Fußbad selber machen: Rezepte, Temperatur und Dauer

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Ein Fußbad selber machen ist denkbar einfach: Schüssel, warmes Wasser, ein Zusatz aus dem Küchenschrank, zehn bis fünfzehn Minuten Ruhe. Es wärmt kalte Füße, weicht Hornhaut ein und entspannt nach einem langen Tag. Entscheidend sind die richtige Temperatur und die Dauer – zu heiß und zu lang schadet der Haut mehr, als der schönste Zusatz nützt.
Was Sie für ein Fußbad brauchen
- eine Schüssel oder Wanne, in der beide Füße flach nebeneinander stehen können, am besten so hoch, dass das Wasser bis über die Knöchel reicht
- etwa 4–5 Liter warmes Wasser
- ein Badethermometer – der Handrücken täuscht, vor allem bei kalten Händen
- ein Handtuch als Unterlage, eines zum Abtrocknen
- nach Wunsch einen Badezusatz (Rezepte unten)
- eine Fußcreme und frische Socken für danach
Eine einfache Plastikwanne reicht völlig. Elektrische Fußsprudelbäder mit Heizung und Massagerollen sind bequem, aber kein Muss.
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Temperatur und Dauer: die zwei Regeln
Etwa 36–38 °C sind für ein normales, warmes Fußbad richtig – also ungefähr Körpertemperatur. Das fühlt sich angenehm warm an, nicht heiß. Zur Dauer sind 10–15 Minuten die übliche Empfehlung. Wer länger badet, laugt die Haut aus: Sie quillt auf, verliert Fett und ist danach trockener als vorher.
Kühlt das Wasser spürbar ab, gießen Sie etwas warmes nach, und zwar am Rand der Schüssel und nicht über die Füße. Ein kühles Fußbad um 20 °C für wenige Minuten erfrischt im Sommer müde, heiße Füße.
Fußbad zubereiten und anwenden
- Platz herrichten. Schüssel auf ein Handtuch stellen, bequem hinsetzen, Abtrockentuch und Creme in Reichweite legen.
- Wasser einfüllen und messen. Erst warmes Wasser einlassen, dann die Temperatur mit dem Thermometer prüfen und bei Bedarf kalt oder warm nachregeln.
- Zusatz auflösen. Salz oder Natron einrühren, bis nichts mehr am Boden liegt; Kräuteraufguss durch ein Sieb zugießen.
- Füße baden. 10–15 Minuten. Zwischendurch die Zehen bewegen und die Füße kreisen lassen.
- Hornhaut bearbeiten, wenn gewünscht. Direkt im Anschluss ist die Haut weich; jetzt lassen sich raue Stellen mit Bimsstein oder Feile sanft glätten. Wie das schonend geht, steht im Ratgeber Hornhaut entfernen.
- Gründlich abtrocknen. Besonders zwischen den Zehen. Feuchte Zehenzwischenräume sind ein guter Nährboden für Fußpilz.
- Eincremen und Socken anziehen. Eine fetthaltige Fußcreme gleicht aus, was das Bad der Haut entzogen hat. Die Zehenzwischenräume bleiben ohne Creme.
Die Schüssel danach ausspülen und trocknen lassen. Nutzen mehrere Personen dieselbe Wanne, wird sie nach jedem Bad mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt.
Rezepte für Fußbäder
Alle Mengen beziehen sich auf etwa 4–5 Liter Wasser.
| Fußbad | Zutaten | Wofür es gedacht ist |
| Salz | 40–50 g Meersalz oder Speisesalz (2–3 EL) | müde Füße, zum Einweichen vor der Fußpflege |
| Natron | 15–30 g Natron (1–2 EL) | weicht Hornhaut ein, mildert Fußgeruch |
| Rosmarin | 10–15 g getrockneter Rosmarin, als Aufguss | kalte Füße, eher morgens oder tagsüber |
| Lavendel oder Kamille | 10–15 g getrocknete Blüten, als Aufguss | zur Entspannung am Abend |
| Salbei | 10–15 g getrocknete Blätter, als Aufguss | traditionell bei schwitzenden Füßen |
| Öl und Milch | 15 ml Olivenöl in 100 ml Milch verrührt | trockene, raue Haut |
Kräuteraufguss: Die Kräuter mit etwa 1 Liter kochendem Wasser übergießen, zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen, abseihen und ins Badewasser geben. Erst dann die Temperatur messen. Frische Kräuter aus dem Garten gehen genauso, davon nehmen Sie etwa die doppelte Menge.
Öl und Milch: Öl allein schwimmt obenauf. In Milch oder einem Löffel Sahne verrührt, verteilt es sich im Wasser. Vorsicht beim Aufstehen – die Füße und die Wanne werden rutschig.
Ätherische Öle sind als Zusatz beliebt, aber nicht nötig. Wer sie verwendet, nimmt wenige Tropfen und verrührt sie vorher mit Öl, Milch oder Salz, weil sie sich in Wasser nicht lösen und sonst unverdünnt auf die Haut treffen. In der Schwangerschaft und bei Kindern nicht ohne Rücksprache verwenden; bei Säuglingen und Kleinkindern gar nicht. Wer Salzmischungen auf Vorrat ansetzen möchte, findet Grundrezepte im Beitrag Badesalz selber machen.
Zitronensaft, Essig und stark konzentrierte Mischungen können rissige oder gereizte Haut brennen lassen. Bei Schrunden an der Ferse besser nur klares, warmes Wasser nehmen – und danach konsequent cremen, wie im Ratgeber rissige Fersen beschrieben.
Das ansteigende Fußbad
Bei durchgefrorenen Füßen ist das ansteigende Fußbad angenehmer als sofort warmes Wasser. Es gehört zu den klassischen Anwendungen der Kneipp-Lehre.
- Lauwarm beginnen. Die Wanne mit Wasser von etwa 33–35 °C füllen, so dass es bis über die Knöchel reicht.
- Langsam heißes Wasser nachgießen. Über etwa 15 Minuten immer wieder einen Schuss heißes Wasser an den Rand geben und umrühren – nie direkt über die Füße.
- Bei etwa 39–40 °C aufhören. Die Temperatur soll warm, aber jederzeit angenehm bleiben. Mit dem Thermometer kontrollieren.
- Noch einige Minuten baden, dann abtrocknen, warme Socken anziehen und möglichst eine Viertelstunde ruhen.
Beenden Sie das Bad vorher, wenn Ihnen schwindelig wird, das Herz klopft oder Sie stark zu schwitzen beginnen. Weitere Mittel gegen das Frieren stehen im Ratgeber kalte Füße.
Was bringt es wirklich?
Ein warmes Fußbad wärmt, entspannt und weicht die Hornschicht ein – das ist sein handfester Nutzen, und er stellt sich auch mit klarem Wasser ein. Die Zusätze verändern vor allem Geruch und Hautgefühl. Natron macht das Wasser leicht basisch und die Hornhaut dadurch etwas weicher; Salz und Salbei werden traditionell bei schwitzenden Füßen verwendet, wirken aber nur vorübergehend. Was gegen dauerhaft feuchte Füße hilft, steht im Beitrag über Schweißfüße.
Nicht belegt ist, dass Fußbäder den Körper „entgiften“ oder „entsäuern“. Das Wasser, das sich bei manchen Geräten braun färbt, verfärbt sich durch die Elektroden und das Salz, nicht durch ausgeschiedene Stoffe. Auch gegen Fußpilz oder Nagelpilz ist ein Fußbad keine Behandlung. Ob das ansteigende Fußbad eine beginnende Erkältung aufhält, wie oft erzählt wird, ist ebenfalls nicht belegt – als wohltuend empfinden es viele trotzdem.
Wann lieber nicht?
- Offene Wunden, Risse, Entzündungen, nässende Stellen am Fuß: kein Fußbad. Aufgeweichte Haut heilt schlechter, und Keime haben leichtes Spiel.
- Diabetes: Nervenschäden lassen Hitze oft nicht mehr spüren, und kleine Verletzungen heilen schlecht. Fußbäder werden deshalb vielfach gar nicht empfohlen. Wenn überhaupt, dann nach ärztlicher Rücksprache, mit Thermometer, höchstens etwa 35 °C und nur wenige Minuten.
- Durchblutungsstörungen der Beine, ausgeprägte Krampfadern, Venenentzündung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen: warme und vor allem ansteigende Fußbäder nur nach Rücksprache.
- Fieber und akute Schwellungen: kein warmes Fußbad.
- Fuß- oder Nagelpilz: nicht lange baden, eigenes Handtuch benutzen und bei 60 °C waschen, die Wanne gründlich reinigen.
Wann zum Arzt?
Zeigen Sie Ihre Füße in der Praxis, wenn Risse tief sind, bluten oder sich entzünden, wenn die Haut zwischen den Zehen juckt, schuppt oder weißlich aufweicht, wenn Nägel sich verfärben oder verdicken, wenn Wunden nach einigen Tagen nicht heilen oder wenn ein Fuß geschwollen, rot und warm ist. Menschen mit Diabetes oder Durchblutungsstörungen lassen schon kleine Veränderungen ansehen und überlassen die Hornhautpflege der medizinischen Fußpflege (Podologie).
Häufige Fragen
Wie warm sollte ein Fußbad sein?
Etwa 36–38 °C. Beim ansteigenden Fußbad beginnt man bei etwa 33–35 °C und endet bei rund 39–40 °C. Ein Thermometer ist genauer als das Gefühl.
Wie lange sollte ein Fußbad dauern?
10–15 Minuten. Längeres Baden weicht die Haut auf und trocknet sie aus.
Wie oft kann man ein Fußbad machen?
Ein- bis zweimal in der Woche ist für gesunde Haut ein vernünftiges Maß. Tägliche lange Bäder entziehen ihr zu viel Fett; wer täglich baden möchte, hält es kurz und cremt gut nach.
Welches Fußbad hilft bei Hornhaut?
Ein warmes Bad mit Natron oder Salz weicht sie ein. Entfernt wird sie danach mechanisch mit Bimsstein oder Feile – in kleinen Schritten, nie mit einer Klinge. Für eine komplette Pflegerunde lohnt der Blick in die Anleitung Pediküre selber machen.
Kann ich normales Speisesalz nehmen?
Ja. Für die Wirkung im Fußbad spielt es keine erkennbare Rolle, ob Sie Speisesalz, Meersalz oder ein teures Spezialsalz verwenden.



