Heizkörper entsorgen: Altmetall mit Restwert

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Ein ausgebauter Heizkörper aus Stahl, Gusseisen oder Aluminium ist Altmetall. Sie geben ihn am Wertstoffhof in den Metallcontainer, melden ihn zur Sperrmüll- oder Schrottabholung Ihrer Kommune an oder bringen ihn zum Schrotthändler, der für Metall oft noch etwas zahlt. Vorher muss das Heizungswasser vollständig herauslaufen. Elektrische Heizkörper und Ölradiatoren sind dagegen Elektrogeräte und gehören zur Elektroschrottsammlung.
Wohin gehört welcher Heizkörper?
| Art | Richtiger Weg |
| Plattenheizkörper aus Stahl | Altmetall: Wertstoffhof, Schrottabholung oder Schrotthändler |
| Gliederheizkörper aus Gusseisen | Altmetall; gut erhaltene Stücke lassen sich oft verkaufen |
| Aluminium- oder Kupferheizkörper, Konvektoren | Altmetall, getrennt vom Stahl, wenn der Händler sortiert |
| Handtuchheizkörper, wasserführend | Altmetall |
| Badheizkörper mit elektrischem Heizstab | Heizstab zum Elektroschrott, Heizkörper zum Altmetall; komplett zum Elektroschrott, wenn sich der Stab nicht lösen lässt |
| Ölradiator, Elektroheizkörper, Heizlüfter, Infrarotheizung | Elektroschrott: Wertstoffhof oder Rücknahme im Handel |
| Ventile, Verschraubungen aus Messing | Altmetall, beim Schrotthändler getrennt abgeben |
| Thermostatköpfe | mechanisch: Restmüll; elektronisch mit Batterie: Batterie heraus, Kopf zum Elektroschrott |
Wie Ihre Kommune Altmetall sammelt, steht im Abfallkalender oder in der Abfall-App; bei Fragen hilft die Abfallberatung. Manche Kommunen nehmen Heizkörper mit dem Sperrmüll mit, andere haben eine eigene Metall- oder Schrottabfuhr, wieder andere wollen sie nur am Wertstoffhof. Hier steht der Regelfall in Deutschland.
Vor dem Ausbau: wer darf das?
Einen einzelnen Heizkörper abzubauen, ist für geübte Heimwerker machbar, sofern beide Anschlüsse absperrbar sind: das Thermostatventil oben und die Rücklaufverschraubung unten. Fehlt eine dieser Absperrungen oder ist sie festgerostet, müsste die ganze Anlage entleert werden. Das ist ein Fall für den Heizungsbauer, ebenso wie eine Anlage mit Zusätzen im Heizungswasser oder eine Fußbodenheizung. Wird der Heizkörper im Zuge eines Heizungstauschs ohnehin von einem Fachbetrieb ausgebaut, nimmt dieser die Altgeräte meist gleich mit; fragen Sie beim Angebot danach.
In einer Mietwohnung gehören die Heizkörper zur Mietsache. Ausbauen oder austauschen ist dann Sache des Vermieters, auch wenn ein Heizkörper alt, hässlich oder im Weg ist. Sprechen Sie vorher mit ihm.
Heizungswasser kann heiß sein und steht unter Druck. Arbeiten Sie nur bei ausgeschalteter und abgekühlter Heizung. Lässt sich ein Ventil nicht sicher schließen, hören Sie auf und holen Sie den Fachbetrieb. An Gasthermen, Kesseln und an der Elektroinstallation arbeiten nur Fachleute.
Heizkörper abbauen und vorbereiten
- Heizung aus, abkühlen lassen. Schalten Sie die Heizung ab und warten Sie, bis Rohre und Heizkörper kalt sind.
- Ventile schließen. Drehen Sie das Thermostatventil mit einer Schutzkappe oder einem Montageaufsatz ganz zu; der Thermostatkopf allein sperrt nicht dicht. Die Rücklaufverschraubung unten schließen Sie mit einem Inbusschlüssel.
- Wasser ablassen. Stellen Sie eine flache Wanne und Eimer bereit, legen Sie alte Handtücher aus und lösen Sie die untere Verschraubung langsam. Öffnen Sie das Entlüftungsventil oben, dann läuft das Wasser gleichmäßig ab. Aus einem großen Heizkörper kommt mehr Wasser, als man denkt, oft schwarz und schlammig.
- Heizkörper abnehmen. Lösen Sie beide Verschraubungen, heben Sie den Heizkörper von den Konsolen und kippen Sie ihn über dem Eimer, bis kein Wasser mehr kommt. Gussheizkörper sind sehr schwer; heben Sie sie zu zweit.
- Anschlüsse verschließen. Drehen Sie Stopfen oder Blindkappen in die Öffnungen des Heizkörpers, damit beim Transport kein Restwasser ausläuft. Die offenen Rohrenden an der Wand verschließen Sie ebenfalls mit Kappen, bevor die Heizung wieder läuft.
- Druck der Anlage prüfen. Nach dem Ausbau fehlt Wasser im System. Schauen Sie auf das Manometer an der Heizung und füllen Sie bei Bedarf nach, wie in der Anleitung der Anlage beschrieben, oder lassen Sie das den Fachbetrieb tun. Danach muss oft entlüftet werden, siehe Heizung entlüften.
Das abgelassene Heizungswasser enthält Rost und Schlamm, aber in normalen Anlagen keine besonderen Zusätze. Es gehört in den Schmutzwasserkanal, also in Toilette oder Ausguss, nicht in den Garten und nicht in einen Regenwasser-Gully. Wurden Frostschutz oder andere Mittel zugesetzt, fragen Sie den Heizungsbauer, wie damit umzugehen ist.
Restwert: Schrotthändler und Metallsammlung
Heizkörper bestehen fast vollständig aus Metall, und Metall hat einen Marktpreis. Schrotthändler zahlen für Stahl und Gusseisen je nach Marktlage einen kleinen Betrag je Kilogramm, für Kupfer, Messing und Aluminium deutlich mehr. Reich wird man damit nicht, aber die Entsorgung kostet nichts, und mehrere Heizkörper aus einem Haus kommen auf ein ordentliches Gewicht. Trennen Sie Ventile und Verschraubungen aus Messing vorher ab, wenn der Händler nach Metallsorten sortiert. Rufen Sie vorher an und fragen Sie, ob Privatanlieferungen angenommen werden und was er braucht.
Am Wertstoffhof können Sie Heizkörper meist kostenlos in den Metallcontainer geben. Manche Kommunen holen Metallschrott auf Anmeldung ab, oft zusammen mit dem Sperrmüll; Hinweise dazu stehen unter Sperrmüll. Gewerbliche Schrottsammler, die mit Handzetteln oder Lautsprecherwagen durch die Straßen fahren, sind nur dann eine gute Wahl, wenn die Sammlung bei der Behörde angemeldet ist. Legen Sie nichts unangekündigt an die Straße: Das gilt schnell als illegale Ablagerung.
Elektroheizkörper: ein anderer Weg
Ölradiatoren, Konvektoren mit Stecker, Heizlüfter, Infrarotheizungen und elektrische Handtuchheizkörper sind Elektrogeräte. Sie gehören nicht zum Altmetall, sondern zur Elektroschrottsammlung am Wertstoffhof oder zur Rücknahme im Handel. Ein Ölradiator enthält zwar Öl, ist aber geschlossen; öffnen Sie ihn nicht, sondern geben Sie ihn komplett ab. Fest an die Hausinstallation angeschlossene Geräte, etwa ein Badheizkörper ohne Stecker, klemmt eine Elektrofachkraft ab. Wie die Rücknahme von Elektrogeräten funktioniert, steht unter Elektroschrott entsorgen, was solche Geräte im Betrieb kosten, unter Ölradiator: Stromverbrauch.
Weitergeben statt verschrotten
Gut erhaltene Gussheizkörper, besonders alte Rippenheizkörper mit Verzierungen, sind bei Altbau-Sanierern und Liebhabern gefragt. Über Kleinanzeigen oder regionale Bauteilbörsen finden sie oft einen Käufer. Auch ein intakter, wenige Jahre alter Plattenheizkörper lässt sich weiterverkaufen, wenn die Maße angegeben sind: Höhe, Breite, Bautiefe und Anschlussart. Heizkörper, die Sie nur loswerden wollen, weil sie nicht mehr warm werden, sind oft gar nicht kaputt; häufig liegt es an Luft oder einem klemmenden Ventil. Bevor Sie ausbauen, lohnt ein Blick in Heizkörper wird nicht warm.
Typische Fehler
- Heizkörper mit Wasser darin transportieren. Beim Kippen läuft schwarzes, schmieriges Wasser ins Auto oder ins Treppenhaus.
- Nur den Thermostatkopf zudrehen und dann die Verschraubung lösen. Der Kopf sperrt nicht dicht.
- Heizkörper in der Mietwohnung eigenmächtig abbauen.
- Ölradiator zum Altmetall geben. Er ist ein Elektrogerät.
- Heizkörper unangemeldet an die Straße stellen, in der Hoffnung, dass ein Sammler ihn mitnimmt.
Häufige Fragen
Darf ein Heizkörper in den Sperrmüll?
In vielen Kommunen ja, oft als Teil einer Metall- oder Schrottabholung. Manche nehmen Heizkörper aber nur am Wertstoffhof an. Im Abfallkalender oder bei der Abfallberatung erfahren Sie, was bei Ihnen gilt.
Bekomme ich Geld für alte Heizkörper?
Beim Schrotthändler meist einen kleinen Betrag, der vom aktuellen Metallpreis abhängt. Gusseisen und Stahl bringen wenig je Kilogramm, Kupfer, Messing und Aluminium mehr. Gut erhaltene alte Gussheizkörper lassen sich oft besser als Ganzes verkaufen.
Kostet die Entsorgung am Wertstoffhof etwas?
Altmetall nehmen die meisten Wertstoffhöfe von Privathaushalten kostenlos an. Elektroheizkörper als Elektroschrott ebenfalls. Größere Mengen aus einem Umbau können je nach Kommune anders behandelt werden.
Muss das Heizungswasser vollständig heraus?
Ja, soweit es geht. Wertstoffhöfe und Schrotthändler wollen keine Heizkörper, aus denen beim Abladen Wasser läuft. Kippen Sie den Heizkörper über einem Eimer und verschließen Sie die Anschlüsse mit Stopfen.
Wohin mit dem Nachtspeicherofen?
Ein Nachtspeicherofen ist kein gewöhnlicher Heizkörper. Ältere Geräte können Asbest enthalten, und auch neuere brauchen einen Fachbetrieb. Was dabei zu beachten ist, steht unter Nachtspeicherofen entsorgen.



