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Eingewachsene Haare: lösen, behandeln, vorbeugen

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Blauer Einwegrasierer auf einem weißen Tuch
Eingewachsene Haare entstehen häufig nach der Rasur
Inhalt9 Abschnitte
  1. Woran Sie ein eingewachsenes Haar erkennen
  2. Warum Haare einwachsen
  3. Eingewachsenes Haar lösen: Schritt für Schritt
  4. Was Sie besser lassen
  5. Was bringt es wirklich?
  6. Wann lieber nicht?
  7. Wann zum Arzt?
  8. Vorbeugen: so wachsen weniger Haare ein
  9. Häufige Fragen

Eingewachsene Haare sind lästig, aber fast immer harmlos: Ein nachwachsendes Haar kommt nicht durch die Haut, wächst seitlich oder zurück in die Haut und reizt sie – es entsteht ein rotes, manchmal juckendes Knötchen. In den meisten Fällen reicht es, die Stelle in Ruhe zu lassen, warm aufzulegen und sanft zu peelen. Was nicht hilft, sondern schadet: drücken, kratzen und mit Nadel oder Pinzette in der Haut graben.

Woran Sie ein eingewachsenes Haar erkennen

Typisch ist ein kleiner roter Punkt oder ein Knötchen an einer Stelle, an der Sie vor einigen Tagen Haare entfernt haben – an den Beinen, in der Bikinizone, unter den Achseln, bei Männern vor allem am Hals und am Unterkiefer. Oft schimmert das Haar als dunkle Linie oder kleine Schlaufe unter der Haut durch. Die Stelle kann jucken, spannen oder bei Druck wehtun. Manchmal bildet sich ein gelbes Köpfchen wie bei einem Pickel.

Nicht jedes rote Pünktchen nach der Rasur ist ein eingewachsenes Haar. Brennt die Haut direkt nach dem Rasieren flächig und zeigt viele kleine rote Punkte, ist das eher eine Reizung durch die Klinge. Was dagegen hilft, steht im Ratgeber Rasurbrand vermeiden.

Warum Haare einwachsen

Es gibt im Wesentlichen zwei Wege: Entweder krümmt sich das Haar nach dem Austritt und sticht mit der Spitze wieder in die Haut, oder es schafft es gar nicht erst durch die Oberfläche und wächst darunter weiter. Begünstigt wird das durch:

  • Rasur. Die Klinge schneidet das Haar schräg ab, die Spitze wird scharfkantig. Wer gegen den Strich rasiert oder die Haut dabei spannt, kürzt das Haar bis unter die Hautoberfläche – beim Nachwachsen verfehlt es leichter den Ausgang.
  • Epilation, Waxing, Zupfen. Das Haar wird samt Wurzel entfernt. Das neue, zunächst feine Haar muss den ganzen Weg durch den Haarkanal zurücklegen und bleibt dabei manchmal stecken.
  • Krauses, kräftiges Haar. Stark gelocktes Haar wächst von Natur aus im Bogen und sticht häufiger zurück in die Haut. Deshalb sind Bart, Bikinizone und Achseln öfter betroffen als die Unterarme.
  • Verhornte Haut. Abgestorbene Hautschüppchen können die Öffnung des Haarkanals verlegen.
  • Enge Kleidung. Enge Hosenbünde, Strumpfhosen, Slipkanten oder ein Hemdkragen drücken das nachwachsende Haar an die Haut und reiben zusätzlich.

Eingewachsenes Haar lösen: Schritt für Schritt

Sie brauchen: einen sauberen Waschlappen, warmes Wasser, ein mildes Peeling oder einen weichen Peelinghandschuh, eventuell eine saubere, mit Alkohol abgewischte Pinzette.

  1. Haarentfernung pausieren. Rasieren, epilieren und wachsen Sie die Stelle nicht, bis sie abgeheilt ist. Das allein löst das Problem oft innerhalb einiger Tage bis weniger Wochen, weil das Haar lang genug wird, um sich aufzurichten.
  2. Warm auflegen. Einen Waschlappen mit gut warmem, nicht heißem Wasser tränken, auswringen und etwa 5–10 Minuten auf die Stelle legen, gern zwei- bis dreimal am Tag. Die Wärme weicht die Hornschicht auf.
  3. Sanft peelen. Danach die Stelle mit kleinen kreisenden Bewegungen leicht massieren – mit dem Waschlappen, einem Peelinghandschuh oder einem feinkörnigen Peeling. Ohne Druck, höchstens einmal täglich. Rezepte finden Sie unter Peeling selber machen.
  4. Nur ein sichtbares Haar anheben. Liegt das Haar als Schlaufe erkennbar auf der Haut, können Sie das Ende mit der sauberen Pinzette vorsichtig aus der Haut heben. Nicht herausreißen: Ein ausgezupftes Haar wächst an derselben Stelle gern wieder ein.
  5. Pflegen und abwarten. Eine leichte, unparfümierte Feuchtigkeitspflege hält die Haut geschmeidig. Lockere Kleidung über der Stelle tragen.

Liegt das Haar noch unter der Haut, ist nach Schritt 3 Schluss. Dann heißt es: am nächsten Tag wieder warm auflegen und warten.

Was Sie besser lassen

  • Drücken und Quetschen. Der Druck presst Keime und Entzündungsstoffe tiefer ins Gewebe. Aus einem Knötchen wird so leicht eine eitrige Entzündung.
  • Mit der Nadel „operieren“. Wer die Haut aufsticht oder aufritzt, um an das Haar zu kommen, schafft eine Wunde an einer ohnehin gereizten Stelle. Die Folge sind oft Narben oder dunkle Flecken, die deutlich länger bleiben als das Haar.
  • Kratzen. Unter den Fingernägeln sitzen reichlich Keime.
  • Scharfe Hausmittel. Zahnpasta, purer Alkohol, Zitronensaft oder unverdünntes Teebaumöl reizen die Haut zusätzlich; Teebaumöl löst außerdem vergleichsweise häufig Kontaktallergien aus.
  • Weiterrasieren über das Knötchen. Die Klinge schneidet die Kuppe an und verteilt Keime.

Was bringt es wirklich?

Warme Auflagen und sanftes Peelen sind die Maßnahmen, die Hautärzte für die Selbsthilfe üblicherweise nennen. Sie ziehen das Haar nicht heraus, sie erleichtern ihm nur den Weg. Der eigentliche Wirkstoff ist die Zeit: Mit einer Rasurpause erledigen sich die meisten eingewachsenen Haare von allein. Cremes mit Salicylsäure, Fruchtsäure oder Harnstoff, die die Hornschicht lösen, können das unterstützen; lassen Sie sich dazu in der Apotheke beraten, vor allem für empfindliche Zonen. Ein Mittel, das eingewachsene Haare sicher verhindert oder über Nacht beseitigt, gibt es nicht.

Wann lieber nicht?

Verzichten Sie auf Peeling und Pinzette, wenn die Stelle offen, nässend, deutlich geschwollen oder eitrig ist – dann nur sauber halten und beobachten. Peelinghandschuhe und grobe Körner sind nichts für Gesicht und Intimbereich. Wer Diabetes, eine Durchblutungsstörung oder ein geschwächtes Immunsystem hat oder blutverdünnende Medikamente nimmt, sollte an entzündeten Hautstellen gar nicht selbst Hand anlegen, sondern sie zeigen.

Wann zum Arzt?

Lassen Sie die Stelle in der Hausarzt- oder Hautarztpraxis ansehen, wenn

  • sie zunehmend schmerzt, heiß wird, stark anschwillt oder sich Eiter sammelt,
  • die Rötung sich ausbreitet oder ein roter Streifen von der Stelle wegzieht,
  • Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl dazukommen,
  • ein Knoten unter der Haut über Wochen bleibt oder größer wird,
  • eingewachsene Haare immer wieder oder an vielen Stellen zugleich auftreten, etwa im Bartbereich,
  • Sie nicht sicher sind, ob es wirklich ein eingewachsenes Haar ist.

Die Praxis kann das Haar unter sauberen Bedingungen freilegen, eine Entzündung behandeln und bei ständig wiederkehrenden Problemen über andere Wege der Haarentfernung beraten, zum Beispiel eine dauerhafte Haarentfernung mit Laser.

Vorbeugen: so wachsen weniger Haare ein

  • Haut vorbereiten. Vor der Rasur ein paar Minuten warm duschen, Rasiergel oder -schaum verwenden, nie trocken rasieren.
  • In Wuchsrichtung rasieren, mit wenig Druck und ohne die Haut straff zu ziehen. Das Ergebnis ist etwas weniger glatt, dafür bleibt das Haar über der Hautoberfläche.
  • Scharfe, saubere Klingen. Stumpfe Klingen reißen und reizen. Klinge nach jedem Zug ausspülen und regelmäßig wechseln; wie Sie das Gerät sauber halten, steht unter Rasierer reinigen.
  • Ein- bis zweimal pro Woche sanft peelen, aber nicht direkt vor oder nach der Haarentfernung. Manche nutzen dafür das Trockenbürsten – an Beinen und Armen in Ordnung, in der Bikinizone zu grob.
  • Danach eincremen und für den Rest des Tages locker sitzende Kleidung aus Baumwolle tragen.
  • Methode wechseln. Wer stark betroffen ist, fährt mit einem Elektrorasierer oder Trimmer, der ein bis zwei Millimeter stehen lässt, oft besser als mit der Nassrasur. Die sicherste Vorbeugung bleibt, die Haare an der Problemstelle wachsen zu lassen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis ein eingewachsenes Haar verschwindet?

Meist einige Tage bis wenige Wochen, wenn Sie die Stelle nicht weiter rasieren und nicht daran herumdrücken. Bleibt ein Knötchen deutlich länger oder wird es größer, sollte es ärztlich angesehen werden.

Darf ich ein eingewachsenes Haar mit der Pinzette herausziehen?

Nur anheben, und nur, wenn es sichtbar an der Oberfläche liegt. In der Haut zu graben oder das Haar ganz auszuzupfen, führt oft zu Entzündungen und dazu, dass das nächste Haar wieder einwächst.

Hilft Zugsalbe bei eingewachsenen Haaren?

Zugsalbe ist ein Arzneimittel und für eitrige Hautentzündungen gedacht. Ob sie im Einzelfall sinnvoll ist, klären Sie am besten in der Apotheke oder Arztpraxis; bei einem einfachen, nicht entzündeten eingewachsenen Haar genügen Wärme, Peeling und Geduld.

Warum wachsen bei mir in der Bikinizone ständig Haare ein?

Dort kommt alles zusammen: kräftiges, gekräuseltes Haar, empfindliche Haut, Reibung durch Slipkanten und häufig eine sehr gründliche Rasur. Kürzen statt glatt rasieren, in Wuchsrichtung arbeiten und lockere Wäsche tragen verringert das Problem meist spürbar.

Bleiben nach eingewachsenen Haaren Narben?

In der Regel nicht, solange Sie nicht drücken oder stechen. Dunkle Flecken nach einer Entzündung verblassen meist von selbst, brauchen dafür aber oft Monate. Sonnenschutz auf der Stelle hilft, dass sie nicht nachdunkeln.