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Bimsstein in der Toilette: hilft er gegen Kalkränder und zerkratzt er die Keramik?

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Heller Bimsstein mit Kordel auf blauem Stoff
Bimsstein ist weicher als Keramik, kann empfindliche Glasuren aber aufrauen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was ein Bimsstein ist und warum er wirkt
  2. Zerkratzt Bimsstein die Keramik?
  3. Wann Sie den Stein besser weglassen
  4. Erst Säure, dann der Stein
  5. Bimsstein richtig anwenden
  6. Typische Fehler
  7. Alternativen zum Bimsstein
  8. Wenn der Rand bleibt
  9. Häufige Fragen

Ein Bimsstein in der Toilette funktioniert: Er schleift harte Kalk- und Urinsteinränder ab, an denen die Bürste scheitert. Ganz risikolos ist das nicht, denn Schleifen bleibt Schleifen – feine Kratzer in der Glasur sind möglich, vor allem bei trockener Anwendung und bei beschichteten WCs. Sinnvoll ist der Stein deshalb als letzter Schritt für hartnäckige Reste, nicht als wöchentliches Putzgerät.

Was ein Bimsstein ist und warum er wirkt

Bims ist ein sehr leichtes, poröses Vulkangestein, im Grunde aufgeschäumtes Naturglas. Viele kennen ihn aus der Fußpflege. Für die Toilette gibt es ihn als Block oder als Stab mit Griff; manche Reinigungssteine bestehen auch aus geschäumtem Recyclingglas, das sich ähnlich verhält.

Der Stein wirkt rein mechanisch. Beim Reiben zerfällt er an der Oberfläche zu einem feinen Schleifbrei, passt sich dabei der Rundung des Beckens an und trägt den Belag Schicht für Schicht ab. Er löst nichts auf – anders als Säure, die Kalk chemisch zersetzt. Das erklärt Stärke und Schwäche zugleich: Der Stein arbeitet sofort und ohne Einwirkzeit, aber er unterscheidet nicht zwischen Belag und Untergrund.

Zerkratzt Bimsstein die Keramik?

Die ehrliche Antwort lautet: selten sichtbar, aber ausschließen lässt es sich nicht. Die Glasur von Sanitärkeramik ist eine dünne, glasartige und harte Schicht. Ein nasser Bimsstein, der mit wenig Druck geführt wird, zerreibt sich an ihr eher selbst, als dass er sie aufreißt. Darauf beruhen die vielen guten Erfahrungsberichte.

Trotzdem gibt es drei Gründe zur Vorsicht:

  • Trocken wird der Stein zum Schleifpapier. Ohne Wasserfilm fehlt die Schmierung, die Körner greifen direkt an.
  • Im Belag stecken harte Partikel. Sand und Rostteilchen aus der Leitung werden beim Reiben über die Glasur geschoben.
  • Matt ist auch ein Schaden. Feine Schleifspuren sieht man nicht als Kratzer, sondern als stumpfe Stelle. Dort haften Kalk und Schmutz später besser als auf der glatten Umgebung.

Die Pflegehinweise von Sanitärherstellern raten für Keramik in der Regel von stark scheuernden Mitteln und harten Gegenständen ab und empfehlen gegen Kalk milde saure Reiniger. Bimsstein wird dort meist nicht eigens erwähnt, er fällt aber erkennbar in die Gruppe der Schleifmittel. Wer ein neues oder hochwertiges WC hat, schaut deshalb vor dem ersten Versuch in die Pflegeanleitung des Herstellers.

Wann Sie den Stein besser weglassen

Kein Bimsstein auf beschichteter Keramik. Viele neuere WCs haben eine schmutzabweisende Oberflächenveredelung, die Wasser und Kalk abperlen lässt. Solche Schichten sind dünn; Schleifmittel können sie beschädigen, und dann ist der Vorteil dahin. Dasselbe gilt für alles, was nicht aus Keramik ist: WC-Sitz und Deckel aus Kunststoff, emaillierte Wannen, Acryl, Edelstahl, Chromarmaturen, Glas und Naturstein. Auch bei farbigen Becken aus den Siebziger- und Achtzigerjahren und bei bereits stumpfer, rissiger Glasur ist der Stein die falsche Wahl – jede matte Stelle fällt dort sofort auf.

Erst Säure, dann der Stein

Kalk und Urinstein sind mineralisch und lösen sich in Säure. In den meisten Fällen genügt es, das Wasser aus dem Siphon zu drücken, Zitronensäure oder Essigessenz einzufüllen und sie einige Stunden stehen zu lassen. Wie das genau geht, steht unter Toilette entkalken; für dicke, braune Schichten gibt es den Beitrag starken Urinstein entfernen.

Der Bimsstein kommt erst danach ins Spiel, wenn ein harter Rest bleibt – typischerweise der Ring an der Wasserlinie oder ein Streifen im Siphonbogen. Die Säure hat diesen Rest dann schon angelöst und weicher gemacht, sodass wenige Züge mit dem Stein reichen. Spülen Sie vor dem Schleifen gründlich: Sie arbeiten mit der Hand dicht über dem Becken und wollen keine Säure an den Handschuhen oder Spritzer im Gesicht.

Bimsstein richtig anwenden

Sie brauchen den Stein, am besten als Bimsstein mit Griff, dazu lange Haushaltshandschuhe und einen Becher Wasser.

  1. Stein wässern. Legen Sie den Stein einige Minuten in Wasser oder halten Sie ihn in das Wasser im Becken, bis er sich vollgesogen hat.
  2. Keramik nass machen. Einmal spülen oder die Stelle mit dem Becher übergießen. Liegt der Rand über dem Wasserspiegel, immer wieder nachfeuchten.
  3. An unauffälliger Stelle testen. Reiben Sie zuerst kurz an einer Stelle tief im Becken und prüfen Sie nach dem Abspülen, ob die Fläche glänzend bleibt.
  4. Mit wenig Druck reiben. Führen Sie den Stein in kurzen Zügen nur über den Belag. Es bildet sich ein grauer Brei – das ist abgeriebener Stein und Kalk, kein Zeichen für einen Schaden.
  5. Oft abspülen und nachsehen. Nach einigen Zügen Brei wegspülen und prüfen. Sobald die Glasur durchscheint, an dieser Stelle aufhören.
  6. Spülen und Stein trocknen. Zum Schluss zweimal spülen. Den Stein abbrausen und an der Luft trocknen lassen, getrennt von allem, was der Körperpflege dient.

Typische Fehler

  • Trocken schleifen. Der häufigste Grund für matte Stellen.
  • Zu fest drücken. Der Stein soll sich abnutzen, nicht die Keramik. Wenn es knirscht, sitzt ein hartes Korn dazwischen: abspülen und neu ansetzen.
  • Großflächig „polieren“. Der Stein gehört nur auf den Belag, nicht über die ganze Schüssel.
  • Mit Chlorreiniger kombinieren. Wer vorher Säure im Becken hatte, darf am selben Tag keinen chlorhaltigen Reiniger nachgießen. Die Hintergründe stehen unter Putzmittel nie mischen.
  • Den Fußpflege-Stein nehmen und zurücklegen. Ein Stein für die Toilette bleibt bei der Toilette.

Alternativen zum Bimsstein

MethodeWirkt gegenRisiko für die GlasurGeeignet für
Zitronensäure oder Essigessenz, lange EinwirkzeitKalk, Urinsteinsehr geringerste Wahl, auch bei beschichteter Keramik nach Herstellerangabe
Saurer WC-Reiniger (Gel)Kalk unter dem Spülrand und an der Wandsehr geringregelmäßige Pflege
Bimsstein, nassharte Resträndergering bis mittelunbeschichtete weiße Keramik, gelegentlich
SchmutzradiererVerfärbungen, dünne Schleiergering, wirkt ebenfalls leicht schleifendStellen über dem Wasser
Stahlwolle, Schleifpapier, Metallspachtelalleshochnicht geeignet

Ist der Rand nach der Behandlung weg, lohnt sich Vorbeugung mehr als jeder neue Stein: einmal in der Woche ein saurer Reiniger unter den Rand, dazu ein dicht schließender Spülkasten, damit kein Dauerrinnsal Kalk in die Schüssel trägt. Wie Sie den Kasten selbst von Ablagerungen befreien, zeigt Spülkasten entkalken. Den normalen Putzablauf beschreibt Toilette reinigen.

Wenn der Rand bleibt

Lässt sich ein dunkler Ring weder mit Säure noch mit dem Stein entfernen und fühlt sich die Stelle glatt an, ist es kein Belag mehr. Dann ist die Glasur an der Wasserlinie über Jahre angegriffen worden und hat sich verfärbt. Weiterschleifen macht es nur schlimmer. Bei einem alten Becken ist der Austausch dann die saubere Lösung; in einer Mietwohnung sprechen Sie den Vermieter an, bevor Sie zu härteren Mitteln greifen.

Häufige Fragen

Kann man mit Bimsstein die Toilette reinigen?

Ja, gegen harte Kalk- und Urinsteinränder auf unbeschichteter Keramik. Der Stein muss dabei durchgehend nass sein und wird mit wenig Druck nur über den Belag geführt. Für die normale Reinigung ist er nicht gedacht.

Macht Bimsstein Kratzer in der Toilette?

Bei nasser, vorsichtiger Anwendung meist nicht sichtbar. Trocken, mit viel Druck oder auf beschichteter Keramik kann er die Oberfläche aber mattieren. Testen Sie deshalb zuerst an einer versteckten Stelle.

Wie oft darf ich den Bimsstein benutzen?

So selten wie möglich. Wer ihn alle paar Monate für einen Restrand braucht, macht nichts falsch. Wer jede Woche schleifen muss, sollte lieber regelmäßig mit Säure entkalken und den Spülkasten prüfen.

Hilft Bimsstein auch gegen Urinstein unter dem Wasser?

Ja, er lässt sich auch unter Wasser verwenden. Leichter geht es, wenn Sie das Wasser vorher aus dem Siphon drücken und den Urinstein über Nacht mit Säure anlösen.

Woran erkenne ich, ob mein WC beschichtet ist?

Von außen kaum. Hinweise geben die Produktunterlagen, die Modellbezeichnung oder die Hausverwaltung. Perlt Wasser auffällig stark ab, spricht das für eine Veredelung. Im Zweifel verzichten Sie auf den Stein.