Kohlenmonoxid-Melder: wer ihn braucht und wo er hingehört

Inhalt9 Abschnitte
- Wenn der Melder gerade piept: die Sofort-Liste
- Wer einen Kohlenmonoxid-Melder braucht
- Woran Sie einen guten Melder erkennen
- Wo der Melder hingehört – und in welcher Höhe
- Wie lange der Sensor hält
- Rauchmelder, Gasmelder, CO-Melder: drei verschiedene Geräte
- Keine Pflicht, aber keine Ausrede
- Symptome ernst nehmen
- Häufige Fragen
Ein Kohlenmonoxid-Melder ist sinnvoll, sobald in der Wohnung oder im Haus etwas brennt: Gas, Öl, Holz, Pellets oder Kohle. Kohlenmonoxid (CO) riecht nicht, reizt nicht und macht nicht husten – ohne Melder bemerkt man es erst an den Beschwerden, und dann oft zu spät. Das Gerät kostet wenig, hängt in zehn Minuten und warnt, bevor die Konzentration gefährlich wird.
Wenn der Melder gerade piept: die Sofort-Liste
- Fenster und Türen öffnen. Nur, soweit das auf dem Weg nach draußen ohne Zeitverlust möglich ist.
- Sofort das Gebäude verlassen. Alle Personen und Haustiere mitnehmen, auch wenn sich niemand krank fühlt.
- Mobiltelefon mitnehmen. Telefoniert wird draußen an der frischen Luft.
- 112 anrufen. Bei Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder Benommenheit immer; sagen Sie ausdrücklich „Verdacht auf Kohlenmonoxid“. Fühlt sich niemand krank, verständigen Sie den Schornsteinfeger oder den Heizungsfachbetrieb – im Zweifel trotzdem die 112.
- Nachbarn warnen. Per Telefon oder Gegensprechanlage; CO dringt auch durch Wände und Decken in Nachbarwohnungen.
- Nicht zurück ins Haus. Erst wieder hinein, wenn Feuerwehr oder Fachleute die Räume freigegeben haben. Die Feuerstätte bleibt aus, bis die Ursache gefunden ist.
So empfiehlt es die Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen („CO macht K.O.“), in der unter anderem der Deutsche Feuerwehrverband, Notärzte und das Schornsteinfegerhandwerk zusammenarbeiten. Den Alarm einfach stummzuschalten und weiterzuschlafen ist der gefährlichste Fehler: Wer CO eingeatmet hat, wird müde und urteilt schlechter.
Wer einen Kohlenmonoxid-Melder braucht
CO entsteht bei jeder unvollständigen Verbrennung, also immer dann, wenn eine Flamme zu wenig Luft bekommt oder die Abgase nicht richtig abziehen. Ein Melder gehört deshalb in Haushalte mit
- Gastherme, Gasheizkessel oder Gas-Durchlauferhitzer, besonders bei raumluftabhängigen Geräten in Bad, Küche oder Flur,
- Kaminofen, offenem Kamin, Kachelofen oder Kohleofen,
- Öl- oder Pelletheizung samt Pelletlager,
- Gasherd oder gasbetriebenem Heizgerät.
Auch ohne eigene Feuerstätte kann ein Melder sinnvoll sein, etwa wenn die Therme des Nachbarn an der gemeinsamen Wand hängt oder der Schornstein durch die Wohnung führt. Wer ausschließlich mit Fernwärme oder Wärmepumpe heizt, elektrisch kocht und keinen Ofen hat, braucht in der Regel keinen.
Typische Auslöser sind ein verstopfter oder vom Sturm beschädigter Schornstein, ein Vogelnest im Abgasweg, fehlende Wartung und zugeklebte Lüftungsschlitze. Heikel ist außerdem eine starke Abluft-Dunstabzugshaube oder Lüftungsanlage, die im Raum Unterdruck erzeugt und Abgase aus dem Ofen zurücksaugt. Sprechen Sie vor dem Einbau neuer, dichter Fenster oder einer Ablufthaube mit dem Schornsteinfeger. Und: Holzkohlegrill, Heizpilz und Gasstrahler gehören niemals in Wohnung, Keller oder Garage.
Woran Sie einen guten Melder erkennen
Entscheidend ist die Norm EN 50291. Teil 1 gilt für Wohnungen und Häuser, Teil 2 zusätzlich für Wohnmobile, Wohnwagen und Boote. Die Initiative „CO macht K.O.“ rät, nur Geräte zu kaufen, die nach dieser Norm geprüft und von einem anerkannten Prüfinstitut zertifiziert sind; das Prüfzeichen steht auf Verpackung und Gerät. Die Norm legt fest, bei welcher Konzentration der Melder nach welcher Zeit auslösen muss: bei hohen Werten binnen Minuten, bei niedrigen erst nach längerer Zeit. Ein kurzer, harmloser Anstieg soll keinen Fehlalarm geben.
Nützlich im Alltag sind eine fest eingebaute Langzeitbatterie, eine Prüftaste, eine Anzeige des aktuellen Werts in ppm und ein deutliches Signal für das Ende der Lebensdauer. Wer mehrere Etagen bewohnt, kann funkvernetzte Melder nehmen, damit der Alarm aus dem Heizungskeller auch im Schlafzimmer ankommt.
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Wo der Melder hingehört – und in welcher Höhe
Kohlenmonoxid ist ungefähr so schwer wie Luft und verteilt sich im Raum; mit warmen Abgasen steigt es zunächst nach oben. Daraus ergeben sich je nach Raum unterschiedliche Plätze. Die folgenden Angaben stammen aus dem Merkblatt der Initiative „CO macht K.O.“ und decken sich mit den Anleitungen gängiger Hersteller. Verbindlich ist immer die Anleitung Ihres Geräts – die Hersteller weichen in Einzelheiten voneinander ab.
| Raum | Platz | Abstände |
| Raum mit Feuerstätte (Therme, Ofen, Kamin) | am besten an der Decke, sonst hoch an der Wand | waagerecht 1 bis 3 m von der Feuerstätte; an der Decke etwa 30 cm von der Wand, an der Wand etwa 15 cm unter der Decke |
| Schlafzimmer, Wohnzimmer und andere Aufenthaltsräume | an der Wand in Atemhöhe | etwa 1 bis 1,5 m über dem Boden, im Schlafzimmer in der Nähe des Betts |
| Heizungskeller, selten betretene Räume | im Raum und zusätzlich dort, wo man den Alarm hört | bei Bedarf funkvernetzt |
Mindestens ein Melder gehört in jeden Raum mit Feuerstätte, ein weiterer in oder vor die Schlafräume. Ungeeignet sind Plätze direkt über Herd, Ofen oder Therme, direkt neben Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen, hinter Vorhängen und Möbeln sowie in Dampf und Fettdunst. Im Bad hängt der Melder möglichst weit weg von Dusche und Wanne, weil Feuchtigkeit den Sensor stört – ob Ihr Gerät für Feuchträume überhaupt zugelassen ist, steht in der Anleitung.
Wie lange der Sensor hält
In den Geräten arbeitet ein elektrochemischer Sensor, der sich mit den Jahren verbraucht. Die Lebensdauer nennt der Hersteller; üblich sind je nach Modell etwa sieben bis zehn Jahre. Danach wird nicht die Batterie getauscht, sondern der ganze Melder. Die meisten Geräte melden das Ende mit einem eigenen Signalton oder einer Anzeige, auf vielen steht ein Austauschdatum. Schreiben Sie das Montagedatum mit wasserfestem Stift auf die Rückseite.
Zur Pflege genügt wenig: einmal im Monat die Prüftaste drücken, gelegentlich abstauben, nicht überstreichen und keine Sprays in der Nähe benutzen. Wichtig zu wissen: Die Prüftaste testet Elektronik und Signalton, nicht den Sensor selbst.
Rauchmelder, Gasmelder, CO-Melder: drei verschiedene Geräte
| Gerät | Erkennt | Typischer Platz |
| Rauchmelder | Rauch eines Brandes | Decke, Raummitte; in Schlafräumen und Fluren vorgeschrieben |
| CO-Melder | Kohlenmonoxid aus unvollständiger Verbrennung | siehe oben |
| Gasmelder | ausströmendes Brenngas (Erdgas, Flüssiggas) | Erdgas: oben; Propan und Butan: in Bodennähe |
Keines der Geräte ersetzt ein anderes. Ein Rauchmelder reagiert nicht auf CO, ein CO-Melder nicht auf Rauch und auch nicht auf ausströmendes Erdgas. Erdgas ist außerdem mit einem Warngeruch versehen, CO nicht – was bei Gasgeruch zu tun ist, steht unter Gasgeruch in der Wohnung. Es gibt Kombigeräte für Rauch und CO; dann müssen Sie den Platz nach beiden Anforderungen wählen, was meist auf die Decke hinausläuft.
Keine Pflicht, aber keine Ausrede
Anders als Rauchmelder sind Kohlenmonoxid-Melder in Deutschland nicht gesetzlich vorgeschrieben; die Bauordnungen der Länder verlangen nur Rauchmelder. Ein batteriebetriebener Melder wird geklebt oder mit zwei Schrauben befestigt und lässt sich deshalb auch in der Mietwohnung leicht selbst anbringen. Der Melder ist dabei die zweite Sicherung, nicht die erste: Die erste sind die regelmäßige Wartung der Heizung, die Überprüfung durch den Schornsteinfeger und freie Zuluftöffnungen.
Symptome ernst nehmen
Eine CO-Vergiftung beginnt unauffällig: Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit, später Verwirrtheit und Bewusstlosigkeit. Verdächtig ist, wenn mehrere Personen im Haushalt gleichzeitig Beschwerden haben oder wenn es einem draußen rasch besser geht. Dann gilt dasselbe wie bei Alarm: raus an die frische Luft und die 112 rufen – auch ohne Melder.
Häufige Fragen
Wo bringt man einen Kohlenmonoxid-Melder im Schlafzimmer an?
An der Wand in Atemhöhe, also etwa 1 bis 1,5 m über dem Boden und in der Nähe des Betts, nicht hinter Vorhang oder Schrank. Steht im Schlafzimmer selbst ein Ofen, gilt die Regel für Räume mit Feuerstätte.
Sind CO-Melder in Mietwohnungen Pflicht?
Nein. Eine gesetzliche Pflicht besteht in Deutschland nur für Rauchmelder. Wer eine Gastherme oder einen Ofen in der Wohnung hat, sollte trotzdem selbst einen Melder aufhängen.
Warum piept der Melder in Abständen, obwohl kein Alarm ist?
Ein einzelner kurzer Ton in regelmäßigen Abständen bedeutet in der Regel: Batterie schwach, Störung oder Lebensdauer abgelaufen. Der echte Alarm ist ein lauter, anhaltender Ton. Was die Signale Ihres Modells bedeuten, steht in der Anleitung.
Brauche ich bei einer Gasheizung einen CO-Melder oder einen Gasmelder?
Für die Abgase den CO-Melder. Ein Gasmelder erkennt nur ausströmendes, unverbranntes Gas. Wer beides abdecken will, braucht zwei Geräte oder ein ausdrücklich dafür ausgelegtes Kombigerät.
Schlägt ein CO-Melder auch bei Shisha oder Kerzen an?
Eine Shisha mit glühender Kohle setzt viel CO frei und kann in schlecht gelüfteten Räumen Alarm auslösen – zu Recht. Einzelne Kerzen tun das in einem normal gelüfteten Raum nicht.



