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Fliegenfalle selber machen: drei Varianten, die funktionieren

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Stubenfliege mit roten Augen auf einer grauen Fläche
Eine selbst gebaute Falle fängt einzelne Fliegen – die Ursache beseitigt sie nicht
Inhalt8 Abschnitte
  1. Was eine selbst gemachte Fliegenfalle kann – und was nicht
  2. Variante 1: die Flaschenfalle
  3. Variante 2: Klebestreifen aus Papier und Sirup
  4. Variante 3: die Köderschale mit Spülmittel
  5. Welcher Köder zieht welche Fliege an?
  6. Nur für drinnen: Wespen, Bienen und andere Beifänge
  7. Wenn die Falle nichts fängt oder ständig voll ist
  8. Häufige Fragen

Eine Fliegenfalle selber machen ist einfach, und sie fängt tatsächlich Fliegen – nur keine Wunder. Die drei Varianten hier sind für die gewöhnliche Stubenfliege gedacht und bestehen aus Dingen, die ohnehin im Haus sind: einer Plastikflasche, Papier und Sirup, einer Schale mit Spülmittel. Sie holen die Brummer aus der Küche, die sich hereinverirrt haben. Kommen ständig neue nach, liegt das Problem woanders, und dann hilft keine Falle der Welt.

Was eine selbst gemachte Fliegenfalle kann – und was nicht

Stubenfliegen werden von Gerüchen angelockt: Süßes, Gärendes, Eiweißhaltiges. Jede Falle nutzt das aus und sorgt dann dafür, dass die Fliege nicht mehr wegkommt – weil sie den Ausgang nicht findet, festklebt oder ertrinkt. Das klappt, solange der Köder interessanter riecht als der Rest der Küche. Stehen Obstschale, Mülleimer und Katzenfutter offen daneben, hat die Falle Konkurrenz.

FlaschenfalleKlebestreifenKöderschale
Bauzeit5 Minuten20 Minuten plus Trocknen2 Minuten
Fängtam meisten, nach ein bis zwei Tagenmäßig, dafür ohne Gerucheinzelne Fliegen, auch Fruchtfliegen
Schwächeriecht mit der Zeit, muss gewechselt werdenklebt schwächer als gekaufte Streifen, tropft bei Wärmeoffen, kippt leicht, Köder trocknet ein
Guter PlatzFensterbank, Abstellraum, Wintergartenunter der Lampe, am FensterrahmenArbeitsplatte, Fensterbank

Um Missverständnisse zu vermeiden: Gegen die winzigen Fliegen an der Obstschale brauchen Sie eine andere Mischung und kleinere Öffnungen – das steht im Ratgeber Fruchtfliegenfalle selber machen. Und wenn Sie nicht sicher sind, welche Art bei Ihnen fliegt, hilft die Übersicht Kleine Fliegen in der Wohnung.

Variante 1: die Flaschenfalle

Die Flaschenfalle ist eine Reuse. Die Fliegen folgen dem Geruch durch den engen Flaschenhals nach unten, wollen danach aber zum Licht nach oben und an den Seiten hinaus – und finden die kleine Öffnung in der Mitte nicht wieder.

Sie brauchen: eine leere PET-Flasche (1 bis 1,5 Liter), ein scharfes Messer oder eine Schere, Klebeband und den Köder.

  1. Flasche teilen. Das obere Drittel der Flasche rundherum abschneiden. Den Deckel abschrauben.
  2. Köder einfüllen. Etwa drei Finger hoch lauwarmes Wasser in den unteren Teil geben, zwei Esslöffel Zucker darin auflösen, dazu einen Schuss Essig oder einen Rest Saft, Bier oder Wein und ein Stück überreifes Obst. Ein Tropfen Spülmittel nimmt dem Wasser die Oberflächenspannung.
  3. Trichter einsetzen. Das abgeschnittene Oberteil kopfüber in den unteren Teil stecken. Der Flaschenhals soll ein bis zwei Zentimeter über der Flüssigkeit enden, nicht eintauchen.
  4. Rand abkleben. Die Schnittkante ringsum mit Klebeband verschließen, damit an der Seite kein Spalt bleibt.
  5. Aufstellen und warten. An einen hellen, warmen Platz stellen, an dem die Fliegen ohnehin kreisen. Der Köder wirkt erst richtig, wenn er nach ein bis zwei Tagen zu gären beginnt.
  6. Wechseln. Nach etwa einer Woche, oder wenn die Falle unangenehm riecht, den Inhalt in die Toilette gießen und die Flasche entsorgen oder neu befüllen.

Der Essig hat einen Nebeneffekt: Er macht die Mischung für Bienen uninteressanter. Verlassen sollte man sich darauf nicht – dazu weiter unten mehr.

Variante 2: Klebestreifen aus Papier und Sirup

Der klassische Fliegenfänger lässt sich nachbauen. Ganz so zäh wie der Leim der gekauften Spiralen wird die Masse nicht, für die Küche reicht es aber, und sie enthält nur Zucker.

Sie brauchen: festes Papier (Packpapier, eine Papiertüte oder dünnen Karton), Schere, Faden, einen kleinen Topf, je etwa 50 ml Wasser, Zucker und Sirup oder Honig.

  1. Streifen schneiden. Das Papier in Streifen von etwa 4 × 25 cm schneiden, oben ein Loch stechen und einen Faden zum Aufhängen durchziehen.
  2. Masse kochen. Wasser, Zucker und Sirup im Topf unter Rühren erhitzen, bis sich der Zucker gelöst hat, dann einige Minuten leise köcheln lassen, bis die Flüssigkeit sichtbar eindickt. Vorsicht: Heißer Zuckersirup verursacht schwere Verbrennungen, Kinder gehören dabei nicht an den Herd.
  3. Streifen bestreichen. Die Masse etwas abkühlen lassen und mit einem Pinsel oder Löffelrücken beidseitig dünn auftragen oder die Streifen kurz hindurchziehen.
  4. Antrocknen lassen. Die Streifen über einem Backblech oder der Spüle aufhängen, bis nichts mehr tropft. Sie sollen klebrig bleiben, nicht hart werden.
  5. Aufhängen. Dorthin, wo Fliegen kreisen: unter die Lampe, in die Fensternische, in den Abstellraum. Nicht über Esstisch, Herd oder Arbeitsplatte, nicht in Kopfhöhe und nicht in Reichweite von Kindern, Katzen und langen Haaren.

Bei hoher Luftfeuchte zieht die Zuckermasse Wasser und beginnt zu tropfen, in trockener Heizungsluft härtet sie aus. Rechnen Sie mit einigen Tagen Haltbarkeit. Wer es dauerhafter und fängiger möchte, ist mit einem gekauften Fliegenfänger ehrlicherweise besser bedient.

Variante 3: die Köderschale mit Spülmittel

Die schnellste Falle ist eine flache Schale. Mischen Sie darin einige Esslöffel Fruchtsaft, Malzbier oder Zuckerwasser mit einem Schuss Essig und geben Sie zwei bis drei Tropfen Spülmittel dazu, ohne dass es schäumt. Die Fliegen landen zum Trinken auf der Flüssigkeit, das Spülmittel hat die Oberflächenspannung aufgehoben, und sie gehen unter.

Stellen Sie die Schale auf die Fensterbank oder die Arbeitsplatte, nicht neben offene Lebensmittel. Die Mischung wird alle zwei bis drei Tage erneuert, sonst wird sie selbst zur Brutstätte. Mehr Wirkung bekommt die Schale mit einem Deckel aus Frischhaltefolie, in den Sie einige bleistiftdicke Löcher stechen: Dann finden die Fliegen hinein, aber schlechter hinaus.

Die Schale fängt weniger als die Flasche, weil ein Teil der Fliegen nur am Rand sitzt und wieder abfliegt. Ihr Vorteil ist, dass sie sofort einsatzbereit ist und nebenbei Fruchtfliegen mitnimmt.

Welcher Köder zieht welche Fliege an?

  • Stubenfliegen: Süßes und Gärendes – Zuckerwasser, Sirup, überreifes Obst, Saft, Bier, ein Rest Milch.
  • Fruchtfliegen: Essig mit Saft, Wein, Bananenschale.
  • Schmeißfliegen: Fleisch, Fisch, Leberwurst. Solche Köder fangen die dicken Brummer sehr gut, stinken aber nach kurzer Zeit erbärmlich und können selbst zur Madenzucht werden. In der Wohnung sind sie keine gute Idee. Tauchen viele Schmeißfliegen auf, suchen Sie besser nach der Ursache.

Das oft empfohlene Rezept aus Milch, Zucker und gemahlenem Pfeffer funktioniert als gewöhnlicher Süßköder; dass der Pfeffer die Fliegen vergiftet, ist nicht belegt. Nelken in Zitronenhälften, Basilikum oder Lavendel fangen nichts – sie sollen vertreiben, und auch das gelingt bestenfalls in unmittelbarer Nähe.

Nur für drinnen: Wespen, Bienen und andere Beifänge

Stellen oder hängen Sie selbst gemachte Fliegenfallen nicht auf Balkon, Terrasse oder in den Garten. Süße Köder locken dort Wespen, Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an, die in der Flasche ertrinken; Wildbienen, Hummeln und Hornissen stehen unter besonderem Schutz. Am Kaffeetisch erreichen Sie damit außerdem das Gegenteil des Gewünschten, weil der Köder zusätzliche Tiere anzieht. Klebestreifen sind draußen tabu, weil auch Vögel und Fledermäuse daran hängen bleiben können. Was gegen Wespen am Tisch hilft und warum Fallen dort nichts taugen, lesen Sie unter Wespenfalle.

Wenn die Falle nichts fängt oder ständig voll ist

Fängt die Falle nichts, steht sie meist falsch oder der Köder ist zu frisch. Fliegen halten sich im Hellen und Warmen auf, am Fenster und unter der Lampe; in einer dunklen Ecke bleibt die beste Falle leer. Geben Sie der Flaschenfalle zwei Tage Zeit und räumen Sie konkurrierende Gerüche weg.

Ist die Falle dagegen jeden Tag aufs Neue voll, fangen Sie nicht zu wenig, sondern haben eine Quelle in der Nähe: einen Mülleimer, die Biotonne unter dem Fenster, Tierfutter, den Kompost. Dann lohnt es sich, dort anzusetzen und die Fenster mit Gittern zu sichern. Wie das geht, steht im Ratgeber Fliegen im Haus.

Häufige Fragen

Welche selbst gemachte Fliegenfalle ist die beste?

Für Stubenfliegen die Flaschenfalle, weil gefangene Tiere kaum wieder herausfinden und der Köder mit der Zeit stärker lockt. Wer sofort etwas braucht, nimmt die Köderschale; wer keinen Geruch möchte, die Klebestreifen.

Womit lockt man Fliegen am besten an?

Stubenfliegen mit süßen, gärenden Flüssigkeiten: Zuckerwasser mit überreifem Obst, Saft oder einem Rest Bier. Der Köder muss feucht bleiben und sollte nicht neben anderen starken Geruchsquellen stehen.

Hilft Essig gegen Fliegen?

Essig lockt vor allem Fruchtfliegen. Stubenfliegen reagieren stärker auf Süßes; ein Schuss Essig im Zuckerwasser schadet aber nicht und hält Bienen eher fern. Als Mittel zum Vertreiben, etwa in offenen Schälchen, taugt Essig nicht.

Sind selbst gemachte Fliegenfallen für Haustiere gefährlich?

Die Zutaten sind ungiftig. Katzen und Hunde sollten trotzdem nicht aus Flasche oder Schale trinken, und an Klebestreifen bleiben Fell und Federn hängen. Stellen Sie die Fallen so auf, dass Tiere nicht herankommen. Kleberreste im Fell lassen sich mit etwas Speiseöl lösen.

Wie oft muss ich die Falle erneuern?

Die Köderschale alle zwei bis drei Tage, die Flaschenfalle etwa wöchentlich, die Klebestreifen, sobald sie voll, verstaubt oder ausgehärtet sind. Im Hochsommer lieber früher, damit der Köder nicht selbst zur Brutstätte wird.