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Ostereier färben: mit Farbtabletten und mit Naturfarben

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Bunt gefärbte Eier in einem Eierkarton
Ostereier lassen sich mit Kaltfarben oder Pflanzensud färben
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was Sie brauchen
  2. Weiße oder braune Eier?
  3. Die Eier vorbereiten und hart kochen
  4. Färben mit gekauften Eierfarben
  5. Färben mit Naturfarben
  6. Muster ohne Bastelaufwand
  7. Glanz mit Speiseöl
  8. Wie lange gefärbte Eier haltbar sind
  9. Ausgeblasene Eier: nicht direkt mit dem Mund
  10. Häufige Fragen

Ostereier färben gelingt mit drei Dingen: hart gekochten Eiern mit unverletzter Schale, einem Farbbad und etwas Essig. Ob Sie Farbtabletten aus dem Supermarkt nehmen oder einen Sud aus Rote Bete, Zwiebelschalen oder Kurkuma kochen, entscheidet vor allem über Aufwand und Farbton – die gekauften Farben sind schneller und kräftiger, die Naturfarben ruhiger und jedes Mal ein wenig anders.

Was Sie brauchen

  • Eier, am besten ein bis zwei Wochen alt (sie lassen sich später leichter schälen)
  • Eierfarben aus dem Handel oder Zutaten für einen Natursud
  • Haushaltsessig
  • einen alten Topf oder hitzefeste Gläser, die sich verfärben dürfen
  • Esslöffel oder Schaumlöffel, Küchenpapier, einen leeren Eierkarton oder ein Kuchengitter zum Trocknen
  • etwas Speiseöl für den Glanz
  • Schürze und Unterlage: Eierfarbe und Kurkuma hinterlassen hartnäckige Flecken

Weiße oder braune Eier?

Auf weißen Eiern kommen alle Farben so heraus, wie die Packung sie zeigt: Gelb bleibt gelb, Blau bleibt blau. Braune Schalen mischen ihren eigenen Ton dazu. Rot wird zu Dunkelrot, Gelb zu Ocker, Blau zu einem dunklen Grünblau. Das ist kein Mangel, sondern eine Geschmacksfrage – braune Eier ergeben satte, erdige Farben, die gut zu Naturfarben passen. Nur für helles Gelb, Rosa und Hellblau brauchen Sie weiße Eier. Vor Ostern sind sie oft knapp; kaufen Sie rechtzeitig.

Die Eier vorbereiten und hart kochen

Sehen Sie jedes Ei an und sortieren Sie angeknackste aus. Waschen Sie die Eier kurz ab und reiben Sie sie mit einem Tuch und etwas Essigwasser ab. Das löst Fett und den Stempelaufdruck an und raut die Kalkschale minimal auf; die Farbe haftet danach gleichmäßiger.

Ostereier sollen durch und durch fest sein, also mindestens zehn Minuten kochen. Die genauen Zeiten nach Größe und Ausgangstemperatur stehen unter Eier kochen. Nehmen Sie die Eier eine halbe Stunde vorher aus dem Kühlschrank, dann platzen sie seltener. Schrecken Sie Eier, die Sie aufbewahren möchten, nicht ab, sondern lassen Sie sie an der Luft abkühlen: Durch den Temperatursprung können feine Risse entstehen, und die Eier halten deutlich kürzer.

Färben mit gekauften Eierfarben

Im Handel gibt es Farbtabletten und Farbblättchen zum Auflösen, flüssige Farben und Stifte. Erlaubt sind dafür nur Farbstoffe, die auch für Lebensmittel zugelassen sind. Unterschieden wird zwischen Heißfarben, in denen die Eier beim Kochen oder direkt danach färben, und Kaltfarben für bereits gekochte, abgekühlte Eier. Welche Sorte Sie haben, steht auf der Packung, und die Packungsanleitung hat Vorrang vor allen allgemeinen Angaben.

  1. Farbe ansetzen. Tablette oder Blättchen nach Packungsangabe in Wasser auflösen, meist mit einem Schuss Essig. Jede Farbe bekommt ein eigenes Glas.
  2. Eier einlegen. Die noch warmen Eier mit einem Löffel in das Farbbad legen. Sie müssen ganz bedeckt sein, sonst entsteht ein Rand.
  3. Ziehen lassen. Nach einigen Minuten ist die Farbe da; je länger das Ei liegt, desto kräftiger wird sie. Ab und zu drehen.
  4. Trocknen. Das Ei herausheben, kurz abtropfen lassen und auf ein Kuchengitter oder in den Eierkarton setzen. Nicht mit Küchenpapier abreiben, solange die Farbe feucht ist.

Zieht die Farbe durch einen feinen Riss ins Eiweiß, ist das bei Eierfarben aus dem Lebensmittelhandel in der Regel unbedenklich. Das Ei gehört dann aber zu denen, die zuerst gegessen werden.

Färben mit Naturfarben

Naturfarben brauchen einen konzentrierten Sud. Das Prinzip ist immer gleich: Zutat zerkleinern, mit Wasser bedeckt etwa 30 bis 45 Minuten köcheln lassen, durch ein Sieb gießen und einen Esslöffel Essig je halben Liter einrühren. In diesem Sud ziehen die hart gekochten Eier mindestens eine halbe Stunde, für kräftige Töne mehrere Stunden oder über Nacht im Kühlschrank.

ZutatFarbe auf weißen EiernHinweis
Rote Bete (roh geraspelt oder Saft)Rosa bis Rotauf braunen Eiern rotbraun; färbt Hände und Arbeitsplatte
Schalen gelber ZwiebelnGoldgelb bis Rotbraunder zuverlässigste Natursud, auch auf braunen Eiern
Kurkumapulverkräftiges Gelbetwa zwei Esslöffel je halben Liter; färbt Kunststoff dauerhaft
RotkohlHellblau bis Blaubraucht am längsten, am besten über Nacht
Spinatblasses Grünfällt schwach aus; viel Spinat, wenig Wasser

Ein kräftiges Grün gelingt verlässlicher in zwei Schritten: erst in Kurkuma gelb färben, trocknen lassen, dann in den Rotkohlsud legen. Rechnen Sie bei Naturfarben mit Überraschungen. Sorte, Menge, Wasserhärte und Schale spielen mit, und zwei Eier aus demselben Topf sehen selten gleich aus.

Rote-Bete-Spritzer auf Kleidung und Tischwäsche behandeln Sie sofort; wie, steht unter Rote-Bete-Flecken entfernen. Für Kurkuma hilft der Beitrag Curryflecken entfernen.

Muster ohne Bastelaufwand

  • Blattabdruck: Ein kleines Blatt Petersilie oder Klee auf das rohe Ei legen, ein Stück Feinstrumpf straff darüberziehen und zubinden, dann im Zwiebelsud hart kochen. Wo das Blatt lag, bleibt die Schale hell.
  • Gummiringe: Mehrere Haushaltsgummis um das gekochte Ei spannen und färben. Nach dem Trocknen abnehmen – es bleiben helle Streifen.
  • Wachs: Mit einer weißen Kerze oder einem Wachsmalstift Punkte und Linien auf das Ei zeichnen. Das Wachs nimmt keine Farbe an.
  • Kratzen: Auf dunkel gefärbten, trockenen Eiern lassen sich mit einer Nadel feine Linien freilegen.

Glanz mit Speiseöl

Getrocknete Eier wirken matt. Geben Sie einen Tropfen Speiseöl auf ein Stück Küchenpapier und reiben Sie das Ei dünn damit ein. Eine Speckschwarte tut denselben Dienst. Erst ölen, wenn die Farbe vollständig trocken ist, sonst verschmiert sie. Das Öl ist nur für das Aussehen da; verlassen Sie sich nicht darauf, dass es die Haltbarkeit verlängert.

Wie lange gefärbte Eier haltbar sind

Selbst gefärbte, hart gekochte Eier gehören in den Kühlschrank. Die Verbraucherzentrale nennt als Richtwert: Mit unverletzter Schale und nicht abgeschreckt halten sie sich dort bis zu vier Wochen, abgeschreckte etwa zwei. Im Osternest bei Zimmertemperatur verkürzt sich das deutlich. Eier, die mehrere Tage als Dekoration im Warmen lagen oder draußen versteckt waren, essen Sie zügig oder gar nicht mehr.

Ein Ei mit Riss ist kein Vorratsei. Durch den Spalt gelangen Keime ins Innere; essen Sie es am selben oder nächsten Tag. Riecht ein Ei beim Pellen unangenehm oder ist das Eiweiß schmierig, werfen Sie es weg. Gekaufte bunte Eier sind meist mit einem Überzug versehen, der die Poren verschließt, und tragen ein Mindesthaltbarkeitsdatum; lose Ware ohne Datum ist für den baldigen Verzehr gedacht. Mehr zu rohen Eiern und zur Frischeprobe steht unter Eier-Haltbarkeit.

Ausgeblasene Eier: nicht direkt mit dem Mund

Für den Osterstrauch werden rohe Eier ausgeblasen. Auf der Schale können Salmonellen und andere Durchfallerreger sitzen, selten auch im Inneren. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät deshalb, die Eier vorher mit lauwarmem Wasser und Spülmittel zu waschen und nicht mit dem Mund an der Schale zu blasen, sondern ein Hilfsmittel zu nehmen: einen dünnen Strohhalm, eine Einwegspritze oder einen kleinen Blasebalg, wie er als Eier-Ausblashilfe verkauft wird.

  1. Anstechen. Das gewaschene Ei oben und unten mit einer dicken Nadel anstechen; das untere Loch etwas weiten.
  2. Dotter zerstören. Mit der Nadel oder einem Schaschlikspieß im Ei rühren, dann fließt es leichter.
  3. Ausblasen. Mit dem Hilfsmittel von oben Luft hineindrücken und den Inhalt in eine Schüssel laufen lassen.
  4. Spülen. Etwas Wasser mit einem Tropfen Spülmittel einfüllen, schütteln, ausblasen und das Ei trocknen lassen.

Den Inhalt verbrauchen Sie am selben Tag durcherhitzt, etwa als Rührei oder im Kuchen. Hände, Schüssel und Arbeitsfläche danach gründlich reinigen. Kleine Kinder bemalen besser Eier, die schon ausgeblasen und gespült sind – oder hart gekochte.

Häufige Fragen

Warum kommt Essig ins Farbbad?

Die Säure raut die Kalkschale leicht an, sodass die Farbstoffe besser haften und der Ton gleichmäßiger und kräftiger wird. Ein Schuss genügt; zu viel Essig macht die Schale fleckig und weich.

Kann man gefärbte Eier bedenkenlos essen?

Ja, wenn Sie Eierfarben aus dem Lebensmittelhandel oder Naturfarben aus Lebensmitteln verwendet haben und das Ei richtig gelagert war. Mit Filzstift, Acrylfarbe oder Lack verzierte Eier sind Dekoration und werden nicht gegessen.

Kann man Eier roh färben und danach kochen?

Bei Natursuden geht beides in einem: Die rohen Eier kochen im abgesiebten Sud hart und bleiben danach noch darin liegen. Bei gekauften Farben hängt es von der Sorte ab – Kaltfarben sind für gekochte Eier gedacht.

Warum wird die Farbe fleckig?

Meist war die Schale fettig, etwa vom Anfassen, oder das Ei lag am Glasboden auf und war nicht ganz bedeckt. Abreiben mit Essigwasser vor dem Färben und gelegentliches Drehen helfen.

Wie bekomme ich die Farbe wieder von den Händen?

Mit Seife, warmem Wasser und Geduld; etwas Zitronensaft oder Speiseöl löst Reste. Einfacher ist es, beim Färben Einweghandschuhe zu tragen, vor allem bei Rote Bete und Kurkuma.