Markise reinigen: Stoff, Schimmelflecken und Gestänge

Inhalt10 Abschnitte
Eine Markise reinigen Sie am besten ausgefahren an einem trockenen, bewölkten Tag: den Stoff zuerst trocken abbürsten, dann mit lauwarmem Wasser, etwas milder Seife und einer weichen Bürste abwaschen, mit klarem Wasser nachspülen und ausgefahren vollständig trocknen lassen. Der Hochdruckreiniger ist tabu, weil er die Imprägnierung abträgt und Nähte beschädigt. Und eingefahren wird erst, wenn der Stoff wirklich trocken ist.
Wie oft und wann
Die meisten Markisenstoffe sind aus spinndüsengefärbtem Acryl oder Polyester und werkseitig schmutz- und wasserabweisend ausgerüstet. Das bedeutet: Vieles erledigt der Regen, und leichter Staub lässt sich trocken abbürsten. Eine gründliche Reinigung mit Wasser ist meist einmal im Jahr genug, am besten im Frühjahr vor der Saison oder im Herbst, bevor die Markise für den Winter eingefahren bleibt. Vogelkot, Blütenstaub und Baumsäfte entfernen Sie dagegen bald, weil sie mit der Zeit Flecken hinterlassen, die sich schwerer lösen.
Ideal ist ein milder, trockener Tag ohne pralle Sonne. In voller Sonne trocknet das Seifenwasser an, bevor Sie es abspülen können, und es bleiben Ränder.
Was Sie brauchen
- eine weiche Bürste, gern mit Teleskopstiel, oder einen weichen Besen
- einen Eimer mit lauwarmem Wasser, höchstens handwarm
- milde Seife oder einen speziellen Markisenreiniger
- einen Gartenschlauch mit sanftem Brausestrahl
- eine standsichere Leiter, wenn Sie an die Oberseite müssen
- Mikrofasertücher für das Gestänge
Schritt für Schritt: den Markisenstoff reinigen
- Ganz ausfahren. Die Markise vollständig ausfahren, damit der Stoff glatt gespannt ist und keine Falten verdeckt bleiben.
- Trocken abbürsten. Staub, Spinnweben, Laub und Blüten mit der weichen Bürste von beiden Seiten abkehren. Oft ist die Markise danach schon deutlich sauberer.
- Anfeuchten. Den Stoff mit dem Gartenschlauch sanft befeuchten, von oben nach unten.
- Einseifen. Lauwarmes Wasser mit milder Seife oder Markisenreiniger nach Packungsangabe mit der weichen Bürste auftragen. Nicht reiben, sondern in gleichmäßigen Bahnen bürsten, damit keine Wolken entstehen.
- Kurz einwirken lassen. Einige Minuten reichen, antrocknen soll die Lösung nicht.
- Gründlich abspülen. Mit klarem Wasser nachspülen, bis kein Schaum mehr zu sehen ist. Seifenreste ziehen neuen Schmutz an.
- Ausgefahren trocknen lassen. Erst einfahren, wenn der Stoff auf beiden Seiten und an den Nähten vollständig trocken ist.
Hochdruckreiniger und scharfe Mittel
Kein Hochdruckreiniger, keine Scheuermittel, kein Chlorreiniger. Der harte Strahl trägt die schmutz- und wasserabweisende Ausrüstung ab, lockert das Gewebe und kann die Nähte aufreißen. Scharfe Haushaltsreiniger, Lösungsmittel und Bleichmittel greifen Farbe und Beschichtung an. Auch heißes Wasser ist ungünstig. Selbst bei hartnäckigem Schmutz gilt: lieber zweimal sanft als einmal mit Gewalt.
Stockflecken und Schimmel
Dunkle, punktförmige Flecken auf dem Stoff sind meist Stockflecken, also Schimmel, der entsteht, wenn die Markise nass eingefahren wurde und so blieb. Der Schimmel wächst dabei oft auf dem Schmutz, der auf dem Stoff liegt, und nicht im synthetischen Gewebe selbst. Bürsten Sie die Stellen trocken ab, reinigen Sie sie dann mit Markisenreiniger oder einem Mittel, das der Hersteller für den Stoff freigibt, und lassen Sie alles gründlich trocknen. Chlorhaltige Schimmelentferner können den Stoff ausbleichen und die Beschichtung angreifen; testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle. Grundlagen und Grenzen stehen unter Stockflecken entfernen. Alte, tief eingewachsene Flecken lassen sich oft nicht vollständig entfernen.
Nass eingefahren: was jetzt?
Manchmal muss die Markise bei Regen oder Wind eingefahren werden. Das ist kein Problem, solange Sie sie bei nächster Gelegenheit wieder ausfahren und trocknen lassen, am besten noch am selben oder am nächsten Tag. Kritisch wird es, wenn der Stoff tagelang nass aufgerollt bleibt. Vor dem Einfahren für den Winter muss die Markise ganz trocken und sauber sein. Ein Markisenkasten oder eine Schutzhülle hält Schmutz und Feuchtigkeit im Winter ab.
Imprägnierung erneuern
Perlt Regen nach einigen Jahren nicht mehr ab und saugt sich der Stoff voll, ist die Ausrüstung erschöpft. Ein Imprägnierspray für Markisen auf den sauberen, trockenen Stoff frischt die Wirkung auf. Arbeiten Sie im Freien, bei Windstille, und achten Sie darauf, dass der Sprühnebel nicht auf Nachbarn, Fenster oder Pflanzen zieht. Ist der Stoff verblichen, brüchig oder an den Nähten rissig, lohnt Reinigen kaum noch; dann ist ein neuer Stoff die bessere Wahl, siehe Markise neu bespannen.
Gelenkarme, Gestänge und Kassette
Das Gestänge aus Aluminium oder beschichtetem Stahl wischen Sie mit einem feuchten Tuch und etwas Spülmittelwasser ab und reiben es trocken. Kontrollieren Sie dabei, ob Schrauben fest sitzen, ob Gelenke und Federn Rost zeigen und ob die Halterungen an der Wand fest sind. Knarzende Gelenke behandeln Sie nur mit dem Mittel, das der Hersteller nennt, und decken den Stoff dabei ab, denn Öl hinterlässt darauf dauerhafte Flecken. Ist die Markise elektrisch, bleiben Motor, Anschlusskabel und Schalter trocken; Störungen am Antrieb, gebrochene Federn in den Gelenkarmen und lose Wandbefestigungen gehören in die Hände eines Fachbetriebs, weil in den Armen große Federkräfte stecken.
Sicher arbeiten
Markisen hängen hoch, und Wasser macht Leitern und Böden rutschig. Stellen Sie die Leiter auf festen, ebenen Grund, nicht auf nasse Fliesen, und steigen Sie nie auf ein Balkongeländer oder einen Stuhl. Von unten erreichen Sie mit einer Bürste am Teleskopstiel das meiste, ohne überhaupt hochzusteigen. Bei Wind reinigen Sie nicht; eine ausgefahrene, nasse Markise fängt den Wind wie ein Segel. Wenn Sie ohnehin gerade dabei sind, reinigen Sie den Boden darunter gleich mit, siehe Balkon reinigen oder Terrasse reinigen.
Häufige Fragen
Wie reinigt man Markisenstoff am besten?
Ausgefahren, zuerst trocken abbürsten, dann mit lauwarmem Wasser, milder Seife und einer weichen Bürste waschen, gründlich mit klarem Wasser abspülen und ausgefahren trocknen lassen.
Kann ich die Markise mit dem Hochdruckreiniger reinigen?
Nein. Der Strahl trägt die Imprägnierung ab, lockert das Gewebe und kann Nähte beschädigen. Ein Gartenschlauch mit sanftem Strahl reicht zum Abspülen.
Kann man den Markisenstoff abnehmen und waschen?
Theoretisch ja, praktisch ist das Abnehmen aufwendig und wegen der Federspannung nicht ungefährlich. Maschinenwäsche beschädigt zudem die Ausrüstung. Reinigen Sie den Stoff montiert; ein Wechsel ist Sache eines Fachbetriebs oder einer genauen Anleitung.
Was hilft gegen grüne Flecken auf der Markise?
Grünbelag entsteht durch Algen, meist wo die Markise im Schatten oder unter Bäumen steht. Mit Markisenreiniger und weicher Bürste behandeln, gründlich abspülen und die Markise nach Regen trocknen lassen, statt sie nass eingefahren zu lassen.



