Quecksilberthermometer entsorgen – und was tun, wenn es zerbricht?

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Ein intaktes Quecksilberthermometer geben Sie beim Schadstoffmobil oder an der Schadstoffannahme des Wertstoffhofs ab, in der Regel kostenlos. In den Hausmüll gehört es nicht, denn Quecksilber ist giftig und verdunstet schon bei Zimmertemperatur. Zerbricht ein Thermometer, bleiben Sie ruhig, lüften gut, saugen auf keinen Fall mit dem Staubsauger und sammeln die Kügelchen mit Pappe und Klebeband in ein dicht schließendes Glas.
Wohin gehört ein Quecksilberthermometer?
| Thermometer | Richtiger Weg |
| Quecksilberthermometer, intakt | Schadstoffmobil oder Schadstoffannahme am Wertstoffhof; manche Apotheken nehmen es freiwillig an |
| Quecksilberthermometer, zerbrochen | Reste im dicht verschlossenen Glas zur Schadstoffsammlung |
| Thermometer mit roter oder blauer Flüssigkeit (Alkohol) | Restmüll |
| Silbrig, aber als quecksilberfrei gekennzeichnet (Galinstan) | Restmüll |
| Digitales Fieberthermometer | Elektrokleingerät; Knopfzelle entnehmen und in die Batteriebox |
Wo genau Ihr Schadstoffmobil hält und wann, steht im Abfallkalender oder in der Abfall-App Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises. Die Regeln sind kommunal unterschiedlich, der Weg über die Schadstoffsammlung gilt aber überall in Deutschland. Hier steht der Regelfall; im Zweifel entscheidet die örtliche Abfallberatung.
Ist es wirklich Quecksilber?
Fieberthermometer mit Quecksilber dürfen in der EU seit 2009 nicht mehr an Privatleute verkauft werden. Wer noch eines hat, besitzt also ein älteres Gerät, oft aus der Hausapotheke der Eltern. Quecksilber erkennen Sie an der silbrig glänzenden, spiegelnden Säule. Rote oder blaue Flüssigkeit ist gefärbter Alkohol und harmlos. Seit dem Verbot gibt es auch silbrige Thermometer mit Galinstan, einer ungiftigen Metalllegierung; sie sind meist als „quecksilberfrei“ gekennzeichnet. Ist nichts vermerkt und das Thermometer älter, behandeln Sie es vorsichtshalber als Quecksilberthermometer.
Auch außerhalb der Hausapotheke steckt Quecksilber in älteren Geräten: in Raum- und Badethermometern, Barometern, alten Blutdruckmessgeräten mit Quecksilbersäule, Quecksilberschaltern in alten Thermostaten und Heizungsreglern und in Energiesparlampen. Alle diese Dinge gehören zur Schadstoffsammlung bzw. in die Rücknahme für Lampen; Barometer und Blutdruckmessgeräte enthalten deutlich mehr Quecksilber als ein Fieberthermometer und sollten besonders vorsichtig transportiert werden. Zu den Lampen steht mehr unter Energiesparlampen entsorgen.
Ein intaktes Thermometer abgeben
- In die Schutzhülle stecken. Die meisten Fieberthermometer haben eine Kunststoffhülse. Fehlt sie, wickeln Sie das Thermometer in Küchenpapier.
- In ein bruchsicheres Gefäß legen. Ein Schraubglas oder eine feste Dose schützt auf dem Weg vor Bruch.
- Beschriften. „Quecksilber“ auf den Deckel schreiben, damit die Annahmestelle sofort Bescheid weiß.
- Zur Schadstoffsammlung bringen. Beim Schadstoffmobil oder an der Schadstoffannahme des Wertstoffhofs abgeben. Für private Haushalte kostet das in üblicher Menge in der Regel nichts.
Einige Apotheken nehmen alte Quecksilberthermometer an, oft verbunden mit einem Rabatt auf ein digitales Gerät. Das ist freiwillig, nicht jede Apotheke macht mit. Rufen Sie vorher an. Wie das Schadstoffmobil funktioniert, erklärt die Seite Schadstoffmobil.
Wenn das Thermometer zerbrochen ist
Ein Fieberthermometer enthält rund ein Gramm Quecksilber. Das ist wenig, aber genug, um sorgfältig zu sein. Gefährlich ist vor allem der Dampf: Quecksilber verdunstet langsam bei Raumtemperatur, schneller bei Wärme und wenn es fein verteilt ist. Deshalb geht es beim Aufräumen darum, die Tröpfchen zusammenzuhalten und den Raum zu lüften.
- Kinder und Haustiere aus dem Raum. Sie sollten nicht durch die Scherben laufen und nichts in den Mund stecken.
- Lüften, Heizung herunterdrehen. Fenster weit öffnen, die Tür zum Rest der Wohnung schließen. Kälte bremst das Verdunsten.
- Schmuck ablegen, Handschuhe anziehen. Quecksilber verbindet sich mit Gold und Silber. Einmalhandschuhe schützen die Haut und die Scherben die Finger.
- Niemals staubsaugen. Der Staubsauger zerstäubt das Quecksilber in feinste Tröpfchen, erwärmt es und bläst Dampf in die Raumluft. Das Gerät ist danach selbst verunreinigt. Auch Besen und Handfeger verteilen die Kügelchen eher.
- Kügelchen mit Pappe zusammenschieben. Mit zwei Stücken fester Pappe oder Karteikarten die Tröpfchen zu größeren Kugeln zusammenschieben und auf die Pappe rollen lassen. Eine Taschenlampe, flach über den Boden gehalten, lässt auch kleine Kügelchen aufblitzen.
- Reste mit Klebeband aufnehmen. Winzige Tröpfchen und Glassplitter mit breitem Klebeband abtupfen. Eine Einwegspritze ohne Nadel oder eine Pipette kann Tropfen aus Ritzen ansaugen.
- Alles in ein dicht schließendes Glas. Quecksilber, Scherben, Pappe, Klebeband und Handschuhe kommen in ein Schraubglas mit gut schließendem Deckel. Beschriften und bis zur Abgabe kühl, außer Reichweite von Kindern und am besten nicht in Wohnräumen lagern.
- Weiter lüften. Lüften Sie den Raum in den folgenden Tagen häufig und gründlich.
- Zum Schadstoffmobil. Das Glas geben Sie bei der nächsten Schadstoffsammlung ab.
Ist Quecksilber auf einen Teppich, in Polster oder tiefe Fugen gelangt, lässt es sich oft nicht vollständig entfernen. Bei einem Teppich kann es sinnvoll sein, das betroffene Stück herauszuschneiden und mitzuentsorgen. Kleidung oder Stoffe, die direkt mit Quecksilber in Berührung gekommen sind, waschen Sie nicht in der Waschmaschine, sondern geben sie ebenfalls verpackt zur Schadstoffsammlung. Ist ein größeres Gerät wie ein Barometer zerbrochen oder ist Quecksilber auf eine heiße Fläche wie einen Heizkörper gelangt, holen Sie sich Rat bei der Abfallberatung oder dem Giftnotruf Ihres Bundeslandes.
Typische Fehler
- Staubsauger benutzen. Das ist der häufigste und folgenreichste Fehler.
- Quecksilber in den Ausguss oder die Toilette spülen. Es sammelt sich im Siphon und gelangt ins Abwasser.
- Das Glas mit den Resten in den Hausmüll werfen. Auch aufgesammelt bleibt Quecksilber ein Schadstoff.
- Mit bloßen Händen aufsammeln. Kurzer Hautkontakt mit metallischem Quecksilber ist zwar wenig gefährlich, die Glassplitter sind es schon.
Andere Stoffe, die zum Schadstoffmobil gehören, und wie Sie sie sortieren, finden Sie unter Müll trennen; wer ohnehin die Hausapotheke aufräumt, findet den Weg für abgelaufene Arzneimittel unter Medikamente entsorgen.
Häufige Fragen
Kann ich ein Quecksilberthermometer in der Apotheke abgeben?
Manche Apotheken nehmen alte Quecksilberthermometer an, eine Pflicht dazu gibt es aber nicht. Rufen Sie vorher an. Sicher ist der Weg über das Schadstoffmobil oder die Schadstoffannahme am Wertstoffhof.
Was kostet die Entsorgung von Quecksilber?
Für private Haushalte ist die Abgabe beim Schadstoffmobil oder am Wertstoffhof in haushaltsüblicher Menge in der Regel kostenlos. Ein Fieberthermometer fällt ganz sicher darunter.
Was passiert, wenn man Quecksilber aus einem Thermometer verschluckt?
Metallisches Quecksilber wird über den Magen-Darm-Trakt nur in sehr geringem Maß aufgenommen. Gefährlicher sind die Glassplitter. Hat ein Kind auf ein Thermometer gebissen oder etwas verschluckt, rufen Sie den Giftnotruf Ihres Bundeslandes an und folgen Sie dessen Anweisungen. Hausmittel, die Quecksilber „aus dem Körper holen“ sollen, gibt es nicht; eine Behandlung legt allein der Arzt fest.
Ist ein zerbrochenes Fieberthermometer gefährlich?
Bei sorgfältiger Beseitigung und gutem Lüften ist die Belastung durch ein einzelnes Fieberthermometer gering. Riskant wird es, wenn das Quecksilber mit dem Staubsauger verteilt wird, lange unbemerkt in einem warmen, schlecht gelüfteten Raum liegt oder Kinder damit in Berührung kommen.
Wie ist es in Österreich oder der Schweiz?
Auch dort ist Quecksilber ein gefährlicher Abfall, der nicht in den Hausmüll gehört. Im Übrigen gelten in Österreich und der Schweiz eigene Regeln – fragen Sie Ihre Gemeinde, sie nennt die nächste Annahmestelle.



