Brotdose reinigen: Geruch, Flecken und Schimmel

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Eine Brotdose reinigen Sie am besten täglich nach Gebrauch: Dichtung herausnehmen, Dose und Dichtung mit heißem Wasser und Spülmittel säubern, klar nachspülen und alles offen trocknen lassen. Gegen hartnäckigen Geruch hilft Natron, gegen Schimmel in der Dichtung meist nur eine neue Dichtung. Wie gut das gelingt, hängt auch vom Material ab.
Warum Brotdosen riechen und schimmeln
In einer Brotdose treffen Feuchtigkeit, Wärme und Essensreste aufeinander. Brotkrümel, Käse, Wurst und Obstsaft bleiben in Ecken und Rillen hängen. Wird die Dose abends geschlossen in die Schultasche zurückgelegt, bleibt die Feuchtigkeit darin und Bakterien und Schimmelpilze vermehren sich. Besonders anfällig ist die Gummidichtung im Deckel: Unter ihr sammelt sich Wasser, das beim Spülen nicht herauskommt.
Kunststoff nimmt außerdem Gerüche an. Zwiebeln, Knoblauch, Thunfisch oder würziger Käse ziehen in das Material und bleiben dort, selbst wenn die Dose sauber aussieht.
Was Sie brauchen
- heißes Wasser und Spülmittel
- eine kleine Bürste, etwa eine Flaschen- oder alte Zahnbürste, für Ecken und Rillen
- ein stumpfes Werkzeug wie einen Zahnstocher oder einen Löffelstiel, um die Dichtung herauszuhebeln
- Natron gegen Gerüche
- ein sauberes Geschirrtuch oder Abtropfgestell
Für Ecken und Dichtungsrillen lohnt sich eine eigene kleine Bürste, die Sie auch für Trinkflaschen verwenden können. Wie Sie Trinkflaschen und Deckel mit Trinkhalm säubern, steht unter Trinkflasche reinigen.
Brotdose reinigen: Schritt für Schritt
- Sofort leeren. Reste und Krümel noch am selben Tag entfernen, nicht erst am nächsten Morgen.
- Dichtung herausnehmen. Die Gummidichtung im Deckel mit einem stumpfen Gegenstand vorsichtig anheben und herausziehen. Kein Messer benutzen, sonst reißt sie.
- Einweichen. Dose, Deckel, Einsätze und Dichtung in heißes Spülwasser legen und einige Minuten einweichen lassen.
- Bürsten. Ecken, Rillen, Verschlussclips und die Nut, in der die Dichtung sitzt, mit der Bürste säubern. Die Dichtung beidseitig abreiben.
- Klar nachspülen. Alle Teile mit klarem Wasser abspülen, bis keine Spülmittelreste mehr da sind.
- Offen trocknen. Dose, Deckel und Dichtung getrennt voneinander auf ein Tuch oder Gestell legen und vollständig trocknen lassen. Erst dann die Dichtung einsetzen und die Dose schließen.
Viele Dosen aus Kunststoff und Edelstahl sind spülmaschinengeeignet; das steht auf der Dose oder in der Anleitung. Kunststoffdeckel kommen in den oberen Korb, die Dichtung am besten ebenfalls herausgenommen. Damit die Maschine selbst sauber spült, reinigen Sie gelegentlich Sieb und Dichtungen, wie unter Spülmaschine reinigen beschrieben.
Geruch entfernen mit Natron
Riecht die Brotdose auch nach dem Spülen, lösen Sie zwei Teelöffel Natron in warmem Wasser, füllen die Dose damit und legen Deckel und Dichtung dazu. Über Nacht stehen lassen, am nächsten Morgen ausspülen und trocknen. Alternativ können Sie aus Natron und etwas Wasser eine Paste anrühren, sie auf die Innenseite streichen und nach einer halben Stunde abwaschen.
Hilft das nicht, stellen Sie die geöffnete Dose einen Tag in die Sonne. UV-Licht und frische Luft schwächen Gerüche. Bleibt der Geruch trotzdem, hat der Kunststoff ihn dauerhaft aufgenommen. Für stark riechende Lebensmittel nehmen Sie dann besser eine Dose aus Edelstahl oder Glas.
Schimmel in der Brotdose
Schimmel auf glatten Flächen lässt sich abwaschen, Schimmel in der Dichtung meist nicht. Glatter Kunststoff oder Edelstahl wird mit heißem Spülwasser gründlich gereinigt, danach mit heißem Wasser nachgespült und vollständig getrocknet. Sehen Sie schwarze Punkte in oder unter der Gummidichtung, sind die Pilzfäden in das Material eingewachsen. Dann ersetzen Sie die Dichtung; viele Hersteller verkaufen sie einzeln. Gibt es keinen Ersatz, gehört die Dose in den Müll.
Das gilt besonders für Dosen, die Kinder mit in die Schule oder Kita nehmen. Lebensmittel, die in einer schimmligen Dose lagen, sollten nicht mehr gegessen werden. Wie man Brot selbst länger frisch hält, steht unter Brot aufbewahren.
Welches Material ist am pflegeleichtesten?
| Material | Pflege | Worauf achten |
| Kunststoff | leicht, meist spülmaschinengeeignet | nimmt Gerüche und Farben an, Kratzer halten Schmutz fest |
| Edelstahl | geruchsneutral, robust, lange haltbar | Dichtung und Kunststoffteile bleiben der Schwachpunkt |
| Glas | geruchsneutral, gut zu reinigen | schwer und zerbrechlich, für Kinder weniger geeignet |
| Bambus-Verbund | sieht natürlich aus | meist Bambusfasern mit Melaminharz, nicht für heiße Speisen |
Brotdosen aus „Bambus“ sind oft kein reines Holz, sondern ein Verbund aus Bambusfasern und Melamin-Formaldehyd-Harz. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat darauf hingewiesen, dass aus solchen Produkten bei hohen Temperaturen Melamin und Formaldehyd in Lebensmittel übergehen können. Für ein kaltes Pausenbrot ist das weniger relevant, heiße Speisen oder die Mikrowelle sind aber tabu. In der EU sind Kunststoffe mit Bambusfüllstoff für Lebensmittelkontakt nicht zugelassen. Zerkratzte oder angegriffene Bambus-Verbund-Dosen tauschen Sie besser aus.
Typische Fehler
- Die Dose nass schließen. Restfeuchte unter dem Deckel ist der schnellste Weg zu Geruch und Schimmel.
- Die Dichtung nie herausnehmen. Unter ihr sammelt sich der meiste Schmutz.
- Scheuermittel oder Stahlwolle benutzen. Das zerkratzt Kunststoff, in den Kratzern setzen sich Keime fest.
- Mit Essig gegen Geruch. Essig verdeckt Geruch eher, als ihn zu lösen, und kann Gummidichtungen auf Dauer angreifen.
- Den Spülschwamm ewig benutzen. Ein alter Schwamm verteilt Keime; wie Sie ihn sauber halten, steht unter Spülschwamm reinigen.
Damit die Brotdose länger frisch bleibt
Ein paar Gewohnheiten ersparen viel Schrubben. Legen Sie Brot, Käse und Wurst auf ein Stück Butterbrotpapier oder in ein wiederverwendbares Wachstuch, statt sie direkt in die Dose zu legen; so bleiben weniger Fett und Krümel an den Wänden. Obst und Gemüse mit viel Saft, etwa geschnittene Äpfel, Gurken oder Melone, kommen in ein eigenes Fach oder eine kleine Extra-Dose.
Bitten Sie Kinder, die Dose nach der Schule gleich aus der Tasche zu nehmen und zu öffnen. Eine Dose, die über das Wochenende geschlossen im Ranzen liegt, ist am Montag der typische Schimmelfall. Und prüfen Sie ab und zu die Dichtung: Ist sie spröde, rissig oder hat sie sich verzogen, schließt die Dose nicht mehr dicht und sollte ersetzt werden.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man eine Brotdose reinigen?
Nach jedem Gebrauch, also meist täglich. Ein gründliches Einweichen mit Natron ist nur nötig, wenn die Dose riecht.
Darf die Brotdose in die Spülmaschine?
Wenn der Hersteller sie als spülmaschinengeeignet bezeichnet, ja. Holzdeckel, Dosen mit Holzteilen und manche Isolierdosen gehören nicht hinein.
Kann man eine schimmlige Brotdose noch retten?
Glatte Flächen lassen sich gründlich reinigen. Sitzt der Schimmel in der Dichtung oder in Kratzern, tauschen Sie die Dichtung oder die ganze Dose aus.
Sind Bambus-Brotdosen gesundheitlich bedenklich?
Das hängt davon ab, woraus sie tatsächlich bestehen. Bei Verbundmaterial mit Melaminharz rät das BfR davon ab, heiße Speisen einzufüllen. Reine Holzdosen ohne Harz sind etwas anderes, aber auch diese vertragen keine Spülmaschine.



