Wasserfilter-Kanne reinigen und Kartusche wechseln

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Eine Wasserfilter-Kanne reinigen Sie am einfachsten bei jedem Kartuschenwechsel: Kanne und Trichter mit warmem Wasser und Spülmittel auswaschen, gut nachspülen, trocknen lassen, neue Kartusche nach Packungsanleitung vorbereiten. Die Kartusche selbst wird nicht gereinigt, sondern nach Herstellerangabe gewechselt, meist etwa alle vier Wochen. Und das gefilterte Wasser gehört in den Kühlschrank und zügig ins Glas.
Warum sich Keime in der Filterkanne wohlfühlen
Leitungswasser ist in Deutschland keimarm, manchmal enthält es geringe Chlorreste aus der Desinfektion. Die Aktivkohle in der Kartusche nimmt Geschmacksstoffe und solche Chlorreste heraus, und in der feuchten Kartusche selbst finden Bakterien viel Oberfläche. Gefiltertes Wasser, das bei Zimmertemperatur einige Tage in der Kanne steht, ist deshalb eher belastet als das Wasser aus dem Hahn. Verbraucherzentralen weisen seit Jahren darauf hin, dass eine schlecht gepflegte Filterkanne die Wasserqualität verschlechtern kann.
Die gute Nachricht: Mit etwas Routine ist das kein Problem. Die Kanne braucht vor allem drei Dinge: regelmäßige Reinigung, einen kühlen Platz und frische Kartuschen.
Was Sie brauchen
- warmes Wasser und Spülmittel
- weiche Spülbürste oder Flaschenbürste
- sauberes Geschirrtuch
- bei Kalkrändern etwas Zitronensäure oder Essig
- eine neue Kartusche des passenden Systems
Schritt für Schritt: Kanne reinigen und Kartusche wechseln
- Kanne leeren. Restwasser weggießen oder für Pflanzen verwenden.
- Alte Kartusche herausnehmen. Die Kartusche aus dem Trichter ziehen. Sie wird nicht ausgewaschen oder weiterverwendet.
- Zerlegen. Deckel abnehmen und den Trichter aus der Kanne heben.
- Spülen. Kanne und Trichter mit warmem Wasser und etwas Spülmittel auswaschen, Ecken und den Ausgießer mit der Bürste reinigen. Den Deckel mit der Wechselanzeige nur außen feucht abwischen, nicht untertauchen.
- Gründlich nachspülen. Alle Teile mit klarem Wasser ausspülen, damit kein Spülmittel im Trinkwasser landet.
- Trocknen. Mit einem sauberen Tuch abtrocknen oder offen trocknen lassen.
- Neue Kartusche vorbereiten. Wie, steht auf der Packung. Bei vielen Systemen wird die Kartusche eingesetzt und die ersten ein bis zwei Füllungen werden weggegossen, bei anderen wird sie vorher kurz gewässert.
- Anzeige zurücksetzen. Die Wechselanzeige im Deckel nach Anleitung neu starten, damit Sie den nächsten Termin nicht verpassen.
Spülmaschine: ja oder nein?
Das hängt vom Hersteller ab, der Blick in die Anleitung lohnt. Bei vielen Kannen dürfen Kanne und Trichter in die Spülmaschine, oft mit einer Höchsttemperatur; der Deckel mit elektronischer Anzeige dagegen nicht, weil Hitze und Wasser die Elektronik zerstören. Die Kartusche kommt nie in die Spülmaschine. Der Kunststoff verträgt Handwäsche auf Dauer besser: Er wird weniger schnell trüb und verkratzt nicht so leicht.
Kalk, grüne Beläge und Geruch
Kalkränder an Kanne und Trichter entstehen, weil unter dem Trichter noch ungefiltertes Wasser steht oder Tropfen antrocknen. Füllen Sie die Kanne mit Wasser und etwas Zitronensäure oder Essig, lassen Sie das eine halbe Stunde stehen und spülen Sie gründlich nach. Mehr zu Kalk auf Kunststoff und Glas unter Kalkflecken entfernen.
Grünliche oder bräunliche Beläge sind Algen oder Biofilm. Sie entstehen, wenn die Kanne im Licht steht oder zu selten gereinigt wird. Mit Spülmittel und Bürste gründlich entfernen, danach die Kanne an einen dunkleren, kühlen Platz stellen.
Muffiger Geruch oder ein seltsamer Geschmack deuten auf eine verbrauchte Kartusche oder eine verkeimte Kanne hin. Kartusche wechseln, Kanne reinigen und das erste gefilterte Wasser nicht trinken.
Keine Chlorreiniger, kein Scheuermittel und keine Bleiche an der Filterkanne. Rückstände schmecken Sie im Wasser, und der Kunststoff wird rau, wodurch sich Beläge noch leichter festsetzen.
Wie oft wechseln, wo aufbewahren
Die Kartuschen der gängigen Kannen sind laut Hersteller für etwa vier Wochen ausgelegt, manche Systeme nennen auch eine Literzahl. Bei sehr hartem Wasser erschöpft sich die Kartusche schneller; der Beitrag Wasserhärte bestimmen zeigt, wie Sie Ihren Wert herausfinden. Auch wenn Sie die Kanne kaum nutzen, gilt das Zeitlimit: Eine feuchte Kartusche verkeimt, ganz gleich, wie viel Wasser durchgelaufen ist. Die passenden Ersatzkartuschen für Filterkannen müssen zum System der Kanne passen; die Systeme verschiedener Hersteller sind meist nicht untereinander austauschbar.
Stellen Sie die Kanne in den Kühlschrank oder zumindest an einen kühlen, schattigen Ort, nie auf die sonnige Fensterbank oder neben den Herd. Gefiltertes Wasser verbrauchen Sie am besten am selben Tag. Wer eine Pause macht, etwa im Urlaub, nimmt die Kartusche heraus und setzt nach der Rückkehr eine neue ein.
Gebrauchte Kartuschen nehmen einige Hersteller und Händler zurück, weil Kunststoff und Filtermaterial wiederverwertet werden können. Ob das bei Ihrem System möglich ist, steht auf der Packung.
Brauche ich überhaupt einen Wasserfilter?
Für die Gesundheit in aller Regel nicht. Trinkwasser ist in Deutschland eines der am besten kontrollierten Lebensmittel und muss die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung bis zum Wasserhahn einhalten. Ein Tischfilter kann den Geschmack verbessern und Kalk reduzieren, was Wasserkocher und Kaffeemaschine schont. Einen hygienischen Vorteil hat er nicht. Eine Ausnahme sind alte Hausleitungen aus Blei; dann ist eine Filterkanne keine verlässliche Lösung, sondern nur ein Austausch der Leitung, und Auskunft gibt das örtliche Wasserwerk oder das Gesundheitsamt. Wer vor allem Kalk in Geräten vermeiden will, findet Hinweise unter Wasserkocher entkalken.
Typische Fehler
- Kartusche nach Gefühl wechseln: Geschmack und Aussehen verraten nicht, wann die Kartusche verbraucht ist. Die Wechselanzeige oder ein Eintrag im Kalender schon.
- Nur nachfüllen, nie spülen: In der Kanne bildet sich mit der Zeit ein kaum sichtbarer Film, der erst bei der Reinigung verschwindet.
- Kanne auf der Arbeitsplatte neben dem Herd: Wärme und Licht beschleunigen das Keimwachstum.
- Gefiltertes Wasser für Babynahrung verwenden, ohne abzukochen: Für Säuglinge gelten eigene Regeln; im Zweifel frisches, abgekochtes Leitungswasser nehmen.
- Deckel mit Anzeige in die Spülmaschine: Die Elektronik übersteht das meist nicht.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich die Wasserfilter-Kanne reinigen?
Mindestens bei jedem Kartuschenwechsel, also etwa alle vier Wochen. Wer die Kanne täglich nutzt, spült sie besser einmal pro Woche mit warmem Spülwasser aus.
Kann man eine Filterkartusche reinigen und weiterverwenden?
Nein. Aktivkohle und Ionenaustauscher sind nach der vorgesehenen Zeit erschöpft, und Keime im Inneren lassen sich nicht ausspülen. Die Kartusche wird nach Herstellerangabe ersetzt.
Wie lange ist gefiltertes Wasser haltbar?
Im Kühlschrank etwa einen Tag. Bei Zimmertemperatur vermehren sich Keime schneller, dann sollten Sie es nach einigen Stunden verbraucht haben. Frisches Wasser aus dem Hahn ist im Zweifel die hygienischere Wahl.
Warum schwimmen schwarze Teilchen im Wasser?
Das sind meist Aktivkohle-Partikel aus einer neuen Kartusche. Sie sind unbedenklich, zeigen aber, dass die ersten Füllungen nicht weggegossen wurden. Gießen Sie noch ein bis zwei Füllungen weg; treten die Teilchen weiter auf, ist die Kartusche womöglich beschädigt.



