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Raumduft selber machen: Diffuser, Spray und Duftglas

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Glasflakon mit Duftstäbchen neben einer weißen Blüte und grünen Blättern
Ein Stäbchen-Diffuser lässt sich aus einem Glas, Trägeröl und Duftöl selbst zusammenstellen
Inhalt8 Abschnitte
  1. Erst die Ursache, dann der Duft
  2. Stäbchen-Diffuser selber machen
  3. Raumspray selber machen
  4. Duftglas mit Natron
  5. Welche Düfte wohin passen
  6. Wann lieber nicht? Katzen, Vögel, Kinder, Asthma
  7. Sicherheit: brennbar und nichts für die Haut
  8. Häufige Fragen

Raumduft selber machen ist einfach: Für einen Stäbchen-Diffuser brauchen Sie ein enges Fläschchen, ein dünnflüssiges Öl, Rattanstäbchen und einige Tropfen ätherisches Öl; ein Raumspray besteht aus Alkohol, Wasser und Duft. Selbst gemischt wissen Sie, was drin ist, und können schwächer dosieren als bei gekauften Produkten. Harmlos ist Duft in der Raumluft deshalb aber nicht – für manche Mitbewohner auf zwei oder vier Beinen ist er sogar ein echtes Problem.

Erst die Ursache, dann der Duft

Ein Raumduft beseitigt keinen Geruch, er legt sich darüber. Riecht es nach Essen, Rauch, feuchter Wäsche oder Katzenklo, hilft zuerst Lüften und dann die Suche nach der Quelle. Das Umweltbundesamt bringt es auf die Formel, Lüften sei besser als Beduften, und rät, mit Duftlampen und ähnlichen Produkten zurückhaltend umzugehen: Duftstoffe sind zusätzliche Stoffe in der Atemluft, und Duftstoffallergien sind verbreitet.

Für hartnäckige Gerüche gibt es eigene Ratgeber, etwa zu Essensgeruch in der Wohnung, Rauchgeruch oder muffigem Geruch im Schrank. Wie Sie wirksam lüften, steht unter Richtig lüften. Ist die Luft sauber, darf es gern dezent nach Zitrone oder Lavendel riechen.

Stäbchen-Diffuser selber machen

Der Diffuser arbeitet ohne Strom und Flamme: Die Stäbchen saugen die Flüssigkeit auf und geben den Duft langsam ab.

Sie brauchen:

  • ein Glas- oder Keramikfläschchen mit enger Öffnung (je enger, desto langsamer verdunstet der Inhalt)
  • etwa 50 ml dünnflüssiges, geruchsarmes Öl, zum Beispiel Mandelöl, Distelöl oder fraktioniertes Kokosöl
  • etwa 20–30 Tropfen ätherisches Öl
  • nach Wunsch 1 Teelöffel hochprozentigen Alkohol (Wodka oder Weingeist), damit die Mischung besser im Stäbchen aufsteigt
  • 5–8 Rattanstäbchen
  1. Mischen. Öl, ätherisches Öl und gegebenenfalls Alkohol in das Fläschchen geben und schwenken.
  2. Stäbchen einstellen. Die Stäbchen hineinstellen, nach etwa einer Stunde einmal umdrehen, damit beide Enden getränkt sind.
  3. Standort wählen. Auf einen Untersetzer stellen, nicht auf lackiertes Holz oder Papier – ausgelaufenes Öl hinterlässt Flecken und kann Lack angreifen. Kein Platz in der Sonne, über der Heizung oder neben Kerzen.
  4. Stärke regeln. Weniger Stäbchen bedeuten weniger Duft. Etwa einmal pro Woche wenden; nach einigen Wochen sind die Stäbchen gesättigt und werden ersetzt.

Wichtig ist das Material: Rattanstäbchen haben feine Kanäle, durch die die Flüssigkeit aufsteigt; Schaschlikspieße aus Bambus funktionieren deutlich schlechter. Dickflüssige Öle wie Olivenöl steigen kaum auf und werden mit der Zeit ranzig.

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Variante mit Alkohol und Wasser

Statt Trägeröl können Sie etwa 2 Teile destilliertes Wasser und 1 Teil hochprozentigen Alkohol mischen und das ätherische Öl dazugeben. Diese Mischung duftet schneller und kräftiger, verdunstet aber auch in ein bis zwei Wochen und muss vor dem Nachfüllen geschüttelt werden, weil sich Öl und Wasser trennen. Wegen des Alkohols gilt hier besonders: Abstand zu Flammen.

Raumspray selber machen

Für eine Sprühflasche mit 100 ml:

  • 30 ml hochprozentiger Alkohol (Wodka oder Weingeist aus der Apotheke)
  • 70 ml destilliertes oder abgekochtes, abgekühltes Wasser
  • etwa 20–30 Tropfen ätherisches Öl
  1. Erst Alkohol und Öl. Das ätherische Öl in den Alkohol geben und schütteln; so verteilt es sich besser.
  2. Wasser auffüllen. Wasser dazugeben, Flasche verschließen, beschriften.
  3. Vor jedem Gebrauch schütteln. Ohne Emulgator trennt sich die Mischung immer wieder.
  4. In die Luft sprühen, nicht auf Flächen. Ein bis zwei Sprühstöße in die Raummitte genügen. Auf Polstern, Vorhängen und Holz können Öl und Alkohol Flecken oder Ränder hinterlassen – wer Textilien besprühen will, testet vorher an verdeckter Stelle.

Das Spray hält sich kühl und dunkel gelagert einige Wochen. Wird es trüb oder riecht es anders als am ersten Tag, kommt es weg. Nie in Richtung von Menschen, Tieren, Aquarien, Kerzen oder der heißen Herdplatte sprühen.

Duftglas mit Natron

Die sanfteste Variante und die einzige, die nebenbei etwas gegen Gerüche tun kann: Natron kann Geruchsstoffe aus der Luft in seiner Nähe binden, vor allem in kleinen, geschlossenen Räumen wie Schuhschrank oder Abstellkammer.

  1. Glas füllen. 3–4 Esslöffel Natron in ein kleines Schraubglas geben.
  2. Beduften. 10–15 Tropfen ätherisches Öl daraufträufeln und mit einem Löffelstiel unterrühren.
  3. Abdecken. Löcher in den Deckel stechen oder ein Stück Stoff mit einem Gummiband über die Öffnung spannen.
  4. Erneuern. Gelegentlich schütteln; nach etwa vier Wochen Natron austauschen. Das alte kann noch den Abfluss auffrischen.

Erwarten Sie davon keinen Duft für das ganze Wohnzimmer. Für Schrank, Gäste-WC oder Auto reicht es.

Welche Düfte wohin passen

Flur und BadZitrone, Orange, Grapefruit, Lemongras – frisch und kurzlebig
WohnzimmerLavendel, Zeder, Bergamotte, im Winter Orange mit Zimt
Schlafzimmeram besten gar kein Dauerduft; wenn, dann sehr schwach Lavendel
Küchelieber lüften; Duft mischt sich mit Kochgerüchen selten gut

Kaufen Sie ätherische Öle mit vollständiger Bezeichnung (Pflanzenname, Herkunft, „100 % naturreines ätherisches Öl“). „Duftöl“ oder „Parfümöl“ ist meist synthetisch – das ist nicht automatisch schlechter, sollte aber draufstehen. Ganz ohne Öl geht es auch: eine mit Nelken gespickte Orange, eine Schale Kaffeebohnen oder ein Strauß getrockneter Lavendel, etwa als Lavendelsäckchen.

Wann lieber nicht? Katzen, Vögel, Kinder, Asthma

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenauszüge. „Natürlich“ heißt hier nicht „mild“.

  • Katzen: Sie können viele Inhaltsstoffe ätherischer Öle nur schlecht abbauen und nehmen sie nicht nur über die Atemluft auf, sondern auch beim Putzen über das Fell. Tierärzte warnen vor allem vor Teebaumöl, aber auch vor Zitrus-, Eukalyptus-, Pfefferminz- und Zimtöl. In einem Katzenhaushalt verzichten Sie am besten ganz auf Diffuser und Sprays oder fragen vorher in der Tierarztpraxis nach.
  • Vögel und andere Kleintiere: Ziervögel haben sehr empfindliche Atemwege. In Räumen mit Vogelkäfig, Terrarium oder Aquarium haben Raumdüfte nichts zu suchen.
  • Hunde: Sie riechen um ein Vielfaches feiner als wir. Was für uns dezent ist, kann für sie aufdringlich sein; das Tier muss dem Duft ausweichen können.
  • Säuglinge und Kleinkinder: Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt, dass schon wenige Tropfen unverdünntes ätherisches Öl in Mund oder Nase bei kleinen Kindern lebensbedrohliche Atemprobleme auslösen können. Kampfer, Menthol, Eukalyptus und Pfefferminze gelten für die Kleinsten als tabu. Kein Raumduft im Kinderzimmer, Fläschchen und Diffuser außer Reichweite.
  • Asthma, Allergien, Migräne: Duftstoffe können Beschwerden auslösen oder verstärken. Wer betroffen ist oder Betroffene im Haushalt hat, lässt es oder spricht vorher mit der Arztpraxis.
  • Schwangerschaft: zurückhaltend dosieren und im Zweifel nachfragen.

Bekommt jemand Kopfschmerzen, Husten, tränende Augen oder Übelkeit, kommt der Duft weg und das Fenster auf. Hat ein Kind Öl verschluckt: kein Erbrechen auslösen, sofort den Giftnotruf anrufen, bei Atemnot oder Benommenheit die 112. Zeigt ein Tier nach Kontakt mit ätherischem Öl Speicheln, Zittern, Taumeln oder Atemnot, gehört es umgehend in die Tierarztpraxis.

Sicherheit: brennbar und nichts für die Haut

Alkohol und Öle brennen. Mischen Sie nicht neben der Kerze oder dem Gasherd, stellen Sie Diffuser nicht auf die Fensterbank über dem Heizkörper und lagern Sie Vorräte verschlossen, kühl und kindersicher. Unverdünntes ätherisches Öl gehört nicht auf die Haut und nicht in die Augen; Spritzer mit viel Wasser abspülen. Beschriften Sie jedes Gefäß – ein Fläschchen mit klarer Flüssigkeit sieht für Kinder aus wie Saft.

Wer lieber eine Flamme mag: Wie man Duftkerzen selber macht, steht im Nachbarartikel – mit eigenen Sicherheitsregeln.

Häufige Fragen

Wie lange hält ein selbst gemachter Stäbchen-Diffuser?

Mit Trägeröl etwa vier bis acht Wochen, je nach Öffnung des Gefäßes, Zahl der Stäbchen und Raumtemperatur. Die Variante mit Alkohol und Wasser ist oft schon nach ein bis zwei Wochen verdunstet.

Kann ich statt Alkohol nur Wasser für das Raumspray nehmen?

Das geht, aber das Öl schwimmt dann obenauf, verteilt sich schlecht, und die Mischung verdirbt schneller. Dann nur kleine Mengen ansetzen, kräftig schütteln und binnen weniger Tage aufbrauchen.

Welches Öl eignet sich als Trägeröl für den Diffuser?

Dünnflüssige, geruchsarme Öle wie Mandel-, Distel- oder fraktioniertes Kokosöl. Olivenöl und andere dicke Öle steigen im Stäbchen kaum auf.

Sind selbst gemachte Raumdüfte gesünder als gekaufte?

Sie enthalten weniger Zusätze, und Sie bestimmen die Dosis. Die ätherischen Öle selbst sind aber dieselben Stoffe und können genauso reizen oder Allergien auslösen. Am gesündesten für die Raumluft bleibt das offene Fenster.

Warum riecht mein Diffuser nach kurzer Zeit nicht mehr?

Meist sind die Stäbchen verstopft oder gesättigt – dann helfen Wenden oder neue Stäbchen. Oft hat sich auch nur die eigene Nase gewöhnt: Fragen Sie jemanden, der gerade zur Tür hereinkommt.