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Schädlinge an Zimmerpflanzen: Spinnmilben, Wollläuse und Co.

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Grüne Zimmerpflanze in einem weißen Übertopf vor heller Wand
Befallene Pflanzen sofort von den anderen trennen, damit sich Schädlinge nicht ausbreiten
Inhalt9 Abschnitte
  1. Die häufigsten Schädlinge auf einen Blick
  2. Das Wichtigste zuerst: isolieren und abduschen
  3. Spinnmilben
  4. Wollläuse und Schmierläuse
  5. Schildläuse
  6. Blattläuse und Thripse
  7. Nützlinge und Pflanzenschutzmittel
  8. Vorbeugen
  9. Häufige Fragen

Schädlinge an Zimmerpflanzen bekämpfen Sie am erfolgreichsten, wenn Sie früh hinsehen: Die befallene Pflanze kommt sofort weg von den anderen, dann wird sie abgeduscht, befallene Stellen abgetupft oder abgeschnitten und bei hartnäckigem Befall mit Nützlingen oder einem für Zimmerpflanzen zugelassenen Mittel behandelt. Welcher Weg der richtige ist, hängt vom Schädling ab. Deshalb steht das Erkennen am Anfang.

Die häufigsten Schädlinge auf einen Blick

SchädlingWoran Sie ihn erkennenErste Maßnahme
Spinnmilbenhelle Sprenkel auf den Blättern, feine Gespinste zwischen Blatt und Stielabduschen, Luftfeuchte erhöhen
Woll- und Schmierläuseweiße, wattige Bäuschchen in Blattachseln, klebrige Blätterabtupfen, Pflanze isolieren
Schildläusebraune, gewölbte Schildchen an Stielen und Blattunterseiten, Honigtauabstreifen, abwischen
Blattläusegrüne oder schwarze Läuse an Triebspitzen und Knospenabduschen, abstreifen
Thripsesilbrig glänzende Flecken mit schwarzen Kotpünktchenabduschen, Blautafeln
Trauermückenkleine schwarze Mücken über der Erde, Larven in der ErdeErde abtrocknen lassen, Gelbtafeln

Viele dieser Tiere hinterlassen Honigtau, einen klebrigen Belag auf Blättern und Fensterbank, auf dem sich später schwarzer Rußtau bildet. Klebrige Blätter sind deshalb oft das erste Zeichen, noch bevor man die Tiere selbst sieht.

Das Wichtigste zuerst: isolieren und abduschen

  1. Pflanze trennen. Die befallene Pflanze in einen anderen Raum oder zumindest weit weg von den übrigen stellen. Nachbarpflanzen genau ansehen.
  2. Abduschen. Die Erde mit einer Plastiktüte abdecken, die Pflanze kopfüber oder schräg halten und mit lauwarmem Wasser kräftig abbrausen, auch die Blattunterseiten. Das spült Blattläuse, Spinnmilben und Thripse zu einem großen Teil ab.
  3. Stark befallene Teile abschneiden. Einzelne Triebe voller Läuse oder Gespinste weg, in einem geschlossenen Beutel in den Restmüll.
  4. Übertopf und Fensterbank reinigen. Dort sitzen Tiere und Eier.
  5. Wiederholen. Einmal reicht fast nie. Im Abstand von einigen Tagen kontrollieren und nachbehandeln, über mehrere Wochen.

Spinnmilben

Spinnmilben sind winzig, mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Man sieht ihre Spuren: fein hell gesprenkelte Blätter, die später grau oder gelb werden, und bei starkem Befall feine Gespinste an Blattachseln und Triebspitzen. Sie vermehren sich besonders in warmer, trockener Heizungsluft, weshalb sie im Winter so häufig sind.

Die erste Maßnahme ist deshalb, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen: regelmäßig abduschen, die Pflanze nicht direkt über die Heizung stellen, Wasserschalen oder einen Luftbefeuchter aufstellen. Wer einen Befeuchter nutzt, sollte ihn sauber halten, siehe Luftbefeuchter reinigen. Kleine Pflanzen können Sie nach dem Abduschen für einige Tage mit einer durchsichtigen Plastiktüte überziehen; die feuchte Luft darunter setzt den Milben zu. Tüte zwischendurch lüften, damit nichts schimmelt. Bei hartnäckigem Befall helfen Raubmilben als Nützlinge oder zugelassene Mittel auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife.

Wollläuse und Schmierläuse

Die weißen Wattebäuschchen in den Blattachseln und an den Wurzeln sind Wachsausscheidungen, unter denen die Läuse und ihre Eier sitzen. Sie saugen Pflanzensaft und sind hartnäckig, weil die Wachsschicht Wasser abweist.

Einzelne Nester tupfen Sie mit einem Wattestäbchen ab, das Sie in verdünnten Spiritus getaucht haben. Das löst die Wachsschicht. Testen Sie das vorher an einem einzelnen Blatt und warten Sie einen Tag: Manche Pflanzen mit weichen oder behaarten Blättern bekommen Flecken. Befallene Pflanzen genau ansehen, auch am Topfrand und an den Wurzeln, notfalls umtopfen. Bei starkem Befall gibt es als Nützlinge Florfliegenlarven und den Australischen Marienkäfer, außerdem zugelassene Präparate zum Sprühen oder als Stäbchen für die Erde.

Schildläuse

Schildläuse sitzen unter einem harten, braunen Schild fest an Stielen und Blattadern. Man hält sie leicht für einen Teil der Pflanze, bis man einen mit dem Fingernagel abschiebt. Einzelne Tiere streifen Sie mit einem weichen Tuch, einer alten Zahnbürste oder einem Wattestäbchen ab, danach die Blätter feucht abwischen. Weil Eier und Jungtiere übersehen werden, ist Kontrolle über Wochen nötig. Gegen Schildläuse gibt es zugelassene Mittel auf Ölbasis, die die Tiere unter einem dünnen Film ersticken.

Blattläuse und Thripse

Blattläuse sitzen gern an jungen Trieben und Knospen. Abduschen und Abstreifen reichen bei Zimmerpflanzen meist aus. Sind es viele, helfen zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl, im Wintergarten auch Florfliegenlarven.

Thripse sind schlanke, sehr kleine Insekten. Sie hinterlassen silbrige, glänzende Flecken mit schwarzen Pünktchen auf den Blättern. Blaue Klebetafeln fangen die erwachsenen Tiere und zeigen den Befall an. Abduschen, Blätter abwischen und bei Bedarf Raubmilben helfen. Gegen Mücken über der Erde lesen Sie Trauermücken loswerden.

Nützlinge und Pflanzenschutzmittel

Nützlinge wie Raubmilben, Florfliegenlarven oder Schlupfwespen werden über Gartenfachhandel und Versender bestellt und lebend geliefert. Sie wirken gezielt und sind für Menschen und Haustiere unbedenklich, brauchen aber passende Temperatur und Luftfeuchte und etwas Geduld. In einer Wohnung mit vielen Pflanzen oder im Wintergarten lohnen sie sich besonders.

Pflanzenschutzmittel dürfen in Deutschland nur angewendet werden, wenn sie für den jeweiligen Zweck zugelassen sind. Kaufen Sie Mittel, die ausdrücklich für Zierpflanzen im Haus und für den Haus- und Kleingartenbereich zugelassen sind, und halten Sie sich genau an die Gebrauchsanweisung. Bei Kräutern und Gemüse auf der Fensterbank nur Mittel verwenden, die auch dafür zugelassen sind, und die Wartezeit bis zur Ernte beachten.

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Giftige Hausmittel gehören nicht in die Wohnung. Tabak- oder Zigarettensud enthält Nikotin, ein starkes Gift, das auch Menschen und Haustieren schadet. Selbst gemischte Brühen aus Spülmittel, Essig oder Öl können Blätter verbrennen und sind in ihrer Wirkung unsicher. Wer mischt, weiß nicht, was er dosiert.

Vorbeugen

  • Neue Pflanzen vor dem Aufstellen genau ansehen und zwei Wochen getrennt stellen.
  • Nicht über der Heizung platzieren, im Winter für ausreichend Luftfeuchte sorgen.
  • Blätter regelmäßig abstauben oder abduschen; Staub schwächt die Pflanze.
  • Nicht zu viel düngen: Weiche, schnell gewachsene Triebe ziehen Läuse an.
  • Im Urlaub nicht zu nass halten, Hinweise dazu in Pflanzen gießen im Urlaub.

Weitere Ratgeber zu Plagegeistern stehen in der Rubrik Ungeziefer und Schädlinge.

Häufige Fragen

Was sind die weißen Flocken an meiner Zimmerpflanze?

Meist Woll- oder Schmierläuse. Unter den wattigen Bäuschchen sitzen die Läuse und ihre Eier. Die Pflanze isolieren und die Nester mit einem Wattestäbchen abtupfen.

Warum sind die Blätter meiner Pflanze klebrig?

Klebrige Blätter sind Honigtau, eine Ausscheidung saugender Schädlinge wie Schild-, Woll- oder Blattläuse. Suchen Sie Blattunterseiten und Stiele ab.

Wie werde ich Spinnmilben dauerhaft los?

Mit regelmäßigem Abduschen, höherer Luftfeuchtigkeit und einem Standort weg von der Heizung. Bei starkem Befall helfen Raubmilben oder zugelassene Mittel, jeweils über mehrere Wochen.

Muss ich eine befallene Pflanze wegwerfen?

Selten. Die meisten Pflanzen erholen sich, wenn man früh eingreift. Ist eine kleine, stark befallene Pflanze kaum noch zu retten und bedroht sie andere, ist der Restmüll allerdings manchmal die vernünftigste Lösung.