Zum Inhalt springen
haushalt&wohnen

Stuhl Sitzerhöhungen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Inhalt8 Abschnitte
  1. Stuhl-Sitzerhöhung, Hochstuhl oder Autositz?
  2. Ab wann und bis wann?
  3. Bauarten im Vergleich
  4. Sicherheit: die entscheidenden Punkte
  5. Worauf Sie beim Kauf achten sollten
  6. Pflege und Reinigung
  7. Wann ein Hochstuhl die bessere Wahl ist
  8. Häufige Fragen
Anzeige

Eine Stuhl-Sitzerhöhung ist ein leichter Kindersitz, den Sie mit Gurten auf einem normalen Stuhl befestigen. Das Kind sitzt dann auf Tischhöhe mit der Familie am Tisch – zu Hause, bei den Großeltern, in der Ferienwohnung. Sie ersetzt einen Hochstuhl, wenn Platz knapp ist oder wenn man unterwegs ist. Sicher ist sie aber nur, wenn das Kind schon frei sitzen kann, der Sitz fest am Stuhl sitzt und das Kind selbst angeschnallt ist.

Stuhl-Sitzerhöhung, Hochstuhl oder Autositz?

Die Begriffe werden oft durcheinandergeworfen. Eine Stuhl-Sitzerhöhung (auch Boostersitz für den Stuhl) ist ausschließlich zum Essen am Tisch gedacht. Ein Hochstuhl steht auf eigenen Beinen, ist schwerer und nimmt mehr Platz ein, bietet dafür oft ein Tablett, eine Fußstütze und eine höhenverstellbare Sitzfläche. Eine Sitzerhöhung fürs Auto ist dagegen ein geprüftes Kinderrückhaltesystem nach UN ECE R129 oder der älteren R44 – mit der Stuhl-Sitzerhöhung hat sie nichts gemein. Eine Stuhl-Sitzerhöhung gehört nie ins Auto. Wer eine Sitzerhöhung fürs Auto sucht, findet sie im Beitrag Sitzerhöhung im Test.

Ab wann und bis wann?

Eine Stuhl-Sitzerhöhung passt, sobald das Kind sicher und ohne Hilfe frei sitzen kann. Das ist meist irgendwann im zweiten Lebenshalbjahr der Fall, bei manchen Kindern früher, bei anderen später. Das Alter ist weniger wichtig als die Fähigkeit: Kippt das Kind noch zur Seite oder sackt zusammen, ist es für den Sitz zu früh.

Nach oben begrenzen Hersteller die Nutzung meist über das Gewicht, häufig auf etwa 15 kg, was grob einem Alter von drei Jahren entspricht. Manche Modelle lassen sich ohne Gurte und Tablett später als einfache Sitzerhöhung für größere Kinder weiterverwenden. Die Angaben auf dem Etikett haben immer Vorrang.

Bauarten im Vergleich

BauartGeeignet fürZu beachten
Kunststoffsitz mit GurtenZu Hause und bei Verwandten; oft mit abnehmbarem Tablett und mehreren HöhenstufenEtwas sperriger, dafür leicht abzuwischen und stabil
Faltbare Stoff-SitzerhöhungReisen, Restaurant, Ferienwohnung; oft zugleich TascheWeniger Seitenhalt, braucht einen Stuhl mit fester Lehne
Sitzkissen mit BefestigungsgurtenKinder, die schon sicher und ruhig sitzenMeist kein Gurt für das Kind – für Kleinkinder zu wenig
Aufblasbare SitzerhöhungReisen mit sehr wenig GepäckLuftverlust macht den Sitz wackelig, Druck regelmäßig prüfen

Mehr zu aufblasbaren Modellen steht im Beitrag aufblasbare Sitzerhöhung.

Sicherheit: die entscheidenden Punkte

Die meisten Unfälle mit Kindersitzen am Tisch entstehen, weil das Kind herausklettert, aufsteht oder weil der Stuhl kippt. Darauf sollten Sie achten:

  1. Zwei Gurtsysteme. Der Sitz wird mit einem Gurt an Sitzfläche und Rückenlehne des Stuhls festgezurrt, das Kind mit einem eigenen Gurt – idealerweise mit Schrittgurt, damit es nicht nach unten durchrutscht.
  2. Der richtige Stuhl. Nur auf stabilen Stühlen mit fester Rückenlehne und ebener Sitzfläche. Nicht auf Hockern, Klappstühlen, Drehstühlen, Stühlen mit Rollen oder Barhockern.
  3. Stuhl nah an den Tisch. Kinder stoßen sich mit den Füßen gern von der Tischkante ab. Steht der Stuhl dicht am Tisch, ist dafür kaum Raum, und der Stuhl kippt nicht so leicht nach hinten.
  4. Gurte jedes Mal prüfen. Nachziehen, ob der Sitz fest sitzt und das Kind nicht zu locker angeschnallt ist. Beschädigte Schnallen oder ausgeleierte Gurte ersetzen – nicht mit Sicherheitsnadeln oder Knoten behelfen.
  5. Nie allein lassen. Auch angeschnallt gehört ein Kleinkind am Tisch unter Aufsicht.

Für Stuhlsitze gibt es eine eigene europäische Sicherheitsnorm (DIN EN 16120). Ein Hinweis darauf in der Produktbeschreibung ist ein gutes Zeichen, dass der Sitz auf Stabilität, Gurte und Einklemmgefahren geprüft wurde.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Passform zum eigenen Stuhl: Die Befestigungsgurte müssen lang genug sein, um Sitzfläche und Lehne zu umschließen. Bei sehr breiten oder gepolsterten Stühlen vor dem Kauf die Gurtlänge vergleichen.
  • Rutschfeste Unterseite: Gummifüße oder Noppen verhindern, dass der Sitz auf glatten Stühlen wandert.
  • Höhenverstellung: Zwei oder drei Stufen erlauben, den Sitz an Tischhöhe und Wachstum anzupassen.
  • Tablett: Praktisch, wenn der Esstisch empfindlich ist oder das Kind auf dem Sofa-Stuhl isst. Wer das Kind direkt am Tisch essen lassen will, nimmt das Tablett ab.
  • Reinigung: Glatter Kunststoff lässt sich abwischen, Stoffbezüge sollten abnehmbar und waschbar sein. Fugen, in denen sich Brei sammelt, sind lästig.
  • Gewicht und Packmaß: Für Reisen ein Modell, das sich flach zusammenlegen lässt.

Einfache Modelle kosten meist 15–30 Euro, stabile Kunststoffsitze mit Tablett und Höhenverstellung meist 25–50 Euro. Gebraucht zu kaufen ist möglich, wenn Gurte und Schnallen einwandfrei sind; bei unbekannter Herkunft lohnt sich angesichts der niedrigen Preise eher ein neuer Sitz.

Stuhl-Sitzerhöhungen bei Amazon ansehen

Für Reisen sind faltbare Stuhlsitze aus Stoff besonders platzsparend.

Pflege und Reinigung

Kunststoffsitze wischen Sie nach jeder Mahlzeit mit einem feuchten Tuch und etwas Spülmittel ab; eingetrockneter Brei lässt sich einweichen. Gurte, die sich abnehmen lassen, können oft von Hand gewaschen werden. Stoffbezüge kommen nach Etikett in die Waschmaschine. Scharfe Reinigungsmittel oder Desinfektionssprays sind nicht nötig und haben auf einer Fläche, an der ein Kleinkind isst und leckt, nichts zu suchen.

Wann ein Hochstuhl die bessere Wahl ist

Die Stuhl-Sitzerhöhung ist ideal als zweiter Sitz, für kleine Wohnungen und unterwegs. Ein Hochstuhl ist besser, wenn Ihre Esszimmerstühle wackelig, sehr leicht oder ohne feste Lehne sind, wenn das Kind besonders unruhig ist oder wenn es häufig allein am Tresen oder in der Küche sitzen soll. Auch ein mitwachsender Hochstuhl, der später zum Kinderstuhl wird, kann auf lange Sicht die sinnvollere Anschaffung sein. Mehr zur Erstausstattung finden Sie in der Baby-Grundausstattung und in der Rubrik Familie.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter kann ein Kind auf einer Stuhl-Sitzerhöhung sitzen?

Sobald es sicher allein frei sitzen kann, meist im zweiten Lebenshalbjahr. Entscheidend ist die Entwicklung, nicht das Datum. Kippt das Kind noch weg, ist ein Hochstuhl mit Liegeposition oder das Sitzen auf dem Schoß besser.

Brauchen Stuhl-Sitzerhöhungen einen Gurt für das Kind?

Für Kleinkinder ja. Ein Gurt mit Schrittgurt verhindert, dass das Kind aufsteht, herausklettert oder unter dem Tablett durchrutscht. Reine Sitzkissen ohne Kindergurt eignen sich erst für ältere Kinder, die zuverlässig ruhig sitzen.

Kann ich die Stuhl-Sitzerhöhung auf jedem Stuhl verwenden?

Nein. Der Stuhl braucht eine feste Rückenlehne und eine ebene Sitzfläche, damit die Gurte greifen. Hocker, Klapp-, Dreh- und Rollstühle sowie Barhocker sind ungeeignet.

Darf eine Stuhl-Sitzerhöhung im Auto verwendet werden?

Nein, niemals. Im Auto sind nur geprüfte Kinderrückhaltesysteme nach UN ECE R129 oder R44 erlaubt. Eine Stuhl-Sitzerhöhung bietet bei einem Unfall keinerlei Schutz.

Anzeige
Anzeige