Duftkerzen selber machen: Wachs, Docht und Duftöl richtig dosieren

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Duftkerzen selber machen braucht kein Spezialwissen: Wachs im Wasserbad schmelzen, Duftöl einrühren, in ein hitzefestes Glas mit fixiertem Docht gießen, aushärten lassen. Ob die Kerze danach sauber brennt und angenehm duftet, entscheiden drei Dinge – das Wachs, die Dochtstärke und die Dosierung des Dufts. Und weil hier mit heißem, brennbarem Material gearbeitet wird, gehören ein paar Sicherheitsregeln fest dazu.
Welches Wachs für Duftkerzen?
| Wachs | Eigenschaften | Geeignet für |
| Sojawachs | pflanzlich, weich, schmilzt schon bei niedriger Temperatur, nimmt Duft gut auf | Kerzen im Glas; für freistehende Kerzen zu weich |
| Rapswachs | pflanzlich, aus europäischem Anbau, ähnlich weich wie Sojawachs | Kerzen im Glas |
| Bienenwachs | fester, höherer Schmelzpunkt, eigener Honigduft, teurer | Kerzen im Glas und freistehende Kerzen; zusätzlicher Duft oft unnötig |
| Stearin, Paraffin | hart, formstabil; Paraffin wird aus Erdöl gewonnen | Stumpen- und Stabkerzen, alte Kerzenreste zum Einschmelzen |
Für den Einstieg ist Soja- oder Rapswachs für Container, also ausdrücklich für Gläser gedachtes Wachs, die dankbarste Wahl. Es kommt als Pastillen oder Flocken, lässt sich leicht abwiegen und verzeiht kleine Fehler. Bienenwachs braucht wegen seiner Zähigkeit einen stärkeren Docht als Pflanzenwachs. Wer gar nicht schmelzen möchte, findet im Beitrag zum Kerzensand eine Alternative zum Einfüllen.
Der Docht muss zum Glas passen
Der Docht ist das Teil, das am häufigsten falsch gewählt wird. Seine Stärke richtet sich nach dem Innendurchmesser des Glases und nach dem Wachs.
- Zu dünner Docht: Die Flamme bleibt klein, das Wachs schmilzt nur in der Mitte, es entsteht ein Tunnel, und irgendwann ertrinkt der Docht.
- Zu dicker Docht: Die Flamme wird groß und unruhig, die Kerze rußt, das Wachs wird sehr heiß, und das Glas kann überhitzen.
Dochthersteller und Bastelhändler geben zu jedem Docht an, für welchen Durchmesser und welche Wachsart er gedacht ist – halten Sie sich an diese Tabellen, statt nach Augenmaß zu kaufen. Bei sehr breiten Gläsern werden statt eines dicken Dochts mehrere dünnere gesetzt. Für Gläser sind vorgewachste Dochte mit Metallfuß am praktischsten, weil sie von selbst stehen.
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Duftöl richtig dosieren
Mehr Duft bedeutet nicht mehr Wohlgeruch. Jedes Wachs kann nur eine bestimmte Menge Öl binden; was darüber hinausgeht, setzt sich als Film an der Oberfläche ab, lässt die Flamme flackern und rußen und kann sich im Extremfall entzünden.
Maßgeblich ist die Angabe des Wachsherstellers. Häufig werden für Soja- und Rapswachs etwa 6 % Duftöl empfohlen, manche Wachse sind bis etwa 10 % ausgelegt, andere ausdrücklich nur bis 6 %. Gerechnet wird nach Gewicht: Bei 200 g Wachs sind 6 % Duftöl 12 g. Wer keine Angabe findet, bleibt an der unteren Grenze.
Verwenden Sie Duftöle, die für Kerzen gedacht sind. Sie sind auf Hitze und Abbrand abgestimmt, und seriöse Anbieter nennen eine Höchstdosierung. Ätherische Öle lassen sich ebenfalls einsetzen, duften in der Kerze aber meist schwächer als erwartet, weil sie beim Einrühren und Brennen rasch verfliegen. Parfüm, Backaromen und Öle auf Alkoholbasis gehören nicht ins Wachs.
Material und Zutaten
- Container-Wachs (Soja oder Raps); als Faustregel etwa 90 g Wachs je 100 ml Glasinhalt
- Duftöl für Kerzen, nach Herstellerangabe dosiert
- vorgewachste Dochte mit Metallfuß in passender Stärke
- hitzefeste Gläser oder Dosen
- ein Schmelztopf oder eine Metallkanne mit Ausguss, die nur noch dafür dient, dazu ein größerer Topf fürs Wasserbad
- Küchenwaage, Thermometer, Holzstäbchen oder Wäscheklammern zum Zentrieren des Dochts
- Zeitungspapier oder Backpapier als Unterlage
Schritt für Schritt zur Kerze im Glas
- Arbeitsplatz vorbereiten. Fläche abdecken, Gläser spülen und vollständig trocknen. Wasserreste im Glas lassen heißes Wachs spritzen und den Docht später knistern.
- Docht fixieren. Den Metallfuß mit einem Tropfen flüssigem Wachs oder einem Klebepunkt mittig auf den Glasboden setzen. Das obere Ende zwischen zwei Holzstäbchen oder in einer Wäscheklammer einklemmen, die quer über dem Glas liegt.
- Wachs abwiegen und im Wasserbad schmelzen. Den Schmelztopf in einen Topf mit heißem, nicht sprudelndem Wasser hängen. Bei kleiner Hitze schmelzen lassen, gelegentlich rühren, mit dem Thermometer kontrollieren. Viele Pflanzenwachse sind bei etwa 70–80 °C klar geschmolzen; heißer muss es nicht werden.
- Duftöl einrühren. Topf aus dem Wasserbad nehmen und das Wachs etwas abkühlen lassen. Das Duftöl bei der Temperatur zugeben, die der Wachshersteller nennt – häufig um 60–65 °C – und etwa zwei Minuten ruhig und gründlich rühren.
- Gießen. Langsam ins Glas gießen, etwa einen Zentimeter Rand lassen. Den Docht noch einmal mittig ausrichten.
- In Ruhe aushärten lassen. Bei Zimmertemperatur, ohne Zugluft und ohne Kühlschrank. Zu schnelles Abkühlen gibt Risse und Krater. Sackt die Oberfläche um den Docht ein, mit etwas nachgeschmolzenem Wachs auffüllen.
- Docht kürzen und warten. Nach frühestens 24 Stunden den Docht auf etwa einen halben Zentimeter kürzen. Pflanzenwachskerzen duften kräftiger, wenn sie vor dem ersten Anzünden noch einige Tage bis zwei Wochen ruhen dürfen.
Sicherheit beim Schmelzen
Heißes Wachs verhält sich wie heißes Fett: Es kann schwere Verbrennungen verursachen, und es kann sich entzünden, wenn es überhitzt.
- Immer im Wasserbad schmelzen. Nie im Topf direkt auf der Herdplatte oder über der Gasflamme – dort gibt es keine Temperaturgrenze nach oben.
- Nie unbeaufsichtigt lassen. Auch nicht „nur kurz“ für das Telefon.
- Brennendes Wachs nie mit Wasser löschen. Das Wasser verdampft schlagartig und schleudert brennendes Wachs durch den Raum. Herd ausschalten, Flammen mit einem passenden Deckel oder einer Löschdecke ersticken, Topf stehen lassen. Lässt sich das Feuer nicht sofort ersticken: Raum verlassen, Tür schließen, 112 rufen.
- Kinder und Haustiere fernhalten, solange Wachs flüssig ist. Bei Spritzern auf der Haut sofort unter fließendem, lauwarmem bis kühlem Wasser kühlen; großflächige oder blasige Verbrennungen ärztlich behandeln lassen.
- Wachsreste nicht in den Abfluss gießen. Sie erstarren im Rohr. Reste im Topf erkalten lassen und herauslösen oder den warmen Topf mit Küchenpapier auswischen.
Geht doch etwas daneben: Wie Sie Kleckse aus Tischdecke, Teppich und Holz bekommen, steht unter Wachsflecken entfernen.
Welche Gläser geeignet sind
Das Gefäß muss Hitze aushalten, standfest und unbeschädigt sein. Gut geeignet sind dickwandige Kerzengläser, Einmach- und Schraubgläser sowie Metalldosen mit Deckel. Ungeeignet sind dünnwandige Trinkgläser, Gläser mit Sprüngen oder Kratzern, Kunststoff, lackierte oder mit Papier beklebte Gefäße und alles, was sich nach oben stark verengt – dort staut sich die Hitze. Stellen Sie die fertige Kerze immer auf einen feuerfesten Untersetzer, denn auch der Glasboden wird heiß.
Richtig abbrennen
Lassen Sie die Kerze beim ersten Mal so lange brennen, bis die ganze Oberfläche flüssig ist. Wachs „merkt“ sich den ersten Schmelzrand; wer zu früh auspustet, bekommt einen Tunnel. Vor jedem Anzünden den Docht auf etwa einen halben Zentimeter kürzen, die Kerze nicht stundenlang am Stück brennen lassen und sie auslöschen, wenn nur noch etwa ein Zentimeter Wachs im Glas steht – sonst überhitzt der Boden. Wohin mit dem Rest, erklärt der Beitrag Kerzenreste entsorgen.
Abstand halten zu Vorhängen, Regalbrettern und Zugluft, nie in der Nähe von Kindern oder Tieren unbeaufsichtigt brennen lassen.
Was bringt es wirklich – und wann lieber nicht?
Eine selbst gemachte Duftkerze ist ein schönes Geschenk und meist günstiger als eine gekaufte. Gesünder ist sie nicht automatisch. Jede Kerze gibt beim Brennen Ruß und feine Partikel an die Raumluft ab, wie das Umweltbundesamt betont; Duftstoffe kommen hinzu. Ein kurzer Docht, kein Luftzug und Lüften nach dem Abbrennen halten das gering.
Verzichten Sie auf Duftkerzen, wenn im Haushalt jemand Asthma oder eine Duftstoffallergie hat, und in Räumen, in denen Säuglinge schlafen. Katzen und Vögel reagieren empfindlich auf viele Duftstoffe; was dabei zu beachten ist, steht ausführlicher im Beitrag Raumduft selber machen.
Häufige Fragen
Wie viel Duftöl kommt auf 100 g Wachs?
Bei den häufig empfohlenen 6 % sind es 6 g. Manche Wachse vertragen bis etwa 10 g, andere nicht mehr als 6 g – die Angabe des Wachsherstellers entscheidet.
Warum riecht meine selbst gemachte Kerze kaum?
Häufige Gründe: Das Duftöl wurde in zu heißes Wachs gegeben und ist verflogen, die Kerze wurde zu früh angezündet, oder der Docht ist zu dünn und schmilzt zu wenig Wachs. Auch ätherische Öle statt Kerzenduftöl ergeben oft nur einen schwachen Duft.
Warum bildet sich ein Tunnel um den Docht?
Entweder ist der Docht zu dünn für das Glas, oder die Kerze hat beim ersten Mal nicht lange genug gebrannt. Ein leichter Tunnel lässt sich retten, indem Sie die Kerze einmal bis zum Rand durchschmelzen lassen.
Kann ich alte Kerzenreste für Duftkerzen einschmelzen?
Ja, im Wasserbad und möglichst sortenrein. Dochtreste und Ruß vorher entfernen oder das flüssige Wachs durch ein altes Sieb gießen. Gemischte Reste brennen unberechenbarer; hier lieber einen etwas kräftigeren Docht testen und auf zusätzlichen Duft verzichten.



