliche oder trübe SchieneFarbstoffe aus Kaffee, Tee, Nikotin; aufgeraute Oberflächemit eingesetzter Schiene nur Wasser trinken; Reinigungsbad; die Trübung durch Kratzer bleibt
Unangenehmer GeruchBakterienbelag, feucht verschlossene Dosetägliches Bürsten, Schiene und Dose trocknen lassen, Dose mitreinigen
Dunkle Punktekönnen Verfärbungen sein, selten auch Schimmel nach feuchter Lagerungnicht weitertragen, in der Praxis zeigen

Ein Ultraschall-Reinigungsgerät für zu Hause kann die Pflege ergänzen, wenn der Hersteller der Schiene das zulässt. Es löst lose Beläge, ersetzt aber weder die Bürste noch die professionelle Reinigung. Viele Praxen reinigen Schienen und Spangen beim Kontrolltermin auf Wunsch mit – bringen Sie sie einfach mit.

Richtig aufbewahren: trocken und luftig

Zwischen den Tragezeiten gehört die Schiene sauber und abgetrocknet in ihre Dose. Eine Dose mit Luftlöchern ist ideal, weil Restfeuchte entweichen kann. In einer luftdicht verschlossenen, feuchten Dose vermehren sich Keime, und es entsteht der typische muffige Geruch. Manche Materialien sollen laut Hersteller feucht gelagert werden, damit sie nicht spröde werden; dann gilt diese Angabe.

Die Dose selbst wird leicht vergessen. Spülen Sie sie täglich aus und waschen Sie sie mindestens einmal pro Woche mit Spülmittel und einer Bürste, danach offen trocknen lassen. Nicht in ein Taschentuch oder eine Serviette wickeln – so landen die meisten Schienen im Müll.

Wie Sie die Bürste sauber halten, mit der Sie Ihre Zähne putzen, steht unter Elektrische Zahnbürste reinigen. Für andere Dinge mit direktem Körperkontakt gibt es eigene Anleitungen, etwa Menstruationstasse reinigen und Brille reinigen.

Wann Sie die Praxis fragen sollten

Reinigen hat Grenzen. Melden Sie sich in der Praxis, wenn die Schiene Risse, scharfe Kanten oder abgebrochene Stellen hat, wenn sie nach einem Missgeschick mit heißem Wasser nicht mehr richtig sitzt, wenn Drähte verbogen sind oder die Schraube klemmt, wenn sich Beläge trotz Pflege nicht lösen oder wenn Zahnfleisch und Schleimhaut unter der Schiene gereizt reagieren. Biegen Sie nichts selbst zurecht und tragen Sie eine beschädigte Schiene nicht weiter, bis geklärt ist, ob sie noch passt.

Häufige Fragen

Wie oft muss ich meine Zahnschiene reinigen?

Nach jedem Tragen abspülen und einmal täglich mit einer weichen Bürste reinigen. Ein Reinigungsbad mit Tabletten kommt je nach Packungsangabe und Empfehlung der Praxis hinzu.

Darf ich die Zahnschiene mit Zahnpasta putzen?

Normale Zahnpasta kann den Kunststoff aufrauen und durchsichtige Schienen trüben. Wasser und eine weiche Bürste, bei Bedarf mit milder Seife oder Spülmittel, sind die schonendere Wahl. Wenn Ihre Praxis eine bestimmte Zahnpasta freigibt, gilt deren Empfehlung.

Kann ich die Zahnschiene mit Essig reinigen?

Verdünnter Essig kann Kalkbeläge anlösen, wird fachlich aber nicht einheitlich empfohlen, weil Säure Kunststoff und Metallteile angreifen kann. Wenn überhaupt, dann verdünnt, kurz, selten und nach Rücksprache mit der Praxis.

Was tun, wenn die Zahnschiene stinkt?

Täglich bürsten, ein Reinigungsbad nach Anleitung machen, Schiene und Dose trocknen lassen und die Dose mitwaschen. Bleibt der Geruch, sitzen Beläge meist in feinen Kratzern; dann die Schiene in der Praxis reinigen und prüfen lassen.

Darf die Zahnschiene in die Spülmaschine oder in kochendes Wasser?

Nein. Hitze kann den Kunststoff verformen, die Schiene passt danach nicht mehr. Auch Spülmaschinenreiniger ist für das Material zu aggressiv.