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Toilette verstopft: was hilft

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Weiße wandhängende Toilette mit geöffnetem Deckel und Drückerplatte
Das wichtigste Werkzeug ist eine Saugglocke mit Kragen, die genau in den Toilettenabfluss passt
Inhalt9 Abschnitte
  1. Erst einmal: nicht nachspülen
  2. Woran die Toilette meistens scheitert
  3. Saugglocke: so machen Sie es richtig
  4. WC-Spirale: wenn der Pümpel nicht reicht
  5. Hausmittel: was hilft und was nicht
  6. Wenn Toilette und Dusche gleichzeitig verstopft sind
  7. Wann Sie aufhören sollten
  8. So bleibt das WC frei
  9. Häufige Fragen

Eine verstopfte Toilette bekommen Sie in den meisten Fällen mit einer Saugglocke frei, die einen Kragen für den WC-Abfluss hat. Hilft das nicht, kommt eine WC-Spirale zum Einsatz. Kochendes Wasser und chemische Abflussreiniger gehören nicht in die Schüssel. Und wenn mehrere Abflüsse gleichzeitig streiken, ist nicht die Toilette das Problem, sondern die Leitung dahinter – dann ist der Fachbetrieb dran.

Erst einmal: nicht nachspülen

Steigt das Wasser nach dem Spülen bis knapp unter den Rand, ist der erste Reflex, noch einmal zu drücken. Genau das sollten Sie lassen. Bei jedem Spülgang fließen sechs bis neun Liter nach, und die finden nur einen Weg: über den Rand auf den Boden.

Warten Sie stattdessen einige Minuten. Oft sinkt der Wasserspiegel langsam, weil ein Teil durch die Verstopfung sickert. Handelt es sich nur um zu viel Toilettenpapier, weicht es in dieser Zeit auf, und ein zweiter Spülgang nach einer Viertelstunde reicht schon. Ist die Schüssel sehr voll, schöpfen Sie mit einem alten Becher etwas Wasser in einen Eimer ab, bevor Sie mit der Saugglocke arbeiten. Handschuhe, ein Eimer und einige alte Handtücher um den Fuß der Toilette ersparen Ihnen hinterher das Putzen.

Woran die Toilette meistens scheitert

Ein WC-Abfluss verkraftet Ausscheidungen und Toilettenpapier. Fast alles andere ist ein Risiko:

  • Feuchttücher, auch solche mit dem Aufdruck „spülbar“: Sie zerfallen im Wasser kaum und verfilzen mit anderem zu festen Pfropfen.
  • Hygieneartikel wie Tampons, Binden, Slipeinlagen, Wattestäbchen, Wattepads und Kondome.
  • Küchenpapier und Taschentücher, die reißfester sind als Toilettenpapier.
  • Essensreste und Fett, die im Rohr erkalten und kleben.
  • Katzenstreu, Haare und Zahnseide.

Dazu kommt Urinstein: Die Ablagerung aus Kalk und Harnbestandteilen verengt den Abfluss über Jahre, und irgendwann bleibt schon eine normale Menge Papier hängen. Wie Sie ihn loswerden, lesen Sie unter Urinstein entfernen. Auch ein schwacher Spülstrom begünstigt Verstopfungen; ein verkalkter Spülkasten lässt sich meist mit einfachen Mitteln wieder flottmachen, siehe Spülkasten entkalken.

Saugglocke: so machen Sie es richtig

Die flache Saugglocke aus der Küche hilft im WC kaum. Für die Toilette brauchen Sie ein Modell mit einem Kragen, der unten aus der Gummiglocke herausragt und sich in den Abflussbogen schiebt. Solche WC-Saugglocken mit Kragen gibt es in jedem Baumarkt.

  1. Wasserstand prüfen. Die Glocke muss unter Wasser stehen, sonst pumpen Sie Luft statt Wasser. Ist zu wenig drin, etwas warmes Wasser nachgießen.
  2. Ansetzen. Den Kragen in die Abflussöffnung schieben und die Glocke so aufsetzen, dass sie rundum dicht anliegt.
  3. Pumpen. Zehn- bis fünfzehnmal kräftig drücken und ziehen, ohne die Glocke abzuheben. Wichtig ist vor allem das Ziehen: Der Sog lockert den Pfropfen.
  4. Ruckartig abheben. Zum Schluss mit einem Ruck lösen. Sinkt das Wasser schnell, ist die Verstopfung gelöst.
  5. Nachspülen. Einmal spülen und beobachten, ob das Wasser normal abläuft. Bei Bedarf wiederholen.

WC-Spirale: wenn der Pümpel nicht reicht

Sitzt der Pfropfen tiefer oder fest, ist eine Rohrspirale das nächste Mittel. Für Toiletten gibt es kurze WC-Spiralen mit gebogener Führung und einer Hülle aus Kunststoff. Die Hülle ist wichtig, denn eine blanke Metallspirale hinterlässt Kratzer und graue Streifen in der Keramik.

  1. Einführen. Die Spirale in die Abflussöffnung schieben und der Biegung folgen, bis sie auf Widerstand trifft.
  2. Drehen. An der Kurbel drehen und gleichzeitig leicht nachschieben. Die Spirale bohrt sich in den Pfropfen oder greift ihn.
  3. Hin und her. Mehrmals vor und zurück arbeiten, bis sich der Widerstand löst.
  4. Herausziehen. Langsam zurückziehen, dabei weiterdrehen. Was hängen bleibt, in den Restmüll.
  5. Spülen. Kräftig nachspülen und zur Sicherheit noch einmal mit der Saugglocke nacharbeiten.

Hausmittel: was hilft und was nicht

Bei weichen Verstopfungen aus Papier kann warmes Wasser mit einem guten Schuss Spülmittel helfen. Das Spülmittel wirkt wie ein Gleitmittel, das Wasser weicht auf. Nehmen Sie aber nur warmes Wasser aus dem Hahn oder abgekühltes Wasser aus dem Kocher, nie sprudelnd kochendes. Die Keramik verträgt den plötzlichen Temperaturunterschied schlecht und kann springen, vor allem, wenn sie schon feine Haarrisse hat. Dann ist statt eines Pfropfens die ganze Toilette hin.

Natron mit Essig schäumt eindrucksvoll, der Effekt auf einen Pfropfen im Knie ist aber gering. Es schadet nicht, ersetzt die Saugglocke jedoch nicht. Cola hat im WC ebenfalls keine besondere Wirkung.

Chemische Abflussreiniger gehören nicht ins WC. Das Granulat verdünnt sich im stehenden Wasser, erreicht den Pfropfen kaum und bleibt als ätzende Lauge in der Schüssel stehen. Wer danach doch zur Saugglocke greift, riskiert Spritzer auf Haut und in die Augen. Außerdem greifen die Mittel auf Dauer Dichtungen an. Mehr zu den Risiken lesen Sie in der Übersicht Abfluss verstopft.

Wenn Toilette und Dusche gleichzeitig verstopft sind

Läuft neben der Toilette auch die Dusche oder das Waschbecken schlecht ab, gluckert es im Abfluss, wenn Sie spülen, oder steigt Wasser in der Dusche hoch, sitzt die Verstopfung nicht im WC. Sie liegt dann in der gemeinsamen Leitung, im Fallrohr oder in der Grundleitung im Keller. Mit Saugglocke und kurzer Spirale kommen Sie dort nicht hin.

In diesem Fall nicht weiter spülen, duschen oder die Waschmaschine laufen lassen, damit das Wasser nicht an der tiefsten Stelle austritt. Rufen Sie einen Fachbetrieb für Rohrreinigung. In einer Mietwohnung melden Sie das Problem sofort dem Vermieter oder der Hausverwaltung, denn betroffen ist in der Regel das ganze Haus. Das gilt erst recht, wenn Abwasser im Keller zurückstaut.

Wer die Kosten trägt, hängt davon ab, wer die Verstopfung verursacht hat. Tendenziell zahlt der Vermieter, wenn sich die Ursache nicht einem Mieter zuordnen lässt; wer nachweislich Feuchttücher oder Hygieneartikel eingespült hat, muss mit einer Rechnung rechnen. Verbindlich ist das im Einzelfall der Mietvertrag. Für Verstopfungen in Dusche und Waschbecken gibt es eigene Anleitungen unter Dusche: Abfluss verstopft.

Wann Sie aufhören sollten

Rufen Sie den Fachbetrieb, wenn Saugglocke und Spirale nach mehreren Versuchen nichts bewirken, wenn ein Gegenstand wie ein Spielzeug oder ein Handy im Abfluss steckt, wenn Wasser am Fuß der Toilette austritt oder wenn die Verstopfung immer wieder kommt. Ein Betrieb kann das Rohr mit einer Kamera ansehen und findet so auch eingewachsene Wurzeln oder abgesackte Rohre. Bei einem Fremdkörper hilft oft nur, die Toilette abzubauen – das ist keine Arbeit für den Samstagnachmittag ohne Erfahrung.

So bleibt das WC frei

Stellen Sie einen kleinen Mülleimer mit Deckel ins Bad, dann landen Feuchttücher und Hygieneartikel dort statt in der Schüssel. Bei großen Mengen Papier lieber zwischendurch spülen. Und entfernen Sie Urinstein regelmäßig, bevor er den Abfluss verengt. Weitere Tipps rund ums Bad finden Sie in der Rubrik Badezimmer.

Häufige Fragen

Löst sich Toilettenpapier von allein auf?

Meist ja. Toilettenpapier ist so gemacht, dass es im Wasser zerfällt. Bei einer reinen Papierverstopfung reicht es oft, eine halbe Stunde zu warten und dann einmal zu spülen oder kurz mit der Saugglocke nachzuhelfen.

Darf ich heißes Wasser in die Toilette gießen?

Warmes Wasser ja, kochendes nein. Keramik kann bei einem plötzlichen Temperaturunterschied springen. Lassen Sie Wasser aus dem Kocher einige Minuten abkühlen, bevor Sie es mit Spülmittel in die Schüssel gießen.

Was tun, wenn keine Saugglocke im Haus ist?

Warmes Wasser mit Spülmittel und Geduld lösen viele Papierverstopfungen. Ein Kleiderbügel aus Draht ist dagegen keine gute Idee: Er zerkratzt die Keramik und kann den Pfropfen tiefer ins Rohr schieben. Eine WC-Saugglocke kostet wenig und gehört in jeden Haushalt.

Warum sind Feuchttücher so problematisch?

Sie bestehen aus reißfesten Fasern, die sich im Wasser kaum auflösen. Im Rohr verhaken sie sich mit Haaren und Fett zu zähen Zöpfen, die auch Pumpen in Kläranlagen lahmlegen. Sie gehören in den Restmüll, auch wenn auf der Packung „spülbar“ steht.