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Terrasse reinigen: Stein, Holz und Grünbelag

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Geflieste Terrasse mit Steintisch und Steinbänken unter blauem Himmel
Für die meisten Terrassen genügen Besen, Schrubber und warmes Wasser mit Neutralreiniger
Inhalt8 Abschnitte
  1. Welcher Belag liegt auf Ihrer Terrasse?
  2. Was Sie brauchen
  3. Schritt für Schritt: Steinterrasse reinigen
  4. Holzterrasse und WPC
  5. Hochdruckreiniger: selten die beste Wahl
  6. Grünbelag, Moos und Unkraut in den Fugen
  7. Wohin mit dem Schmutzwasser?
  8. Häufige Fragen

Eine Terrasse reinigen Sie am schonendsten mit Besen, Schrubber und warmem Wasser, dem Sie etwas Schmierseife oder einen milden Steinreiniger zugeben. Grünbelag in den Fugen kratzen Sie mit einem Fugenkratzer heraus, statt Essig oder Salz zu streuen, denn das ist auf Pflaster und Platten nicht nur schädlich, sondern auch verboten. Holzdielen schrubben Sie in Faserrichtung und ölen sie bei trockenem Wetter nach. Den Hochdruckreiniger brauchen Sie seltener, als die Werbung vermuten lässt.

Welcher Belag liegt auf Ihrer Terrasse?

Die Reinigung hängt vom Material ab. Wer nicht weiß, woraus die Platten sind, testet Säure nie auf der Terrasse, sondern fragt im Zweifel den Verleger oder Händler.

BelagVerträgtVerträgt nicht
Betonplatten, BetonpflasterSchmierseife, Schrubber, Hochdruck nur mit FlächenreinigerSäure (löst Zement an), Hochdruck-Punktstrahl
Granit, BasaltNeutralreiniger, Schmierseife, SchrubberDauerhafte Säurebehandlung, Rost von Möbelfüßen
Kalkstein, Marmor, Travertin, SolnhofenerNeutralreiniger, weiche BürsteEssig, Zitronensäure, Kalkentferner, saure Steinreiniger
Feinsteinzeug, KeramikFast alle HaushaltsreinigerWenig, aber Fugen nicht mit Säure behandeln
Holz (Lärche, Douglasie, Bangkirai)Schmierseife, Wurzelbürste, ÖlHochdruck, Stahlbürste, stehende Nässe
WPCSpülmittelwasser, Bürste, Hersteller-PflegemittelHochdruck ohne Herstellerfreigabe, Lösungsmittel

Was Sie brauchen

  • einen Straßenbesen und einen Schrubber mit harten Kunststoffborsten
  • einen Fugenkratzer, bei großen Flächen eine Fugenbürste mit Stiel
  • Eimer, warmes Wasser, Schmierseife oder einen Neutralreiniger für Stein
  • für Holz: Wurzelbürste, gegebenenfalls Holzentgrauer und Terrassenöl
  • einen Gartenschlauch oder einen Wasserbesen
  • Handschuhe und feste Schuhe

Schritt für Schritt: Steinterrasse reinigen

  1. Freiräumen und fegen. Möbel und Töpfe beiseitestellen, Laub und losen Schmutz gründlich abkehren.
  2. Fugen auskratzen. Mit dem Fugenkratzer Moos, Unkraut und Grünbelag aus den Fugen ziehen. Danach die gelösten Reste auskehren.
  3. Einseifen. Warmes Wasser mit Schmierseife oder Neutralreiniger nach Packungsangabe großzügig verteilen und fünf bis zehn Minuten einwirken lassen. Nicht in praller Sonne arbeiten, sonst trocknet die Lösung an.
  4. Schrubben. Abschnitt für Abschnitt mit dem Schrubber bearbeiten, bei rauen Platten in beide Richtungen.
  5. Abspülen. Mit klarem Wasser nachspülen, bis kein Schaum mehr zu sehen ist. Das Wasser ins Beet oder auf den Rasen leiten, nicht in den Gully.
  6. Fugen auffüllen. Ist beim Auskratzen viel Sand verloren gegangen, neuen Fugensand einkehren und leicht einschlämmen. Volle Fugen bieten Unkraut weniger Platz und halten die Platten stabil.

Rostflecken von Möbelfüßen oder Blumentöpfen auf Stein sind hartnäckig. Es gibt dafür Rostentferner für Naturstein, die ohne starke Säure auskommen; auf Kalkstein und Marmor nur Mittel verwenden, die ausdrücklich dafür zugelassen sind.

Holzterrasse und WPC

Holzdielen werden bei Nässe glatt, sobald sich Grünbelag bildet. Reinigen Sie sie mit warmem Schmierseifenwasser und einer Wurzelbürste oder einem Schrubber, immer in Faserrichtung. Riefen in den Dielen, die sogenannte Riffelung, bürsten Sie der Länge nach aus. Natron wird oft als Hausmittel für Holzterrassen empfohlen; es ist sehr mild und bringt bei normalem Schmutz wenig mehr als Schmierseife.

Ist das Holz grau geworden, hilft ein Holzentgrauer, der meist Oxalsäure enthält. Er wird aufgetragen, wirkt eine Weile ein und wird dann abgebürstet und gründlich abgespült. Handschuhe und Schutzbrille tragen, Pflanzen am Rand abdecken. Danach braucht das Holz mehrere trockene Tage, bevor es geölt wird. Das Öl dünn auftragen und den Überschuss nach 20 bis 30 Minuten abnehmen, sonst bleibt die Oberfläche klebrig. Ölgetränkte Lappen können sich selbst entzünden; mehr dazu steht im Beitrag Holzarbeitsplatte reinigen und ölen.

WPC-Dielen aus Holz-Kunststoff-Verbund werden nicht geölt. Spülmittelwasser und eine Bürste reichen, bei Fett- und Grillflecken ein Spezialreiniger des Herstellers. Ob ein Hochdruckreiniger erlaubt ist, steht in der Pflegeanleitung; viele Hersteller lassen ihn nur mit Flächenreiniger und Abstand zu, und bei Verstößen kann die Garantie erlöschen.

Hochdruckreiniger: selten die beste Wahl

Der Hochdruckreiniger wirkt schnell, hat aber Nebenwirkungen. Auf Holz reißt er die weichen Fasern zwischen den Jahresringen heraus, die Oberfläche wird rau, splittert und vergraut danach umso schneller. Auf Beton und Betonpflaster trägt er die oberste Zementschicht ab; die Oberfläche wird offenporiger, und neuer Schmutz setzt sich leichter fest. In den Fugen spült er den Sand heraus, sodass Platten locker werden. Wenn Sie das Gerät benutzen, dann auf Stein und Beton mit einem Flächenreiniger-Aufsatz, der den Strahl abdeckt, und nie mit der Punktstrahldüse. Die Fugen danach neu einschlämmen. Terrasse sauber machen ohne Hochdruckreiniger geht mit Schrubber und Geduld, oder mit einem Wasserbesen, der mit normalem Leitungsdruck arbeitet.

Grünbelag, Moos und Unkraut in den Fugen

Essig, Salz und andere Unkrautvernichter dürfen auf Terrassen, Wegen und Einfahrten nicht eingesetzt werden. Das Pflanzenschutzgesetz verbietet die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf befestigten Flächen, und Hausmittel wie Essig und Salz, die gegen Unkraut gestreut werden, fallen nach Auffassung der Behörden ebenfalls darunter. Der Grund: Von Pflaster und Platten wird das Mittel mit dem Regen in die Kanalisation oder direkt ins Grundwasser gespült. Es drohen empfindliche Bußgelder. Salz schädigt außerdem Boden und angrenzende Pflanzen dauerhaft, und Essig greift Beton, Kalkstein und Fugenmörtel an.

Was stattdessen hilft:

  • Fugenkratzer oder Fugenbürste: mühsam, aber gründlich. Mehrmals im Jahr kurz ist leichter als einmal lange.
  • Heißes Wasser: Kochendes Wasser, etwa ungesalzenes Kartoffelwasser, über die Fugen gießen, das schädigt junge Pflanzen. Wirkt nur bei kleinen Flächen.
  • Abflammgerät: Ein Unkrautbrenner lässt Pflanzen absterben. Nicht in der Nähe von Holz, trockenem Laub, Hecken oder Kunststoff, und nicht bei Trockenheit.
  • Fugen füllen: Dichter Fugensand oder spezielle Fugenmörtel lassen weniger Samen keimen.

Grünbelag auf den Platten selbst sind Algen. Sie verschwinden beim Schrubben mit Schmierseife. Algenentferner aus dem Handel sind nur dann in Ordnung, wenn sie ausdrücklich für Terrassen und Wege zugelassen sind; halten Sie sich genau an die Packungsangabe. Wie Sie Fugen im Haus reinigen, erklärt der Beitrag Fugen reinigen.

Wohin mit dem Schmutzwasser?

Straßenabläufe und Hofgullys führen häufig nicht in die Kläranlage, sondern über den Regenwasserkanal direkt in einen Bach oder in den Boden. Wasser mit Reinigungsmitteln, Entgrauer oder Öl gehört deshalb nicht dorthin. Klares Spülwasser und Wasser mit etwas Schmierseife lassen Sie in Rasen oder Beet versickern, Reste von Entgrauer und Spezialreinigern entsorgen Sie nach Packungsangabe. Im Zweifel gibt die Gemeinde Auskunft, wie die Entwässerung vor Ort aufgebaut ist.

Häufige Fragen

Wie reinige ich grüne Fugen auf der Terrasse?

Mit einem Fugenkratzer oder einer Fugenbürste mechanisch auskratzen, danach mit Schmierseifenwasser schrubben und bei Bedarf Fugensand nachfüllen. Essig und Salz sind auf befestigten Flächen verboten.

Wie mache ich die Terrasse ohne Hochdruckreiniger sauber?

Fegen, Fugen auskratzen, mit warmem Schmierseifenwasser einseifen, schrubben und mit dem Gartenschlauch abspülen. Ein Wasserbesen erleichtert das Nachspülen bei großen Flächen.

Wie reinigt man Terrassenplatten aus Naturstein?

Mit Neutralreiniger oder Schmierseife und einer Bürste. Kalkstein, Marmor und Travertin vertragen keine Säure; Essig, Zitronensäure und saure Steinreiniger hinterlassen matte, raue Flecken.

Wann sollte ich eine Holzterrasse ölen?

Einmal im Jahr, am besten im späten Frühjahr nach der Reinigung, bei trockenem Wetter und nachdem das Holz mehrere Tage getrocknet ist. Die Gartenmöbel reinigen Sie am besten gleich mit, siehe Gartenmöbel reinigen.