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Zimmerpflanzen im Urlaub bewässern

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Kaktus im Tontopf neben einer orangefarbenen Gießkanne
Kakteen und Sukkulenten überstehen mehrere Wochen Urlaub ohne Wasser
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie lange halten Pflanzen ohne Wasser?
  2. Die Vorbereitung vor der Abreise
  3. Die Badewannen-Methode
  4. Dochtbewässerung
  5. Tonkegel, Flaschenaufsätze und Bewässerungskugeln
  6. Selbstbewässernde Töpfe
  7. Die einfachste Lösung: Nachbarn
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Zimmerpflanzen überstehen den Urlaub am besten, wenn Sie sie vorher gründlich gießen, eng zusammen und aus der prallen Sonne stellen und für längere Abwesenheit ein einfaches Bewässerungssystem nutzen. Eine Woche schaffen die meisten Pflanzen ohne Hilfe. Für zwei bis drei Wochen eignen sich Dochtbewässerung, Tonkegel mit Wasservorrat oder die Badewanne mit einem nassen Handtuch. Probieren Sie jedes System vor der Abreise aus, denn ein Aufsatz, der in zwei Tagen leerläuft, hilft Ihnen am zehnten Tag nicht.

Wie lange halten Pflanzen ohne Wasser?

Das hängt von Pflanze, Topfgröße, Erde und Standort ab. Als grobe Orientierung:

Pflanzenohne Hilfe, gut angegossenzu beachten
Kakteen, Sukkulenten, Bogenhanfmehrere Wochenvor der Abreise nur normal gießen, nicht mehr
Grünpflanzen wie Monstera, Efeutute, Gummibaumetwa eine Wochevom Fenster wegrücken, zusammenstellen
Blühende Pflanzen, Farne, kleine Töpfewenige Tagebrauchen fast immer ein Hilfsmittel
Kräuter auf der Fensterbankwenige Tageverdunsten viel, schattiger stellen
Pflanzen in Hydrokulturoft zwei bis drei WochenWasserstand bis zur Maximalmarke auffüllen

Kleine Töpfe trocknen schneller aus als große, Tontöpfe schneller als Kunststoff, sonnige Südfenster schneller als ein Nordzimmer. Im Sommer verbrauchen Pflanzen deutlich mehr Wasser als im Winter.

Die Vorbereitung vor der Abreise

  1. Gründlich gießen. Zwei Tage vor der Abreise und noch einmal am letzten Tag durchdringend gießen, sodass der ganze Ballen feucht ist. Überschüssiges Wasser nach einer Viertelstunde aus dem Übertopf kippen.
  2. Aus der Sonne nehmen. Pflanzen einen bis zwei Meter vom Fenster wegrücken oder die Jalousie halb schließen. Weniger Licht heißt weniger Verdunstung. Dunkel sollen sie aber nicht stehen.
  3. Zusammenstellen. Viele Pflanzen dicht beieinander halten die Luft feuchter als einzeln verteilte Töpfe.
  4. Kühl halten. Heizung herunterdrehen, im Sommer tagsüber verschatten.
  5. Aufräumen. Welke Blätter und Blüten abschneiden, Schädlinge vorher entdecken, denn im Urlaub vermehren sie sich ungestört. Hinweise zu Befall gibt der Beitrag Schädlinge an Zimmerpflanzen.
  6. Mulchen. Eine Schicht Blähton, Kies oder feuchtes Moos auf der Erde verringert die Verdunstung.

Was sonst in der Wohnung vor der Reise zu erledigen ist, steht in der Checkliste Wohnung vor dem Urlaub vorbereiten.

Die Badewannen-Methode

Für viele Pflanzen auf einmal ist die Badewanne eine gute Lösung, vorausgesetzt, das Bad hat ein Fenster. Legen Sie ein oder zwei alte Handtücher in die Wanne, gießen Sie so viel Wasser ein, dass die Tücher gut nass sind und nur etwa 1–2 cm Wasser stehen, und stellen Sie die Töpfe ohne Übertopf darauf. Die Pflanzen ziehen sich über die Abzugslöcher das Wasser, das sie brauchen.

Nur Töpfe mit Abzugsloch und nie in tiefes Wasser. Steht ein Topf wochenlang in mehreren Zentimetern Wasser, faulen die Wurzeln. Das bringt mehr Pflanzen um als ein trockener Urlaub. Kakteen, Sukkulenten und Orchideen gehören gar nicht in die Wanne. Den Stöpsel dicht schließen, damit das Wasser nicht nach einem Tag abgelaufen ist, und ein Bad ohne Fenster meiden: Wochen im Dunkeln verkraften die wenigsten Pflanzen.

Eine Variante für wenige Töpfe ist die Spüle oder eine große Wanne mit Blähton, der zur Hälfte im Wasser steht.

Dochtbewässerung

Bei der Dochtbewässerung steht ein Wassergefäß höher als der Topf oder daneben. Ein saugfähiger Docht, etwa eine Baumwollschnur, ein Streifen Baumwollstoff oder ein gekaufter Bewässerungsdocht, führt vom Gefäß in die Erde. Das Wasser wandert durch die Kapillarwirkung zur Pflanze, und zwar umso mehr, je trockener die Erde ist.

So geht es: Den Docht vorher gut anfeuchten, ein Ende etwa 3–5 cm tief in die Erde stecken, das andere bis auf den Boden des Wassergefäßes. Das Gefäß sollte etwa auf Höhe der Erde oder etwas höher stehen. Mehrere Pflanzen können an einem großen Eimer hängen. Kunstfaserschnüre saugen schlecht, nehmen Sie Baumwolle.

Tonkegel, Flaschenaufsätze und Bewässerungskugeln

  • Tonkegel: Ein Kegel aus unglasiertem Ton wird in die Erde gesteckt und über einen Schlauch mit einem Vorratsgefäß verbunden. Trocknet die Erde, zieht sie Wasser durch den porösen Ton nach. Das System arbeitet recht gleichmäßig und eignet sich für zwei bis drei Wochen, je nach Größe des Vorrats.
  • Flaschenaufsätze: Eine mit Wasser gefüllte Kunststoffflasche wird kopfüber in einen Ton- oder Kunststoffaufsatz gesteckt, der in der Erde sitzt. Einfach, aber der Vorrat reicht meist nur wenige Tage bis etwa eine Woche.
  • Bewässerungskugeln aus Glas funktionieren ähnlich. Sie sehen hübsch aus, fassen aber wenig Wasser und reichen bei großen Pflanzen oft nur einige Tage.

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Bei allen Aufsätzen gilt: Die Erde muss vorher feucht sein, sonst läuft der Vorrat in Minuten in den trockenen Ballen. Und testen Sie, wie schnell sich die Flasche leert. Manche Aufsätze tropfen in lockerer Erde fast ungebremst.

Selbstbewässernde Töpfe

Töpfe mit Wasserspeicher im Boden und Wasserstandsanzeiger sind für Vielreisende eine dauerhafte Lösung. Die Pflanze zieht sich über Erde oder Docht Wasser aus dem Reservoir, der Vorrat reicht je nach Topf und Pflanze ein bis mehrere Wochen. Wer umtopfen will, sollte das nicht erst kurz vor dem Urlaub tun, denn frisch umgetopfte Pflanzen brauchen Aufmerksamkeit.

Die einfachste Lösung: Nachbarn

Für drei Wochen im Hochsommer oder für empfindliche Pflanzen bleibt der Nachbar die sicherste Methode. Stellen Sie die Pflanzen gut erreichbar zusammen, legen Sie einen Zettel mit den Regeln daneben („Kakteen gar nicht, Farne jeden dritten Tag“) und zeigen Sie, wo die Gießkanne steht. Eine häufige Ursache für Probleme ist übrigens der gut gemeinte Übereifer: Lieber einmal zu wenig als in jeden Übertopf einen Liter. Zu nasse Erde lockt außerdem Trauermücken an.

Typische Fehler

  • Vor der Abreise ertränken. Einmal gründlich gießen reicht, danach muss das Wasser ablaufen können.
  • Südfenster, volle Sonne. Hier trocknet jede Pflanze in wenigen Tagen aus.
  • Kakteen in die Badewanne. Sie faulen, statt zu trocknen.
  • System nicht getestet. Ein Flaschenaufsatz, der am ersten Tag leerläuft, bewässert nichts.
  • Pflanzen ins dunkle Bad. Ohne Fenster leiden sie nach einer Woche sichtbar.

Häufige Fragen

Wie lange halten Zimmerpflanzen ohne Gießen durch?

Gut angegossene Grünpflanzen in mittleren Töpfen meist etwa eine Woche, kühl und nicht in praller Sonne auch etwas länger. Kakteen und Sukkulenten schaffen mehrere Wochen, kleine Töpfe und Blühpflanzen oft nur wenige Tage.

Funktioniert die Handtuch-Methode in der Badewanne wirklich?

Ja, wenn das Bad ein Fenster hat, die Töpfe Abzugslöcher haben und nur wenig Wasser in der Wanne steht. Zu viel Wasser führt zu fauligen Wurzeln.

Wie mache ich eine Dochtbewässerung selbst?

Mit einer Baumwollschnur, einem Glas oder Eimer Wasser und etwas Geduld beim Ausprobieren: Docht anfeuchten, ein Ende in die Erde, das andere ins Wasser, das Gefäß etwa auf Erdhöhe oder etwas höher stellen.

Was mache ich mit Orchideen im Urlaub?

Vor der Abreise wie gewohnt tauchen, gut abtropfen lassen und hell, aber nicht sonnig stellen. Die meisten Orchideen überstehen zwei Wochen ohne Wasser besser als zwei Wochen im nassen Handtuch.