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Rauchmelder: wo sie hängen müssen und wie man sie prüft

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Weißer Rauchmelder vor schwarzem Hintergrund
Ein Rauchmelder gehört möglichst mittig an die Zimmerdecke, mit Abstand zu Wänden und Lampen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum Rauchmelder Leben retten
  2. Wo Rauchmelder Pflicht sind
  3. Der richtige Platz
  4. Warum nicht in Küche und Bad?
  5. Worauf Sie beim Kauf achten
  6. Prüfen und warten
  7. Wer ist zuständig: Eigentümer oder Mieter?
  8. Was tun, wenn der Melder Alarm schlägt
  9. Häufige Fragen

Rauchmelder sind in allen deutschen Bundesländern vorgeschrieben. Sie gehören mindestens in Schlafzimmer, Kinderzimmer und in Flure, über die man aus der Wohnung flüchtet, jeweils möglichst mittig an die Decke. Ein Druck auf die Prüftaste zeigt, ob der Melder funktioniert. Die genauen Regeln, auch dazu, wer einbaut und wer wartet, stehen in der Landesbauordnung Ihres Bundeslandes.

Warum Rauchmelder Leben retten

Die meisten Brandopfer sterben nicht an Flammen, sondern am Rauch. Brandrauch enthält giftige Gase, und schon wenige Atemzüge können bewusstlos machen. Nachts ist das besonders gefährlich, weil der Geruchssinn im Schlaf kaum reagiert: Wer schläft, riecht den Rauch nicht und wacht nicht rechtzeitig auf. Ein Rauchmelder erkennt den Rauch früh und weckt mit einem lauten Ton. Oft bleiben dann nur wenige Minuten, um die Wohnung zu verlassen, aber diese Minuten entscheiden.

Wo Rauchmelder Pflicht sind

Alle 16 Bundesländer schreiben Rauchmelder in Wohnungen vor. Die Regeln ähneln sich, unterscheiden sich aber im Detail. In der Regel gilt:

  • Schlafräume und Kinderzimmer brauchen je einen Rauchmelder.
  • Flure, die zu Aufenthaltsräumen führen und als Rettungsweg dienen, brauchen ebenfalls einen.
  • In einigen Bundesländern gilt die Pflicht für alle Aufenthaltsräume, also auch für das Wohnzimmer oder das Arbeitszimmer.

Küche und Bad sind in der Regel ausgenommen. Was genau in Ihrem Bundesland gilt, steht in der jeweiligen Landesbauordnung; die Feuerwehren und Verbraucherzentralen fassen die Regeln meist gut verständlich zusammen. Unabhängig von der Pflicht ist mehr Schutz nie falsch: Ein zusätzlicher Melder im Wohnzimmer oder im Treppenhaus eines Einfamilienhauses kostet wenig.

Der richtige Platz

Rauch steigt nach oben und breitet sich unter der Decke aus. Deshalb gehört ein Rauchmelder an die Decke, möglichst in die Mitte des Raumes.

  1. Mittig an die Decke. Die Raummitte ist der beste Ort, weil der Rauch von allen Seiten dort ankommt.
  2. Abstand halten. Zu Wänden, Balken, Unterzügen und Lampen sollte der Melder mindestens rund 50 cm Abstand haben. In Ecken und direkt an der Wand bildet sich ein Luftpolster, in das der Rauch nur schlecht hineinkommt.
  3. Nicht in den Luftzug. Nicht direkt neben Fenster, Lüftungsöffnungen oder Klimageräte montieren, weil die Luftbewegung den Rauch vom Melder wegtragen kann.
  4. Flure abdecken. In langen Fluren kann mehr als ein Melder nötig sein. Die Anwendungsnorm DIN 14676 enthält dazu genaue Abstandsregeln.
  5. Dachschrägen beachten. Bei geneigten Decken gehört der Melder nicht in die Spitze, sondern etwas darunter; auch dazu macht die Norm Vorgaben.

Die meisten Melder lassen sich mit zwei Schrauben und Dübeln befestigen, einige mit einem Klebepad. Wer nicht bohren möchte oder in einer Mietwohnung nicht bohren darf, kann einen Melder mit Magnet- oder Klebebefestigung wählen; Hinweise zum Kleben statt Bohren stehen unter Bilder aufhängen ohne Bohren.

Warum nicht in Küche und Bad?

In der Küche steigt beim Kochen Dampf auf, beim Braten Fettdunst, beim Toasten mitunter ein wenig Rauch. Ein Rauchmelder reagiert darauf und schlägt Alarm, obwohl nichts brennt. Im Bad ist es der Wasserdampf nach dem Duschen. Häufige Fehlalarme führen dazu, dass Melder abgeschraubt werden, und dann schützen sie gar nicht mehr.

Wer die Küche trotzdem absichern möchte, etwa weil sie offen zum Wohnbereich liegt, nimmt einen Hitzemelder. Er reagiert nicht auf Rauch oder Dampf, sondern auf einen schnellen Temperaturanstieg oder eine hohe Temperatur. Einen Rauchmelder kann er in Schlafräumen und Fluren nicht ersetzen, weil er später auslöst.

Worauf Sie beim Kauf achten

Rauchmelder gibt es für wenige Euro bis zu mehreren Dutzend Euro das Stück. Die wichtigsten Kriterien:

  • Norm DIN EN 14604 und das CE-Zeichen: Das ist die Grundvoraussetzung, ohne sie darf ein Rauchmelder nicht verkauft werden.
  • Q-Siegel: Es kennzeichnet Melder, die zusätzlich auf Langlebigkeit, Stabilität und weniger Fehlalarme geprüft sind. Nicht Pflicht, aber eine gute Orientierung.
  • Fest eingebaute 10-Jahres-Batterie: Sie hält in der Regel so lange wie der Melder selbst. Das lästige Batteriewechseln entfällt, und niemand nimmt die Batterie für die Fernbedienung heraus.
  • Große Prüftaste, die sich mit einem Besenstiel drücken lässt, ohne auf die Leiter zu steigen.
  • Stummschaltung für den Fall, dass doch einmal angebrannter Toast die Ursache ist.
  • Funkvernetzung ist in Häusern mit mehreren Stockwerken sinnvoll: Brennt es im Keller, piepen auch die Melder im Schlafzimmer.

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Prüfen und warten

Ein Rauchmelder, der nicht funktioniert, gibt falsche Sicherheit. Drücken Sie deshalb regelmäßig die Prüftaste, viele Hersteller und Feuerwehren empfehlen einmal im Monat, mindestens aber einmal im Jahr. Der Melder muss laut piepen.

Einmal im Jahr gehört dazu ein kurzer Blick: Sind die Raucheintrittsöffnungen frei von Staub, Spinnweben oder Farbe? Ist der Melder noch fest an seinem Platz? Wurde er nicht durch ein neues Regal oder eine Lampe verdeckt? Staub wischen Sie vorsichtig mit einem trockenen Tuch oder einem Pinsel ab. Nie überstreichen oder mit Folie abkleben, auch nicht beim Renovieren über längere Zeit.

Piept ein Melder in Abständen kurz, meldet er meist eine schwache Batterie oder das Ende seiner Lebensdauer. Nach etwa zehn Jahren sollte ein Rauchmelder ohnehin ausgetauscht werden, das Herstellungsdatum steht auf dem Gehäuse. Ausgediente Melder gehören wegen der Elektronik und Batterie in die Sammelstelle für Elektroaltgeräte.

Wer ist zuständig: Eigentümer oder Mieter?

Für den Einbau ist in allen Bundesländern der Eigentümer zuständig, in Mietwohnungen also der Vermieter. Bei der Wartung, also der jährlichen Prüfung auf Funktion und freie Öffnungen, unterscheiden sich die Regeln: In einigen Ländern liegt sie beim Mieter, solange der Vermieter sie nicht selbst übernimmt, in anderen beim Eigentümer. Viele Vermieter beauftragen dafür einen Dienstleister, dessen Kosten dann oft über die Nebenkosten umgelegt werden. Wie es bei Ihnen geregelt ist, sagen Landesbauordnung und Mietvertrag; im Zweifel fragen Sie beim Vermieter oder einem Mieterverein nach.

Unabhängig davon gilt: Wenn Sie merken, dass ein Melder fehlt, piept oder beschädigt ist, sagen Sie dem Vermieter Bescheid. Einen defekten Melder abzuschrauben, ohne Ersatz zu schaffen, ist keine gute Idee, auch nicht versicherungsrechtlich.

Was tun, wenn der Melder Alarm schlägt

Nehmen Sie einen Alarm immer ernst. Wecken Sie alle Mitbewohner, verlassen Sie die Wohnung, schließen Sie die Türen hinter sich und rufen Sie von draußen die 112. Löschversuche nur, wenn der Brand noch klein ist und Sie sich dabei nicht gefährden; mehr dazu unter Feuerlöscher für den Haushalt. Nach einem Brand hilft der Artikel über Brandgeruch entfernen beim Aufräumen.

Häufige Fragen

Wie viele Rauchmelder brauche ich?

Mindestens einen je Schlafraum, je Kinderzimmer und je Flur, der als Rettungsweg dient; in manchen Bundesländern zusätzlich in allen Aufenthaltsräumen. Sehr große Räume oder lange Flure können mehr als einen Melder brauchen.

Darf ich einen Rauchmelder an die Wand hängen?

Die Decke ist der richtige Ort. Eine Wandmontage ist nur in Ausnahmefällen vorgesehen, etwa bei nicht geeigneten Decken, und dann nach den Vorgaben des Herstellers und der DIN 14676.

Warum piept mein Rauchmelder alle paar Minuten?

Meist ist die Batterie schwach oder der Melder hat das Ende seiner Lebensdauer erreicht. Bei Geräten mit fest eingebauter Batterie wird dann der ganze Melder ersetzt.

Brauche ich einen Rauchmelder in der Küche?

In der Regel nicht, dort drohen Fehlalarme. Wer die Küche absichern möchte, nimmt einen Hitzemelder.