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Notvorrat anlegen: was in jeden Haushalt gehört

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Viele verschlossene Konservendosen mit Aufreißlasche in Reihen
Konserven halten lange und eignen sich gut für einen Vorrat für zehn Tage
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum zehn Tage?
  2. Getränke: 2 Liter pro Person und Tag
  3. Lebensmittel: was sich eignet
  4. Das rollierende System: Vorrat im Alltag verbrauchen
  5. Kochen ohne Strom
  6. Hygiene und Hausapotheke
  7. Licht, Radio, Strom und Dokumente
  8. Haustiere nicht vergessen
  9. Die Checkliste des BBK
  10. Häufige Fragen

Ein Notvorrat soll einen Haushalt über eine Zeit tragen, in der Einkaufen nicht möglich ist, etwa bei einem längeren Stromausfall, einem Unwetter oder einer Krankheit in der Familie. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt einen Vorrat für zehn Tage: rund 20 Liter Getränke pro Person, dazu haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel, eine kleine Hausapotheke, Licht, ein Radio und wichtige Dokumente griffbereit. Das klingt nach viel, ist aber mit ein paar Einkäufen über einige Wochen verteilt schnell erledigt.

Warum zehn Tage?

Die meisten Störungen dauern Stunden, nicht Tage. Trotzdem kommt es vor, dass Strom, Wasser oder die Versorgung in einer Region länger ausfallen, etwa nach Hochwasser oder schweren Stürmen. Die Rettungskräfte kümmern sich dann zuerst um diejenigen, die am dringendsten Hilfe brauchen. Wer sich selbst eine Weile versorgen kann, entlastet sie und muss nicht in eine Lage geraten, in der er auf Hilfe angewiesen ist. Zehn Tage sind eine Größe, die sich in einer normalen Wohnung unterbringen lässt, ohne dass der Keller zum Lager wird. Wer weniger Platz hat, fängt mit drei bis fünf Tagen an und baut aus. Jeder Tag Vorrat ist besser als keiner.

Getränke: 2 Liter pro Person und Tag

Wasser ist das Wichtigste im Vorrat. Das BBK rechnet mit 2 Litern pro Person und Tag, davon rund 1,5 Liter zum Trinken und 0,5 Liter zum Kochen. Für zehn Tage ergibt das 20 Liter pro Person, für einen Haushalt mit vier Personen also 80 Liter. Das sind etwa sieben Kästen Mineralwasser mit zwölf 1-Liter-Flaschen, verteilt auf einige Einkäufe.

Mineralwasser in Flaschen hält lange und lässt sich gut stapeln. Säfte mit langer Haltbarkeit dürfen einen Teil ersetzen. Zum Waschen und für die Toilettenspülung braucht es zusätzlich Wasser; wenn sich ein Ausfall ankündigt, füllen Sie Badewanne, Eimer und größere Töpfe mit Leitungswasser. Das ist kein Trinkwasservorrat, aber es hilft bei Hygiene und Spülung.

Lebensmittel: was sich eignet

Gut sind Lebensmittel, die ohne Kühlung lange halten und sich auch kalt oder mit wenig Energie zubereiten lassen. Das BBK hat dafür eine Einkaufsliste für zehn Tage und eine erwachsene Person zusammengestellt, die rund 2.200 Kilokalorien am Tag liefert. Die Mengen sind Richtwerte:

Getränke20 Liter, vor allem Mineralwasser
Getreide, Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reisrund 3,5 kg, etwa Knäckebrot, Zwieback, Haferflocken
Gemüse und Hülsenfrüchterund 4 kg, meist als Konserven oder im Glas
Obst und Nüsserund 2,5 kg, als Konserven, Trockenobst oder Nüsse
Milch und Milchprodukterund 2,6 kg, etwa H-Milch und Hartkäse
Fisch, Fleisch, Eierrund 1,5 kg, als Konserven oder Trockenei
Fette und Ölerund 350 g
Sonstiges nach GeschmackZucker, Honig, Salz, Brühe, Fertiggerichte, Schokolade, Kaffee, Tee

Kaufen Sie, was in Ihrem Haushalt auch sonst gegessen wird. Ein Vorrat aus Dosen, die niemand mag, wird nie verbraucht und verdirbt irgendwann. Denken Sie an besondere Bedürfnisse: Babynahrung, glutenfreie Produkte, Diätkost oder Futter für Haustiere. Mehr zur Haltbarkeit und warum Lebensmittel oft länger gut sind als das aufgedruckte Datum, steht unter Mindesthaltbarkeitsdatum.

Das rollierende System: Vorrat im Alltag verbrauchen

Ein Notvorrat ist kein Kellerregal, das man einmal füllt und dann vergisst. Am besten funktioniert er als erweiterter Alltagsvorrat: Sie kaufen einfach etwas mehr von dem, was Sie ohnehin verwenden, und essen die Bestände im normalen Alltag auf.

  1. Bestand festlegen. Überlegen Sie, wie viel Sie von jeder Sorte dauerhaft im Haus haben wollen, etwa sechs Dosen Tomaten und vier Packungen Nudeln.
  2. Neues nach hinten. Frisch gekaufte Packungen kommen hinter die vorhandenen, verbraucht wird von vorn.
  3. Nachkaufen, sobald etwas genommen wurde. Der Bestand sinkt nie unter die festgelegte Menge.
  4. Zweimal im Jahr durchsehen. Etwa bei der Zeitumstellung: Datum prüfen, Beschädigtes aussortieren, Batterien testen.

Lagern Sie den Vorrat kühl, trocken und dunkel. Ein trockener Keller oder eine Abstellkammer eignet sich gut, ein feuchter Keller dagegen nicht, weil Verpackungen und Dosen leiden. Offene Packungen mit Mehl, Reis oder Nüssen kommen in dicht schließende Dosen, das schützt auch vor Schädlingen, siehe Lebensmittelmotten.

Kochen ohne Strom

Viele Vorräte lassen sich kalt essen. Für warme Mahlzeiten oder Tee eignen sich ein Campingkocher mit Kartusche oder ein Spirituskocher, allerdings nur mit Vorsicht.

Holzkohlegrill, Gasgrill und Heizpilz gehören nie in geschlossene Räume, auch nicht in Garage, Keller oder auf einen verglasten Balkon. Beim Verbrennen entsteht Kohlenmonoxid, ein Gas, das man weder riecht noch sieht und das schon in kleinen Mengen tödlich sein kann. Kochen Sie mit einem Campingkocher möglichst im Freien. Ist das nicht möglich, dann nur, wenn der Hersteller den Betrieb in Innenräumen erlaubt, nur kurz, bei weit geöffnetem Fenster und nie unbeaufsichtigt. Ein Kohlenmonoxidmelder ist eine sinnvolle Ergänzung für jeden, der mit Brennstoffen hantiert.

Für den Kocher gehören genug Kartuschen oder Brennstoff und Streichhölzer oder ein Feuerzeug in den Vorrat. Kerzen spenden Licht, sind aber eine Brandgefahr; eine Taschenlampe ist die sicherere Wahl.

Hygiene und Hausapotheke

Wenn das Wasser knapp ist, wird Hygiene schnell zum Thema. In den Vorrat gehören Seife, Zahnpasta, Toilettenpapier, Müllbeutel, Einmalhandschuhe, feuchte Tücher und Haushaltstücher, bei Bedarf Windeln und Damenhygiene. Ein Desinfektionsmittel für die Hände ist nützlich, wenn kein fließendes Wasser da ist.

Die Hausapotheke enthält Verbandszeug, Pflaster, ein Fieberthermometer, Mittel gegen Schmerzen und Fieber, gegen Durchfall und Erkältung sowie Ihre persönlich verordneten Medikamente. Wer dauerhaft Medikamente nimmt, sollte mit dem Arzt oder der Apotheke besprechen, wie ein kleiner Vorrat für zwei Wochen möglich ist.

Licht, Radio, Strom und Dokumente

Bei einem Stromausfall fallen Licht, Internet und oft auch das Mobilfunknetz aus. Für diesen Fall gehören in den Vorrat:

  • Taschenlampe oder Stirnlampe mit Ersatzbatterien, gern ein Modell mit Kurbel oder Solarzelle.
  • Radio mit Batterie, Kurbel oder Solarzelle, damit Sie Durchsagen der Behörden hören. Ein Kurbelradio vereint oft Radio, Lampe und Ladebuchse.
  • Powerbank, voll geladen, für das Handy.
  • Bargeld in kleinen Scheinen, weil Kartenzahlung ohne Strom nicht funktioniert.
  • Warme Decken und Kleidung, falls die Heizung ausfällt.

Wichtige Dokumente bewahren Sie in einer Mappe auf, die Sie im Notfall sofort greifen können: Ausweise, Geburts- und Heiratsurkunden, Versicherungspolicen, Zeugnisse, Grundbuchauszug, Impfpass und eine Liste wichtiger Telefonnummern. Kopien oder beglaubigte Abschriften sind im Alltag oft praktischer als die Originale. Ein wasserdichter Beutel schützt die Mappe.

Haustiere nicht vergessen

Tiere brauchen im Vorrat Futter für mindestens zehn Tage, Wasser und gegebenenfalls ihre Medikamente. Für Katzen gehört Streu dazu, für Hunde Kotbeutel. Legen Sie Impfpass und Heimtierausweis zu Ihrer Dokumentenmappe und halten Sie Transportbox und Leine bereit, falls Sie die Wohnung verlassen müssen.

Die Checkliste des BBK

Das BBK stellt auf seiner Website bbk.bund.de den Ratgeber „Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ sowie Checklisten zum Ausdrucken bereit. Dort steht auch ein Vorratskalkulator, mit dem Sie die Mengen für Ihren Haushalt berechnen können. Die Checkliste ist ein guter Ausgangspunkt; passen Sie sie an Ihre Vorlieben an. Wer eine Tiefkühltruhe hat, sollte daran denken, dass sie bei Stromausfall nach einiger Zeit auftaut; Hinweise dazu stehen unter Lebensmittel einfrieren. Allgemeine Tipps zur Küche finden Sie in der Rubrik Küche.

Häufige Fragen

Wie viel Wasser brauche ich für den Notvorrat?

Das BBK empfiehlt 2 Liter pro Person und Tag, also 20 Liter für zehn Tage. Wasser zum Waschen und für die Toilette kommt hinzu; dafür können Sie im Ernstfall Badewanne und Eimer füllen.

Wie lange hält Wasser in Flaschen?

Mineralwasser trägt ein Mindesthaltbarkeitsdatum, das meist zwischen einigen Monaten und rund zwei Jahren liegt. Verschlossen und kühl gelagert ist es oft auch danach noch trinkbar. Im rollierenden System wird es rechtzeitig verbraucht und nachgekauft.

Was ist, wenn ich wenig Platz habe?

Dann fangen Sie klein an: Getränke und Lebensmittel für drei bis fünf Tage, dazu Taschenlampe, Radio und Dokumente. Unter dem Bett, im Kleiderschrank oder auf dem Schrank findet sich meist Platz für ein paar Kisten.

Darf ich im Notfall drinnen mit Gas kochen?

Grill, Holzkohle, Heizpilze und Gasgrills nie. Einen Campingkocher nur, wenn der Hersteller das ausdrücklich erlaubt, nur kurz und bei geöffnetem Fenster. Kohlenmonoxid ist geruchlos und kann tödlich sein.

Muss ich den Vorrat regelmäßig austauschen?

Nur, wenn Sie ihn nicht verbrauchen. Im rollierenden System essen Sie die Vorräte im Alltag auf und kaufen nach. Zweimal im Jahr sollten Sie trotzdem durchsehen, ob Batterien, Medikamente und Lebensmittel noch in Ordnung sind.