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Tauben vom Balkon fernhalten – tierschutzgerecht

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Hellbraune Taube sitzt auf einem Balkongeländer aus Metall
Ein Balkon ohne Futter und ohne ruhige Nischen ist für Tauben wenig einladend
Inhalt8 Abschnitte
  1. Warum Tauben sich gerade Ihren Balkon aussuchen
  2. Was das Tierschutzrecht erlaubt und was nicht
  3. Sanfte Maßnahmen zuerst
  4. Netze und Spikes: die dauerhafte Lösung
  5. Nester, Eier und Jungtiere
  6. Taubenkot sicher entfernen
  7. Mietwohnung: wer ist zuständig?
  8. Häufige Fragen

Tauben vertreiben Sie vom Balkon, indem Sie ihm alles nehmen, was ihn attraktiv macht: Futter, ruhige Ecken und bequeme Landeplätze. Wo das nicht reicht, halten ein Netz oder stumpfe Spikes die Vögel dauerhaft fern. Dabei setzt das Tierschutzrecht klare Grenzen: Tauben dürfen nicht verletzt werden, und brütende Tiere lässt man in Ruhe. Mit etwas Geduld bekommen Sie den Balkon trotzdem zurück.

Warum Tauben sich gerade Ihren Balkon aussuchen

Stadttauben stammen von Felsentauben ab, die an Klippen brüten. Hausfassaden mit Balkonen, Simsen und Nischen sind für sie der Ersatz. Besonders beliebt sind:

  • ruhige Balkone, die selten betreten werden, etwa im Winter oder bei Leerstand,
  • geschützte Ecken hinter Blumenkästen, Kisten, Sichtschutz oder unter der Balkonplatte darüber,
  • Futterquellen wie Vogelhäuschen, Futterreste, Katzenfutter oder offene Mülltüten,
  • Wasser in Untersetzern und Eimern.

Haben Tauben einen Platz einmal als Brutplatz angenommen, kommen sie hartnäckig wieder. Je früher Sie reagieren, desto leichter geht es.

Was das Tierschutzrecht erlaubt und was nicht

Auch Stadttauben sind durch das Tierschutzgesetz geschützt: Niemand darf ihnen ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Daraus folgt für den Balkon:

  • Keine Klebepasten oder Leimfallen. Sie verkleben das Gefieder, die Tiere können nicht mehr fliegen und verenden oft qualvoll.
  • Keine scharfen Spitzen, Stacheldraht oder Nägel. Daran verletzen sich Vögel.
  • Kein Gift, keine Fallen, kein Abschießen. Das ist Sache von Behörden und Fachleuten, wenn überhaupt.
  • Keine lose gespannten oder beschädigten Netze, in denen sich Vögel verfangen.

Für Wildtauben wie Ringel- oder Türkentaube gilt zusätzlich der Artenschutz für europäische Vogelarten. Wer unsicher ist, welche Art auf dem Balkon sitzt und was erlaubt ist, fragt bei der unteren Naturschutzbehörde oder beim Ordnungsamt nach.

Sanfte Maßnahmen zuerst

  1. Futter weg. Kein Vogelfutter auf dem Balkon, keine Essensreste, Katzenfutter nur drinnen. Auch das Füttern von Tauben an anderer Stelle schadet: Es lockt mehr Tiere an, und in vielen Städten ist es verboten.
  2. Aufräumen. Kartons, Kisten und selten genutzte Möbel entfernen oder dicht stellen, damit keine geschützte Nische bleibt.
  3. Häufig präsent sein. Tauben meiden Balkone, auf denen regelmäßig jemand ist. Öfter hinausgehen, Fenster und Tür offen lassen, wenn Sie zu Hause sind.
  4. Landeplätze unbequem machen. Schräge Abdeckungen auf Geländern und Simsen, auf denen Tauben keinen Halt finden, und straff gespannte Drähte in Kopfhöhe der Tiere, die das Landen erschweren.
  5. Bewegung und Glanz. Windspiele, flatternde Bänder oder reflektierende Scheiben irritieren Tauben eine Weile. Auch Attrappen von Greifvögeln wirken meist nur kurz, dann gewöhnen sich die Tiere daran. Als Ergänzung taugen sie, als alleinige Lösung selten.

Netze und Spikes: die dauerhafte Lösung

Ein Balkonnetz ist die sicherste Methode, wenn Tauben hartnäckig bleiben. Es muss den Balkon lückenlos verschließen, straff gespannt sein und eine Maschenweite haben, durch die Tauben nicht hindurch- und in der sich auch kleinere Vögel nicht verfangen. Durchhängende Netze oder Lücken am Rand sind gefährlich: Vögel geraten hinein und kommen nicht mehr heraus. Kontrollieren Sie das Netz regelmäßig, und lassen Sie es im Zweifel von einem Fachbetrieb montieren. Ein passendes Vogelschutznetz für den Balkon gibt es in verschiedenen Größen und Farben.

Spikes für Geländer und Simse sind gängig und gelten als zulässig, solange sie stumpfe, abgerundete Enden haben und die Vögel nur am Landen hindern. Sie müssen die ganze Fläche abdecken; bleiben Lücken, nisten Tauben mitunter gerade zwischen den Stäben. Spikes mit spitzen Enden oder Metalldrähten, an denen sich Tiere verletzen, sind nicht in Ordnung.

In einer Mietwohnung oder Eigentümergemeinschaft brauchen Sie für Netze und alles, was an der Fassade befestigt oder von außen sichtbar ist, in der Regel die Zustimmung des Vermieters oder der Gemeinschaft. Fragen Sie vorher, dann gibt es später keinen Streit.

Nester, Eier und Jungtiere

Stadttauben können fast das ganze Jahr über brüten. Liegen Eier im Nest oder sitzen Junge darin, lassen Sie es während der Brut unberührt. Ein Nest mit Eiern oder Jungen zu entfernen, ist tierschutzrechtlich heikel und bei geschützten Wildtauben verboten. Viele Städte haben Stadttaubenprojekte oder betreute Taubenschläge, deren Helfer Eier gegen Attrappen tauschen und so den Bestand verringern. Fragen Sie dort oder beim Ordnungsamt nach, was in Ihrer Stadt gilt.

Ist die Brut ausgeflogen und das Nest verlassen, entfernen Sie es gründlich und machen die Stelle sofort unzugänglich. Sonst ist das nächste Paar schon da.

Taubenkot sicher entfernen

Taubenkot kann Krankheitserreger enthalten, darunter Bakterien und Pilze, die über aufgewirbelten Staub eingeatmet werden. Deshalb nie trocken fegen oder absaugen.

  1. Schützen. Einweghandschuhe und eine FFP2-Maske tragen, bei größeren Mengen auch eine Schutzbrille und Kleidung, die danach in die Wäsche geht.
  2. Anfeuchten. Den Kot mit Wasser und etwas Spülmittel einsprühen und einweichen lassen. So staubt nichts, und er löst sich leichter.
  3. Abnehmen. Mit Spachtel, Kehrblech und Küchenpapier aufnehmen, in einen Beutel geben, gut verschließen und im Restmüll entsorgen.
  4. Nachwischen. Die Fläche mit heißem Wasser und Reiniger nachwischen, Lappen danach wegwerfen oder heiß waschen. Hände gründlich waschen.

Kein Hochdruckreiniger: Er zerstäubt die Rückstände und verteilt sie bis zu den Nachbarn. Wie Sie Balkonboden und Fliesen danach gründlich reinigen, steht im Beitrag Terrasse reinigen. Sind große Mengen angefallen, etwa auf einem lange ungenutzten Balkon oder Dachboden, übernimmt das besser ein Fachbetrieb.

Mietwohnung: wer ist zuständig?

Verursachen Tauben durch Nester an der Fassade oder auf leer stehenden Nachbarbalkonen einen erheblichen Befall, ist das tendenziell Sache des Vermieters. Informieren Sie ihn schriftlich, am besten mit Fotos. Ob ein starker Taubenbefall ein Mangel ist, der eine Mietminderung rechtfertigt, hängt vom Einzelfall ab; ein paar Tauben auf dem Geländer reichen dafür nicht. Für die Sauberkeit des eigenen Balkons sind Sie meist selbst verantwortlich. Weitere Tipps rund um Fassade und Garten finden Sie in der Rubrik Haus, etwa zu Wespen am Haus.

Häufige Fragen

Was hilft sofort gegen Tauben auf dem Balkon?

Futter entfernen, Nischen zustellen und den Balkon häufig nutzen. Das wirkt oft schon nach einigen Tagen. Brütet ein Paar bereits oder kommen die Tiere trotzdem wieder, hilft dauerhaft nur ein Netz oder lückenlos montierte Spikes mit stumpfen Enden.

Darf ich Taubeneier entfernen?

Während der Brut sollten Sie Nester mit Eiern oder Jungen nicht anfassen; bei geschützten Wildtauben ist das verboten. Stadttaubenprojekte tauschen Eier fachgerecht gegen Attrappen. Fragen Sie in Ihrer Stadt nach, bevor Sie selbst handeln.

Helfen CDs oder Plastikraben gegen Tauben?

Meist nur für kurze Zeit. Tauben gewöhnen sich schnell an Dinge, die sich nicht wirklich bedrohlich verhalten. Als Ergänzung zu Aufräumen und Netz sind sie in Ordnung.

Ist Taubenkot gefährlich?

Er kann Krankheitserreger enthalten, die vor allem über eingeatmeten Staub übertragen werden. Mit Handschuhen, Maske und angefeuchtetem Kot ist das Risiko beim Saubermachen gering. Menschen mit geschwächtem Immunsystem überlassen größere Mengen besser anderen.