Konservendosen entsorgen: Gelber Sack, auch mit Deckel?

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Eine leere Konservendose gehört in den Gelben Sack oder die Wertstofftonne, denn sie ist eine Verpackung aus Metall. Den Deckel lösen Sie ganz ab und geben ihn lose dazu; hängt er noch fest, drücken Sie ihn nach innen in die Dose. Ausspülen müssen Sie die Dose nicht, löffelrein reicht. Das gilt für Gemüse- und Obstkonserven ebenso wie für Tierfutterdosen, Fischdosen und Dosen für Tomatenmark.
Wohin gehören Konservendosen?
| Was | Richtiger Weg |
| Leere Konservendose aus Weißblech oder Aluminium | Gelber Sack oder Wertstofftonne |
| Abgetrennter Deckel | lose in den Gelben Sack, oder nach innen gedrückt in der Dose |
| Tierfutterschale aus Aluminium mit Aufreißdeckel | Gelber Sack, Deckel abziehen |
| Getränkedose mit Pfandzeichen | Pfandautomat oder Rückgabe im Handel |
| Dose mit verdorbenem oder unbekanntem Inhalt | verschlossen in den Restmüll |
| Aufgeblähte, undichte Dose | nicht öffnen, verschlossen und eingepackt in den Restmüll |
| Papier-Banderole | kann an der Dose bleiben |
Die Tabelle zeigt den Regelfall in Deutschland. Ob Ihre Kommune Verpackungen im Gelben Sack, in der Gelben Tonne oder in einer gemeinsamen Wertstofftonne sammelt, steht im Abfallkalender oder in der Abfall-App; bei Unklarheiten hilft die örtliche Abfallberatung. Konservendosen gehören aber überall zu den Verpackungen. Mehr über das System steht unter Gelber Sack.
Ausspülen? Nein, löffelrein genügt
Viele spülen Dosen gründlich aus, bevor sie in den Gelben Sack kommen. Das ist nicht nötig und verbraucht nur Wasser. Es reicht, wenn die Dose so leer ist, wie man sie mit einem Löffel oder Teigschaber bekommt. Die Sortieranlagen und Recyclingbetriebe sind auf leichte Anhaftungen eingestellt, das Metall wird beim Einschmelzen ohnehin stark erhitzt.
Einen Grund zum kurzen Ausspülen gibt es trotzdem: den Geruch. Wenn der Gelbe Sack im Sommer zwei Wochen in der Küche steht, riecht eine Katzenfutterdose bald unangenehm und lockt Fliegen an. Ein Schwall kaltes Wasser, das ohnehin im Spülbecken steht, reicht dann völlig. Heißes Wasser oder Spülmittel braucht es dafür nicht.
Der Deckel: abtrennen oder nach innen drücken
Beim Deckel gibt es zwei Wege, und beide sind in Ordnung. Lässt sich der Deckel vollständig lösen, trennen Sie ihn ab und geben ihn lose in den Gelben Sack. In der Sortieranlage werden die Teile dann einzeln erfasst. Das ist auch die Empfehlung der Initiative „Mülltrennung wirkt“ der dualen Systeme: Teile einer Verpackung voneinander trennen, auch wenn beide in dieselbe Tonne gehören.
Hängt der Deckel noch an einer Stelle fest, müssen Sie ihn nicht mit Gewalt abreißen. Drücken Sie ihn mit einem Löffel nach innen in die Dose. Dann schneidet die scharfe Kante weder Ihre Hände noch den Gelben Sack auf, und kein Müllwerker verletzt sich beim Einsammeln.
Was Sie nicht tun sollten: andere Verpackungen in die Dose stopfen. Metall wird in der Anlage mit Magneten und Wirbelstromabscheidern aussortiert. Steckt ein Joghurtbecher oder eine Plastiktüte in der Dose, landet der Kunststoff mit im Metall oder die Dose mit im Kunststoff, und beides geht für das Recycling verloren.
So bereiten Sie Dosen vor
- Inhalt vollständig verwenden. Mit einem Teigschaber bekommen Sie auch Tomatenmark oder Kokosmilch fast restlos heraus.
- Deckel lösen oder eindrücken. Ganz abgetrennt lose dazu, festhängend nach innen.
- Kein Ausspülen nötig. Nur bei starkem Geruch kurz mit kaltem Wasser ausschwenken.
- Nicht ineinanderstapeln. Einzelne Dosen werden besser erkannt als ein Turm aus drei Dosen.
- Nicht plattdrücken. Flach gepresste Dosen sortiert die Anlage manchmal falsch, weil sie Papier oder Folie ähneln. Ein leichtes Zusammendrücken, um Platz zu sparen, schadet nicht.
Getränkedosen haben Pfand
Getränkedosen für Bier, Limonade oder Energydrinks sind in Deutschland Einweg-Pfandverpackungen. Sie erkennen sie am Pfandzeichen auf der Dose. Diese Dosen gehören nicht in den Gelben Sack, sondern zurück in den Handel: an den Pfandautomaten oder an die Kasse. Händler, die pfandpflichtige Getränkedosen verkaufen, müssen Pfanddosen zurücknehmen; sehr kleine Läden dürfen sich auf die Marken beschränken, die sie selbst führen. Landet eine Pfanddose im Gelben Sack, ist das Pfand verloren, recycelt wird sie trotzdem. Dosen ohne Pfandzeichen, etwa aus dem Ausland, gehören in den Gelben Sack.
Dosen mit verdorbenem Inhalt
Eine Konserve, deren Deckel sich nach außen wölbt, die zischt oder beim Öffnen schäumt, kann verdorben sein. Gase aus dem Inneren deuten auf Mikroorganismen hin. Öffnen und probieren Sie solche Dosen nicht. Packen Sie die Dose verschlossen in eine Tüte und geben Sie sie in den Restmüll. Dasselbe gilt für stark verbeulte, undichte oder rostige Konserven mit Inhalt.
Ist eine Dose dagegen nur abgelaufen, aber äußerlich einwandfrei, ist der Inhalt oft noch gut. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum; was es bedeutet, steht unter Mindesthaltbarkeitsdatum. Öffnen Sie die Dose, prüfen Sie Aussehen und Geruch, und verwenden Sie den Inhalt, wenn alles in Ordnung ist. Was nicht mehr essbar ist, kommt je nach Kommune in die Biotonne oder den Restmüll, die leere Dose in den Gelben Sack. Hinweise zu Lebensmittelresten gibt Essensreste entsorgen.
Warum die Dose nicht in den Restmüll gehört
Konservendosen bestehen meist aus Weißblech, also verzinntem Stahlblech, seltener aus Aluminium. Beide Metalle lassen sich ohne Qualitätsverlust immer wieder einschmelzen. Aus der Konservendose wird neuer Stahl, etwa für Bleche oder wieder für Dosen. Im Restmüll geht das Metall dagegen zum größten Teil in der Verbrennung verloren, auch wenn manche Anlagen Metall aus der Schlacke zurückgewinnen.
Der Gelbe Sack kostet Sie nichts extra: Für die Entsorgung von Verpackungen haben die Hersteller bereits beim Verkauf bezahlt. Wer Dosen in den Restmüll wirft, füllt also die gebührenpflichtige Tonne mit etwas, das kostenlos abgeholt würde.
Weiterverwenden statt wegwerfen
Saubere Dosen mit eingedrücktem oder abgetrenntem Deckel lassen sich gut weiterverwenden: als Stiftebecher, als Anzuchttopf mit ein paar Löchern im Boden, als Aufbewahrung für Schrauben und Dübel in der Werkstatt oder als Windlicht mit gestanzten Löchern. Die Schnittkante feilen Sie dafür glatt oder kleben sie mit Klebeband ab. Für Lebensmittel taugt eine geöffnete Dose dagegen nicht als Vorratsgefäß: Angebrochene Konserven füllen Sie besser in ein Glas oder eine Dose mit Deckel um, wie unter Reste aufbewahren beschrieben.
Typische Fehler
- Pfanddosen in den Gelben Sack. Das Pfand ist weg.
- Andere Verpackungen in die Dose stopfen. Die Materialien lassen sich dann nicht mehr trennen.
- Mehrere Dosen ineinanderstapeln. Die Anlage erkennt nur die äußere.
- Den Deckel mit scharfer Kante lose obenauf legen. Er schlitzt den Sack auf; besser nach unten zwischen andere Verpackungen oder nach innen gedrückt.
- Dosen aufwendig mit heißem Wasser spülen. Das kostet Energie und bringt nichts.
Weitere Metallteile aus der Küche sind keine Verpackung: Kronkorken schon, Töpfe und Besteck nicht. Wohin was gehört, steht unter Kronkorken entsorgen und Alufolie entsorgen; die Übersicht über alle Abfallarten gibt Müll trennen.
Häufige Fragen
Muss ich Konservendosen ausspülen?
Nein. Löffelrein reicht. Spülen Sie nur, wenn die Dose sonst im Gelben Sack unangenehm riecht, und dann nur kurz mit kaltem Wasser.
Kommt der Deckel mit in den Gelben Sack?
Ja. Am besten ganz abgetrennt und lose daneben; wenn er festhängt, nach innen in die Dose gedrückt, damit niemand sich schneidet.
Darf das Papieretikett an der Dose bleiben?
Ja. Das Papier verbrennt beim Einschmelzen des Metalls, Sie müssen es nicht abziehen.
Wohin mit einer aufgeblähten Konservendose?
Verschlossen in eine Tüte und in den Restmüll. Nicht öffnen und auf keinen Fall probieren, denn eine gewölbte Dose kann ein Zeichen für verdorbenen Inhalt sein.
Gehört eine rostige Dose in den Gelben Sack?
Eine leere, rostige Dose ja; Rost stört das Recycling nicht. Eine rostige Dose mit Inhalt entsorgen Sie dagegen verschlossen im Restmüll, weil der Inhalt nicht mehr sicher ist.



