Elektrischer Fensterputzer

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Ein elektrischer Fensterputzer – meist Fenstersauger genannt – ist ein Akkugerät mit Gummilippe und kleinem Sauger. Sie sprühen die Scheibe ein, wischen den Schmutz an, und das Gerät zieht das Wasser ab und saugt es auf. Das spart Zeit und verhindert herablaufendes Wasser auf der Fensterbank, nimmt Ihnen aber nur die Hälfte der Arbeit ab: Einsprühen, Wischen und die Rahmen bleiben Ihre Sache.
Was ein Fenstersauger ist – und was nicht
Das Prinzip stammt vom Profi-Abzieher. Der Gebäudereiniger wäscht die Scheibe mit einem Einwascher und zieht sie mit einem Gummi ab, das Wasser läuft unten ab. Der Fenstersauger macht aus dem Abzieher ein Handgerät: Hinter der Gummilippe sitzt eine Saugöffnung, ein kleiner Motor saugt das Wasser in einen Tank, der meist zwischen 100 und 150 ml fasst. Staub saugt das Gerät nicht, nur Flüssigkeit.
Zum Set gehört fast immer ein Sprühwischer: eine Sprühflasche mit aufgestecktem Mikrofaserbezug. Damit sprühen Sie Reinigungswasser auf und lösen den Schmutz. Ohne diesen Schritt zieht auch der beste Sauger nur schmutziges Wasser über die Scheibe.
Nicht zu verwechseln ist der Fenstersauger mit dem Fensterputzroboter. Der Roboter haftet per Unterdruck an der Scheibe, fährt sie selbstständig ab und wischt mit Mikrofaserpads. Er ist praktisch für große, schwer erreichbare Flächen, schafft aber keine Ecken, keine Rahmen und kaum stark verschmutztes Glas. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag über den Fensterputzroboter.

So putzen Sie mit dem Fenstersauger
- Reinigungswasser ansetzen. Warmes Wasser mit ein paar Tropfen Spülmittel oder dem Konzentrat des Herstellers in den Sprühwischer füllen. Ein wenig Schaum hilft der Gummilippe beim Gleiten.
- Einsprühen und wischen. Die Scheibe einsprühen und mit dem Mikrofaserbezug gründlich abwischen, Ecken und Ränder inklusive. Hartnäckige Stellen jetzt lösen, nicht später.
- Absaugen von oben nach unten. Den Sauger oben ansetzen, leicht gegen die Scheibe drücken und in einer Bahn nach unten ziehen. Die Bahnen leicht überlappen lassen.
- Ränder nachwischen. Am Rahmen bleibt immer ein schmaler Streifen, den die Lippe nicht erreicht. Mit einem trockenen Mikrofasertuch nachwischen.
- Tank leeren. Rechtzeitig ausleeren, bevor er voll ist – sonst tropft es oder der Sauger zieht nicht mehr richtig.
Putzen Sie nicht in praller Sonne. Das Wasser trocknet dann schneller, als Sie absaugen können, und hinterlässt Schlieren. Für den Rahmen gilt: erst Rahmen, dann Glas, sonst läuft Schmutzwasser über die frisch geputzte Scheibe.

Für welche Fenster sich das Gerät lohnt
Der Fenstersauger spielt seine Stärke auf großen, glatten Flächen aus: bodentiefe Fenster, Terrassentüren, Wintergärten, Glasgeländer, große Spiegel und Duschwände. Dort zieht er in wenigen Bahnen ab, wofür man sonst mehrere Tücher braucht, und das Wasser landet im Tank statt auf Boden und Fensterbank.
Wenig Nutzen bringt er bei kleinen Fenstern mit Sprossen, bei schmalen Oberlichtern und bei runden oder verschnörkelten Scheiben. Dort ist die Sauglippe breiter als das Glas, und Sie wischen mehr nach als Sie sparen. Wer nur ein paar kleine Fenster hat, fährt mit Tuch, Abzieher und Eimer günstiger und kaum langsamer.
Außer Glas funktionieren alle glatten, nicht saugfähigen Flächen: Fliesen, Duschwände, Spiegel, Glastische, Edelstahlfronten. Auch Autoscheiben gehen, wobei die Wölbung schmale Lippen verlangt. Dachfenster lassen sich mit einem Stiel besser erreichen, als Sie es von Hand könnten.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
| Sauglippe | Die Standardbreite liegt bei etwa 25 bis 28 cm. Eine zusätzliche schmale Lippe (um 17 cm) hilft bei kleinen Scheiben und Sprossen. |
| Akkulaufzeit | Die Herstellerangaben liegen meist zwischen 20 und 35 Minuten. Das reicht für die Fenster einer normalen Wohnung. Ein Akku, der sich nachladen oder wechseln lässt, verlängert die Lebensdauer. |
| Tank | 100 ml und mehr, abnehmbar und leicht auszuspülen. |
| Gewicht | Unter 700 g, sonst wird der Arm bei großen Flächen schnell müde. |
| Set | Sprühwischer mit waschbarem Bezug sollte dabei sein. Ein Verlängerungsstiel ist für Oberlichter und Wintergärten nützlich. |
| Ersatzteile | Gummilippen verschleißen. Prüfen Sie, ob der Hersteller Ersatzlippen und Bezüge anbietet – sie passen meist nur zum eigenen System. |
| Laden | Ein Ladeanschluss per USB-C macht das Gerät unabhängig vom Originalnetzteil. |
Brauchbare Geräte von bekannten Herstellern kosten meist zwischen 40 und 100 Euro. Günstigere No-Name-Modelle können genügen, haben aber oft kleinere Tanks und schwächere Lippen, die Streifen ziehen.
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Welches Putzmittel in den Sprühwischer gehört
Die meisten Hersteller liefern ein eigenes Konzentrat mit. Nötig ist es nicht: Warmes Wasser mit wenigen Tropfen Spülmittel funktioniert genauso. Klassischer Glasreiniger aus der Sprühflasche eignet sich schlechter, weil er schnell verdunstet und kaum schäumt, die Lippe gleitet dann weniger gut. Spiritus hat im Gerät nichts zu suchen, er kann Dichtungen und Kunststoff angreifen.
Achten Sie auf die Angaben zum Füllen: Viele Geräte vertragen kein heißes Wasser im Tank und keine lösemittelhaltigen oder stark schäumenden Reiniger. Zu viel Schaum wird mit angesaugt und kann in den Motorbereich gelangen.
Pflege und typische Fehler
- Streifen trotz Sauger? Meist ist die Gummilippe verschmutzt oder eingerissen, oder die Scheibe war nicht gründlich eingewischt. Lippe abwischen, bei Rissen tauschen.
- Es tropft aus dem Gerät. Tank zu voll oder schräg gehalten. Geräte saugen zuverlässig nur, solange sie etwa senkrecht bis waagerecht gehalten werden, nicht über Kopf.
- Gerät zieht nicht mehr. Saugöffnung mit Wasser durchspülen, Tank nach jedem Einsatz leeren und offen trocknen lassen.
- Bezug nicht vergessen. Den Mikrofaserbezug nach dem Putzen waschen, ohne Weichspüler, sonst nimmt er später schlechter auf.
Alternativen ohne Akku
Ein guter Handabzieher mit Einwascher und Eimer leistet auf großen Scheiben dasselbe, nur tropft es. Mit einem Tuch unter dem Fenster und etwas Übung sind Sie kaum langsamer. Für Duschwände reicht ein kleiner Duschabzieher. Wer Fenster lieber gar nicht selbst putzt, schaut sich den Fensterputzroboter an – oder rechnet nach, was ein Fensterputzer zweimal im Jahr kostet. Weitere Helfer für Haus und Wohnung finden Sie in der Rubrik Reinigen und Putzen, darunter die Tipps zum Wohnung putzen.
Unsere Empfehlung: Haben Sie viele große Fenster, Glastüren oder einen Wintergarten, ist ein Fenstersauger mit Sprühwischer eine echte Erleichterung. Für eine Wohnung mit kleinen Fenstern ist er ein nettes Extra, aber keine Notwendigkeit.
Häufige Fragen
Wie viele Fenster schafft eine Akkuladung?
Hersteller geben meist eine Fläche an, oft um die 25 bis 35 Fenster oder eine bestimmte Quadratmeterzahl. Das ist ein Richtwert unter günstigen Bedingungen. Für die Fenster einer normalen Wohnung reicht eine Ladung in der Regel aus.
Wird die Scheibe mit dem Fenstersauger wirklich streifenfrei?
Auf großen Flächen meist ja, wenn vorher gründlich eingewischt wurde und die Lippe sauber ist. An den Rändern bleibt ein schmaler Streifen, den Sie mit einem Mikrofasertuch nachwischen.
Kann ich Glasreiniger einfüllen?
Besser nicht. Glasreiniger verdunstet schnell und schäumt kaum, sodass die Lippe schlechter gleitet. Warmes Wasser mit etwas Spülmittel oder das Konzentrat des Herstellers funktionieren besser.
Ist ein Fensterputzroboter die bessere Wahl?
Für sehr große oder schwer erreichbare Flächen kann er praktisch sein. Er ist aber langsamer, schafft keine Ecken und Rahmen und muss mit einem Seil gesichert werden. Für normale Fenster ist der Fenstersauger vielseitiger und günstiger.



