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Tischfeuer für Indoor

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Tischfeuer für Indoor
Tischfeuer für Indoor
Inhalt7 Abschnitte
  1. Was ein Tischfeuer leistet – und was nicht
  2. Die Arten im Vergleich
  3. Sicher betreiben
  4. Worauf Sie beim Kauf achten sollten
  5. Alternativen mit weniger Risiko
  6. Reinigen
  7. Häufige Fragen

Ein Tischfeuer ist ein kleiner Kamin für den Tisch: eine Brennkammer, meist mit Bioethanol oder Brenngel gefüllt, umgeben von Glas oder Metall. Es bringt eine echte Flamme ins Wohnzimmer oder auf die Terrasse, ohne Schornstein und ohne Genehmigung. Was es nicht bringt, ist nennenswerte Wärme. Und weil flüssiger Brennstoff und offenes Feuer auf dem Esstisch zusammenkommen, verdient die Sicherheit mehr Aufmerksamkeit als das Design.

Was ein Tischfeuer leistet – und was nicht

Ein Tischfeuer ist vor allem Licht und Atmosphäre. Die Flamme ist klein, die Wärmeabgabe gering; in unmittelbarer Nähe spürt man sie, die Raumtemperatur ändert sich kaum. Wer Wärme sucht, braucht eine Heizung, keinen Tischkamin. Das ist kein Mangel, sondern die richtige Erwartung: Das Tischfeuer ist ein Dekoobjekt mit echter Flamme.

Die oft gelesene Aussage, Bioethanol verbrenne „rückstandsfrei“, stimmt nur im Groben. Es entsteht kaum Ruß, dafür vor allem Kohlendioxid und Wasserdampf. Messungen an Ethanolfeuerstellen haben zudem gezeigt, dass je nach Gerät und Brennstoff auch Schadstoffe wie Stickstoffdioxid, Formaldehyd und Feinstaub entstehen können. Ein Schornstein ist nicht nötig, regelmäßiges Lüften sehr wohl, besonders in kleinen Räumen.

Terrasse am Abend mit Tischfeuer in Glaseinfassung und Kerzen
Tischfeuer gibt es für drinnen und draußen – nicht jedes Modell passt an beide Orte

Die Arten im Vergleich

BrennstoffInnen geeignet?VorteileNachteile
Bioethanol (flüssig)Ja, wenn dafür zugelassenEchte, ruhige Flamme, kaum RußLeicht entzündlich, Nachfüllen gefährlich, Brennstoffkosten
Brenngel (Ethanolgel)Ja, wenn dafür zugelassenKann nicht auslaufen, in Dosen einsetzbarKleinere Flamme, kürzere Brenndauer
Elektrisch (LED, Wasserdampf)JaKein Feuer, keine Abgase, kindersicherKeine echte Flamme, keine Wärme
Lampenöl / Paraffin mit DochtEingeschränktLange BrenndauerGeruch, Ruß, sehr gefährlich für Kinder
Gas (Kartusche)NeinGroße Flamme, regelbarNur für draußen
HolzNeinEchtes LagerfeuerRauch, Funkenflug, Kohlenmonoxid – nur im Freien

Lampenöl ist ein Sonderfall: Gerät es in den Mund, kann es beim Verschlucken in die Lunge gelangen und dort schwere Schäden verursachen. Wenn Kinder im Haushalt leben, gehört Lampenöl gar nicht erst auf den Tisch.

Sicher betreiben

Niemals Bioethanol nachfüllen, solange die Brennkammer brennt oder noch warm ist. Die Flamme ist bei Tageslicht oft kaum zu sehen, und aus einer scheinbar erloschenen, heißen Brennkammer steigen Dämpfe auf, die sich beim Nachgießen schlagartig entzünden. Die Stichflamme erreicht die Flasche und den Menschen, der sie hält. Die meisten schweren Unfälle mit Ethanolfeuern passieren genau so.

Die weiteren Regeln:

  1. Nur zugelassene Geräte und Brennstoffe. Für Ethanolfeuerstellen im Haushalt gilt die Norm DIN EN 16647. Verwenden Sie nur den Brennstoff, den der Hersteller vorsieht.
  2. Fester Stand. Auf einer ebenen, nicht brennbaren Fläche, mit Abstand zu Vorhängen, Tischdecken, Papierservietten und Deko. Nicht auf wackelige Beistelltische.
  3. Nicht bewegen, solange das Feuer brennt oder heiß ist.
  4. Brennstoff sicher lagern. Nur kleine Mengen, verschlossen, weit weg vom Tischfeuer und außer Reichweite von Kindern.
  5. Mit dem Deckel löschen. Zum Löschen den mitgelieferten Löschdeckel oder Löschschieber verwenden, nicht auspusten. Erst nachfüllen, wenn die Brennkammer vollständig abgekühlt ist; ein zweiter Brennereinsatz spart die Wartezeit.
  6. Aufsicht. Nie unbeaufsichtigt brennen lassen. Kinder und Haustiere fernhalten, das Glas wird heiß.
  7. Vorsorge. Ein Rauchmelder im Raum ist ohnehin Pflicht. Eine Löschdecke oder ein Feuerlöscher für Brandklasse B (brennbare Flüssigkeiten) sollte griffbereit sein. Wasser ist für brennendes Ethanol ungeeignet, weil es die brennende Flüssigkeit verteilen kann.

Verschütteter Brennstoff wird vor dem Anzünden vollständig aufgewischt und die Stelle trocknen gelassen. Wer einen Ethanol-Unfall erlebt hat oder brennende Kleidung löschen muss: Flammen mit einer Decke ersticken, Brandwunden mit handwarmem Wasser kühlen und bei größeren Verbrennungen den Notruf 112 wählen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Zulassung für innen: Nicht jedes Tischfeuer ist für Innenräume gedacht. Die Herstellerangabe und der Hinweis auf DIN EN 16647 geben Auskunft.
  • Löschhilfe: Ein Löschdeckel oder Schieber gehört dazu.
  • Brennkammer mit Füllmaterial: Keramikwolle oder ein Einsatz, der den Brennstoff bindet, verhindert Auslaufen, wenn das Gerät angestoßen wird.
  • Zwei Brennereinsätze: Dann kann man tauschen, statt heiß nachzufüllen.
  • Stabiler Fuß und Schutzglas: Ein breiter, schwerer Sockel steht sicher. Glas um die Flamme schützt vor Zugluft und vor Berührung.
  • Brenndauer: Kleine Tischfeuer brennen je Füllung meist unter einer Stunde bis wenige Stunden, laut Herstellerangaben.
  • Material: Edelstahl oder pulverbeschichteter Stahl, wenn das Gerät auch mal auf den Balkon soll.

Tischfeuer kosten meist zwischen 20 und 100 Euro, Designmodelle mehr. Die laufenden Kosten für Bioethanol kommen hinzu.

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Wer Kinder im Haus hat oder ganz ohne Brennstoff auskommen möchte, greift zu einem elektrischen Tischkamin mit LED- oder Wasserdampfeffekt.

Alternativen mit weniger Risiko

Nicht jede Gemütlichkeit braucht eine Ethanolflamme. Eine Gruppe von Kerzen in Windlichtern, ein Teelichtofen oder Kerzen aus Kerzensand bringen ebenfalls Flammenlicht, mit weniger Brennstoff auf dem Tisch. Elektrische Kaminöfen und LED-Kerzen schaffen Atmosphäre völlig ohne Feuer. Für draußen sind Feuerschalen und Gas-Tischfeuer die kräftigere Wahl. Weitere Ideen für Deko und Licht finden Sie in der Rubrik Wohnen.

Reinigen

Vor dem Reinigen muss das Tischfeuer vollständig abgekühlt und die Brennkammer leer sein. Glasscheiben reinigt man mit warmem Wasser, etwas Spülmittel und einem weichen Tuch. Leichte Beläge an der Brennkammer entfernt ein feuchtes Tuch. Keramikwolle, die verfärbt oder verklebt ist, wird ersetzt, statt ausgewaschen. Brennstoffreste in Gefäßen nicht in den Ausguss kippen, sondern ausbrennen lassen oder nach Angabe auf der Flasche entsorgen. Wenn Ruß am Glas auftritt, stimmt meist der Brennstoff nicht; Rußspuren an Wand oder Decke behandelt der Beitrag Brandgeruch entfernen.

Häufige Fragen

Kann man ein Tischfeuer in der Wohnung benutzen?

Ja, wenn das Gerät ausdrücklich für Innenräume zugelassen ist und mit Bioethanol, Brenngel oder elektrisch betrieben wird. Regelmäßig lüften, nie unbeaufsichtigt lassen und nie heiß nachfüllen.

Wärmt ein Tischfeuer?

Kaum. In der Nähe spürt man die Flamme, die Raumtemperatur ändert sich praktisch nicht. Ein Tischfeuer ist Deko, keine Heizung.

Braucht ein Tischfeuer einen Abzug?

Einen Schornstein nicht. Beim Verbrennen entstehen aber Kohlendioxid, Wasserdampf und geringe Mengen Schadstoffe. Deshalb regelmäßig lüften und das Tischfeuer nicht in sehr kleinen, geschlossenen Räumen betreiben.

Wie lösche ich ein Bioethanol-Tischfeuer?

Mit dem mitgelieferten Löschdeckel oder Schieber die Flamme abdecken. Nicht auspusten und kein Wasser verwenden. Nachfüllen erst, wenn die Brennkammer vollständig abgekühlt ist.

Was kostet der Betrieb?

Das hängt vom Verbrauch und vom Brennstoffpreis ab. Kleine Tischfeuer verbrauchen je Stunde meist nur wenig Brennstoff, doch Bioethanol ist deutlich teurer als Kerzen. Über einen Winter summiert sich das.