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Ingwer einfrieren: so geht es richtig

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Ingwerknolle mit abgeschnittenen Scheiben auf einem Holztisch
Gefrorener Ingwer lässt sich direkt und ungeschält reiben
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wann sich das Einfrieren lohnt
  2. Drei Wege im Überblick
  3. Ingwer am Stück einfrieren
  4. Scheiben und geriebener Ingwer
  5. Gefroren verwenden, nicht auftauen
  6. Was sich durch den Frost verändert
  7. Typische Fehler
  8. Häufige Fragen

Ingwer einfrieren ist unkompliziert: Die Knolle kommt roh ins Gefrierfach, am Stück, in Scheiben oder gerieben, und muss vorher weder blanchiert noch unbedingt geschält werden. Gefroren lässt sich Ingwer sogar leichter reiben als frisch. Nur auftauen sollten Sie ihn nicht, denn dann wird er weich.

Wann sich das Einfrieren lohnt

Eine frische Ingwerknolle hält sich im Gemüsefach durchaus einige Wochen. Wer nur gelegentlich ein daumengroßes Stück braucht, kennt trotzdem das Ende vom Lied: Der Rest schrumpelt, wird an der Schnittstelle trocken oder setzt Schimmel an. Dann ist das Gefrierfach die bessere Vorratskammer. Wie Sie frischen Ingwer ohne Frost möglichst lange halten, steht im Beitrag Ingwer lagern.

Frieren Sie Ingwer ein, solange er noch gut ist: prall, fest, mit glatter Schale und ohne weiche oder dunkle Stellen. Aus einer schrumpeligen Knolle macht auch der Frost keine frische. Schimmelige Stücke gehören in den Müll, nicht ins Gefrierfach.

Drei Wege im Überblick

VarianteVorbereitungRichtwert bei -18 °CGut für
Am Stückwaschen, trocknen, in daumengroße Stücke teilen, Schale darf bleibenetwa 6 Monatefrisch reiben, Tee, alles
In Scheibenschälen oder gründlich bürsten, in 2–3 mm dicke Scheiben schneiden, lose vorfrierenetwa 3 MonateTee, Brühe, Schmorgerichte
Gerieben oder als Pasteschälen, fein reiben oder pürieren, in Eiswürfelformen füllenetwa 3 MonateSuppe, Curry, Marinade, Dressing

Die Zeiten sind Richtwerte für die Qualität, keine Sicherheitsgrenzen. Die Angaben in Ratgebern gehen bei Ingwer weit auseinander, von drei Monaten bis zu einem Jahr. Fest steht: Je kleiner das Stück, desto größer die Oberfläche und desto schneller verfliegt das Aroma. Bei durchgehend -18 °C wird Ingwer nicht gefährlich, sondern nur fader.

Ingwer am Stück einfrieren

Das ist der schnellste Weg und zugleich der, bei dem am meisten Aroma erhalten bleibt.

  1. Waschen und abbürsten. Die Knolle unter fließendem Wasser mit einer Gemüsebürste säubern, besonders in den Verzweigungen sitzt oft Erde.
  2. Gründlich trocknen. Mit einem Tuch abreiben und kurz an der Luft nachtrocknen lassen. Wasser auf der Schale wird im Gefrierfach zu einer Eisschicht.
  3. Zerteilen. Die Knolle an den Verzweigungen in daumengroße Stücke brechen oder schneiden. So nehmen Sie später nur heraus, was Sie brauchen.
  4. Schälen oder nicht. Bei Bio-Ingwer kann die dünne Schale dranbleiben, sie wird einfach mitgerieben. Wer sie nicht mag, schabt sie vor dem Einfrieren mit der Kante eines Teelöffels ab; das geht bei frischem Ingwer leichter als mit dem Messer und kostet weniger Fruchtfleisch.
  5. Luftdicht verpacken. Die Stücke in einen Gefrierbeutel geben, die Luft herausstreichen und den Beutel verschließen. Eine kleine Gefrierdose geht ebenso.
  6. Beschriften. Inhalt und Datum notieren.

Scheiben und geriebener Ingwer

Scheiben sind praktisch für Tee und Brühe, weil man sie einzeln entnehmen kann. Dafür müssen sie aber lose gefrieren.

  1. Schneiden. Den Ingwer schälen oder bürsten und quer zur Faser in dünne Scheiben schneiden.
  2. Vorfrieren. Die Scheiben nebeneinander auf ein mit Backpapier belegtes Brett oder einen Teller legen und etwa ein bis zwei Stunden ins Gefrierfach stellen.
  3. Umfüllen. Die angefrorenen Scheiben in einen Beutel oder eine Dose geben. Jetzt kleben sie nicht mehr zusammen.

Für geriebenen Ingwer schälen Sie die Knolle, reiben sie fein oder pürieren sie mit einem kleinen Schluck Wasser zu einer Paste. Die Masse streichen Sie teelöffelweise in eine Eiswürfelform. Sobald die Würfel durchgefroren sind, lösen Sie sie heraus und sammeln sie in einem Beutel. Ein Würfel entspricht dann ungefähr einem Teelöffel, was das Dosieren angenehm einfach macht. Die Form riecht danach eine Weile nach Ingwer; wer empfindlich ist, reserviert eine eigene dafür.

Eine Eiswürfelform aus Silikon mit Deckel erleichtert das Herauslösen und hält Gerüche im Gefrierfach zurück.

Gefroren verwenden, nicht auftauen

Der wichtigste Handgriff kommt nach dem Einfrieren: Verarbeiten Sie Ingwer direkt aus dem Gefrierfach.

  • Reiben: Das gefrorene Stück über eine feine Reibe ziehen. Die harte Knolle lässt sich sauberer reiben als frische, die Fasern bleiben weniger in der Reibe hängen, und es entsteht ein feiner, lockerer Schnee. Den Rest sofort wieder einfrieren, bevor er antaut.
  • Schneiden: Ein Stück zwei bis drei Minuten liegen lassen, dann lässt es sich mit einem scharfen Messer in Scheiben schneiden. Vorsicht, gefrorene Stücke rutschen leicht weg.
  • Aufgießen: Scheiben oder Würfel gefroren mit kochendem Wasser übergießen oder in die Suppe geben. Wie viel Ingwer in die Tasse gehört und wie lange er zieht, lesen Sie unter Ingwertee selber machen.

Was sich durch den Frost verändert

Ingwer besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Beim Gefrieren bilden sich Eiskristalle, die die Zellwände beschädigen. Solange die Knolle gefroren ist, merkt man davon nichts. Taut sie auf, tritt Saft aus, und das Stück wird weich, etwas glasig und lässt sich kaum noch sauber schneiden oder reiben.

Für alles, was gekocht, aufgegossen oder püriert wird, spielt das keine Rolle. Für hauchdünne rohe Scheiben, kandierten Ingwer oder eingelegten Sushi-Ingwer nehmen Sie besser frische Ware. Schärfe und Aroma bleiben gut erhalten, werden über Monate aber schwächer. Geben Sie bei lange gelagertem Ingwer im Zweifel etwas mehr ins Gericht.

Typische Fehler

  • Nass einfrieren. Feuchte Stücke frieren zu einem Klumpen zusammen und bekommen eine Eiskruste.
  • Die ganze Knolle unzerteilt einfrieren. Dann muss jedes Mal das ganze Stück heraus, taut an und friert wieder. Das kostet Qualität.
  • Offen oder im dünnen Obstbeutel lagern. Ingwer trocknet aus und bekommt Gefrierbrand; außerdem nimmt Eis in der Nachbarschaft gern seinen Geruch an.
  • Auftauen lassen und dann erst reiben. Aus dem weichen Stück wird Brei mit Fäden.
  • Angetaute Reste bei Raumtemperatur liegen lassen. Was Sie nicht brauchen, kommt sofort zurück in die Kälte.

Die allgemeinen Regeln zu Verpackung, Temperatur und Lagerdauer stehen im Überblick Lebensmittel richtig einfrieren.

Häufige Fragen

Muss man Ingwer vor dem Einfrieren schälen?

Nein. Am Stück kann die Schale dranbleiben, wenn die Knolle gründlich gewaschen ist; sie wird gefroren einfach mitgerieben. Bei Ingwer aus konventionellem Anbau oder mit dicker, verkorkter Schale ist Schälen sinnvoll. Für Scheiben und Paste schälen die meisten, weil die Schale im Mund faserig wirken kann.

Wie lange ist eingefrorener Ingwer haltbar?

Am Stück bleibt er bei -18 °C etwa ein halbes Jahr aromatisch, geschnitten oder gerieben etwa drei Monate. Verdorben ist er danach nicht, er schmeckt nur flacher und kann an der Oberfläche austrocknen. Voraussetzung ist eine luftdichte Verpackung.

Kann man aufgetauten Ingwer wieder einfrieren?

Ein kurz angetautes Stück, das noch hart ist, darf zurück ins Gefrierfach. Vollständig aufgetauter Ingwer ist weich und wässrig; ihn noch einmal einzufrieren, verschlechtert die Qualität weiter. Verbrauchen Sie ihn lieber innerhalb von ein, zwei Tagen aus dem Kühlschrank in einem gekochten Gericht.

Verliert Ingwer beim Einfrieren seine Schärfe?

Kaum. Die Schärfe bleibt weitgehend erhalten, das frische, zitronige Aroma lässt mit den Monaten etwas nach. Wer den Unterschied merkt, gleicht ihn mit einer etwas größeren Menge aus.

Kann man auch Ingwersaft oder Ingwershots einfrieren?

Ja. Frisch gepresster Saft lässt sich in Eiswürfelformen portionieren und später in heißem Wasser oder im Kühlschrank auftauen. Die Würfel sollten gut verschlossen lagern, weil der Saft sein Aroma sonst rasch an die Umgebung abgibt.